Maximilianmuseum Augsburg

Maximilianmuseum

Das Maximilianmuseum ist das älteste städtische Museum Bayerns – und eines der faszinierendsten. Wer in Augsburg auf Entdeckungsreise geht, findet hier auf engstem Raum über 600 Jahre Stadtgeschichte: Goldschmiedekunst, die bronzenen Originalfiguren der berühmten Augsburger Brunnen, wissenschaftliche Instrumente der Renaissance und ein Münzkabinett, das Gelehrte in Ekstase versetzt. Und das alles in einem der schönsten Renaissancehöfe der Stadt.

Gegründet 1855 und nach König Maximilian II. von Bayern benannt, hat das Museum seinen Sitz in zwei historischen Bürgerhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert: dem Welserhaus und dem Hainhoferhaus. Was die Stadt Augsburg einmal war – ein Zentrum für Handel, Kunst und Präzision –, lässt sich hier in aller Ruhe begreifen. Mindestens zwei Stunden sollte man einplanen, realistisch sind drei.

Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH, Natalija Ribovic

Augsburg gehört zu den spannendsten Städtezielen Bayerns – mit mehr Geschichte pro Quadratmeter als fast jede andere deutsche Stadt. Das Maximilianmuseum liegt mitten im Herzen der Altstadt, direkt an der Maximilianstraße, und lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang durch die Renaissance-Sehenswürdigkeiten verbinden.

Geschichte des Maximilianmuseums

Das Maximilianmuseum wurde 1855 gegründet und ist damit das älteste städtische Museum Bayerns. Seine Geschichte spiegelt die Geschichte Augsburgs wider: eine Stadt, die von der Antike bis zur Reformation im Mittelpunkt Europas stand. Die beiden Gebäude, in denen das Museum untergebracht ist, erzählen eigene Geschichten.

Das Welserhaus – benannt nach der gleichnamigen Augsburger Kaufmannsfamilie, die einst in Südamerika eine Kolonie gründete – stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das danebenliegende Hainhoferhaus wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Von 1706 bis 1853 diente der gesamte Komplex als protestantisches Armenhaus; dann entschied die Stadt, aus dem Gebäude einen Ort des Gedächtnisses zu machen. 1855 öffnete das Museum erstmals seine Türen.

Den emotionalsten Moment erlebt man beim Eintritt in den gläserdach-überspannten Innenhof, den Viermetzhof: Hier stehen die bronzenen Originalfiguren der drei berühmten Augsburger Prachtbrunnen, die heute zum UNESCO-Welterbe Bayerisch Schwaben gehören. 2007 erhielt das Museum den Bayerischen Museumspreis.

Merkmal Details
Gründungsjahr 1855 – ältestes städtisches Museum Bayerns
Namensgeber König Maximilian II. von Bayern (1811–1864)
Gebäude Welserhaus (15. Jh.) und Hainhoferhaus (16. Jh.)
Lage Fuggerplatz 1, 86150 Augsburg
Auszeichnung Bayerischer Museumspreis 2007
Innenhof Viermetzhof mit selbsttragendem Glasdach – kostenlos zugänglich

Was erwartet Sie im Maximilianmuseum?

Die Sammlung des Maximilianmuseums ist so vielfältig wie die Stadt, aus der sie stammt. Augsburg war im 16. Jahrhundert eines der Machtzentren Europas – für Geldgeschäfte, für Kunst, für Wissenschaft und Technik. All das findet sich im Museum wieder. Ein Überblick:

  • Bronzeskulpturen: Die Originalfiguren der drei UNESCO-Welterbebrunnen – Augustusbrunnen (1594), Merkurbrunnen (1599) und Herkulesbrunnen (1602) – sind das emotionale Herzstück. Geschaffen von Hubert Gerhard und Adriaen de Vries, stehen sie im Viermetzhof unter freiem Glasdach.
  • Goldschmiedekunst: Augsburg war vom 16. bis 19. Jahrhundert das führende Zentrum der Goldschmiedekunst in Mitteleuropa. Trinkgefäße, liturgische Geräte und Prunkstücke erzählen von diesem Erbe.
  • Wissenschaftliche Instrumente: Sonnenuhren, Kompasse und astronomische Geräte belegen Augsburgs Rolle als Hochburg der Präzisionsherstellung im Renaissance-Zeitalter.
  • Münzkabinett: Rund 770 verschiedene Münzen, geprägt zwischen 1521 und 1805, erzählen die Wirtschaftsgeschichte der Freien Reichsstadt.
  • Lapidarium: Über 300 Steinobjekte vom Mittelalter bis in die Kaiserzeit – von Grabsteinen bis zu Bauplastiken, die einst Augsburgs Fassaden schmückten.
  • Musterkammer: Architektonische und mechanische Modelle aus der Renaissance – wie gedacht und gebaut wurde, lässt sich hier buchstäblich begreifen.

Für alle, die Städtereisen in Bayern lieben und mehr entdecken wollen als München, ist das Maximilianmuseum ein echtes Highlight – ein Ort, der zeigt, was diese Region wirklich ausmacht.

Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH

Die Original-Brunnen – Herzstück der Sammlung

Auf der Maximilianstraße stehen heute Kopien – die echten Bronzen sind hier, im glasüberdachten Viermetzhof des Maximilianmuseums, sicher untergebracht. Wer die Originale sehen möchte, kommt an einem Besuch nicht vorbei.

Hubert Gerhard schuf die Figuren für den Augustusbrunnen um 1594, Adriaen de Vries folgte mit den Figuren für Merkur- und Herkulesbrunnen um 1599 bzw. 1602. Beide Bildhauer gehörten zu den bedeutendsten Meistern ihrer Zeit – und ihre Arbeiten für Augsburg sind bis heute Höhepunkte der Bronzeplastik des Manierismus.

Alle drei Brunnen bilden zusammen mit dem Augsburger Wasserturmsystem das UNESCO-Welterbe "Augsburger Wassermanagement" – seit 2019 offiziell anerkannt. Im Viermetzhof kann man die Bronzen aus nächster Nähe betrachten: die Muskelspannung der Figuren, die Feinheit der Gesichter, die handwerkliche Perfektion, die keine Reproduktion vollständig wiedergeben kann.

BrunnenEntstehungBildhauer
Augustusbrunnenca. 1594Hubert Gerhard
Merkurbrunnenca. 1599Adriaen de Vries
Herkulesbrunnenca. 1602Adriaen de Vries

Bild: © Regio Augsburg Tourismus GmbH, Guenther Bayerl

Besuchsinfos: Öffnungszeiten und Eintritt

Das Maximilianmuseum liegt zentral in der Augsburger Altstadt und ist leicht erreichbar. Wer einen Kurzurlaub in Augsburg plant, sollte mindestens zwei bis drei Stunden für den Besuch einkalkulieren. Der Viermetzhof mit dem Museumscafé ist übrigens kostenlos zugänglich – auch ohne Museumseintritt ein lohnender Stopp.

Information Details
Adresse Fuggerplatz 1, 86150 Augsburg
Dienstag 10:00–20:00 Uhr (verlängerter Abend)
Mittwoch–Sonntag 10:00–17:00 Uhr
Montag Geschlossen
Eintritt Erwachsene 7,00 €
Ermäßigt 5,50 €
Gruppen (ab 10 Pers.) 5,00 € pro Person
Jugendgruppen (bis 18 J.) 2,50 € pro Person
Schulklassen 1,00 € pro Schüler
Kinder unter 10 Jahren Kostenlos
Viermetzhof + Café Kostenlos und frei zugänglich
ÖPNV Straßenbahn Linie 1/2 – Haltestelle Moritzplatz
Telefon +49 (0) 821 324 41 02

Tipp: Dienstagabend (ab 17:00 Uhr) lässt sich das Museum drei Stunden länger genießen als sonst – ohne Aufpreis. Ideal für alle, die tagsüber die Maximilianstraße erkunden möchten.

Augsburg rund ums Maximilianmuseum

Das Maximilianmuseum liegt an der Maximilianstraße, dem prachtvollen Renaissance-Boulevard Augsburgs, und ist Teil eines einzigartigen historischen Ensembles. Von hier aus sind alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Wer vom Museum aus nach Norden läuft, erreicht nach wenigen Minuten das Schaezlerpalais mit der Deutschen Barockgalerie – ein weiteres Kunsthighlight. Weiter Richtung Rathausplatz empfängt das Augsburger Rathaus, einer der bedeutendsten Renaissancebauten nördlich der Alpen, mit seinem legendären Goldenen Saal. Wer in die andere Richtung läuft, kommt zur Basilika St. Ulrich und Afra und kurz danach zur Fuggerei, der ältesten bewohnten Sozialsiedlung der Welt (gegründet 1521).

Für eine ausgiebige Stadtentdeckung empfiehlt sich mindestens ein Wochenende.

Augsburg und das Maximilianmuseum – das ist eine Kombination, die man so schnell nicht vergisst. Wer erst einmal in den Viermetzhof geblickt, die Goldschmiedekunst bewundert und die Renaissance-Atmosphäre der Maximilianstraße aufgesogen hat, versteht, warum diese Stadt ihren Beinamen "die deutsche Florenz" verdient hat. Und versteht, warum man immer wiederkommt.

Häufige Fragen zum Maximilianmuseum

Häufig gestellte Fragen

Wann ist das Maximilianmuseum geöffnet?
Dienstags 10:00–20:00 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10:00–17:00 Uhr. Montags geschlossen. Viermetzhof und Café kostenlos zugänglich.
Was kostet der Eintritt?
Erwachsene 7,00 €, ermäßigt 5,50 €. Schulklassen 1,00 € pro Schüler. Kinder unter 10 Jahren frei.
Was ist die besondere Attraktion?
Die bronzenen Originalfiguren der UNESCO-Welterbebrunnen im glasüberdachten Viermetzhof – die Brunnen auf der Maximilianstraße draußen sind Kopien.
Wie komme ich hin?
Fuggerplatz 1, 86150 Augsburg. Straßenbahn Linie 1/2, Haltestelle Moritzplatz. Vom Hauptbahnhof ca. 15 Gehminuten.

Geheimtipp: Der Viermetzhof – kostenlos und atemberaubend

Wer das Budget schonen möchte: Der Viermetzhof, das glasüberdachte Herzstück des Maximilianmuseums, ist kostenlos und ohne Museumseintritt zugänglich. Hier steht man plötzlich – ganz ohne Ticket – zwischen jahrhundertealten Bronzeskulpturen und einem architektonischen Meisterwerk der Renaissance. Das Café im Innenhof lädt ein, die Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen zu genießen. Ein Geheimtipp, der eigentlich keiner mehr sein sollte – aber irgendwie trotzdem noch einer ist.

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