Kurfürstendamm

Berlins Shoppingmeile der Gegensätze

Er gehört zu den Prachtboulevards der Welt, wird liebevoll Ku'damm genannt. Kühe gibt's auf Berlins berühmter Meile natürlich nicht. Aber sonst fast alles, von der Wasserrohrzange bis zum Jaguar. Der Kurfürstendamm ist die Lebensader der City-West. Er ist 3,5 Kilometer lang - und hält einige Überraschungen parat.

Am Anfang gibt's noch normale Läden wie in anderen Einkaufsstraßen auch. Je weiter man stadtauswärts bummelt, desto exklusiver wird's. Da kostet das Handtäschchen schon mal 2.500 Euro oder eine Kinderjeans 400 Euro. Der Kurfürstendamm ist eine Meile der Gegensätze. Auf 3,5 Kilometern gibt's alles: Reformhaus und Baumarkt, Ramsch und Antiquitäten, Ikonengalerie und Orientteppiche. Alle Luxuslabel haben hier eine Boutique: Gucci, Prada, Max Mara … Und Udo Walz macht die Haare schön. Das Café Kranzler am Eck ist eine West-Berliner Legende und wer dann genug vom Kaufrausch hat, der kann sich ja mal zwei Ku'damm-Kuriositäten genauer anschauen gehen.

Zwei Ku'damm-Kuriositäten

Gucken Sie am Joachimsthaler Platz mal nach oben. Dort steht, auf einem 4,50 Meter hohen Pfeiler (über einem Kiosk) ein merkwürdiges Glashäuschen mit Uhr. Es ist eine Originalverkehrskanzel. Dort oben saßen bis 1962 Polizisten und schalteten die Ampeln des Platzes von Hand. Selbst vielen Berlinern ist das Ding übrigens noch nie aufgefallen…

Die zweite Kuriosität dreht sich um die Hausnummern: Viele gibt's einfach nicht (mehr). Seit der östlichste Abschnitt des Ku'damms in Budapester Straße umbenannt wurde, fehlen die höchsten und die niedrigsten Hausnummern, Nr. 1 - 9 und 238 - 264. Aber auch Kurfürstendamm Nr. 10 ist weg, 77 - 89 und 221 - 223 hat es noch nie gegeben.

Die Prachtstraße wurde schon vor mehr als 450 Jahren angelegt. Kurfürst Joachim II. wollte sie als Reitweg vom Stadtschloss bis zum Jagdschloss Grunewald haben. Später sorgte Otto von Bismarck dafür, dass die Straße befestigt wurde und ein 53 Meter breiter Boulevard mit großzügigen Gehwegen entstand. Er beginnt übrigens erst an der Gedächtniskirche. Das KaDeWe steht nicht am Ku'damm.

Um die Shoppingmeute zu transportieren, gibt's direkt am Ku'damm sieben Bushaltestellen, drei U-Bahn-Stationen und einen S-Bahnhof. Falls man gerade mal nicht Kunde des Luxusautohauses werden möchte.

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