Kunsthistorisches Museum Wien

Das Kunsthistorische Museum Wien – Kunstschätze der Habsburger

Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Kaiser Franz Joseph I. ließ das prachtvolle Gebäude am Wiener Ring eigens für die kaiserliche Sammlung der Habsburger erbauen. Seit der Eröffnung 1891 zieht es Kunstliebhaber mit Meisterwerken von Bruegel bis Dürer, einer einzigartigen Ägyptischen Sammlung und der legendären Kunstkammer in seinen Bann.

Geschichte und Architektur des Kunsthistorischen Museums

Das Kunsthistorische Museum wurde nach Plänen der Architekten Karl von Hasenauer und Gottfried Semper im Stil der Neorenaissance entworfen und am 17. Oktober 1891 von Kaiser Franz Joseph I. feierlich eröffnet. Als repräsentatives Glanzstück der Wiener Ringstraße steht es für den imperialen Anspruch der Habsburgermonarchie: ein eigenes, prachtvolles Gebäude für eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Europas.

Das Stiegenhaus birgt ein oft übersehenes Highlight: Lünettenbilder von einem jungen Gustav Klimt, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch. Diese Frühwerke des späteren Jugendstil-Meisters sind für viele Besucher eine echte Überraschung – hier erkennt man kaum den Künstler, der wenige Jahre später die Wiener Kunstszene revolutionieren sollte.

Vis-à-vis liegt das Naturhistorische Museum, ebenfalls von Hasenauer und Semper erbaut. Beide Häuser rahmen den Maria-Theresien-Platz mit nahezu identischer Fassade ein – ein einzigartiges architektonisches Ensemble, das heute zu den Wahrzeichen Wiens zählt.

Eine architektonische Besonderheit findet sich in der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung: Die Habsburger integrierten echte ägyptische Originalfunde in den Museumsbau. Sechs Meter hohe Monolithsäulen aus dem Alten Ägypten tragen das Gewölbe – keine Marmornachbauten, sondern authentische Objekte aus dem Pharaonenreich, die vor Jahrtausenden an einem ganz anderen Ort standen.

Die Gemäldegalerie – Höhepunkte der europäischen Malerei

Die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums zählt zu den bedeutendsten der Welt. Über 700 Gemälde aus dem 15. bis 18. Jahrhundert sind hier vereint – ein umfassendes Panorama der venezianischen, flämischen, altniederländischen und altdeutschen Malerei. Herausragende Werke von Albrecht Dürer, Tizian, Tintoretto, Caravaggio, Rembrandt und Peter Paul Rubens machen sie zu einem Muss für jeden Kunstliebhaber.

Die Sammlung geht auf die leidenschaftliche Sammeltätigkeit der Habsburger zurück. Erzherzog Leopold Wilhelm, Gouverneur der Spanischen Niederlande im 17. Jahrhundert, trug dabei besonders zum Bestand bei. David Teniers erwarb in seinem Auftrag zahlreiche flämische und venezianische Meisterwerke, die den Kern der heutigen Galerie bilden.

Ein absolutes Muss: die weltgrößte Sammlung von Gemälden Pieter Bruegels des Älteren. Zwölf Werke des niederländischen Meisters hängen hier vereint, darunter der ikonische „Turmbau zu Babel“, die „Jäger im Schnee“ und der „Kampf zwischen Karneval und Fasten“. Diese Werke zieren Kunstbücher weltweit – hier hängen sie im Original.

Spannend ist das Gemälde „Wien, vom Belvedere aus gesehen“ des venezianischen Malers Bernardo Bellotto, bekannt als Canaletto. Es dokumentiert den sogenannten „Canaletto-Blick“ auf die Wiener Altstadt – ein Panorama, das bis heute als städtebauliches Ideal gilt: Kein Neubau soll diesen historischen Ausblick beeinträchtigen.

Nicht weniger faszinierend ist David Teniers Gemälde „Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Brüsseler Galerie“. Es zeigt den Erzherzog inmitten seiner gewaltigen Kunstsammlung – viele der darauf abgebildeten Werke hängen heute tatsächlich im Kunsthistorischen Museum. Wer aufmerksam sucht, kann sie wiederfinden.

Die Kunstkammer Wien – Kuriositäten und Meisterwerke

Die Kunstkammer Wien ist eine der bedeutendsten Sammlungen von Kunsthandwerk, Kuriositäten und Prunkstücken in Europa. Rund 2.200 Objekte aus dem 15. bis 18. Jahrhundert dokumentieren das Weltbild der Habsburger: Elfenbeinschnitzereien, mechanische Automaten, naturwissenschaftliche Instrumente, Goldobjekte und exotische Raritäten aus fernen Kontinenten.

Das berühmteste Einzelstück ist das Salzfass des Benvenuto Cellini von 1543 – ein goldenes Tischgerät, das ursprünglich für König Franz I. von Frankreich geschaffen wurde und als eines der bedeutendsten Meisterwerke der Renaissancegoldschmiedekunst gilt. Die Figuren von Neptun und Tellus symbolisieren Meer und Erde als Quellen von Salz und Pfeffer.

Ebenso bemerkenswert: die ausgestellten Haifischzähne, die damals als echte „Drachenzungen“ galten und als magische Schutzmittel gegen Vergiftung gehandelt wurden. Die Kunstkammer spiegelt das Denken einer Epoche wider, in der die Grenzen zwischen Kunst, Natur und Magie noch fließend waren – eine faszinierende Zeitreise ins Renaissance-Weltbild.

Die Wiedereröffnung der Kunstkammer im Jahr 2013 nach aufwendiger Renovierung war ein Kulturereignis in Wien. Seither ist sie in komplett neuem Glanz zu erleben und gehört zu den absoluten Highlights des Museums.

Was kostet der Eintritt ins Kunsthistorische Museum Wien?

Der reguläre Eintrittspreis beträgt 21 Euro für Erwachsene. Ermäßigungen gibt es für Studierende, Senioren und Personen mit Behinderung. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren haben freien Eintritt – ein echter Mehrwert für Familien.

KategoriePreis
Erwachsene21 €
Ermäßigt (Studenten, Senioren)18 €
Kinder und Jugendliche (unter 19 Jahre)Gratis
Familienkarte42 €

Tipp: Es empfiehlt sich, Tickets vorab online zu buchen, um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden. Wer mehrere Wiener Museen besuchen möchte, sollte die Vienna City Card in Betracht ziehen – sie bietet Rabatte auf Eintrittspreise und unbegrenzte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Anreise und Öffnungszeiten

Das Kunsthistorische Museum liegt am Maria-Theresien-Platz, direkt im Herzen der Wiener Innenstadt. Mit der U-Bahn ist es bequem erreichbar: Station Museumsquartier (U2) oder Volkstheater (U2/U3) – jeweils wenige Gehminuten entfernt. Wer von der Innenstadt zu Fuß kommt, flaniert einfach die Ringstraße entlang.

Vis-à-vis liegt das Naturhistorische Museum, gemeinsam umrahmen beide Häuser den Maria-Theresien-Platz. Das Museumsquartier mit weiteren bedeutenden Institutionen befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

Schräg gegenüber in der Neuen Burg am Heldenplatz befinden sich weitere Abteilungen des Kunsthistorischen Museumsverbands: die Sammlung Alter Musikinstrumente, die Hofjagd- und Rüstkammer sowie das Ephesos Museum. Ein lohnender Abstecher, der sich gut mit einem Tagesbesuch verbinden lässt.

Für einen vollständigen Besuch sollten Sie mindestens 3 bis 4 Stunden einplanen. Kostenlose Kurzführungen werden regelmäßig angeboten – ein idealer Einstieg in die Welt der alten Meister und kaiserlichen Schätze.

Adresse Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Öffnungszeiten Kunsthistorisches Museum Wien
Informationen zu den Öffnungszeiten finden Sie hier.

Geheimtipp: Das Café im Kunsthistorischen Museum

Viele Besucher eilen durch die Säle und übersehen dabei ein echtes Juwel: das Café im Kunsthistorischen Museum, direkt in der goldenen Kuppelhalle. Unter der beeindruckenden Kuppel, umgeben von kaiserlichem Dekor, lässt sich bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen der Besuch wunderbar ausklingen. Das Café gilt als eine der schönsten Café-Locations Wiens – und ist deutlich weniger überlaufen als das berühmte Café Central. Abends wird die Kuppelhalle gelegentlich für besondere Veranstaltungen genutzt, die das Museum zu einem unvergesslichen Abenderlebnis machen.

Häufige Fragen zum Kunsthistorischen Museum Wien

Wie lange sollte man für das Kunsthistorische Museum einplanen?
Für einen guten Überblick über alle Sammlungen sollten Sie mindestens 3 bis 4 Stunden einplanen. Wer wirklich alles sehen möchte, kann auch einen ganzen Tag verbringen.
Wann hat das Kunsthistorische Museum geöffnet?
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Aktuelle Informationen finden Sie direkt auf der Website des Kunsthistorischen Museums Wien.
Kann man im Kunsthistorischen Museum fotografieren?
Fotografieren für den privaten Gebrauch ohne Blitz und Stativ ist in den meisten Sammlungsbereichen erlaubt. Bei kommerziellen Aufnahmen ist eine Sondergenehmigung erforderlich.
Gibt es kostenlose Führungen im KHM?
Ja, das Museum bietet regelmäßig kostenlose Kurzführungen an. Die genauen Termine entnehmen Sie dem aktuellen Programm auf der offiziellen Website.

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