Kaiserstuhl-Infos kompakt

Wein, Wald und Wandern im wärmsten Winkel

Weinkenner geraten beim Klang der Namen Ihringen, Oberbergen oder Sasbach ins Schwärmen. Der Kaiserstuhl mit seinen terrassenförmigen Weinbergen bringt jedes Jahr hervorragende Tropfen hervor, ein Drittel des gesamten badischen Weines wird hier gekeltert. Die Burgunderweine dominieren, gefolgt vom Kaiserstühler Müller-Thurgau und dem feinfruchtigen Silvaner. Angebaut wird auf etwa 4.000 Hektar Rebfläche. Die Winzer, oftmals kleine Familienbetriebe, profitieren hierbei von den hervorragenden Anbaubedingungen: vulkanische Böden und das wärmste Klima in Deutschland.

Während Schwarzwald und Vogesen noch unter einer Schneedeckeschlafen, kann man in einem der kleinsten Mittelgebirge Deutschlands - 16 Kilometer lang, 12,5 Kilometer breit - bereits unter freiem Himmel Kaffee trinken oder zünftig vespern. Früh meldet sich der Frühling zwischen Freiburg und Breisach, ein Blütenmeer von Obstbäumen überzieht die schöne Landschaft. Nicht umsonst kommen neben den Weinliebhabern auch die Wanderer auf ihre Kosten. Neu angelegte Themenwege erschließen den Kaiserstuhl von Norden nach Süden, von Osten nach Westen; hinzu kommen lokale Rundwanderungen in den zauberhaften Ortschaften. Flora und Fauna sind einzigartig, hier wachsen und gedeihen Pflanzen, die sonst nirgendwo in Deutschland in der freien Wildbahn anzutreffen sind. Ein "Muss" ist ein Spaziergang durch den Waldlehrpfad im Liliental bei Ihringen. Aber auch die kleinen mittelalterlichen Städte wie Burkheim oder Breisach laden zum Bummeln ein.

Prächtige Ausblicke auf die Rheinebene und die Berge links und rechts des Flusses hat man allenthalben auf seinen Erkundungstouren. Vom Totenkopf, der mit 557 Metern höchsten Erhebung, von der Schelinger Warte oder vom Lenzenberg bei Ihringen. Hier ist auch ein tolles Ausflugslokal, dessen deftige lokale Spezialitäten einen überregionalen Ruf haben. Apropos Gaumenfreunden: Ein guter Wein allein ist nur die halbe Miete. Die Kaiserstühler Kulinarik reicht von der einfachen Winzer-Vesperplatte hin zur anspruchsvollen Sterneküche im Gourmet-Restaurant. Und die Gastfreundschaft der Wirtsleute steht der Qualität der Speisen und Getränke in nichts nach.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Woher dieser Name? Weil Straußenwirtschaften, die ihre Gäste mit an der Straße aufgestellten Reisigbesen locken, kaiserlich bestuhlt sind? Mitnichten! Hier sitzt man meist auf einfachen Hockern oder Bänken. Den Namen hat dieser schöne Fleck im Südwesten vermutlich von einer Stippvisite von König Otto III. Dieser hielt, so die Überlieferung, im Jahr 994, zwei Jahre vor seiner Krönung zum Kaiser, in Sasbach am Rhein einen Gerichtstag ab. Übrigens: Guter Wein wurde auch damals schon angebaut.

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