Wiener Riesenrad

Langsam, aber sicher: eine Runde über Wien drehen

Es ist das Wahrzeichen von Wien, über 100 Jahre alt und der Jahrmarkttraum kleiner und groß gewordener Kinder: das Riesenrad im Prater. 700.000 Besucher steigen jährlich ein, genießen die grandiose Aussicht über die Stadt. Es heißt, man sei nicht wirklich in Wien gewesen, wenn man nicht mitgefahren ist.

Langsam gewinnt der Waggon an Höhe. Ja, richtig. Hier gibt's nämlich keine richtigen Gondeln, sondern Waggons, die eher nach Eisenbahn als nach Riesenrad aussehen. Rauf geht's, bis zum höchsten Punkt auf fast 65 Meter Höhe. Wien liegt wie eine Spielzeugstadt unter einem, sogar die Prater-Achterbahn sieht von hier oben ganz niedlich aus.

Das berühmte Riesenrad wurde schon 1897 gebaut, zum Thronjubiläum von Kaiser Franz Josephs I. Es war damals eines der größten Riesenräder der Welt, hatte ursprünglich 30 Waggons. Als es an einem heißen Sommertag eröffnet wurde, konnte sich kaum einer den Spaß leisten. Die Rundfahrt kostete acht Gulden, ein Beamter verdiente damals 30 Gulden im Monat …

Frühstücken oder heiraten im Riesenrad

Heute ist das zum Glück anders. Wer eingestiegen ist, kann erstmal relaxen. Schwindlig wird‘s Fahrgästen wahrscheinlich nicht. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 2,7 km/h - höchstens. Die normale Fahrt dauert etwa 15 Minuten. Wer länger seine Runden drehen will, kann im Riesenrad frühstücken oder ein Candle-Light-Dinner genießen, heiraten oder einen Sekt-Empfang geben. 15 Personen passen in einen Wagen. Seit 2016 haben die Partygondeln Heizung, Klimaanlage, Steckdose und ein integriertes Soundsystem.

Heimlicher Filmstar

Und warum gibt's nur Waggons mit geraden Zahlen? Der Grund liegt Jahrzehnte zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Riesenrad schwer beschädigt und brannte vollkommen aus. Bei der Wiedereröffnung entschied man sich, nur noch 15 Wagen einzuhängen - aus Stabilitätsgründen. Natürlich steht das Riesenrad fest und sicher. Es besteht ja auch aus 430 Tonnen Stahl, Holz und Glas.

Es wurde sogar Filmstar. Wiens Riesenrad "spielte" schon im Klassiker "Der dritte Mann" mit, später im James-Bond-Streifen "Der Hauch des Todes". Schon 1914 hatte eine Zirkusdirektorin die Messlatte für gewagte Aktionen hoch gelegt. Für einen Film fuhr sie eine Runde auf dem Dach eines Waggons mit - auf einem Pferd sitzend.

Alles ging gut. Keine Sorge, Sie dürfen ganz entspannt im Waggon Platz nehmen und in aller Ruhe die Aussicht genießen, ohne Pferd, Kamera oder Verfolgungsjagden à la Bond.

Wiener Riesenrad, Riesenradplatz 1, 1020 Wien, Österreich

Eintritt inklusive Museum: Erwachsene 12,- Euro, Kinder 3 - 14 Jahre 5,- Euro, Kinder 0 - 2 Jahre gratis

Fotos: WienTourismus/Christian Stemper/Daniel Zupanc

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