Stasimuseum - Berlin

Schaltstelle der Macht, Zentrum der Bürokratie

Der Feind hört mit! Das Berliner Museum über die Stasi ist nichts für Paranoide. Im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit dreht sich alles um den DDR-Geheimdienst. Wo früher 8.000 Informanten und Spione arbeiten, können Besucher heute die Büros von Erich Mielke besichtigen.

Haus 1 des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ist Teil eines monumentalen Komplexes, der sich über zwei Quadratkilometer erstreckt. Er war zu DDR-Zeiten schwer bewacht und hermetisch abgeriegelt. Heute können Besucher einfach zum Haupteingang hineinspazieren und sich die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" ansehen. Die Öffnung des MfS für Besucher hat eine dramatische Vorgeschichte: Am 15. Januar 1990 stürmten Bürger das Gebäude, um die Vernichtung von Stasi-Akten zu verhindern. Eine Woche später beschloss ein Gremium aus Vertretern der SED-Diktatur und von Bürgerrechtsgruppen, im Haus 1 eine Gedenk- und Forschungsstelle einzurichten.

Etagenweise durch die Geschichte

Herzstück des Museums ist die original erhaltene Etage Erich Mielkes, der die Stasi in den 50ern aufbaute und bis 1989 leitete. Seine Büros, nüchtern ausgestattet, sind seit der Auflösung der DDR unverändert. Doch wie arbeitete die Stasi eigentlich, um die gesamten Bevölkerung zu kontrollieren und zu bespitzeln? Die dritte Etage des Museums beleuchtet, wie die insgesamt 91.000 Mitarbeiter sich Informationen beschafften, Akten anlegten und das alltägliche Leben in der DDR beeinflussten. Versteckte Fotoapparate (zum Beispiel im Vogelhäuschen) und getarnte Abhörmikrophone illustrieren die technische Raffinesse des Geheimdienstes. Und mittendrin: der rote Koffer, in dem Mielke Informationen über Partei- und Staatschef Honecker sicher verwahrte.

Ohne Stasi-Akten

Wer wissen will, ob es in den Archiven eine Akte über ihn gibt, der ist hier allerdings nicht ganz richtig. Die berüchtigten Stasi-Akten werden in Haus 7 und vielen Außenstellen gelagert. Immerhin: Antragsformulare für die private Akteneinsicht erhalten Sie auch an der Kasse des Stasimuseums. Auf die Genehmigung müssen Sie allerdings ein halbes Jahr warten - das Ende der DDR war leider nicht das Ende der Bürokratie.

Adresse Stasimuseum Berlin
Ruschestraße 103/Haus 1, 10365 Berlin

Öffnungszeiten Stasimuseum Berlin
Montag - Freitag 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag, Sonn-/Feiertag 11.00 - 18.00 Uhr

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