Mozarts Geburtshaus

Mozarts Geburtshaus

Es gibt Orte, die man schon kennt, bevor man sie je betreten hat. Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse 9 gehört zweifellos dazu – das vermutlich bekannteste Geburtshaus der Musikgeschichte, mitten im Herzen der Salzburger Altstadt. Wer durch die malerische Getreidegasse schlendert und an dem schmalen Bürgerhaus mit dem gelben Fassadenputz vorbeiläuft, spürt unweigerlich: Hier ist etwas Besonderes passiert.

Am 27. Januar 1756 wurde hier Wolfgang Amadeus Mozart geboren – ein Ereignis, das aus Salzburg eine der meistbesuchten Musikstädte Europas gemacht hat. Heute empfängt das Museum in der dritten Etage jedes Jahr über 500.000 Besucher aus aller Welt. Was sie erwartet, warum sich ein Besuch wirklich lohnt und was die meisten Touristen im Vorbeilaufen übersehen – all das erfahrt ihr hier.

Geschichte: Das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart

Das Haus, das heute als Mozarts Geburtshaus bekannt ist, wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut. Es ist ein typisches Salzburger Bürgerhaus – sechs Stockwerke hoch, schmal und direkt an die Nachbarhäuser gebaut, wie es für die mittelalterliche Stadtstruktur in der Getreidegasse typisch ist. Die Familie Mozart mietete die dritte Etage: eine Wohnung mit mehreren Zimmern, die für damalige Verhältnisse bürgerlichen Komfort bot.

Leopolds Mozart, der Vater und spätere Musiklehrer des Wunderkindes, zog hier mit seiner Frau Anna Maria ein. In diesem Haushalt wuchsen zunächst Wolfgangs ältere Schwester Nannerl und schließlich auch Wolfgang selbst auf. Die Familie lebte bis 1773 in dieser Wohnung, bevor sie in das heute als Mozarts Wohnhaus bekannte Gebäude am Makartplatz umzog.

Nach Mozarts Tod 1791 und besonders mit wachsendem Ruhm im 19. Jahrhundert begann das Interesse an Erinnerungsstätten zu wachsen. Im Jahr 1880 kaufte die Internationale Stiftung Mozarteum das Haus und eröffnete darin das Museum – eine der ersten Gedenkstätten dieser Art in Europa für einen Komponisten. Seither wurde das Museum mehrfach renoviert und neu gestaltet, zuletzt mit modernem Ausstellungsdesign, das die historischen Exponate ansprechend in Szene setzt.

Eckdaten auf einen Blick

ThemaInformation
Geburtsdatum Mozart27. Januar 1756
AdresseGetreidegasse 9, 5020 Salzburg
Museumsgründung1880 durch die Stiftung Mozarteum
Jährliche Besucherca. 500.000
Stockwerke Museum2.–4. Stockwerk
UNESCO-Status AltstadtWeltkulturerbe seit 1997

Was ist im Mozarts Geburtshaus zu sehen?

Das Museum erstreckt sich über mehrere Stockwerke des historischen Hauses. Die Besichtigung beginnt im zweiten Obergeschoss und führt hinauf in die Wohnräume der Familie Mozart im dritten und vierten Stock. Der Rundgang dauert je nach Interesse zwischen 45 Minuten und eineinhalb Stunden – und ist trotz seiner Kürze überraschend dicht.

Die wichtigsten Ausstellungsbereiche

  • Das Geburtsgemach: Der Raum, in dem Mozart am 27. Januar 1756 das Licht der Welt erblickte – schlicht eingerichtet, aber mit einer unverkennbaren historischen Atmosphäre.
  • Mozarts Kindervioline: Das wohl berührendste Exponat des Museums – die winzige Violine, auf der Mozart als Kleinkind seine ersten musikalischen Schritte unternahm.
  • Das Hammerklavier: Ein Originalfortepiano aus Mozarts Zeit, auf dem er selbst gespielt haben soll – ein Zeugnis frühklassischer Klangkultur.
  • Familienporträts und Briefe: Gemälde der Familie Mozart sowie Briefe, die ein lebendiges Bild des Alltags im 18. Jahrhundert zeichnen.
  • Wohnräume im Originalzustand: Rekonstruierte Zimmer, die das bürgerliche Leben der Familie im Salzburg des 18. Jahrhunderts erlebbar machen.
  • Sonderausstellungen: Im ersten Stockwerk wechseln regelmäßig temporäre Ausstellungen zu Mozart und seiner Epoche.

Besonders beeindruckend ist, wie die Stiftung Mozarteum es geschafft hat, echte Originale mit zeitgemäßer Ausstellungsgestaltung zu verbinden. Die mehrsprachigen Erklärungstexte machen die Sammlung für Besucher aus aller Welt zugänglich – Deutsch, Englisch und weitere Sprachen sind verfügbar.

Sehenswürdigkeiten rund um das Geburtshaus

Mozarts Geburtshaus liegt mitten in der Salzburger Altstadt – und damit inmitten eines der beeindruckendsten Stadtbilder Mitteleuropas. Der Vorteil: Viele weitere Sehenswürdigkeiten befinden sich in unmittelbarer Fußnähe. Wer das Geburtshaus besucht, kann daraus problemlos einen ganzen Erlebnistag gestalten.

Was ihr in der Nähe erkunden könnt

  • Getreidegasse: Die berühmteste Einkaufsstraße Salzburgs, gesäumt von historischen Zunftschildern aus Schmiedeeisen. Ein Spaziergang durch ein lebendes Stadtmuseum.
  • Mozartplatz: Der Platz mit dem Mozart-Denkmal, das 1842 – unter anderem im Beisein von Mozarts Söhnen – eingeweiht wurde. Guter Ausgangspunkt für Altstadtspaziergänge.
  • Salzburger Dom: Nur wenige Gehminuten entfernt steht der barocke Dom, in dem Mozart getauft wurde und später als Hoforganist wirkte. Der Innenraum ist beeindruckend groß – und der Eintritt frei.
  • Festung Hohensalzburg: Hoch über der Stadt thront die größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas. Mit der Festungsbahn schnell erreichbar, bietet sie einen atemberaubenden Blick über die Dächer.
  • Mirabellgarten: Auf der anderen Seite der Salzach liegt der prachtvolle Schlossgarten, der durch den Film "The Sound of Music" Weltberühmtheit erlangt hat.
  • Mozarts Wohnhaus (Makartplatz): Das zweite Mozart-Museum Salzburgs, in dem die Familie von 1773 bis 1787 lebte. Mit dem Kombiticket lassen sich beide Häuser ideal verbinden.

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Lohnt sich der Besuch von Mozarts Geburtshaus?

Kurze Antwort: Ja – aber mit einer ehrlichen Einschränkung. Wer tiefes musikwissenschaftliches Interesse mitbringt, wird die Sammlung echter Originalexponate lieben. Wer hingegen ein interaktives Erlebnismuseum im modernen Sinne erwartet, könnte überrascht sein, wie authentisch-schlicht das Geburtshaus gehalten ist. Genau das ist seine Stärke: Es ist kein inszeniertes Tourismuserlebnis, sondern ein ehrlicher Blick in die Wohnzimmer einer bürgerlichen Familie des 18. Jahrhunderts – und in eines ihrer bekanntesten Mitglieder.

Als Teil eines größeren Salzburg-Trips macht der Besuch in jedem Fall Sinn. Grenzenloses Sightseeing in Mozarts Salzburg – das verspricht unser Reisepaket für die Region, das den Besuch des Geburtshauses ideal in ein umfassendes Stadtprogramm einbettet. Wer die Stadt noch komfortabler erleben möchte, findet mit unserem Salzburg-Städtetrip inklusive Salzburg Card ein rundes Komplettpaket.

Praktische Infos für euren Besuch

InformationDetails
AdresseGetreidegasse 9, 5020 Salzburg
ÖffnungszeitenTäglich 9:00–17:30 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr)
24. DezemberSchließt um 13:00 Uhr
1. JanuarÖffnet erst mittags
Eintritt Erwachseneca. 12 €
Eintritt Kinder (6–15 J.)ca. 5 €
Kinder unter 6 JahrenKostenlos
Familienkarteca. 30 € (2 Erw. + Kinder)
Kombiticket (Geburtshaus + Wohnhaus)ca. 23 € pro Person
BarrierefreiheitKein Aufzug, kein Rollstuhlzugang
Besuchsdauerca. 60–90 Minuten

Häufige Fragen zu Mozarts Geburtshaus

Wie lange dauert der Besuch im Mozarts Geburtshaus?
Ein durchschnittlicher Besuch dauert zwischen 45 und 90 Minuten. Wer die Exponate in Ruhe auf sich wirken lassen möchte, sollte mindestens eine Stunde einplanen.
Kann man Mozarts Geburtshaus mit Rollstuhl besuchen?
Leider nein. Das historische Bürgerhaus verfügt über keinen Aufzug und ist daher für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich.
Wann ist es im Mozarts Geburtshaus am wenigsten voll?
Die ruhigsten Zeiten sind kurz nach der Öffnung (ab 9 Uhr) oder am späten Nachmittag ab 16 Uhr. Im Sommer und an Feiertagen mit vielen Besuchern rechnen.
Was kostet der Eintritt in Mozarts Geburtshaus?
Erwachsene zahlen ca. 12 €, Kinder (6–15 J.) ca. 5 €, unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Familienkarte ca. 30 €. Mit der Salzburg Card ist der Eintritt inklusive.
Ist das Mozarts Geburtshaus an Weihnachten und Neujahr geöffnet?
Ja, ganzjährig. Am 24. Dezember schließt es um 13 Uhr, am 1. Januar öffnet es erst mittags. Reguläre Öffnungszeiten: täglich 9–17:30 Uhr.

Geheimtipp: Die versteckten Durchhäuser der Getreidegasse

Hier ist unser Geheimtipp für alle, die etwas sehen möchten, das 90 % der Touristen komplett entgeht: die Durchhäuser der Getreidegasse. Hinter den prächtigen Fassaden verbergen sich nämlich schmale Passagen, Innenhöfe und versteckte Durchgänge, die die Getreidegasse mit der parallel verlaufenden Judengasse verbinden. Diese mittelalterlichen Durchhäuser entstanden im Laufe der Jahrhunderte, weil die Grundstücke so schmal waren, dass die Häuser buchstäblich ineinandergebaut wurden.

Schlendert von der Getreidegasse aus einfach in einen dieser Tunnelgänge – ihr findet sie oft hinter unscheinbaren Holztüren oder kleinen Tordurchfahrten. Plötzlich steht ihr in ruhigen Innenhöfen, gerahmt von alten Gemäuern, auf denen Efeu und Farn wachsen. Kein Touristenlärm, kein Gedränge. Nur Salzburg, wie es vor 300 Jahren gewesen sein muss.

Wer noch tiefer in die Stadtgeschichte eintauchen möchte: Eine geführte Altstadtwanderung lohnt sich sehr – viele lokale Guides kennen die besten Durchhäuser und erzählen dabei Geschichten über das Salzburg der Mozart-Zeit, die kein Reiseführer wiedergibt.

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