Mozart Wohnhaus

Geschichte des Mozart Wohnhauses

Die Familie Mozart wohnte zunächst im dritten Stock des Hauses Getreidegasse 9 – eng, laut und für eine musikalische Familie mit wachsendem Renommee auf Dauer ungeeignet. 1773 zog Leopold Mozart mit seiner Frau Anna Maria, Tochter Nannerl und dem 17-jährigen Wolfgang Amadeus in das Haus am Hannibalplatz 8 um, dem heutigen Makartplatz. Das Gebäude selbst hat eine lange Geschichte: Als „Tanzmeisterhaus" wurde es erstmals 1617 urkundlich erwähnt, und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt es seinen Namen nach dem Tanzmeister Johann Pastier. Der große Saal im ersten Obergeschoss – der Tanzmeistersaal – war für die Mozarts ein entscheidender Vorzug: Hier konnten Proben, Konzerte und gesellschaftliche Empfänge stattfinden. Ihre Vermieterin, Anna Raab, ist als „Tanzmeister-Mitzerl" sogar in die Mozart-Literatur eingegangen.

Wolfgang Amadeus lebte hier bis 1780, als er endgültig nach Wien übersiedelte. Leopold Mozart blieb bis zu seinem Tod am 28. Mai 1787 in dieser Wohnung. 1938 mietete die Internationale Stiftung Mozarteum drei Räume zu Ausstellungszwecken, doch bei den Bombenangriffen im Oktober 1944 wurde das Haus schwer getroffen – die Mozart-Wohnung selbst wurde zerstört. 1955 erwarb die Stiftung den verbliebenen Teil des Gebäudes, darunter den Tanzmeistersaal. Eine umfangreiche Renovierung in den Jahren 1994 und 1995 brachte das Haus schließlich in neuem Glanz. Am 26. Jänner 1996, dem 240. Geburtstag Mozarts, wurde das Mozart Wohnhaus als Gedenkstätte und Museum offiziell wiedereröffnet.

Was zeigt das Museum im Mozart Wohnhaus?

Das Mozart Wohnhaus unterscheidet sich bewusst vom Geburtshaus: Statt rekonstruierter Wohnräume setzt es auf moderne Ausstellungskonzepte, die Mozarts Musik, sein Umfeld und seine Zeit erlebbar machen. Die Sammlung konzentriert sich auf die Jahre nach 1773 – auf den Komponisten in seiner produktivsten Schaffensphase.

  • Mozart-Ton- und Filmmuseum: Eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Ton- und Filmaufnahmen von Mozarts Werk weltweit – hörbar an interaktiven Stationen
  • Autographensammlung: Handschriftliche Originale und Briefe aus dem Familienbesitz der Mozarts
  • Der Tanzmeistersaal: Prachtvoll restaurierter Festsaal im ersten Obergeschoss – das emotionale Zentrum des Museums
  • Dauerausstellung zur Biographie: Mozarts Salzburger Jahre (1773–1780) sowie das Leben Leopold Mozarts bis 1787
  • Familienporträts und Memorabilia: Gemälde und persönliche Gegenstände aus dem Nachlass der Familie Mozart
  • Kombikarte: Gemeinsamer Eintrittspreis mit dem Mozart Geburtshaus – empfohlen für einen vollständigen Einblick
AusstellungsbereichDetails
TanzmeistersaalRestaurierter Festsaal, 1. OG; gelegentlich Kammerkonzerte
Ton- und FilmmuseumHistorische Aufnahmen, interaktive Hörstationen
AutographenOriginale Handschriften Mozarts und seiner Familie
Biographische AusstellungMozarts Salzburger Schaffensperiode 1773–1780
FamiliendokumentePortraits, Briefe, persönliche Gegenstände

Lohnt sich ein Besuch im Mozart Wohnhaus wirklich?

Wer das Mozart Geburtshaus bereits kennt, fragt sich vielleicht, ob ein zweiter Besuch im Wohnhaus lohnt. Die Antwort ist ein klares Ja – denn beide Museen ergänzen sich: Das Geburtshaus zeigt das Kind Mozart, das Wohnhaus den Künstler und Menschen in seiner produktivsten Phase. Der Tanzmeistersaal allein ist ein Erlebnis, das kein anderes Mozartmuseum bietet: ein authentischer Festsaal, in dem Musik gespielt wurde und der sich heute noch für Konzerte eignet. Wer sich für Musikgeschichte interessiert, wird vor allem das Ton- und Filmmuseum zu schätzen wissen – mit einzigartigen Aufnahmen, die sich anderswo nicht finden. Ein Kurzurlaub in Salzburg bietet die ideale Gelegenheit, beide Häuser in Ruhe zu erkunden.

Der Tanzmeistersaal – Das Herzstück des Museums

Der Tanzmeistersaal im ersten Obergeschoss des Mozart Wohnhauses ist mehr als ein Ausstellungsraum – er ist ein Stück gelebte Geschichte. Der lichtdurchflutete Festsaal mit seiner Stuckdecke und den großen Fenstern zum Makartplatz hin war einst Bühne für Hauskonzerte, für Empfänge und für den geselligen Austausch, den Leopold Mozart so schätzte. Hier spielte Wolfgang Amadeus für geladene Gäste, hier entstanden viele der Kompositionen, die heute zum Kanon der klassischen Musik gehören.

Anders als der Rest des Hauses überstand der Tanzmeistersaal den Zweiten Weltkrieg weitgehend intakt. Die Restaurierung in den 1990er-Jahren machte ihn wieder zu dem, was er einmal war: einem Raum, der von Musik erzählt und auch heute noch für Kammerkonzerte genutzt wird. Veranstaltungshinweise gibt die Internationale Stiftung Mozarteum heraus – es lohnt sich, vorab nachzuschauen, ob während des eigenen Besuchs ein Konzert stattfindet.

Sehenswürdigkeiten rund um das Mozart Wohnhaus

Das Mozart Wohnhaus liegt am Makartplatz, auf der rechten Seite der Salzach – getrennt von der Altstadt durch den Fluss, aber über die Staatsbrücke zu Fuß leicht erreichbar. Die unmittelbare Umgebung bietet zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Schloss Mirabell und Mirabellgarten: Keine fünf Gehminuten entfernt liegt das Barockschloss mit seinem berühmten Garten – mit Orangerie, Heckentheater und Blick auf die Festung Hohensalzburg
  • Mozartplatz: Das bekannte Mozart-Denkmal von Ludwig Schwanthaler (1842) steht auf der anderen Seite der Salzach – zu Fuß über die Staatsbrücke in rund zehn Minuten erreichbar
  • Mozart Geburtshaus: In der Getreidegasse 9, etwa 15 Gehminuten entfernt, liegt das zweite Mozart-Museum Salzburgs – ideal in Kombination mit dem Wohnhaus zu besuchen
  • Festung Hohensalzburg: Mit der Festungsbahn auf den Festungsberg – herrlicher Panoramablick über Salzburg und die umliegenden Alpen
  • Salzburger Dom: Die barocke Hauptkirche der Stadt, im Herzen der Altstadt

Für einen ausgedehnten Salzburg-Aufenthalt lohnt sich die Salzburg Card: Sie bietet freien Eintritt in über 30 Sehenswürdigkeiten – darunter beide Mozart-Museen – und ist in vielen Reisepaketen bereits enthalten.

Adresse Mozart Wohnhaus Salzburg
Makartplatz 8, 5020 Salzburg, Österreich

Öffnungszeiten & Eintrittspreise
Aktuelle Informationen finden Sie auf der offiziellen Website des Mozarteums.

Häufige Fragen zum Mozart Wohnhaus

Wo liegt das Mozart Wohnhaus?

Am Makartplatz 8 in 5020 Salzburg, auf der rechten Seite der Salzach. Von der Altstadt aus ist das Haus über die Staatsbrücke in etwa fünf Gehminuten zu erreichen.

Wann zog Mozart in das Wohnhaus ein?

Die Familie Mozart zog 1773 ein. Wolfgang Amadeus lebte hier bis 1780, als er endgültig nach Wien übersiedelte. Leopold Mozart blieb bis zu seinem Tod am 28. Mai 1787 in der Wohnung.

Was ist der Tanzmeistersaal?

Ein prachtvoll restaurierter Festsaal im ersten Obergeschoss – das emotionale Herzstück des Museums. Hier hielt die Familie Mozart Konzerte und Empfänge ab. Der Saal wird heute gelegentlich für Kammerkonzerte genutzt.

Lohnt sich die Kombikarte für beide Mozartmuseen?

Ja – die Kombikarte für das Geburtshaus und das Wohnhaus ist günstiger als zwei Einzeltickets und bietet einen vollständigen Einblick in Mozarts Salzburger Jahre. Beide Häuser ergänzen sich inhaltlich ideal.

Was unterscheidet das Wohnhaus vom Geburtshaus?

Das Geburtshaus zeigt die frühe Kindheit und originale Räume. Das Wohnhaus fokussiert sich auf Mozarts Teenagerjahre und frühe Karriere – mit Ton- und Filmarchiv, Autographen und dem einzigartigen Tanzmeistersaal.

Geheimtipp: Kammerkonzerte im Tanzmeistersaal erleben

Wer das Mozart Wohnhaus wirklich unvergesslich erleben möchte, sollte sich vorher über die aktuellen Konzerttermine informieren. Die Internationale Stiftung Mozarteum veranstaltet regelmäßig Kammerkonzerte im Tanzmeistersaal – einem Raum, in dem Mozart selbst musiziert hat. Ein Konzert in diesem Saal ist eine vollkommen andere Erfahrung als ein Theaterbesuch oder ein Festspielkonzert: kein großes Publikum, keine Bühne – nur Musik in vier Wänden, die Musikgeschichte atmen. Die Termine sind auf der Website des Mozarteums zu finden und oft weniger ausgebucht als die großen Festspielveranstaltungen.

Und noch ein kleiner Tipp: Der Makartplatz selbst ist ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Die Kaffeehäuser in der Nähe laden zu einer Pause ein – und wer es süß mag, findet auf dem Weg durch die Altstadt die echten Salzburger Mozartkugeln der Konditorei Fürst.

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