Stift Nonnberg Salzburg – Ältestes Frauenkloster der Welt
Stift Nonnberg
Über den Dächern der Mozartstadt, am Fuß der mächtigen Festung Hohensalzburg, liegt eine der bemerkenswertesten Stätten Europas: das Stift Nonnberg. Gegründet um das Jahr 713 von Bischof Rupert von Salzburg, ist es das älteste, ununterbrochen aktive Frauenkloster der Welt – seit über 1.300 Jahren leben und beten hier Benediktinerinnen. Wer Salzburg bereist und nur Dom und Mozart-Geburtshaus auf dem Zettel hat, verpasst einen stillen, tief beeindruckenden Ort, der weit mehr als ein historisches Denkmal ist: Das Stift Nonnberg ist lebendig, authentisch und obendrein kostenlos zu besuchen. Wer mehr über die Mozartstadt erfahren möchte, findet auf unserer Salzburg-Übersichtsseite weitere Tipps und Reiseangebote.
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Salzburg hat mehr zu bieten als Mozart und Mozartkugeln – und das Stift Nonnberg ist der lebendige Beweis. Tauche mit uns in über 1.300 Jahre Geschichte ein und entdecke, was dieses außergewöhnliche Kloster so unverwechselbar macht.
Was macht das Stift Nonnberg so besonders?
Kurz gesagt: Es ist das älteste Frauenkloster der Welt, das nie aufgehört hat zu existieren. Während Klöster ringsum über die Jahrhunderte aufgelöst, geplündert oder umgewidmet wurden, blieb das Stift Nonnberg, was es immer war – ein benediktinisches Gotteshaus in lebendigem Ordensbetrieb. Jeden Morgen um 6:45 Uhr erklingt gregorianischer Gesang: nicht als museale Aufführung, sondern als echtes Gebet der Schwestern.
- Ältestes aktives Frauenkloster der Welt (seit ca. 713 n. Chr.)
- Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Historisches Zentrum der Stadt Salzburg“
- Romanische Fresken aus dem 12. Jahrhundert – zu den schönsten Österreichs
- Spätgotischer Flügelaltar von 1515 als Prunkstück der Stiftskirche
- Schauplatz der wahren Geschichte von Maria von Trapp und The Sound of Music
- Freier Eintritt, täglich geöffnet – mit gregorianischem Gesang zu Morgengebet und Vesper
Geschichte: Über 1.300 Jahre lebendige Klostergeschichte
Die Geschichte des Stifts Nonnberg beginnt in einer Zeit, als Salzburg noch „Juvavum“ hieß und Bischof Rupert das Christentum in der Region verbreitete. Um 713 bis 715 n. Chr. gründete er das Kloster und berief seine Nichte Erentrudis als erste Äbtissin. Sie gilt seither als Schützerin der Stadt – seit 1624 trägt sie offiziell den Titel „Landesmutter Salzburgs“. Ihr Grab liegt in der romanischen Krypta der Stiftskirche und ist bis heute ein Pilgerziel.
Das Jahr 1009 brachte Kaiser Heinrich II. nach Salzburg: Er ließ eine romanische Basilika errichten, die der Gottesmutter geweiht wurde. 1423 traf das Kloster ein verheerender Brand, der weite Teile der Anlage zerstörte. Der Wiederaufbau der Kirche zog sich von 1464 bis 1506 hin und entstand im spätgotischen Stil mit drei Schiffen und einem kunstvollen Netzrippengewölbe. Der romanische Westturm aus dem frühen 12. Jahrhundert überstand das Feuer und steht als steinernes Zeugnis früher Klostergeschichte noch heute.
| Jahreszahl | Ereignis |
|---|---|
| ca. 713–715 | Gründung durch Bischof Rupert von Salzburg |
| ca. 1009 | Kaiser Heinrich II. lässt romanische Basilika errichten |
| 12. Jh. | Entstehung der bedeutenden romanischen Wandfresken im Chor |
| 1423 | Großbrand zerstört weite Teile der Klosteranlage |
| 1464–1506 | Wiederaufbau der Stiftskirche im spätgotischen Stil |
| 1515 | Vollendung des spätgotischen Flügelaltars |
| 1624 | Erentrudis wird zur „Landesmutter Salzburgs“ erhoben |
| 1927 | Hochzeit von Maria Kutschera und Georg von Trapp in der Stiftskirche |
Architektur und Kunstschätze im Stift
Wer die Stiftskirche betritt, tritt in ein Meisterwerk der spätgotischen Baukunst – und in eines der besterhaltenen romanischen Freskenprogramme Österreichs. Die Wandmalereien aus der Mitte des 12. Jahrhunderts im Chor zählen zu den bedeutendsten romanischen Kunstwerken des Landes. Ein kleiner Tipp: Eine 50-Cent-Münze für den Beleuchtungsautomaten bringt die Fresken und den Hochaltar erst richtig zum Leuchten – ohne sie bleibt das Innere recht düster.
Das absolute Prunkstück ist der spätgotische Flügelaltar von 1515 mit Darstellungen der Jungfrau Maria, des heiligen Rupert und des heiligen Virgil. Ein Kruzifix aus dem alten Salzburger Dom (um 1300) ergänzt die mittelalterliche Kunstsammlung. Unter der Kirche öffnet sich die romanische Krypta mit freistehenden Säulen, prächtigen Netzrippen gewölben – und dem Grab der heiligen Erentrudis. Die Krypta allein lohnt den Aufstieg auf den Nonnberg.
Highlights der Stiftskirche
- Romanische Fresken (12. Jh.) – bedeutendstes romanisches Kunstwerk in Salzburg
- Spätgotischer Flügelaltar (1515) – Prunkstück mit Madonna, Rupert und Virgil
- Romanische Krypta – mit dem Grab der heiligen Erentrudis
- Netzrippengewölbe im Langhaus – einzigartig in Salzburg
- Romanischer Westturm (12. Jh.) – ältestes erhaltenes Bauelement
- Kruzifix aus dem alten Dom (um 1300)
Stift Nonnberg und The Sound of Music
Die Verbindung zwischen dem Stift Nonnberg und dem Welterfolg The Sound of Music ist keine Erfindung Hollywoods – sie basiert auf echter Geschichte. Maria Kutschera trat 1924 als Postulatin in das Stift ein. Die Nonnen erkannten, dass die lebhafte junge Frau möglicherweise einen anderen Lebensweg vor sich hatte, und schickten sie 1926 als Hauslehrerin zur Familie des verwitweten Kapitänleutnants Georg von Trapp, der sieben Kinder hatte. Am 26. November 1927 heirateten Maria und Georg in der Stiftskirche Nonnberg – ein Moment, der Weltgeschichte schreiben sollte.
Im Filmklassiker von 1965 diente das Stift als authentische Kulisse für mehrere Außenszenen, darunter das berühmte Lied „Maria“ am Klostertor. Der Innenbereich blieb den Schwestern vorbehalten. Die echten Nonnen des Stifts waren im Film zu sehen. Heute ist das Stift Nonnberg Teil der offiziellen Sound-of-Music-Drehortroute Salzburgs. Wer die Verbindung zur Filmgeschichte vertiefen möchte, sollte auch dem Schloss Mirabell einen Besuch abstatten – einem weiteren Drehort des Films, berühmt für den Do-Re-Mi-Garten.
Besuch planen: Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise
Das Stift Nonnberg ist eine der wenigen Top-Sehenswürdigkeiten Salzburgs, die vollkommen kostenlos zu besichtigen ist. Lediglich der Münzautomat für die Beleuchtung der romanischen Fresken und des Hochaltars kostet einen kleinen Obolus.
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Nonnberggasse 2, 5020 Salzburg, Österreich |
| Öffnungszeiten | tägl. ab 6:30/6:45 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (im Sommer ca. 18:00 Uhr) |
| Eintritt | kostenlos |
| Beleuchtungsautomat | ca. 0,50 € (für Fresken und Hochaltar) |
| Morgengebet | tägl. 6:45 Uhr (gregorianischer Gesang) |
| Vesper | Mo–Sa 17:00 Uhr, So & Feiertage 16:30 Uhr |
| Telefon | +43 662 841607 |
| Hinweis | Keine Besichtigung während der Gottesdienste; respektvolle Kleidung erwünscht |
Anreise
Zu Fuß (empfohlen): Vom Kapitelplatz über die Festungsgasse, dann Nonnberggasse – ca. 10–15 Minuten.
Treppenvariante: Über die steile Nonnbergstiege von der Kaigasse – romantisch, aber schweißtreibend.
Sanfterer Aufstieg: Vom Stadtteil Nonntal aus – weniger bekannt und entspannter.
Bus: Linie 25 bis Haltestelle „Nonnberg“ oder „Nonnbergstraße“.
Barrierefreiheit: Eingeschränkt – der Aufstieg führt über Treppen und Hänge.
Das Stift liegt in unmittelbarer Nähe zur Festung Hohensalzburg. Ein Halbtagesausflug kombiniert beide Highlights ideal. In der näheren Umgebung befinden sich außerdem der Salzburger Dom und der Schlosspark Hellbrunn mit seinen berühmten Wasserspielen.
Wer einen Aufenthalt in Salzburg plant, findet oben passende Hotelvorschläge direkt in der Stadt – ideal als Ausgangspunkt für das Stift Nonnberg und alle anderen Sehenswürdigkeiten der Mozartstadt. Im nächsten Abschnitt verraten wir, wie man das Stift Nonnberg wirklich unvergesslich erlebt.
Geheimtipp: Gregorianischer Gesang im Morgengrauen
Das Stift Nonnberg belohnt Frühaufsteher: Jeden Morgen um 6:45 Uhr erklingt der gregorianische Gesang der Schwestern im Morgengebet – ein Klangerlebnis, das sich kaum beschreiben lässt. Die Kirche öffnet schon ab 6:30 Uhr, die meisten Touristen schlafen noch, und plötzlich füllt sich der alte Steinbau mit vielstimmigen Melodien eines Gesangs, der sich über mehr als tausend Jahre kaum verändert hat. Das ist kein Konzerterlebnis – das ist gelebte Klostergeschichte.
Auch die abendliche Vesper (Mo–Sa 17:00 Uhr, So 16:30 Uhr) ist ein ergreifendes Erlebnis, das nichts kostet. Wer außerdem den Klosterfriedhof nicht auslässt, wird mit einem der schönsten und stillsten Aussichtspunkte über die Salzburger Altstadt belohnt. Kaum ein Reiseführer verrät ihn, kaum ein Tourist findet ihn – dabei liegt er gleich hinter der Kirche.
Der sanfte Aufstieg vom Stadtteil Nonntal ist weniger bekannt als die steile Nonnbergstiege, führt aber durch ruhige Gassen und bietet völlig andere Blicke auf die Stadt. Wer das Stift mit dem Mozart-Geburtshaus in der Getreidegasse kombiniert, erlebt an einem Tag das volle Spektrum Salzburgs – von der spirituellen Stille des Klosters bis zum weltbekannten Genius eines Musikers.
Häufige Fragen zum Stift Nonnberg
Ist der Eintritt ins Stift Nonnberg kostenlos?
Ja, der Besuch der Stiftskirche ist vollkommen kostenlos. Öffnung täglich ab 6:30 Uhr. Lediglich der Beleuchtungsautomat für Fresken und Hochaltar kostet ca. 0,50 €.
Ist das Stift Nonnberg ein Drehort von The Sound of Music?
Ja! Mehrere Außenszenen des berühmten Films von 1965 wurden hier gedreht. Die echte Maria von Trapp lebte hier als Postulatin und heiratete 1927 in der Stiftskirche.
Wann wurde das Stift Nonnberg gegründet?
Um 713–715 n. Chr. von Bischof Rupert von Salzburg – das Stift ist damit das älteste ununterbrochen aktive Frauenkloster der Welt.
Wie komme ich zum Stift Nonnberg?
Zu Fuß in ca. 10–15 Minuten vom Kapitelplatz über die Festungsgasse und Nonnberggasse. Alternativ Bus Linie 25 bis Haltestelle Nonnberg oder sanfterer Aufstieg vom Stadtteil Nonntal.
Kann ich den gregorianischen Gesang hören?
Täglich um 6:45 Uhr (Morgengebet) und abends zur Vesper (Mo–Sa 17:00 Uhr, So 16:30 Uhr) – kostenlos und öffentlich zugänglich.