Marineehrenmal Kiel
Marineehrenmal Kiel - Ehrenmal & U-Boot in Laboe
Wer glaubt, Kiel habe außer Fischbrötchen und Kieler Woche nichts zu bieten, der hat das Ufer der Kieler Förde noch nicht wirklich erkundet. Etwa 15 Kilometer außerhalb der Innenstadt, im Ostseebad Laboe, ragt ein 85 Meter hoher Turm aus roten Klinkern in den Himmel – das Marineehrenmal. Es ist eines der bekanntesten Denkmäler Norddeutschlands und gleichzeitig ein Ort, der nachdenklich macht, beeindruckt und mit einem Panoramablick über die Ostsee belohnt, der alles andere vergessen lässt.
Direkt daneben liegt das U-Boot U 995 – der letzte seiner Art, als Museum auf dem Trockenen, und trotzdem (oder gerade deshalb) ziemlich unheimlich imposant. Zusammen bilden die beiden ein Ausflugsziel, das man nicht so schnell vergisst. Ob du Geschichte magst, Aussichten liebst oder einfach mal etwas anderes sehen willst als Strandkorb Nummer 47 – hier bist du richtig.
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Fakten zum Marineehrenmal auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Standort | Strandpromenade 1, 24235 Laboe (ca. 15 km von Kiel) |
| Baujahr | Grundstein 1927, Einweihung 1936 |
| Architekt | Gustav August Munzer |
| Turmhöhe | 85 Meter über der Ostsee (72 m Eigenbauhöhe) |
| Stufen zur Aussichtsplattform | 341 (alternativ: 2 Aufzüge) |
| Gedenken | Gefallene der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg (ca. 35.000) |
| Heutige Bedeutung | Gedenkstätte für alle auf See Gefallenen aller Nationen |
| Jährliche Besucher | ca. 250.000 |
Das Marineehrenmal ist kein gemütlicher Urlaubsort – und genau das macht es besonders. Hier trifft Architektur auf Geschichte, Trauer auf atemberaubende Aussicht. Der rote Klinker des Turms ist von der Kieler Förde aus schon kilometerweit zu sehen, und wer einmal oben auf der Plattform stand, versteht sofort, warum dieses Denkmal zu den bekanntesten der Region gehört.
Ist ein Besuch am Marineehrenmal Kiel lohnenswert?
Ja, eindeutig. Das Marineehrenmal Kiel gehört zu den Ausflügen, über die man noch lange nachdenkt – nicht wegen kitschiger Souvenirs, sondern wegen der schieren Wucht des Ortes. Oben auf der Aussichtsplattform weht immer ein frischer Wind, und bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den dänischen Inseln, zur Fehmarnsundbrücke und weit über die Hügel der Holsteinischen Schweiz. Wer Norddeutschland wirklich spüren will, steht hier richtig.
Geschichte: Vom Kriegsdenkmal zum Friedensmahnung
Die Idee zum Denkmal entstand bereits 1925, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Etwa 35.000 Angehörige der Kaiserlichen Marine waren im Krieg geblieben – ohne Grab, ohne Ruhestätte in der Heimat. Der Turm sollte ihnen ein Gedächtnis geben, mitten in der Ostsee, sichtbar für jeden Seefahrer. Architekt Gustav August Munzer entwarf den 72 Meter hohen Klinkerturm, der 1927 seinen Grundstein legte und 1936 eingeweiht wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Alliierten die Anlage. 1952 wurde der Deutsche Marinebund neu gegründet, und 1954 erhielt er das Ehrenmal zurück. Seitdem trägt das Denkmal einen erweiterten Auftrag: Es gedenkt nicht mehr nur der deutschen Gefallenen, sondern aller auf See Umgekommenen aller Nationen – und mahnt gleichzeitig zur Wahrung des Friedens auf freien Meeren. Ein Bedeutungswandel, der nachdenklich stimmt – und der das Ehrenmal von einem nationalen Denkmal zu einem universellen Gedächtnisort macht.
Bild: © Landeshauptstadt Kiel – Nathalie Andresen
Was gibt es am Marineehrenmal Kiel zu sehen?
Der Aussichtsturm
Das Herzstück des Areals ist der 85 Meter hohe Turm. Zwei Aufzüge – oder für Ausdauernde 341 Stufen – bringen dich zur Aussichtsplattform. Der Rundblick ist phänomenal: Bei gutem Wetter siehst du die dänische Küste, die Fehmarnsundbrücke und unzählige Schiffe, die aus dem Nord-Ostsee-Kanal kommend ihre Reise in die offene Ostsee antreten. Ideal für Fotos, die tatsächlich was hermachen – und für einen Moment, in dem man versteht, warum die Ostsee so viele Menschen fasziniert.
Die Ehrenhalle
Unterirdisch liegt die eigentliche Gedenkstätte: die Ehrenhalle. Dunkel, still und schwerer als erwartet. Hier kann man in Ruhe innehalten und die Tragweite des Ortes auf sich wirken lassen. Selbst wer keinerlei persönlichen Bezug zur Marine hat – diese Halle geht unter die Haut.
Die Ausstellung zur Marinegeschichte
Im Inneren des Turms befindet sich eine Dauerausstellung, die die Geschichte der deutschen Marine von der Kaiserzeit bis heute nachzeichnet. Seekarten, Uniformen, Modelle, Navigationsinstrumente – für Geschichtsinteressierte ein echtes Highlight, auch wenn man kein Marineenthusiast ist.
- Aussichtsturm (85 m) mit Panoramablick bis nach Dänemark
- Unterirdische Ehrenhalle als stille Gedenkstätte
- Dauerausstellung zur Geschichte der deutschen Marine
- Weitläufiges Außengelände mit direktem Ostseeblick
- Barrierefreier Zugang über Aufzüge vorhanden
Bild: © Landeshauptstadt Kiel – Bodo Quante
U-Boot U 995 – Museum auf dem Trockenen
Direkt vor dem Ehrenmal liegt, buchstäblich auf dem Strand, ein außergewöhnliches Museum: das U-Boot U 995. Ein Typ-VII-C/41-Unterseeboot aus dem Zweiten Weltkrieg – und zwar das letzte vollständig erhaltene seiner Klasse weltweit. Seit 1972 liegt es in Laboe als Freiluft-Museum und kann von Besuchern betreten werden.
Wer zum ersten Mal durch die enge Luke klettert, versteht sofort, wie es war, in diesem stählernen Rohr über Wochen auf See zu sein: eng, dunkel, nach Öl und Geschichte riechend. Die Maschinen, das Periskop, die Schlafsäcke der Besatzung – alles original erhalten. Kinder lieben die Enge (und die Geräusche), Erwachsene sind nach zehn Minuten froh, wieder draußen zu stehen. Trotzdem: absolut faszinierend und ein Muss für jeden Besucher.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
| Zeitraum | Öffnungszeiten | Führung |
|---|---|---|
| 1. April – 31. Oktober | 09:00 – 18:00 Uhr | täglich 15:00 Uhr |
| 1. November – 31. März | 10:00 – 16:00 Uhr | täglich 14:00 Uhr |
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Einzelperson (Audio-/Videoguide) | 4,50 € |
| Gruppenführung ab 15 Personen | ab 30,00 € (Voranmeldung) |
Tipp für Familien: Plane für Ehrenmal und U-Boot zusammen mindestens zwei bis drei Stunden ein. Die Kombination aus Geschichte und echtem Technikmuseum funktioniert für alle Altersgruppen hervorragend.
Bild: © Landeshauptstadt Kiel – Annemarie Teegen
Laboe und die Kieler Förde – mehr als nur das Ehrenmal
Laboe selbst ist ein beschauliches Ostseebad mit einem breiten Sandstrand – und einer der angenehmsten Orte, um dem Schiffsverkehr der Kieler Außenförde zuzuschauen. Vom kleinen Segelboot bis zum riesigen Kreuzfahrtschiff: Hier kommt alles vorbei, was auf der Ostsee unterwegs ist. Die Strandpromenade lädt zum Spazieren ein, und die Fischbrötchenbuden sind – wie es sich gehört – reichlich vorhanden.
Wer mehr maritimes Kiel entdecken möchte, findet im Kieler Schifffahrtsmuseum kostenlos die Geschichte der deutschen Seefahrt. Und entlang der Kiellinie kann man herrlich spazieren und dem Hafentreiben zusehen. Zusammen lässt sich daraus ein wunderbarer Tagesausflug von Kiel nach Laboe und zurück gestalten.
So erreichst du das Marineehrenmal
- Per Fähre (empfohlen!): Personenfähre von Kiel-Hbf direkt nach Laboe (ca. 45 Min.) – schöner geht die Anreise kaum
- Per Bus: Linie 100 ab Kiel-Hauptbahnhof nach Laboe (ca. 40 Min.)
- Per Auto: Über die B502 nach Laboe, kostenpflichtige Parkplätze direkt am Strand
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wo liegt das Marineehrenmal Kiel genau?
- Nicht in Kiel selbst, sondern im Ostseebad Laboe, Strandpromenade 1, 24235 Laboe – etwa 15 km von Kiel entfernt.
- Was kostet der Eintritt?
- 4,50 Euro für Einzelpersonen (Audio-/Videoguide). Das Außengelände ist frei zugänglich.
- Wann ist das Marineehrenmal geöffnet?
- April–Oktober: 9–18 Uhr; November–März: 10–16 Uhr.
- Was ist das U-Boot U 995?
- Das letzte vollständig erhaltene Unterseeboot vom Typ VII C/41 weltweit – seit 1972 als Museum in Laboe zugänglich.
- Wie komme ich hin?
- Am schönsten per Fähre ab Kiel-Hbf (ca. 45 Min.), alternativ Bus 100 oder Auto (B502).
Unsere Hotels in Kiel
Ein Ausflug zum Marineehrenmal lässt sich wunderbar mit einem Kurzurlaub in Kiel verbinden. Die Fördestadt bietet neben dem Ehrenmal noch viel mehr: die Kiellinie, den Alten Markt mit der Nikolaikirche, das quirlige Hafenviertel und im Juni die weltberühmte Kieler Woche. Alle Infos zu Hotels und Paketen in der Region findest du auf unserer Kiel-Seite.
Übrigens: Für Familien mit Kindern lohnt sich ein ganzer Tag in Laboe – Strand, U-Boot, Ehrenmal und Fischbrötchen auf der Promenade. Das schafft Erinnerungen, die länger halten als jede Urlaubsapp.
Bild: © Kiel-Marketing – J. Koenig
Geheimtipp: Die beste Zeit für das Marineehrenmal
Die meisten Besucher kommen mittags – was bedeutet: volle Parkplätze, Schlange vor dem U-Boot und windige Selfies auf der Aussichtsplattform. Der echte Geheimtipp? Komm am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang. Das Licht wirft dann lange Schatten über den roten Klinker des Turms, das Meer glänzt golden, und du hast die Plattform fast für dich allein. Absolute Pflicht für Fotografen.
Noch besser: Plane deinen Besuch auf die Tage der Kieler Woche im Juni. Dann herrscht in der Kieler Förde ein Segelspektakel, das von der Aussichtsplattform des Marineehrenmals aus noch eindrucksvoller wirkt – Hunderte Segelschiffe auf dem Wasser, vom perfekten Aussichtspunkt aus beobachtet. Kombiniert mit der Fährfahrt von Kiel nach Laboe wird daraus ein Tag, den man so schnell nicht vergisst.
Fazit: Das Marineehrenmal Kiel ist kein Ausflugsziel, das man mit einem "war schön, weiter geht's" abhaken sollte. Es ist einer dieser Orte, an denen man unerwartet lange verweilt – wegen der Geschichte, wegen der Aussicht, wegen der Stille in der Ehrenhalle und wegen des U-Boots, das einen noch Stunden später beschäftigt. Einfach hinfahren.