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Die Grevenburg in Traben-Trarbach
Grevenburg – Burgruine & Panoramablick an der Mosel
Wer die Mosel kennt, denkt meist an endlose Weinreben, sanfte Schleifen und romantische Städtchen. Wer Traben-Trarbach kennt, denkt an Jugendstil-Fassaden und eine legendäre Weinvergangenheit. Und wer hoch genug schaut – die Augen über die Dächer des Doppelstädtchens in Richtung felsigen Hang wandern lässt – der entdeckt die Grevenburg: eine mittelalterliche Burgruine, die wie ein steinernes Ausrufezeichen über dem Moseltal thront.
Einst Grafensitz, dann Spielball europäischer Mächte, heute ein Ort für Wanderer, Geschichtsinteressierte und Menschen, die eine außergewöhnliche Aussicht mit einem guten Essen verbinden möchten. Die Grevenburg ist kostenlos zugänglich, hat eine Geschichte, die sich liest wie ein Abenteuerroman – und hält noch einige Überraschungen bereit. Wer das Mosel-Erlebnis der anderen Art sucht, findet hier seinen Ausgangspunkt. Mehr zur gesamten Region auf unserer Mosel-Übersichtsseite.
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Das Moseltal zwischen Trier und Koblenz gehört zu den schönsten Landschaften Deutschlands – und die Grevenburg über Traben-Trarbach ist einer seiner faszinierendsten Aussichtspunkte. Bevor es in die Details geht: Hier ist alles Wissenswerte rund um Besuch, Geschichte und Wanderwege der mittelalterlichen Burgruine.
Geschichte der Grevenburg: 13 Besitzerwechsel und eine große Explosion
Um das Jahr 1350 ließ Graf Johann III. von Sponheim-Starkenburg an einem 140 Meter hohen Felsrücken über der Mosel eine neue Burg errichten – die Grevenburg. Erste urkundliche Erwähnung: 1357. Der Name leitet sich übrigens nicht, wie das Volksmund gerne behauptet, von "Gräfinburg" ab – zu Ehren der berühmten Gräfin Loretta von Sponheim – sondern schlicht von "Greven" (mittelhochdeutsch für Grafen). Loretta war Johanns Mutter; sie hatte von der nahegelegenen Starkenburg aus geherrscht und sich als eine der unerschrockensten Frauen des Mittelalters erwiesen, indem sie 1331 den mächtigen Erzbischof Balduin von Luxemburg auf der Mosel kurzerhand kidnappte und neun Monate lang gefangen hielt. Ihr Sohn baute dann also die Grevenburg – und verwendete dafür sogar Baumaterial der Elternburg.
Der fertige Bau war für die damalige Zeit beeindruckend: rund 700 m² Grundfläche, ein viergeschossiger Palas mit abgerundeten Ecktürmen, ein 40 Meter breiter Graben, unterirdische Gänge vom Arsenal zum Hauptgebäude, Kasematten und ein zentraler Brunnen. Kurzum: keine gemütliche Ritterburg, sondern eine ernst zu nehmende Wehranlage.
Vom Grafensitz zum Spielball der europäischen Mächte
Was folgte, war eine turbulente Karriere: Die Burg wechselte über die Jahrhunderte insgesamt 13 Mal den Besitzer – Spanier, Schweden, Franzosen, Kurpfälzer, Hessen und schließlich der Kurfürst von Trier ließen hier ihre Fahnen aufziehen. 1620 nahm der spanische Marquis Spinola die Burg. 1632 folgten schwedische Truppen unter General Horn im Dreißigjährigen Krieg. 1680 hatte Ludwig XIV. die Grevenburg in seiner Hand.
Sieben Jahre später, 1687, ließ kein Geringerer als Sébastien Le Prestre de Vauban, der geniale Festungsbaumeister des Sonnenkönigs, die Grevenburg ausbauen und in ein raffiniertes Verteidigungssystem integrieren. Auf der gegenüberliegenden Moselseite entstand gleichzeitig die Riesenfestung Mont Royal – für 12.000 Soldaten und 3.000 Pferde konzipiert, von 8.000 Arbeitern erbaut und nach dem Frieden von Rijswijk 1698 von den Franzosen selbst wieder gesprengt. Ein Milliardenprojekt mit einer Lebensdauer von einem Jahrzehnt.
Das Ende: Eine Explosion erschüttert das Moseltal
Das Schicksal der Grevenburg besiegelte der Polnische Erbfolgekrieg. Nach erneuter Belagerung 1733/34 sprengten französische Truppen die Burg 1734/35 endgültig in die Luft. Riesige Mauerblöcke wurden ins Tal geschleudert – ein so spektakulärer Abgang, dass einige dieser Brocken noch heute am Hang auffindbar sind. Bewusst verschont wurde nur die Westfassade des Kommandantenhauses: ein steinerner Gruß aus vergangenen Zeiten, der bis heute steht.
Nach der Zerstörung diente die Ruine als praktischer Steinbruch – Generationen von Traben-Trarbachern bauten mit den Überresten ihrer eigenen Burg. Was blieb, ist das, was wir heute noch sehen. Und das ist – entgegen aller Erwartungen – noch beachtlich.
Was ist heute von der Grevenburg zu sehen?
Vom einst stattlichen Burgkomplex sind heute noch erhalten:
- Die Westmauer des Kommandantenhauses – ca. 9 Meter hoch, mit drei romanischen Rundbogenfenstern und einem Kamin. Das Stück hat eine Art traurige Eleganz.
- Teile der östlichen Ecktürme auf 6–8 Metern Höhe
- Weitgehend intakte Fundamente unter der Geländeoberfläche
- Das Gelände des ehemaligen Burghofs – heute als freier Parkplatz und Einstiegspunkt zugänglich
Das klingt nach wenig, ist aber mehr als ausreichend: Die Ruine hat eine romantische Wucht, die viele vollständig erhaltene Burgen nicht erreichen. Dazu die Lage – auf einem Felsrücken hoch über dem Moseltal, mit Blick über Weinberge und das Doppelstädtchen –, und man versteht schnell, warum die Grevenburg seit Generationen Wanderer, Fotografen und Geschichtsliebhaber anzieht.
Zum Ensemble gehört auch die Burgschenke "Griffin's – Auf der Grevenburg": ein charmantes Restaurant mit Biergarten, betrieben von einem Amerikaner namens Joseph Griffin. Auf der Karte stehen keine Ritter-Schnitzel, sondern toskanische Bohnensuppe, Burrata, Wildwurst und kalifornischer Cheesecake. Eine sehr angenehme Überraschung auf 280 Metern Höhe. Die Burgschenke ist saisonal geöffnet (Frühjahr bis Herbst), donnerstags ist Ruhetag.
Bild: © Mosellandtouristik
Wie komme ich zur Grevenburg?
Kurze Antwort: Zu Fuß über die Franzosentreppe (ca. 30 Min.) oder mit dem Auto über die L190 – beide Wege lohnen sich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Adresse | L190, 56841 Traben-Trarbach |
| Zu Fuß | Franzosensteig: Start Brückenstraße hinter Haus Nr. 52 (Trarbach), 107 in den Fels gehauene Stufen, ca. 30 Min. |
| Per Auto | Beschilderung ab Trarbach, L190 Richtung Irmenach – GPS unzuverlässig, Schildern folgen |
| Bahn | Bahnhof Traben-Trarbach, RB 82 (Moselweinbahn) |
| Parkplatz | Kostenlos am ehemaligen Burghof |
| Eintritt Ruine | Kostenlos, ganzjährig zugänglich |
| Burgschenke Griffin's | Mo–Mi & Fr–So ab 11:00 Uhr, Do geschlossen (saisonal) |
| Telefon | +49 (0)6541 8157050 |
Tipp: Hinweg zu Fuß (die 107 Stufen sind ein Erlebnis für sich!), Rückweg per Auto – oder umgekehrt.
Franzosensteig und Himmelspforte: Wandern zwischen Weinstöcken und Burgruine
Die 107 Stufen der unteren Franzosentreppe sind nicht nur Zuweg – sie sind Kulturerbe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden sie von Vaubans Militäringenieuren im 17. Jahrhundert direkt in das Kalksteinmassiv gehauen. Man wandert also buchstäblich auf 350 Jahre altem Ingenieurswerk.
Der vollständige Franzosensteig führt von der Moselpromenade in Trarbach über die untere Franzosentreppe, vorbei am Felsendurchbruch "Hohles Fass" (wo eine moderne Stahlwendeltreppe durch den Felsen hindurchführt – sehr fotogen), hinauf zur Grevenburg und weiter bis zur Himmelspforte.
Die Himmelspforte – der beste Aussichtspunkt der Region
Wer die Grevenburg besucht und noch etwas Puste hat, sollte unbedingt weiterwandern: Die Himmelspforte ist ein Felsvorsprung oberhalb der Burg, von dem aus sich ein echtes 360-Grad-Panorama öffnet. Man sieht die Grevenburg direkt unter sich, das vollständige Hufeisenmeander der Mosel, die Steillagen-Weinberge auf beiden Talseiten – und auf dem Plateau gegenüber die Konturen der einstigen Riesenfestung Mont Royal. Wenige Aussichtspunkte im Moseltal können das toppen.
Für alle, die mehr als einen Hügel wollen: Die Etappe 13 des Moselsteigs (Traben-Trarbach – Reil, 12,4 km, ca. 5 Stunden) passiert die Grevenburg und führt weiter über die Bismarkhöhe, durch alte Weinberglagen und ins schmucke Fachwerkdorf Enkirch. Sie gilt als eine der abwechslungsreichsten Etappen des gesamten 365-km-Fernwanderwegs. Wer Wanderurlaub in Rheinland-Pfalz plant, sollte diese Etappe einplanen.
- Schwierigkeit: mittel (160 Hm Aufstieg vom Tal)
- Dauer Franzosensteig bis Himmelspforte: ca. 45–60 Min.
- Besonderheiten: Hohles Fass (Felsdurchbruch mit Wendeltreppe), Historische Vauban-Stufen
- Moselsteig Etappe 13: 12,4 km, Traben-Trarbach – Reil
Bild: © Tourist-Information Ferienland Cochem
Traben-Trarbach: Jugendstil, Wein und ein unterirdisches Labyrinth
Traben-Trarbach ist mehr als eine Kulisse für die Grevenburg. Das Doppelstädtchen an der Mosel hat eine überraschende Dichte an Sehenswürdigkeiten – auf engstem Raum:
| Sehenswürdigkeit | Beschreibung |
|---|---|
| Jugendstil-Architektur | Berliner Architekt Bruno Möhring prägte um 1900 das Stadtbild: Romantik Hotel Bellevue, Kellergebäude Julius Kayser, Villa Huesgen – eine der dichtesten Jugendstil-Konzentrationen in Deutschland außerhalb großer Städte |
| Buddha-Museum | Eines der größten privaten Sammlungen buddhistischer Kunst Europas – untergebracht in der ehemaligen Jugendstil-Kellerei Kayser. Unbedingt empfehlenswert und ziemlich unerwartet |
| Unterwelt Traben-Trarbach | Historische Weinkeller unter der gesamten Innenstadt – teils über 100 Meter lang, zweistöckig. Führungen ganzjährig für 12 € p.P. inkl. Weinverkostung |
| Festungsruine Mont Royal | Vaubans Mega-Festung auf dem Plateau gegenüber – für 12.000 Soldaten gebaut, 1698 von den Franzosen selbst gesprengt. Heute mit Infotafeln erschlossen, atmosphärisch und kaum bekannt |
| Moselweinbahn RB 82 | 54 km Panoramabahn durch Weinberge und Moseldörfer nach Bullay – entspannte Alternative zum Auto |
| Moseltherme Bad Wildstein | Thermalbad in Traben-Trarbach für die wohlverdiente Auszeit nach dem Wandern |
Zur Weinregion allgemein empfehlen wir unsere Weinreisen-Übersicht. Und wer Schlösser und Burgen in Deutschland liebt, kommt an der Mosel ohnehin nicht vorbei.
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Ob Grevenburg-Besuch als Tagesausflug oder als Teil eines längeren Mosel-Aufenthalts – die Region um Traben-Trarbach bietet für jeden Geschmack das Richtige: Wandern, Wein, Kultur und mittelalterliche Geschichte auf engstem Raum. Wer die Mosel einmal von oben gesehen hat – von den Zinnen der Grevenburg oder von der Himmelspforte aus –, versteht, warum sie seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht.
Geheimtipp: Was nur wenige Mosel-Besucher wissen
Die Flagge verrät alles: Wer von Trarbach aus zur Grevenburg hochblickt, sieht bei gutem Wetter eine Flagge über der Burgschenke wehen – wenn sie oben ist, hat Griffin's geöffnet. Ein charmantes Low-Tech-Signal, das Einheimische und Stammgäste bestens kennen. Für alle anderen: einfach mal hochschauen.
Noch ein Tipp für Geschichtsinteressierte: Die Unterwelt Traben-Trarbach ist das wohl am meisten unterschätzte Erlebnis der ganzen Region. Während die meisten Tagesgäste oben die Jugendstil-Fassaden bewundern, schlummert darunter ein weitverzweigtes Netz historischer Weinkeller – teils zwei Stockwerke tief, teils über 100 Meter lang. Führungen gibt es ganzjährig für 12 Euro. Besonders atmosphärisch: Im Dezember findet hier der Mosel-Wein-Nachts-Markt statt – einer der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte Deutschlands, komplett unter der Erde. Den kennen wirklich nur wenige.
Und schließlich: Wenn man schon in der Gegend ist – der Blick zur Mont Royal auf dem Plateau gegenüber lohnt sich sehr. Die größte Festung, die Frankreich je auf deutschem Boden gebaut hat, existierte nur zehn Jahre, bevor sie auf Befehl des Königs selbst gesprengt wurde. Fast niemand kennt sie. Das macht den Ausflug von der Grevenburg hinüber zu den Ruinen umso besonderer.
Bild: © Mosellandtouristik
Ist der Eintritt zur Grevenburg kostenlos?
Ja, die Burgruine Grevenburg ist kostenlos und ganzjährig frei zugänglich. Für die Burgschenke Griffin's gelten die üblichen Restaurantpreise.
Wie lange dauert der Aufstieg zur Grevenburg?
Zu Fuß über die Franzosentreppe (107 in den Fels gehauene Stufen) dauert der Aufstieg vom Stadtzentrum Trarbach etwa 30 Minuten. Per Auto über die L190 ist die Burg in wenigen Minuten erreichbar.
Wann hat die Burgschenke Griffin's auf der Grevenburg geöffnet?
Die Burgschenke ist saisonal geöffnet (Frühjahr bis Herbst): Mo–Mi und Fr–So ab 11:00 Uhr. Donnerstag ist Ruhetag. Telefon: +49 (0)6541 8157050
Was ist der beste Aussichtspunkt bei der Grevenburg?
Die Himmelspforte über der Grevenburg bietet ein 360-Grad-Panorama auf das Moseltal, Weinberge und Mont Royal. Sie ist über den Franzosensteig von der Grevenburg aus in ca. 15–20 Minuten erreichbar.
Wann wurde die Grevenburg gebaut und wann zerstört?
Die Grevenburg wurde um 1350 von Graf Johann III. von Sponheim-Starkenburg erbaut (erste Erwähnung 1357). 1734/35 wurde sie von französischen Truppen gesprengt. Die Westmauer des Kommandantenhauses und Teile der Ecktürme sind bis heute erhalten.