Altstadt von Füssen
Füssen: Berge, See und Schlösser im Winkel der Könige
Wenige Orte sind für Großes auserwählt, doch Füssen mit seinen 15.000 Einwohnern gehört dazu. Bayernkönig Ludwig II. hatte es der schmale Bergrücken namens „Jugend“ in der Nähe Füssens angetan. Hier ließ er sein Traumschloss erbauen, heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Deutschland. Doch Füssen ist mehr als Neuschwanstein.
Die Geschichte der Stadt geht bis in die Römerzeit zurück. Dass Kaiser Heinrich VII. den Ort 1313 an den Bischof von Augsburg verpfändete, hat nicht geschadet. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert erblühte Füssen in Bayern und erlangte dank der hier angesiedelten Lautenmacher und Geigenbauer Weltruhm. Heute ist die Gegend als Königswinkel bekannt, wegen der vom Adelshaus Wittelsbach erbauten Königsschlösser: Hohenschwangau, Neuschwanstein, das Hohe Schloss Füssen, Burg Falkenstein und die Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg.
Was macht die Altstadt von Füssen so besonders?
Die Altstadt von Füssen ist ein gut erhaltenes Kleinod aus dem Mittelalter. Wer durch die engen Gassen zwischen Lech und Lechfall spaziert, spürt schnell: Hier hat sich trotz des Touristenandrangs etwas vom ursprünglichen Charakter erhalten. Schmale Bürgerhäuser, reich verzierte Fassaden und der Blick hinauf zum Hohen Schloss – das ist eine Altstadt, die viele überrascht, weil sie so viel mehr bietet als die reine Durchgangsstation zu Neuschwanstein.
| Merkmal | Info |
|---|---|
| Region | Ostallgäu, Bayern |
| Höhe | ca. 808 m ü. NN |
| Einwohner | ca. 15.000 |
| Bekannt für | Hohes Schloss, Kloster Sankt Mang, Lautenmacherhandwerk |
| Historische Besonderheit | Einstige Welthauptstadt der Geigenbauer und Lautenmacher |
| Bester Besuchszeitraum | Mai bis Oktober |
| Anreise Bahn | München Hbf nach Füssen (ca. 2 Std.) |
Reiseangebote in den Königswinkel
Malen statt Bauen
Das Hohe Schloss Füssen liegt direkt über der gemütlichen Altstadt von Füssen und ist für seine einzigartigen Illusionsmalereien im Hof bekannt. Statt Erker mühsam zu bauen, malte man sie einfach auf die Außenwände. Innen sind Teile der Bayerischen Staatsgemäldesammlung ausgestellt. Außerdem sehenswert: das Kloster Sankt Mang. Im Nordflügel des mächtigen Barockklosters ist das Füssener Rathaus untergebracht, im Südflügel das Stadtmuseum, wo Sie die opulenten Repräsentationsräume des Klosters besichtigen können.
Burgensammler und Naturfreunde
Ein wenig außerhalb zieht der künstlich angelegte Lechfall Besucher an: 1784 wurde das Stauwehr treppenförmig erbaut. Das Wasser stürzt 100 Meter in die Tiefe und mündet tosend in eine tief eingeschnittene, natürliche Klamm bevor es kurz danach in den Forggensee fließt. Der Legende nach entkam der heilige Magnus mit einem gewagten Sprung über den Fluss seinen heidnischen Verfolgern. Der so genannte Magnustritt, eigentlich eine versteinerte Muschel, soll sein Fußabdruck sein. Aber auch der Rest des Königswinkels kann sich sehen lassen: Füssen liegt direkt am Forggensee, in der wildromantischen Bergwelt der Ammergauer, Lechtaler und Tannheimer Alpen. Idyllische Natur wie auch Ludwig II. sie liebte. Bei der traumhaften Bergkulisse wurde der „Kini“ zum Wiederholungstäter. Er plante noch vor Vollendung Neuschwansteins das nächste Märchenschloss: Burg Falkenstein sollte als „Raubritterburg“ ausgebaut werden.
Foto: FTM
Kloster Sankt Mang und das Stadtbild
Das Kloster Sankt Mang ist eines der prägenden Gebäude der Altstadt Füssen. Die barocke Klosteranlage mit ihrer weithin sichtbaren Kirche wurde im 11. Jahrhundert von Benediktinermönchen gegründet und mehrfach umgebaut. Heute beherbergt der Nordflügel das Füssener Rathaus und der Südflügel das Stadtmuseum – ein idealer Ausgangspunkt für alle, die mehr über die Stadtgeschichte erfahren möchten.
Besonders sehenswert innerhalb der Anlage ist die Krypta der Klosterkirche, in der Malereien aus dem 10. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Der heilige Magnus – nach dem das Kloster benannt ist – soll den Ort im 8. Jahrhundert als christlicher Missionar gegründet haben. Die Legende besagt, er habe einen Drachen besiegt und damit die heidnischen Bewohner für den Glauben gewonnen.
Rund um die Altstadt erstreckt sich das historische Stadtbild mit schmalen Gässchen, bunt bemalten Bürgerhäusern und kleinen Plätzen. Im Sommer laden Cafés und Biergärten zum Verweilen ein. Wer die Altstadt zu Fuß erkundet, sollte auch die Reichenstraße nicht verpassen – sie ist die Fußgängerzone und führt an historischen Gebäuden entlang.
Praktische Infos für Deinen Besuch in Füssen
Ein Besuch in der Altstadt Füssen lässt sich gut mit einem Kurzurlaub verbinden. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind fußläufig erreichbar.
- Hohes Schloss Füssen (Galerie): Di–So, 11–17 Uhr | Eintritt ca. 6 €
- Stadtmuseum im Kloster Sankt Mang: Di–So, 11–17 Uhr | Eintritt ca. 6 €
- Lechfall: Jederzeit zugänglich, kostenlos
- Klosterkirche Sankt Mang: Täglich ca. 9–17 Uhr, kostenlos
Anreise mit der Bahn: Von München Hauptbahnhof gibt es eine direkte Verbindung nach Füssen – die Fahrt dauert rund 2 Stunden.
Anreise mit dem Auto: Über die A96 oder A7 (Ausfahrt Füssen). Parkplätze am Stadtrand sind empfehlenswert – in der Altstadt ist das Parken begrenzt.
Tipp: Die KönigsCard bietet Vergünstigungen für Sehenswürdigkeiten der Region und kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.
Unsere Hotels im Allgäu
FAQ – Häufige Fragen zur Altstadt Füssen
Was kann man in der Altstadt von Füssen sehen?
Das Hohe Schloss mit Galerie und Illusionsmalereien, das Kloster Sankt Mang mit Stadtmuseum, der Lechfall und die historische Reichenstraße – alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar.
Wie weit ist Neuschwanstein von der Altstadt entfernt?
Schloss Neuschwanstein liegt rund 4 km außerhalb der Altstadt im Ortsteil Schwangau. Per Bus ca. 10–15 Minuten, zu Fuß rund 45–60 Minuten.
Ist der Besuch der Altstadt kostenlos?
Die Altstadt selbst ist frei zugänglich. Für das Stadtmuseum und die Galerie im Hohen Schloss werden je ca. 6 € Eintritt fällig. Lechfall und Klosterkirche kosten nichts.
Wann reist man am besten nach Füssen?
Von Mai bis Oktober ist die Hauptsaison – ideal für Bergtouren, Radfahren und Badespaß am Forggensee. Im Winter lohnt sich der Besuch für Skigebiete und die stimmungsvolle Altstadt.
Geheimtipp: Brotmarktgasse und das Handwerkerviertel
Viele Besucher eilen durch die Reichenstraße und verpassen dabei die Brotmarktgasse und den Spitalplatz – zwei der ruhigsten Ecken der Altstadt. Genau dort, wo heute kleine Cafés und Läden residieren, hatte einst die Zunft der Lautenmacher ihren Sitz. Füssen war im 15. und 16. Jahrhundert das Zentrum des europäischen Lauten- und Geigenbaus – viele Meister wanderten später aus und gründeten Werkstätten in Cremona, Paris und London. Wer möchte, sucht das Magnusbrunnen-Areal direkt hinter der Klosterkirche auf. Abseits der Hauptroute zeigt sich hier die Altstadt so, wie ihre Bewohner sie kennen: ohne großen Trubel, mit echtem Allgäuer Charme.








