Schloss Hohenschwangau

Juwel im Allgäu: Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau ist die deutsche Version des Gemäldes, das der Mona Lisa im Louvre gegenüber hängt: Alle kommen in den Königswinkel, um die Supersehenwürdigkeit Schloss Neuschwanstein zu besichtigen. Die Pracht vom nahen Hohenschwangau verblasst durch die Nähe des Märchenschlosses. Aber einen Besuch dort ausfallen lassen? Auf keinen Fall!

Der Legende nach entdeckte Kronprinz Maximilian das verfallene Schloss auf einer Wanderung und verliebte sich sofort. Die Lage ist der Traum eines jeden Immobilienmaklers: gelegen zwischen Alpsee und Schwansee, herrliche Aussicht auf die Allgäuer Bergwelt, historische Bausubstanz. Ob diese Entdeckung jedoch so zufällig war, darf bezweifelt werden: Um 1830, kurz nach den Befreiungskriege gegen Napoleon, kamen erste Nationalgefühle auf, Rückbesinnung auf die Ritterzeit waren in Mode – da kam dem jungen Bayern eine mittelalterliche Burg grade recht zu stehen.

Im Schatten von Neuschwanstein

Nach zähen Verkaufsverhandlungen machte Maximilian sich an die Renovierung, in einem charmanten Stilmix aus Neugotik und Historismus (heute „Maximilianstil“ genannt). Schloss Hohenschwangau war eine echte Wohnburg, die Lieblingsresidenz der königlichen Familie, die hier ihre Sommer verbrachte. Am meisten beeindruckt war der kleine Ludwig, der spätere Märchenkönig, den die Liebe zu der Region sein ganzes Leben nicht mehr losließ. Auch wenn er später den Prachtbau und Touristenmagneten Schloss Neuschwanstein nur einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt baute, die abgenutzte Gemütlichkeit einer Wohnburg findet man nur hier. Neuschwanstein ist steingewordener Traum, ein kühles Ideal, ein unbelebtes Denkmal. Schloss Hohenschwangau dagegen ist authentisch und lebensnah und wenig besucht.

Wiege des Märchenkönigs

Wenn Sie die Aussicht auf weniger Touristen allein nicht lockt: Hohenschwangau hat eine Menge zu bieten, innen und außen. Unterhalb des Schlosses befindet sich der Schwanseepark, romantisch-malerisch, aber auch ein bisschen verwildert. Im Festsaal des Schlosses, Heidensaal genannt, spielt sich an den Wänden die Wilkinasage, eine norwegische Heldensage, ab. Prächtige Wandgemälde hat das Schloss viele – insgesamt 90 – darunter auch die Sage vom Schwanenritter Lohengrin. Die Bilder faszinierten den jungen Ludwig, der schließlich als Teenager das erste Mal die gleichnamige Oper sehen durfte und zu Richard Wagners wohl größtem Fan wurde. Neben zahlreichen anderen opulent ausgestatteten Zimmer, sehen Sie hier auch eine Besonderheit, die der Märchenkönig erdachte. 1864 ließ Ludwig II. sein Schlafzimmer in eine Felsgruppe bauen, über die ein Wasserfall lief. Und weil das noch nicht genug Special Effects waren, ließ er auch einen Apparat zur Erzeugung eines künstlichen Regenbogens und einen Nachthimmel mit Mond und Sternen installieren. Vom Hohenstaufenzimmer beobachtet er mit einem Fernglas den Fortschritt am Bau des neuen Schwansteins. Apropos Schwanstein: Eigentlich hieß das jetzige Schloss Hohenschwangau Burg Schwanstein. Die Ruinen, auf deren Überresten jetzt Neuschwanstein steht, wurde Vorder- und Hinterhohenschwangau genannt. Ludwigs Schloss Neuschwanstein hieß tatsächlich bis 1886 korrekt Neue Burg Hohenschwangau. Verwirrt? Dann sollten Sie unbedingt den Königswinkel und seine wahre Attraktion besuchen: Schloss Hohenschwangau.

Öffnungszeiten Schloss Hohenschwangau
Täglich 9.00 – 17.00 Uhr

Öffnungszeiten des Tickets-Centers
Winter: täglich 8.30 – 15.00 Uhr
Sommer: täglich 7.30 – 17.00 Uhr

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