Dom Limburg

Dom Limburg: Prachtvoll über der Stadt

…fünf, sechs, sieben Türme ragen über dem Limburger Dom auf – eine Rekordzahl bei Kirchen, keine hat mehr. Doch nicht wegen der beeindruckenden Zahl an Türmen sollten Sie den Limburger Dom besichtigen, sondern weil er als schönster spätromanischer Kirchenbau überhaupt gilt. Ein echter Lieblingsort in Hessen.

Dieser Dom ist einfach überragend im wahrsten Sinne, denn er ist auf einen hohen Kalkfelsen über der Stadt gebaut. Das ist nicht nur wegen des Ausblicks eine 1 A-Lage, sondern auch, weil gleich nebenan die Burg Limburg steht. Hier sollte im Mittelalter politische und kirchliche Macht konsolidiert werden. In vier Bauabschnitten wurde der Dom vom 11. bis zum 12. Jahrhundert errichtet und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verschönert. Aufmerksame Besucher erspähen, wie sich die Elemente von Romanik und Gotik mischen: hier das rundbogige Kreuzgratgewölbe der Romanik, beim Chor dagegen ein spitzbogiges Rippengewölbe im gotischen Stil. Das Rosenfenster in der Fassade deutet schon auf die Gotik hin, ist aber noch recht einfach gestaltet. Die sieben Türme stehen übrigens für die sieben Sakramente. Der gesamte Bau ist an vielen Stellen leicht asymmetrisch angelegt, vermutlich, um das Grab des Stifters Graf Konrad Kurzbold auf dem Ehrenplatz genau in der Mitte zu halten. Es sind gerade diese Kleinigkeiten, die den Dom so charmant wirken lassen – besonders nachdem die ursprünglichen, mittelalterlichen Farben 1972 wiederhergestellt wurden. Zuvor war er ein Jahrhundert lang grau gestrichen, aber heute erstrahlt das Gebäude wieder in frischen, kontrastreichen Farben. Nicht nur deswegen bekam der Limburger Dom die Ehre, auf dem 1.000-DM-Schein gedruckt zu werden. Außerdem kürte man ihn bei einer Umfrage im TV zur schönsten Kirche Hessens und er zierte schon eine Sondermarke der Post

Innen hui

Aber, oh, das Innere! Betritt man die Kirche, verschlägt es einem den Atem. Das Mittelschiff ragt in schwindelerregende Höhen, ein Effekt, der durch die relative Enge noch hervorgehoben wird. Dort bilden Rippengewölben und Triforium, Spitzbogenarkaden, Spitz- und Rundbogenfenster ein harmonisches Ganzes. In den Fresken und Kirchfenstern findet sich die Geschichte von der Schöpfung bis zum Jüngsten Tag wieder. Leider verdeckt die Orgel die Hälfte des Rosenfensters, aber man kann seine schlichte Pracht erahnen. Das alles können Sie aus vielen verschiedene Perspektiven betrachten, denn der Dom hat vier Etagen und ist sogar von Außen begehbar. Bei einer Führung erhalten Sie tiefere Einblicke in die (Bau-)Geschichte des Doms.

Moderne Pracht

Genauso edel, aber wesentlich moderner ist übrigens das neue Bischofshaus gegenüber. Hell, luftig und schlicht, ohne kühl zu wirken – doch leider mit 31 Millionen Euro aus Kirchengeldern extrem überteuert. Das fand nach bundesweiter Empörung sogar die katholische Kirche selbst und der sogenannte „Protz-Bischof“ Franz-Peter Tebartz-van Elst musste 2014 sein Amt niederlegen. Die Wohnung ist seit 2019 Teil des Diözesanmuseums und kann besichtigt werden, aus der Privatkapelle werden online Gottesdienste übertragen. Nur Gutes und garantiert nichts Überteuertes dagegen können Sie vom Gasthaus Burgkeller erwarten. Das Restaurant residiert im Fischmarkt 10, einem Fachwerkhaus am Fuße des Limburger Doms. Es steht an der engsten Stelle der Altstadt und wurde 1650 erbaut. Seit 2004 werden Gäste in den renovierten Räumlichkeiten mit Bauernvesper, Kreuzrittersalat und Burgenschnitzel verwöhnt und somit ist ein Besuch hier ein gelungener Abschluss jeder Dombesichtigung.

Dom Limburg Führungen
Informationen zu den Führungen finden Sie hier

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