Bacharach

Bacharach: Stadt der Rheinromantiker

Architektur aus längst vergangenen Epochen, dazu den Weingott im Ortsnamen verewigt und in der Weltliteratur geadelt – Bacharach gehört zu den bezauberndsten Orten am Mittelrhein. Ein wahres Schatzkästlein im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Tauchen Sie ein in die Zeit der Rheinromantik von Clemens Brentano und Heinrich Heine. Victor Hugo bezeichnete die kleine Weinstadt sogar als eine der schönsten Städte der Welt.

Zwischen Mainz und Koblenz scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Bacharach, die „heimliche Hauptstadt der Rheinromantik“, steckt voller Poesie und architektonischer Antiquitäten. Eingebettet zwischen Rebbergen, Burg Stahleck und Rhein, fächert sie sich vom schmalen Ufergelände aus romantisch nach oben. Stadt, Wein, Fluss: Entdecken Sie die Bacharacher Pracht an Fachwerkhäusern, verwunschenen Innenhöfen und gemütlichen Lokalen.

Malerische Altstadt

„Ich befinde mich in diesem Augenblick in einer der schönsten, angenehmsten und unbekanntesten alten Städte der Welt“, so schrieb Victor Hugo einst bei seiner Rheinreise 1840 in sein Tagebuch. Betritt man das malerische Städtchen heute, ist die Begeisterung ungebrochen. Eine weithin intakte Stadtbefestigung, herrliche Fachwerkbauten und das Geflecht an schmalen Gassen mit Kopfsteinpflaster geben dem Weinort sein zeitversunkenes Gesicht. Streifzüge zum idyllischen Malerwinkel und weiter hoch zur Burg Stahleck gehören seit dem frühen 19. Jahrhundert zu den Höhepunkten einer Rheinreise. Die literarische Hommage hätte nicht bedeutsamer ausfallen können. Clemens Brentano sorgte 1801 mit seinem Vers „Zu Bacharach am Rheine wohnt‘ eine Zauberin, die war so schön und feine und riß viel Herzen hin“ für einen Mythos – die liebliche Loreley wurde zum Inbegriff der Rheinromantik. Heinrich Heines vertonte Loreley-Verse machten den Felsen schließlich zum weltbekannten Ohrwurm.

An den Ufern der Poesie

Dem berühmten Dichtertrio wurde natürlich kein x-beliebiges Denkmal gesetzt. Als Skulpturengruppe am Tisch zusammensitzend, sehen Sie Victor Hugo als Hahn dargestellt (in Anlehnung an den gallischen Hahn). Brentano ist der Vogel – Symbol für die Freiheit der Gedanken. Und Heinrich Heine kommt als Stier dazu, Verweis auf seinen jüdischen Glauben. Die „3 Poeten“ finden Sie im Park am Rhein, auf dem Platz der Poesie.

Atemberaubende Ausblicke

Von oben sieht alles noch schöner aus. Gigantische Aussichten über Weinberge, die Stadt und das Mittelrheintal genießen Sie zum einen vom alten Postenturm. Dieser diente als Abwehrstellung in der mittelalterlichen Stadtmauer, nach behutsamer Restaurierung schauen Sie heute weit und kostenfrei ins Land.

Noch eine märchenhafte Empore: Burg Stahleck. Sie liegt ebenso pittoresk zwischen Weinbergen auf einem Höhenrücken und blickt seit dem 12. Jahrhundert auf das Loreley-Tal. Die Stahlberg-Schleife führt Sie weiter bis hin zur Heinrich-Heine-Höhe und dem nächsten grandiosen Fernblick ins Rheintal, bevor es steil über den Orionsteig zurückgeht. Nicht entgehen lassen: Auf dem Weg zur Burg liegt die Wernerkapelle, eine filigrane gotische Kirchenruine aus dem Jahr 1293. Das rheinromantische Wahrzeichen zog einst Tausende Wallfahrer an und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Städtchens Bacharach.

Mittelalterliche Schönheit: "Das Alte Haus"

Es geht sogar noch entzückender. Weinumrankt, mit Fachwerk, Türmchen und Giebel gilt das „Alte Haus“ als ältestes (1368 erbaut) und schönstes Gebäude in Bacharach. Besonders auffällig sind die zauberhaften Rokokotüren. Als Gasthaus beherbergte es nicht nur prominente Zeitzeugen, sondern inspirierte auch Musiker, Maler und Schriftsteller. Es war glücklicherweise auch das Stammlokal des Komponisten Robert Stolz, der es 1932 zum Schauplatz seiner Operette „Wenn die kleinen Veilchen blühen" erkor und berühmt machte. Ruhen Sie die Beine aus und bestellen sich die passenden Gaumenfreuden in dem gemütlichen, urigen Restaurant. An warmen Tagen kann man auch herrlich im Freien sitzen und das historische Ambiente genießen.

Im Namen der Traube: Weißweinland

Bacharacher Wein wurde bereits im Mittelalter in aller Welt geschätzt. Ab dem frühen 13. Jahrhundert entwickelte sich das Städtchen zum wichtigsten Handelsplatz für Rheinwein. Es ist sogar verbürgt, dass der herrliche Traubensaft bis in den Vatikan gelangte. Papst Pius II. ließ sich jährlich ein Fass nach Rom kommen. Wein prägte also Historie und Histörchen Bacharachs über Jahrhunderte hinweg. Der Name soll auf das keltische „Baccaracum“ (Landgut des Baccarus) zurückgehen. Die römische Version klingt noch reizvoller: „Bacchi ara“, was „Altar des Bacchus“ bedeutet. Einer Legende nach soll sich Weingott Bacchus beim Rheinvater allzugern fürstlich bewirtet haben lassen.

Heute erfahren Sie bei Führungen viel über die mittelrheinische Winzerskunst. Und diese ist kolossale Schwerstarbeit – die meisten Rebflächen befinden sich an extrem steilen Hängen. Ob Rot oder Weiß im Glas, das ist hier eigentlich keine Frage. Riesling genießt unangefochtenen Heim-Vorteil.

Weitere Entdeckungen

Nutzen Sie Bacharach auch als Ausgangspunkt für herrliche Wander- und Radtouren. Sie können Ausflüge nach Koblenz, Mainz, Wiesbaden, Rüdesheim, Bingen und zur sagenumwobenen Loreley unternehmen. Oder das Auto komplett stehen lassen, im Rhein schwimmen, Muscheln suchen und bei einer romantischen Schiffstour die einzigartige Flusslandschaft aus Burgen und steilen Reblagen genießen. Erleben Sie – um es mit Victor Hugo zu sagen – „eine Art Wunderland am Rhein“.

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