Ammergauer Alpen
Ammergauer Alpen
Was macht die Ammergauer Alpen so besonders?
Kurze Antwort: die Stille. Wer in die Ammergauer Alpen fährt, lässt das Laute hinter sich. Das Gebirge im Südwesten Bayerns ist das flächenmäßig größte Naturschutzgebiet des Freistaats – und eines, das kaum Bergbahnen, wenig Massentourismus und viel ursprüngliche Natur bietet. Die Alpen zeigen sich hier von ihrer zugänglichen Seite: Die meisten Gipfel erreichen Wanderer in einem entspannten Tagestrip direkt aus dem Tal, ohne Seilbahn und ohne großes Gepäck.
Das Gebirge erstreckt sich auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze. Der Großteil liegt in Bayern, knapp ein Viertel gehört zum Bundesland Tirol in Österreich. Dieser grenzüberschreitende Charakter macht das Gebiet besonders vielseitig: bayerische Gemütlichkeit auf der einen, Tiroler Bergwelt auf der anderen Seite. Dazwischen liegt ein Naturraum, der in dieser Form in Mitteleuropa selten geworden ist.
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Natur pur: Das größte Naturschutzgebiet Bayerns
Als Naturschutzgebiet gibt es in den Ammergauer Alpen kaum Erschließung durch Seilbahnen – was viele als Einschränkung sehen könnten, ist hier der größte Vorteil. Wer die Gipfel erreichen will, tut es auf eigenen Beinen. Das hält die Besucherzahlen überschaubar und die Natur intakt.
Besonders die Moorlandschaften der Ammergauer Alpen sind eindrucksvoll. Hoch- und Niedermoore prägen das Bild abseits der Wanderwege und gelten als wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Die geringe Besiedlungsdichte tut ihr Übriges: Es gibt Gebiete, in denen man stundenlang wandern kann, ohne einem anderen Menschen zu begegnen.
- Fläche: ca. 713 km² – größtes Naturschutzgebiet Bayerns
- Höchster Gipfel: Kreuzspitze (2.185 m)
- Hütten: nur wenige Alpenvereinshütten – bewusst naturbelassen
- Besonderheit: Hoch- und Niedermoore mit einzigartiger Artenvielfalt
- Lage: Direkt am Nordrand der Alpen, nahe Garmisch-Partenkirchen
Wer die österreichische Seite der Ammergauer Alpen erkundet, stößt auf zwei der schönsten Seen Tirols: den Plansee und den Heiterwanger See. Beide Gewässer liegen eingebettet zwischen bewaldeten Berghängen, deren Spiegelbilder sich im klaren Wasser abzeichnen. Die Ufer sind kaum bebaut – hier stehen keine Hotelkomplexe, sondern Bäume.
Der Plansee ist mit rund 3 Kilometer Länge das größere der beiden Gewässer und im Sommer ein beliebtes Ziel für Kanuwanderer und Segler. Der Heiterwanger See liegt wenige Kilometer entfernt und ist durch einen kleinen Bach mit dem Plansee verbunden. Beide Seen können in einer gemächlichen Tagestour erwandert werden – mit Badepause inklusive.
Schlösser, Klöster und Passionsspiele: Kultur im Gebirge
Die Ammergauer Alpen sind nicht nur Naturlandschaft – sie tragen eine reiche kulturelle Geschichte. Bekanntestes Beispiel ist Schloss Neuschwanstein, das Märchenschloss Ludwigs II., das am Rande des Gebirges über dem Alpsee thront. Nur wenige Kilometer entfernt liegt Schloss Linderhof, das einzige Königsschloss, das Ludwig II. tatsächlich vollenden ließ. Der Schlossgarten mit seinen Wasserspielen und der Venusgrotte ist auch ohne Schlossbesuch einen Ausflug wert.
Im Herzen des Gebirges steht das Kloster Ettal, eine der bedeutendsten Benediktinerabteien Deutschlands. Gäste können den barocken Klosterbau besichtigen und Produkte der klostereigenen Brauerei und Brennerei probieren. Das Kloster ist bis heute ein aktives geistliches Zentrum – und einer der meistbesuchten Orte der gesamten Region.
Alle zehn Jahre verwandelt sich Oberammergau in einen weltbekannten Bühnenort: Die Passionsspiele, die auf ein Gelübde aus dem Pestjahr 1633 zurückgehen, ziehen Hunderttausende Besucher aus aller Welt an. Das nächste Spieljahr ist 2030.
Wandern, Skifahren, Relaxen: Was kann ich erleben?
Die Ammergauer Alpen sind ganzjährig eine Reise wert. Das Angebot an Outdoor-Aktivitäten ist vielfältig, ohne überkommerzialisiert zu sein. Im Sommer stehen Wanderungen auf Hunderten von Kilometern markierter Wege im Mittelpunkt – von gemächlichen Talrunden bis zu anspruchsvolleren Gipfeltouren. Im Winter verwandeln sich die Loipen in ein weitverzweigtes, sehr schneesicheres Netz.
| Aktivität | Saison | Besonderheit |
|---|---|---|
| Wandern | Ganzjährig | Über 300 km markierte Wanderwege |
| Skifahren | Winter | Mehrere Skigebiete in der Region |
| Langlauf | Winter | Weitverzweigte, schneesichere Loipen |
| Mountainbiking | Sommer | Trails für alle Niveaus |
| Schneeschuhwandern | Winter | Ideale Bedingungen abseits der Pisten |
| Paragliding | Sommer | Startplätze an mehreren Gipfeln |
Was den Charakter der Oberbayern-Region ausmacht, zeigt sich auch in den Dörfern der Ammergauer Alpen. Oberammergau, Unterammergau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien sind durch gut ausgebaute Wanderwege miteinander verbunden. Wer von Ort zu Ort wandert, bekommt neben Bergen auch Einblicke in bäuerliche Tradition und handwerkliches Können. Oberammergau ist bekannt für seine farbenfrohe Lüftlmalerei und die jahrhundertealte Holzschnitzkunst.
In den Kurorten Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien finden Besucher ein kleines Angebot an Wellness und Kneipp-Anwendungen. Das Moorheilbad Bad Kohlgrub zählt zu den wenigen deutschen Moorheilbädern – aufgesucht besonders von Gästen, die Ruhe und gezielte Erholung suchen. Mit dem Auto erreicht man die Region am besten über die B23, mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Bahnhöfe Murnau oder Garmisch-Partenkirchen.
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Die Ammergauer Alpen sind das ganze Jahr über eine Reise wert – jede Saison hat ihren eigenen Reiz. Im Frühling blühen die Wiesen, im Sommer laden lange Tage zum Wandern ein, im Herbst leuchten die Wälder in Rottönen, und im Winter liegt oft bis Ende März Schnee. Wer einmal dort war, kommt meistens wieder.
Häufige Fragen zu den Ammergauer Alpen
- Wo genau liegen die Ammergauer Alpen?
- Im Südwesten Bayerns, an der Grenze zu Tirol. Hauptorte: Oberammergau, Unterammergau, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien. Von München in etwa 1,5 Stunden mit dem Auto erreichbar.
- Warum sind die Ammergauer Alpen ein Naturschutzgebiet?
- Mit 713 km² sind sie das größte Naturschutzgebiet Bayerns. Schutzgründe: Bergwälder, Hoch- und Niedermoore, naturnahe Flussläufe. Seilbahnen und touristische Infrastruktur sind bewusst auf ein Minimum beschränkt.
- Wann finden die Passionsspiele in Oberammergau statt?
- Alle zehn Jahre. Das nächste Spieljahr ist 2030. Die Tradition geht auf ein Pestgelübde aus dem Jahr 1633 zurück.
- Wie komme ich am besten in die Ammergauer Alpen?
- Mit dem Auto über die B23, ab München ca. 1,5 Stunden. Mit der Bahn bis Murnau oder Garmisch-Partenkirchen, von dort Busverbindungen.
- Was kann man im Winter machen?
- Langlauf auf schneesicheren Loipen, Schneeschuhwandern, Skifahren in naheliegenden Skigebieten. Kurortangebote in Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien sind auch im Winter geöffnet.
Geheimtipp: Das Pürschlinghaus auf 1.565 Metern
Das Pürschlinghaus liegt auf 1.565 Metern Höhe über Unterammergau und ist einer dieser Orte, von denen nur wenige Besucher wissen. Zu erreichen ist es über einen gut ausgeschilderten Wanderweg ab Unterammergau – etwa zwei Stunden Aufstieg, die sich lohnen. Oben erwartet einen ein unverstellter Panoramablick über das Ammertal und die umliegenden Gipfel, ein kleines Schutzhaus mit Übernachtungsmöglichkeit und absolute Stille.
Was das Pürschlinghaus besonders macht: Es liegt abseits der touristischen Hauptrouten, direkt am Rand des Naturschutzgebiets. Im Frühjahr, wenn die Schneereste noch in den Nordhängen liegen und die Almwiesen langsam ergrünen, ist der Aufstieg besonders eindrucksvoll. Wer einmal oben ist, versteht schnell, warum die Ammergauer Alpen von Einheimischen als eine der letzten echten Ruheinseln der Region bezeichnet werden.