Wien

Geballte Kultur und entspannte Unterhaltung

Die ganze Wiener Altstadt rund um den Stephansdom gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zwischen Prachtbauten aus Mittelalter und Barock findet Sie auch interessante zeitgenössische Architektur, wie das Steffl und das Haas-Haus.

Geballte Kultur und entspannte Unterhaltung

Die ganze Wiener Altstadt rund um den Stephansdom gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zwischen Prachtbauten aus Mittelalter und Barock findet Sie auch interessante zeitgenössische Architektur, wie das Steffl und das Haas-Haus.

Albertina: Wiens größtes Ausstellungshaus beherbergt eine der umfangreichsten und wertvollsten grafischen Sammlungen der Welt. Albrecht Dürers "Feldhase" ist hier ebenso zu bewundern wie Gustav Klimts Frauenstudien sowie Meisterwerke von Schiele, Cézanne, Kokoschka, Picasso und Rauschenberg, die in Wechselausstellungen gezeigt werden. Als größtes Habsburgisches Wohnpalais thront die Albertina an der Südspitze der Hofburg auf einer der letzten Basteimauern Wiens. Die 1776 von Herzog Albert von Sachsen-Teschen, einem Schwiegersohn Kaiserin Maria Theresias, gegründete Sammlung umfasst rund 900.000 Druckgrafiken und 50.000 Zeichnungen. (Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00, Mi. 10.00 - 21.00, Eintritt: 11,90 Euro, Ermäßigte 9,70 Euro, Kinder/Jugendliche unter 19 Jahren frei)

Prater: Das Riesenrad: Ob Sie dieses Wahrzeichen Wiens und des Wiener Praters auf den Spuren des Filmklassikers "Der dritte Mann" aufsuchen, oder einfach nur den Blick auf die Stadt aus 64,75 Metern Höhe genießen wollen - erst, wenn Sie mit dem Riesenrad gefahren sind, waren Sie wirklich in Wien! Das ganzjährig geöffnete Riesenrad zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Donaumetropole. Es wurde 1896/97 vom englischen Ingenieur Walter Basset errichtet.

Stephansdom: Er ziert die Rückseite der Österreichischen 10-Cent-Münze und ist ein weiteres Wahrzeichen Wiens. Zugleich ist der Steffl, wie ihn die Wiener liebevoll nennen, Österreichs bedeutendstes gotisches Bauwerk. Er beherbergt eine Reihe von Kunstschätzen, die teilweise nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Darunter das 1467 bis 1513 von Niclas Gerhaert van Leyden errichtete Grabmal Kaiser Friedrichs III. aus rotem Marmor. 343 Stufen führen auf einer Wendeltreppe hinauf zum Dach des Doms. Die Anstrengung lohnt sich - vom Dach aus haben Sie eine fantastische Sicht über Wien. (Besichtigung: ganzjährig 9.00 - 17.30, Domführung: täglich 15.00; Turmbesteigung: Erwachsene 4,50 Euro, Kinder 6 - 14 Jahre 1,50 Euro, Domführung: Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 6 - 14 Jahre 2,- Euro)

Wiener Staatsoper: Rund 50 Opern und 20 Ballettwerke geben hier an 300 Tagen im Jahr den Ton an. Das Gebäude selbst wurde in den Jahren 1863 bis 1869 als einer der ersten Prachtbauten auf der neu angelegten Ringstraße errichtet. Einmal im Jahr verwandeln sich Bühne und Parkett der Staatsoper für eine Nacht zu einem großen Tanzboden - beim legendären Wiener Opernball. Da eröffnen in Anwesenheit des Bundespräsidenten über hundert Debutantenpaare in langem Abendkleid bzw. Frack den Ball der Bälle und lassen ein wenig vom Flair der einstigen Ringstraßenära aufkommen ...

Hofburg: Mehr als sieben Jahrhunderte lang wurde das Imperium des Habsburgerreiches von der Hofburg aus regiert. An die mittelalterliche Burg erinnert heute noch die gotische Burgkapelle, in der die Wiener Sängerknaben sonntags Messen gestalten. Inmitten der Altstadt können Sie Prunk und Pracht im Alltag der höchsten Familie der Donaumonarchie bei einem Besuch der Privatgemächer und Repräsentationsräume bestaunen. Zu sehen sind nicht nur die Räume für die Offiziere des kaiserlichen Stabes, der große Audienzsaal und das Konferenzzimmer, in dem Minister- und Kronrat tagten. Sondern auch das Arbeitszimmer Kaiser Franz Josephs sowie das Wohn- und Schlafzimmer seiner Gattin, zahlreiche Salons und ein Badezimmer von anno dazumal. Die bis 1918 von der Kaiserfamilie bewohnte Hofburg war ursprünglich eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, die mit der Machtzunahme der Habsburger und der Vergrößerung ihres Herrschaftsgebietes zur prachtvollen Residenz ausgebaut wurde. Neben der Hofburg können Sie auch die Silberkammer und das Sisi-Museum besuchen. (Öffnungszeiten: September - Juni 9.00 - 17.30, Juli/August 9.00 - 18.00; Eintritt mit Audioguide: Erwachsene 12,50 Euro, Ermäßigte 11,50 Euro, Kinder 6 - 18 Jahre 7,50 Euro)

Österreichische Nationalbibliothek: Der Prunksaal, das Herz der Österreichischen Nationalbibliothek, zählt zu den schönsten Bibliothekssälen der Welt. Die ehemalige Hofbibliothek entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als eigener Trakt der Kaiserresidenz Hofburg. Sie ist die größte Barock-Bibliothek Europas. Der beeindruckende Prunksaal der Bibliothek ist fast 80 Meter lang und 20 Meter hoch und wird von einer Kuppel gekrönt, die mit Fresken prachtvoll geschmückt ist. Mehr als 200.000 Bände sind hier auf- und ausgestellt, unter anderem die 15.000 Werke umfassende Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen sowie eine der größten Sammlungen von Reformationsschriften Martin Luthers. (Prunksaal Öffnungszeiten: Di. - So. 10.00 - 18.00, Do. 10.00 - 21.00; Eintritt: Erwachsene 7,- Euro, Ermäßigte 4,50 Euro, Kinder/Jugendliche unter 19 Jahren frei)

Spanische Hofreitschule: Die Spanische Hofreitschule in der Wiener Hofburg ist die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst der Hohen Schule von der Renaissance bis heute bewahrt und unverändert gepflegt wird. Besucher können bei der Morgenarbeit mit Musik zusehen. Hierbei werden die weißen Hengste von ihren Bereitern gymnastiziert, damit das Pferd gesund bleibt und um die unterschiedlichen Muskelpartien aufzubauen, die für die Ausübung der Lektionen der Hohen Schule Voraussetzung sind. Besucher haben außerdem die Möglichkeit an geführten Rundgängen durch die Spanische Hofreitschule teilzunehmen. (Morgenarbeit: meist Di. - Fr. 10.00 - 12.00; Eintritt: Erwachsene 14,- Euro, Ermäßigte 10,- Euro, Kinder ab 6 Jahren und Schüler bis 18 Jahren 7,- Euro)

Fiakerfahrt

Fahr‘ ma, Euer Gnadn?

Diese Frage klingt immer dann durch Wiens Straßen, wenn sich jemand einem Fiaker anvertraut, um die innere Stadt zu besichtigen. Die historischen Pferdekutschen sind meist über 100 Jahre alt und liebevoll restauriert. Für eine gemütliche Tour durch die Altstadt gibt es kein schöneres Gefährt. Ab 55,- Euro für eine halbe Stunde geht es los.

Die Wiener Fiaker gibt es schon seit knapp über 300 Jahren. In der österreichischen Hauptstadt waren sie sehr viel länger ein alltägliches Fortbewegungsmittel als im Rest Europas. Hinter vorgehaltener Hand wird gesagt, es läge an einer gewissen Verweigerung der Wiener eines jeden technischen Fortschrittes gegenüber. Immerhin fuhren in London schon erste U-Bahnen, während Wien sich zur gleichen Zeit gerade einmal an die Pferdetram gewöhnte. Sie sind halt eigen, die Wiener.

Das Wort "Fiaker" beschreibt gleichermaßen Gefährt und Zunft des Fahrers. Die Kutscher waren oft stadtbekannte Originale, die teils auch als Sänger auftraten. Besonders hoch geschätzt: ihre Diskretion, wenn sich wieder einmal ein hoher Herr mit seiner Liebschaft im Fiaker vergnügte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es über 1.000 lizensierte Fiaker in Wien. Zu dieser Zeit prägten sie Begriffe wie Schmiergeld und Trinkgeld. Schmiergeld erhoben die Kutscher, damit sie die Kosten für die Schmierung des Fuhrwerks decken konnten. Mit dem eingeführten Trinkgeld kehrten die durstigen Kutscher nach der Fahrt gemütlich ein und sie mussten diese nicht mehr ständig mit dem Gast unterbrechen. Oha: Einer der Fiaker muss es irgendwann auch nach Amerika geschafft haben. Bis zum heutigen Tage fahren die nostalgischen Gespanne durch den New Yorker Central Park.

Auf Wunsch der heutigen Fahrgäste erklärt der fahrende Fiaker auch die Sehenswürdigkeiten Wiens. Dieses Wissen ist neben der zünftigen Kleidung eine der Grundvoraussetzungen, um eine Lizenz zu bekommen. Romantiker ordern am besten eine sogenannte "Porzellanfuhre". Früher transportierten die Kutscher so das wertvolle Porzellan sicher von Ort zu Ort. Heute können Sie mit dieser sanften und geschmeidigen Fahrt Ihr Schatzerl bezaubern.

Fiakerstandplätze befinden sich am Stephansplatz, Heldenplatz, Albertinaplatz, Petersplatz und am Burgtheater. Die Preise werden von der Stadt Wien diktiert und sind damit einheitlich. Sie fangen ab 55,- Euro für eine halbe Stunde fangen an.

Fotos: Wien Tourismus, MAXUM, Peter Rigaud, Christian Stemper; Pixabay

Hofburg

Prachtvolle Residenz: Zu Hof bei den Habsburgern

Die Hofburg: Inbegriff höfischen Prunks und kaiserlichen Ansehens. Von hier aus regierten die Habsburger ihr Reich. Heute vereint das riesige Anwesen Museen, Parkanlagen und die Nationalbibliothek. Sogar der Bundespräsident hat hier seinen Amtssitz. Liebling der Touristen: das Sisi-Museum.

Kaiserapartments, Silberkammer und Sisi-Museum - auch wenn Wien nur aus der Hofburg bestehen würde, man müsste einfach hinfahren. Es geht durch die prachtvollen Arbeits-, Wohn- und Empfangssäle der Habsburger, zuletzt bewohnt vom berühmten Herrscherpaar Kaiser Franz und seiner Gattin Elisabeth. Hach ja, Sisi. Die Schöne. Die ewig Junge. Die Unangepasste. Das ihr gewidmete Museum spielt mit Mythos und Wahrheit. Sieben Räume gefüllt mit Sonnenschirmen, Fächern und Schönheitsrezepten. In der Silberkammer gibt's ein Bad in Luxus und edler Tafelkultur. Vom kostbaren Porzellan bis zum 30 Meter langen Mailänder Tafelaufsatz - man hat es sich gut gehen lassen. Streng gehütetes Geheimnis ist übrigens die "Kaiserfaltung". Nur zwei Mitarbeiter kennen die spezielle Faltung der kaiserlichen Serviette.

Trotz allen Prunks - es war immer ein Ort der Politik. Über 600 Jahre lang regierten die Habsburger Monarchen ihr Imperium von der Hofburg aus. Heute haben hier der österreichische Bundespräsident und das Bundeskanzleramt ihren Sitz. Aber das ist längst nicht alles: Museen, öffentliche Parks und Plätze, die Österreichische Nationalbibliothek, sogar das Albertina Museum mit seiner großartigen grafischen Kunstsammlung befindet sich in der Burganlage. Im Trakt der Winterreitschule trabt die Pferde-Elite: die weißen Hengste der Spanischen Hofreitschule.

Die Hofburg ist zugleich ein Ausflug durch die Kunstgeschichte der letzten Jahrhunderte. Mittelalterliche Gotik, verspielter Barock und eleganter Historismus. Seit Baubeginn im 13. Jahrhundert wuchs die prachtvolle Residenz der Habsburger zu einem der größten zusammenhängenden Gebäudekomplexe Europas an.

Ältestes Bauwerk: der Schweizertrakt. Das schwarz-rote Schweizertor im Renaissancestil sticht aus dem sandsteinernen Bau hervor. In der Kaiserlichen Schatzkammer funkelt und glitzert die Sammlung des Hauses Habsburg-Lothringen: Schwerter, Smaragde, Reichsäpfel. Wichtigste Kostbarkeit: Reichskrone und Lanzen des Heiligen Römischen Reichs. Sogar der Heilige Gral liegt hier - zumindest wurde die spätantike Achatschale einst so bezeichnet. Nur Sisi kann das toppen.

Geöffnet: Kaiserapartments, Sisi-Museum und Silberkammer 9.00 - 17.30 (Juli und August bis 18.00), Führungen täglich 10.00, 11.30 und 15.30, Eintritt Erwachsene (inkl. Führung) 15,90 Euro; Kaiserliche Schatzkammer 9.00 - 17.30, Di. geschlossen, Führung täglich außer Di. 14.00, Eintritt Erwachsene 12,- Euro, Führung 3,- Euro.

Fotos: Wien Tourismus, Lois Lammerhuber, MAXUM, Christian Stemper

Hop-On-Hop-Off-Tour

Wählen Sie zwischen sechs Routen für eine abwechslungsreiche Stadtrundfahrt durch Wien. Ob nur eine Route oder alle sechs kombiniert, es gibt viel zu sehen. Der Clou: Ein- und Aussteigen so oft Sie wollen. Stellen Sie Ihr ganz persönliches Sightseeing-Programm zusammen.

Sagenhafte 50 Stopps. Die Hop-on-Hop-off-Bustouren decken ganz Wien und sogar die Umgebung ab. Einfacher und entspannter kann die Stadt nicht entdeckt werden. Audioguides im Bus informieren über die Sehenswürdigkeiten. Hochladen und versenden der neuesten Urlaubsfotos auch kein Problem - alle Busse sind mit kostenlosem WLAN ausgestattet.

Preise

Rote oder Orange Linie 24 Stunden: Erwachsene 17,- Euro, Kinder 3 - 12 Jahre 10,- Euro

Graue Linie 24 Stunden: Erwachsene 15,- Euro, Kinder 3 - 12 Jahre 9,- Euro

Alle Linien 24 Stunden: Erwachsene 25,- Euro, Kinder 3 - 12 Jahre 13,- Euro

Alle Linien 48 Stunden: Erwachsene 29,- Euro, Kinder 3 - 12 Jahre 15,- Euro

Alle Linien 72 Stunden: Erwachsene 33,- Euro, Kinder 3 - 12 Jahre 18,- Euro

Linien

Rote Linie: Der Klassiker, vereint die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens. Alle bekannten Prachtbauten der Ringstraße werden angefahren: Staatsoper, Hofburg mit Sisi-Museum, Museumsquartier samt Kunsthistorischen Museum im Renaissancebau, Parlament, Rathaus und Burgtheater.

Zeiten: täglich 9.30 - 17.28 (ab 18. 2. Sa. und So. bis 18.28), alle 15 bis 30 Minuten

Gelbe Linie: die Schlösser-Tour. Das bekannte Schloss Schönbrunn, in dem einst Kaiser Franz Joseph und Sisi wohnten und das barocke Schloss Belvedere sind zwei Top-Attraktionen. Kulinarisches Intermezzo: der weltberühmte Naschmarkt.

Zeiten: täglich 9.47 - 17.45 (ab 18. 2. Sa. und So. bis 18.15), alle 30 Minuten

Blaue Linie: Entlang der Donau führt die Tour vorbei am Kunsthaus Wien und der Friedensreich Hundertwasser Ausstellung. Weiter zum Wiener Prater mit dem Wahrzeichen der Stadt - dem berühmten Riesenrad - und zum Donauturm mit dem spektakulären Panorama-Restaurant auf der Aussichtsplattform.

Zeiten: täglich 10.20 - 16.58 (ab 18. 2. Sa. und So. bis 18.18), alle 25 bis 40 Minuten

Grüne Linie: die Umland-Tour. In Wiens natürliche Umgebung und Heurigenidylle eintauchen. Weingärten, typische Schrammelmusik und selbstproduzierter Wein - das Weindorf Grinzing ist ein Highlight auf der Route. Vom Wiener Hausberg Kahlenberg haben Sie die ganze Stadt im Blick.

Zeiten: täglich 12.45 und 14.30 (Sa. und So. zusätzlich um 11.00, täglich 25. 12. - 8. 1. zusätzlich um 11.00, Sa. und So. ab 18. 3. zusätzlich um 16.45)

Graue Linie: Geschichts-Schmankerl, eine Mischung aus Römerzeit, Barock und Gegenwart. Den Alltag der Römer bringt das Freilichtmuseum Petronell-Carnuntum näher. Ein weiterer Halt ist Schloss Hof, eine Schlossanlage auf dem Land (10 % Rabatt auf Eintrittskarten mit dem Hop-On-Hop-Off-Ticket). Stopps: Stadtpark, Römerstadt Carnuntum, Schloss Hof

Zeiten: nur in der Sommersaison

Orange Linie: die Burgenland-Tour. Weite Landschaften, charmante Weingärten und den idyllischen Neusiedler See erkunden. Auf dem Weg liegen das imposante Barockschloss der Fürstenfamilie Esterházy und ihr traditionsreiches Weingut. Nervenkitzel auf österreichisch: im Freizeitpark St. Margarethen.

Zeiten: nur in der Sommersaison

Geführter Stadtspaziergang inklusive: Zu Fuß durch die eindrucksvolle Innenstadt: Hotel Sacher, Spanische Hofreitschule, Stephansdom, Pestsäule - und dabei so einige Kuriositäten und Geheimnisse über die Stadt und ihre Bauwerke erfahren.

Zeiten: Do. und Fr. 11.00 und 11.55; Fr. und Sa. 11.00, 11.55, 14.00 und 14.55 (auf Deutsch, täglich 25. 12. - 8. 1. um 11.00, 11.55, 14.00 und 14.55; keine Tour am 24. und 31. 12.); Start Wiener Staatsoper

Fotos: VIENNA SIGHTSEEING TOURS, Bernhard Luck; Wien Tourismus, Christian Stemper, Peter Rigaud

Kaffeehaus-Geschichte

Wiener Kaffeehaus: ein Grieche hat's erfunden

Die Betreiber von Kaffeehäusern sind die sogenannten Kaffeesieder. Die Legende besagt, dass die Wiener während der Befreiung von der zweiten Türkenbelagerung im Jahre 1683 einige Säcke mit seltsamen Bohnen fanden, die sie zunächst für Kamelfutter hielten und verbrennen wollten. Ein Dolmetscher namens Georg Franz Kolschitzky habe die Säcke stattdessen an sich genommen und das erste Kaffeehaus gegründet.

Tatsächlich stammt das erste Wiener Kaffeehaus etwa aus dieser Zeit und wurde aber 1685 von einem Griechen namens Johannes Theodat gegründet. Das neue Getränk fand bei der Wiener Bevölkerung großen Anklang, sodass die Zahl der Kaffeehäuser rapide anstieg. In der Frühzeit der Kaffeehäuser trugen die Kaffeevarianten keine Namen. Statt eine Melange oder einen Verlängerten zu bestellen, reichte der Kellner eine Farbpalette, auf der die Stärke des Kaffees in Farbabstufungen von schwarz bis milchig-weiß symbolisiert war. Der Gast wählte, in dem er auf die gewünschte Farbe zeigte.

Seine Blütezeit erlebte das Wiener Kaffeehaus Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als sogenannte Kaffeehausliteraten wie Peter Altenberg, Alfred Polgar, Karl Kraus, Hermann Broch und Friedrich Torberg ihre Stammcafés zur bevorzugten Lebens- und Arbeitsstätte machten. Viele bekannte Künstler, Wissenschaftler, Techniker und Politiker der Zeit wie Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Egon Schiele, Gustav Klimt, Adolf Loos, Theodor Herzl, Siegfried Marcus oder auch Leo Trotzki waren häufige Gäste im Kaffeehaus. Auch in Prag, Budapest, Lemberg und anderen Großstädten Österreich-Ungarns gab es viele Kaffeehäuser nach Wiener Vorbild, die zum Teil heute noch bestehen.

Ab 1950 begann das "Kaffeehaussterben", als einige berühmte Wiener Kaffeehäuser schließen mussten, verursacht durch veränderte Freizeitgewohnheiten (z. B. der wachsenden Beliebtheit des Fernsehens) und das Aufkommen "moderner" Espresso-Bars. Trotzdem gibt es auch heute noch etliche dieser typischen Wiener Lokale, die sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben, zumal seit den 1990er Jahren allgemein ein neues Interesse an der Kaffeehaus-Tradition zu beobachten ist.

(Quelle: www.wikipedia.de)

Kaffeehaus-Kultur

Vom kleinen Braunen und Schalen voller Gold

Wiener Kaffeehäuser: Der Ort, an dem Wiener und Wienerinnen zur Melange zusammentreffen. Stundenlang sitzen und quatschen - hier  kein Problem. Denn langsam und gemach ist oberstes Gebot. Anfängerfehler: simplen Kaffee bestellen.

Frisches Kaffeearoma zieht in die Nase. Zeitungsrascheln. Schmucke Kellner huschen gekonnt um kleine Marmortische. Aber erstmal setzen - auf die vielleicht berühmtesten Kaffeehausstühle der Welt (Thonet-Stühle, stille Ikonen der Designgeschichte). Und dann den Blick kurz zur Decke werfen - über allem strahlen prächtige Kronleuchter. Willkommen im typischen Wiener Kaffeehaus!

Ja, hier steht die Zeit ein bisschen still. Auf die Klassiker der Speisekarte ist Verlass: Gugelhupf, Sachertorte und natürlich Mehlspeisen. Kaffee bestellen ist dagegen eine Kunst für sich. Damit der Ober Sie nicht als Nicht-Wiener entlarvt: Schwarzer Kaffee heißt hier kleiner oder großer Schwarzer. Versetzt mit Obers (Kaffeesahne) wird er zum kleinen oder großen Braunen. Noch mehr Obers hat die Schale Gold und eine Melange wird mit Milch und Milchschaum zubereitet. Dieses Namenswirrwarr gab es früher nicht: Damals reichte der Ober eine Farbpalette. Abstufungen von tief schwarz bis milchig weiß signalisierten die Stärke des Kaffees.

Die Gründung dieser Wiener Institution reicht zurück in die Zeit der Türkenbelagerung im 17. Jahrhundert. Das erste Kaffeehaus eröffnete der armenische Spion Johannes Theodat und bald breiteten sie sich über ganz Wien aus. Egon Schiele, Gustav Klimt, Leo Trotzki - alle hatten sie ihre Stammcafés.

Und wo sind sie eigentlich heute, die angesagten und berühmten Kaffeehäuser? Legendärer Innenstadttreff: Café Central - hier tranken schon Freud und Stalin ihren kleinen Braunen. Paul McCartney und Romy Schneider verschlug es ins Café Landtmann - Treffpunkt für Politiker und Medienleute. Im Café Sacher gibt es die berühmte Sachertorte und für seine 50er Jahre Einrichtung ist das Café Prückel bekannt. Weniger Kaffeehaus, dafür edle Tortenkreationen: die beliebte Hofzuckerbäckerei Demel.

Es ist einfach mehr, als ein Lokal. Ein Ort zum Tagespresse studieren, über Politik diskutieren, Roman verfassen, Flirten und Knutschen. Und zum Kaffee trinken natürlich auch. Urwienerisches Lebensgefühl, Gemütlichkeit und klassischer Charme - genau das macht die vielen öffentlichen Wohnzimmer Wiens aus.

Wiener Kaffeehaus-ABC

Mokka oder Schwarzer: kleiner bzw. großer schwarzer Kaffee, Bohnenkaffee mit feinporiger Creme ohne Milch

Großer bzw. kleiner Brauner: Schwarzer mit Kaffeeobers (Kaffeesahne)

Verlängerter Schwarzer/Brauner: Mokka/Brauner mit viel Wasser

Melange: verlängerter Mokka mit aufgeschäumter/gequirlter Milch und Schaumhaube

Schale Gold: Brauner mit viel Kaffeeobers

Kapuziner: Mokka mit wenig Schlagobers (Schlagsahne)

Einspänner: doppelter Mokka mit viel Schlagobers (Schlagsahne) und extra Staubzucker, im typischen Einspännerglas serviert

Fiaker: doppelter Mocca mit viel Schlagobers und einem Schuss erhitztem Kirschwasser und Staubzucker, eine Kirsche obenauf, im typischen Einspännerglas serviert

Doppelmokka oder Mokka gespritzt: Mokka mit Weinbrand

Maria Theresia: großer Mokka mit Orangenlikör, Staubzucker und Schlagobers

Türkischer/Mokka passiert: extra fein gemahlener türkischer Kaffee, mit Zucker aufgebrüht

Pharisäer: doppelter Mokka mit Zucker, Kakaopulver und Rum, erhitzt und mit Schlagobers, Zimt und Zitronenzeste serviert

Fotos: Wien Tourismus, Willfried Gredler-Oxenbauer, Robert Osmark, Peter Rigaud, Christian Stemper

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