Uckermark: Natur, Seen & Sehenswürdigkeiten

Was macht die Uckermark so einzigartig?

Wer aus dem Alltag entfliehen möchte, ohne weit zu reisen, findet in der Uckermark ein stilles Paradies – nur 80 Kilometer nördlich von Berlin.

Mit über 3.000 Quadratkilometern ist die Uckermark der flächenmäßig größte Landkreis Deutschlands. Dabei leben hier nur rund 118.000 Menschen – das macht die Region zu einer der am dünnsten besiedelten Gegenden des Landes. Genau das ist ihr größtes Kapital: endlose Ruhe, saubere Luft und eine Natur, die in dieser Ursprünglichkeit kaum anderswo zu finden ist.

Die Uckermark liegt im Nordosten Brandenburgs, direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern und Polen. In der letzten Eiszeit formten gewaltige Gletscher diese Landschaft: Sie hinterließen ein sanft hügeliges Terrain mit mehr als 500 Seen, ausgedehnten Wäldern, Mooren und Flusstälern. Das Herzstück der Region sind die Uckerseen – der Obere Uckersee und der Untere Uckersee – die das Städtchen Prenzlau umrahmen.

Was die Uckermark so besonders macht? Sie vereint unberührte Natur mit kulturellen Schätzen: mittelalterliche Klöster und Schlösser, lebendige Kleinstädte und eine der artenreichsten Naturlandschaften Norddeutschlands. Weißstörche brüten auf den Dächern, Seeadler ziehen über die Wälder, und im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin erlebt man Wildnatur pur. Ob Wandern, Radfahren, Kanu fahren oder einfach Nichtstun am Seeufer – die Uckermark ist kein Massentouristenziel, sondern ein Geheimtipp für alle, die echte Entschleunigung suchen.

Natur und Landschaft in der Uckermark

Die Landschaft der Uckermark ist das Ergebnis der letzten Eiszeit. Vor rund 15.000 Jahren schufen Gletscher eine abwechslungsreiche Topografie aus Hügelkuppen, Tälern, Seen und Mooren. Heute prägen mehr als 500 Seen und zahlreiche Fließgewässer die Region – von kleinen Sölle über weitläufige Gewässer wie die Uckerseen bis hin zu den Flüssen Ucker, Welse und Randow.

Zwei große Schutzgebiete sichern die Einzigartigkeit dieser Naturlandschaft:

  • UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin: Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands. Hier leben Wölfe, Seeadler, Kraniche und Weißstörche. Das Reservat umfasst rund 129.000 Hektar und zählt zu den artenreichsten Landschaften Deutschlands.
  • Nationalpark Unteres Odertal: Entlang der deutsch-polnischen Grenze erstreckt sich dieser einzige Auennationalpark Deutschlands. Im Frühjahr sind die Überflutungswiesen ein Paradies für Zugvögel – über 350 Vogelarten wurden hier nachgewiesen.
  • Naturpark Uckermärkische Seen: Rund um Templin und Lychen gelegen, mit dem Lychener Seenkreuz und romantischen Wasserstraßen für Kanutouren.

Wer in der Uckermark Urlaub macht, erlebt Natur in einem kaum veränderten Zustand: klare Seen ohne Motorboote, ungestörte Wälder, blühende Wiesen und Felder im Wechsel der Jahreszeiten. Im Frühling kehren die Störche zurück, im Sommer leuchten die Rapsfelder gelb, im Herbst färben sich die Wälder golden, und im Winter liegt die Region in stiller Ruhe.

Sehenswürdigkeiten der Uckermark

Die Uckermark bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, die Geschichte, Kultur und Natur verbinden. Von beeindruckenden Backsteinbauten über Renaissanceschlösser bis hin zu einzigartigen Naturdenkmälern – hier ein Überblick der wichtigsten Highlights:

SehenswürdigkeitOrtBesonderheit
Kloster ChorinChorinGotische Zisterzienserruine aus dem 13. Jahrhundert, Kulisse des Choriner Musiksommers
St. Marienkirche PrenzlauPrenzlauHerausragendes Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik
Schloss BoitzenburgBoitzenburgRenaissanceschloss mit Lenné-Park und 500-jährigen Eichen
Nationalpark Unteres OdertalSchwedt/OderEinziger Auennationalpark Deutschlands, über 350 Vogelarten
Franziskanerkloster AngermündeAngermündeHistorisches Kloster aus dem 13. Jahrhundert, gut erhaltene Stadtmauern
Lychener SeenkreuzLychen7 Seen, historische Flößerei, staatlich anerkannter Erholungsort

Prenzlau ist seit dem 15. Jahrhundert die Kreisstadt der Uckermark. Ihr Wahrzeichen, die St. Marienkirche, zählt zu den bedeutendsten gotischen Backsteingebäuden Norddeutschlands. Am Ufer des Unteruckersees lädt eine Promenade zum Bummeln ein, und mit dem Ausflugsschiff lässt sich die Stadtsilhouette vom Wasser aus bestaunen. Das kulturhistorische Museum im Dominikanerkloster bietet spannende Einblicke in die Stadtgeschichte.

Angermünde hat den liebenswürdigen Charme einer mittelalterlichen Ackerbürgerstadt bewahrt. Enge Gassen, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser und das mächtige Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Die St.-Marienkirche mit ihrer wertvollen Wagner-Orgel ist ein Muss für Kirchenfreunde. Besonders sehenswert: die sogenannte Steinzeit der Moderne - Skulpturen aus eiszeitlichen Findlingen an der Mündeseepromenade. Angermünde liegt in unmittelbarer Nähe zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und zum Nationalpark Unteres Odertal.

Schwedt/Oder liegt direkt am Rand des Nationalparks Unteres Odertal. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt zeugen von einer langen Theatertradition, die bis in die Residenzzeit der Hohenzollern im 18. Jahrhundert zurückreicht. Der historische Berlischky-Pavillon, erbaut 1777 für die Hugenottengemeinde, ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Stadt.

Lychen, ein staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Uckermärkische Seen, liegt romantisch eingebettet zwischen sieben Seen. Berühmt ist Lychen für seine jahrhundertealte Flößertradition: Seit 1720 wurden Holzstämme auf dem Wasserweg bis nach Berlin und Hamburg transportiert. Heute kann man die Lychener Seen bequem per Floß oder Hydrobike erkunden.

Boitzenburg ist trotz seiner Kleinheit ein wahres Kulturjuwel. Das Renaissanceschloss Boitzenburg mit seinem von Peter Joseph Lenné angelegten Park ist das Highlight der nördlichen Uckermark. Im nahegelegenen Wald stehen mächtige 500-jährige Eichen – und der Verlobungsstein, ein 50 Tonnen schwerer Findling aus der Eiszeit, wartet auf Entdecker.

Aktiv in der Uckermark: Wandern, Radeln und Wassersport

Die Uckermark ist ein Eldorado für Aktivurlauber. Die flache, weitläufige Landschaft und das dichte Netz aus Radwegen, Wanderpfaden und Wasserwegen machen Urlaub in Brandenburg besonders attraktiv.

  • Radfahren: Über 3.000 Kilometer ausgeschilderte Radwege durchziehen die Region. Beliebte Routen sind der Uckermärkische Seenradweg, der Oder-Neiße-Radweg entlang der polnischen Grenze und der Radweg Berliner Mauerweg im südlichen Teil.
  • Wandern: Gut ausgeschilderte Wanderwege führen durch Wälder, über Hügelkuppen und an Seeufern entlang. Besonders empfehlenswert: der Naturpfad durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und die Wege rund um Lychen und Templin.
  • Wassersport: Kanutouren auf der Ucker, der Welse oder den Uckermärkischen Seen sind sehr beliebt. Paddeln, Bootfahren und Segeln sind auf den meisten Seen möglich.
  • Baden: Die zahlreichen Seen bieten naturbelassene Badestellen – sauber, ruhig und meist ohne Menschenmassen.
  • Reiten: Zahlreiche Reiterhöfe bieten geführte Ausritte durch die Uckermark an – ein unvergessliches Erlebnis in der weitläufigen Landschaft.
  • Vogelbeobachtung: Im Nationalpark Unteres Odertal und im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin lassen sich Seeadler, Kraniche, Weißstörche und Fischadler beobachten.

Wann und wie? Reisezeit und Anreise in die Uckermark

Die Uckermark lässt sich zu fast jeder Jahreszeit erkunden – jede Saison hat ihren eigenen Charme.

ReisezeitBesonderheitIdeal für
Frühling (März–Mai)Störche und Zugvögel kehren zurück, Felder blühen aufVogelbeobachtung, Radfahren, Wandern
Sommer (Juni–August)Badesaison an den Seen, lange warme AbendeBaden, Kanufahren, Radfahren
Herbst (Sep–Nov)Goldener Wald, Kranichzug, wenige TouristenWandern, Fotografieren, Entspannen
Winter (Dez–Feb)Stille Landschaft, verschneite WälderRuheurlaub, Spaziergänge, Eislaufen

Mit dem Auto: Die Uckermark ist über die Autobahn A11 (Berlin–Stettin) gut erreichbar. Von Berlin nach Prenzlau sind es ca. 1,5 Stunden Fahrzeit.

Mit der Bahn: Der Regionalexpress RE 3 fährt von Berlin Hauptbahnhof direkt nach Angermünde und Prenzlau. Die Fahrzeit beträgt rund 1,5 Stunden. Templin ist über Angermünde erreichbar.

Geheimtipp: Kloster Chorin und der Choriner Musiksommer

Wer die Uckermark besucht, sollte unbedingt einen Abstecher zum Kloster Chorin einplanen. Diese imposante Ruine eines Zisterzienserklosters aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten gotischen Backsteinbauten Norddeutschlands. Malerisch am Amtssee gelegen, umgeben von stillen Buchenwäldern, atmet die Anlage Geschichte und eine besondere Stille, die man heute selten noch findet.

Besonders spannend: Jedes Jahr von Juli bis August verwandelt sich die Klosterruine beim Choriner Musiksommer in eine einzigartige Konzertatmosphäre unter freiem Himmel. Klassische Musik, Jazz und Kammermusik erklingen inmitten mittelalterlicher Gemäuer – ein unvergessliches Erlebnis. Karten sind heiß begehrt, also rechtzeitig buchen!

Unter der Woche ist das Kloster oft nahezu menschenleer – wer dann kommt, hat einen der schönsten Orte der Uckermark fast für sich allein. Ein Tipp, den nur wenige kennen.

Häufige Fragen zur Uckermark

Was ist die Uckermark?
Die Uckermark ist ein Landkreis im Nordosten Brandenburgs und mit rund 3.058 Quadratkilometern der flächengrößte Landkreis Deutschlands. Etwa 80 Kilometer nördlich von Berlin gelegen, zeichnet sie sich durch über 500 Seen, Wälder, Moore und eine der dünnsten Besiedlungen Deutschlands aus.

Wie viele Seen hat die Uckermark?
Die Uckermark besitzt über 500 Seen – von kleinen Sölle über romantische Waldseen bis hin zu großen Gewässern wie den Uckerseen bei Prenzlau. Fast alle sind naturbelassen und ideal zum Schwimmen, Kanufahren oder Angeln.

Was kann man in der Uckermark unternehmen?
Radfahren, Wandern, Kanufahren, Baden, Reiten und Vogelbeobachtung – die Uckermark bietet aktiven Urlaubern alles. Kulturell lohnen sich Kloster Chorin, die Prenzlauer Altstadt, Schloss Boitzenburg und der Nationalpark Unteres Odertal.

Wann ist die beste Reisezeit?
April bis Oktober – dann sind Seen, Natur und Freiluft-Aktivitäten am schönsten. Im Herbst überzeugt die Uckermark mit goldenen Wäldern und dem Kranichzug. Im Winter genießt man die stille, schneebedeckte Landschaft ganz für sich.

Die Uckermark ist eine Region, die man erleben muss – am besten mit einem komfortablen Quartier als Ausgangsbasis. Die Hotels in der Region bieten von gemütlichen Seehotels bis hin zu Landgasthöfen alles für einen erholsamen Aufenthalt in der brandenburgischen Seenlandschaft. Wer die Uckermark einmal kennengelernt hat, kehrt immer wieder zurück.

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