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Liebenwalde – Natur und Erholung in Brandenburg
Liebenwalde
Nördlich von Berlin, eingebettet zwischen der Oberen Havel und dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, liegt Liebenwalde – ein kleines Städtchen im Landkreis Oberhavel, das mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Sieben Seen umgeben die Stadt, dazu kommen schiffbare Kanäle, weite Wälder und ein naturnahes Umfeld, das Erholungssuchende, Wassersportler und Naturliebhaber gleichermaßen anzieht.
Was Liebenwalde ausmacht, ist seine Ruhe und Ursprünglichkeit. Hier gibt es keine Touristenströme, keine überfüllten Promenaden – stattdessen Stille auf dem Wasser, Vogelgezwitscher im Wald und die Möglichkeit, wirklich abzuschalten. Die Stadt ist schnell von Berlin erreichbar, liegt aber weit genug weg, um das Großstadtgetümmel wirklich hinter sich zu lassen.
Ob ihr einen Tagesausflug plant, mit dem Kanu die Wasserstraßen erkunden wollt oder einfach einen Ort sucht, an dem die Zeit langsamer läuft – Liebenwalde ist ein echtes Geheimtipp-Ziel in der Brandenburgischen Seenlandschaft. Die Umgebung bietet Radfahren, Wandern, Kanutourismus und unvergessliche Begegnungen mit der Natur, die so nur in dieser Region Deutschlands möglich sind.
Finowkanal und Wasserwege – Paddeln in Brandenburg
Rund um Liebenwalde liegt eines der reizvollsten Wassersportgebiete Brandenburgs. Der Finowkanal – auch liebevoll „Langer Trödel" genannt – ist eine historische Wasserstraße, die auf über 10 Kilometern Länge frei von Motorbooten bleibt. Wer hier mit dem Kanu oder Kajak unterwegs ist, erlebt Natur pur: Stille auf dem Wasser, Vogelstimmen im Ufergebüsch und die Spiegelungen der Bäume auf der Wasseroberfläche.
Ab der Marina Liebenwalde (Berliner Str. 45a) lässt sich der Finowkanal bis zur Zerpenschleuse bepaddeln. Wer mehr erleben möchte, wählt die Obere-Havel-Wasserstraße: Von hier aus ist es möglich, auf Mehrtagestouren bis nach Zehdenick, Fürstenberg/Havel oder sogar bis zur Müritz zu paddeln – Brandenburgs Seenlandschaft in ihrer schönsten Form.
Die Marina verleiht Kajaks und Kanadier in verschiedenen Größen, darunter Familienkajaks für 2+1 Personen. Schwimmwesten für Kinder, Packsäcke und Gepäcktonnen sind inklusive. Auch für Kanueinsteiger ist das Revier ideal, denn die ruhigen Gewässer verzeihen kleine Fehler und belohnen mit unvergesslichen Naturmomenten.
Wassersport rund um Liebenwalde auf einen Blick
| Route | Länge | Schwierigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Langer Trödel (Finowkanal) | ca. 10 km | leicht | Motorbootfrei |
| Obere Havel bis Zehdenick | ca. 25 km | leicht | Seenlandschaft |
| Obere Havel bis Fürstenberg | ca. 50 km | mittel | Mehrtagestouren |
| Seenkette Liebenwalde | variabel | leicht | 7 verbundene Seen |
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Die Liebenthaler Pferdeherde
Eine der außergewöhnlichsten Naturattraktionen in der Region Liebenwalde ist die Liebenthaler Pferdeherde – eine halbwilde Pferdepopulation, die frei in der Natur lebt und eine faszinierende Geschichte trägt. Seit den 1960er-Jahren versuchte der Verhaltensforscher Jürgen Zutz, Fjordpferde zum ausgestorbenen Waldtarpan zurückzuzüchten. Nach seinem Tod 1996 wurden die Tiere in der Gemeinde Liebenthal angesiedelt und nach ihrem neuen Heimatort benannt.
Heute lebt die Herde in mehreren Familiengruppen mit je einem Leithengst – natürlich, ursprünglich und frei. Geführte Besuche sind auf Voranmeldung möglich und gehören zu den emotionalsten Erlebnissen, die diese Region zu bieten hat. Wer einmal eine der Familiengruppen in freier Wildbahn beobachtet hat, versteht, warum die Liebenthaler Pferde so viele Menschen berühren.
Das Haus der Hundert Pferde, das 2002 eingeweiht wurde, bietet umfangreiche Informationen zur Geschichte der Herde und zur Rückzüchtung des Waldtarpans. Ein Besuch lohnt sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.
Was macht Liebenwalde so besonders?
Liebenwalde ist kein Touristenort – und genau das ist seine Stärke. Während andere Orte rund um Berlin von Ausflüglern bevölkert werden, hat Liebenwalde seine Ruhe bewahrt. Es ist ein Ort, an dem Natur und Alltag noch eng miteinander verbunden sind. Die Kombination aus Wasserstraßen, Wäldern, kulturhistorischen Stätten und der einzigartigen Pferdeherde macht ihn zu einem Ziel, das man nicht auf Anhieb erwartet – aber nach dem Besuch nicht mehr vergisst.
Hinzu kommt die geografisch günstige Lage: Liebenwalde liegt im Dreieck zwischen der Schorfheide (UNESCO-Biosphärenreservat), dem Templiner Seengebiet und der Oberhavel. Von hier aus lassen sich zahlreiche Ausflugsziele bequem erreichen – und man kehrt abends immer wieder in die stille Mitte zurück.
Geschichte und Stadtbild
Liebenwalde hat eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Die Stadt erhielt 1375 erstmals das Stadtrecht und war einst ein wichtiger Knotenpunkt im Handelsnetz der Region. Die evangelische Stadtkirche St. Maria prägt noch heute das historische Ortsbild und ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Stadt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Liebenwalde durch den Bau des Finowkanals und die Anbindung an das Eisenbahnnetz. Heute ist die Stadt Teil des Amtes Liebenwalde im Landkreis Oberhavel und gilt als beliebter Ausgangspunkt für Naturerlebnisse in der Region. Das beschauliche Stadtbild mit seinen Fachwerkhäusern, dem historischen Marktplatz und der lebendigen Dorfgemeinschaft vermittelt das echte Gesicht der märkischen Kleinstadtkultur.
Ausflüge in die Umgebung
Von Liebenwalde aus ist die gesamte nördliche Brandenburger Seenlandschaft in kurzer Zeit erreichbar. Ein paar Ausflugsziele, die sich besonders lohnen:
- Schorfheide-Chorin Biosphärenreservat: Direkt vor der Tür liegt eines der größten Schutzgebiete Deutschlands – ideal zum Wandern und Radfahren durch urwüchsige Wälder und stille Moorlandschaften.
- Templin: Die historische Fachwerkstadt und ihre berühmte Natur-Therme sind nur wenige Kilometer entfernt und lassen sich gut als Halbtagesausflug kombinieren.
- Zehdenick: Die Ziegeleistadt an der Havel bietet interessante Industriekultur und liegt direkt an der Kanuhauptstrecke Richtung Norden.
- Sachsenhausen (Oranienburg): Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers ist ein wichtiger historischer Ort und etwa 30 km südlich von Liebenwalde gelegen.
Wer Liebenwalde als Basis für mehrere Tage nutzt, wird merken, dass die Region schier endlose Möglichkeiten bietet – und dass die Entscheidung, wohin es geht, von Tag zu Tag schwerer fällt.
Robustrinderhof: Landwirtschaft zum Anfassen
Ein weiteres Highlight in der näheren Umgebung ist der Robustrinderhof „Unsere kleine Farm". Hier können Kinder und Erwachsene die Landwirtschaft hautnah erleben: Mit dem Bullen-Express zu den Weiden fahren, Border Collies bei der Arbeit beobachten, Zicklein füttern und regionale Rindfleischprodukte aus dem Hofladen mitnehmen. Der Hof veranstaltet regelmäßig Saisonfeste wie Frühlingsfest, Schlachtfest und Weihnachtsmarkt. Besuche auf Voranmeldung unter 033051-26152. Hunde sind ausdrücklich willkommen.
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Rund um Liebenwalde: Tipps und praktische Infos
Wer Liebenwalde besuchen möchte, findet hier die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:
| Information | Details |
|---|---|
| Lage | Landkreis Oberhavel, Brandenburg, ca. 55 km nördlich von Berlin |
| Beste Reisezeit | Frühling bis Herbst (April bis Oktober) – ideal für Wassersport und Radfahren |
| Besondere Highlights | Finowkanal, Liebenthaler Pferdeherde, Seenkette, Robustrinderhof |
| Aktivitäten | Kanufahren, Radwandern, Wandern, Naturbeobachtung, Angeln |
| Besucherdauer | Tagesausflug oder 2–3 Nächte für entspanntes Naturerlebnis empfohlen |
Anreise nach Liebenwalde
Mit dem Auto: Über die A10 (Berliner Ring) Ausfahrt Oranienburg, dann weiter über die B167 Richtung Liebenwalde – Fahrzeit ab Berlin ca. 50 Minuten.
Mit der Bahn: S-Bahn bis Oranienburg, weiter mit dem Regionalbus Richtung Liebenwalde. Alternativ: Regionalbahn ab Lichtenberg nach Oranienburg (ca. 40 Min.) und Bus.
Mit dem Rad: Liebenwalde liegt am Havel-Radweg und ist gut per Radtour aus der Region erreichbar – für Radreisende ein idealer Zwischenstopp.
FAQ: Häufige Fragen zu Liebenwalde
Geheimtipp: Der Lange Trödel im Morgengrauen
Wer wirklich das Besondere von Liebenwalde erleben möchte, sollte früh aufstehen: Eine Paddeltour auf dem Langen Trödel (Finowkanal) kurz nach Sonnenaufgang ist ein Erlebnis, das sich tief einprägt. Der Morgennebel hängt über dem Wasser, Graureiher stehen regungslos am Ufer, und für Stunden ist man ganz allein auf dem Kanal. Kein Motorenlärm, kein Trubel – nur Wasser, Wald und Stille. Wer einen Schlafsack und etwas Mut mitbringt, übernachtet auf einer der kleinen Wasserwandererrastplätze direkt am Kanal – und wacht morgens auf, als wäre man hundert Kilometer vom nächsten Menschen entfernt. Das ist der echte Zauber von Liebenwalde.