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Steinerne Brücke
Bild: © Regensburg Tourismus GmbH, Peter Ferstl
Wer in Regensburg ankommt und zum ersten Mal über die Steinerne Brücke läuft, versteht sofort, warum diese Stadt so viele Menschen begeistert. Unter den Füßen: jahrhundertealtes Pflaster. Vor den Augen: der silbrig glitzernde Strom der Donau, flankiert von Türmen und Giebeln, die seit dem Mittelalter kaum verändert scheinen. Die Steinerne Brücke ist nicht einfach ein Bauwerk – sie ist ein Tor in die Geschichte.
Erbaut zwischen 1135 und 1146, ist sie die älteste erhaltene steinerne Brücke Deutschlands und seit 2006 Teil des UNESCO-Welterbes "Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof". Kostenlos zugänglich, rund um die Uhr geöffnet und für jedes Alter ein Erlebnis – kein Wunder, dass sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns zählt.
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Geschichte der Steinernen Brücke
Im Sommer 1135 rammten Handwerker die ersten Eichenpfähle ins Donaubett – mitten in einer außergewöhnlichen Trockenperiode, die den Wasserstand der Donau auf ein historisches Tief sinken ließ. Was folgte, war ein Bauprojekt von damals epischem Ausmaß: Rund elf Jahre lang arbeiteten Steinmetze, Zimmerleute und Tagelöhner an dem Übergang, der Regensburg vom Kaufmannsort zur Drehscheibe des mittelalterlichen Europas machen sollte.
Die Auftraggeber waren vermutlich Regensburger Kaufleute, gefördert vom bayerischen Herzog Heinrich dem Stolzen. Ihr Kalkül ging auf: Die Steinerne Brücke war über Jahrhunderte der einzige feste Donauübergang zwischen Ulm und Wien – ein Monopol, das enorme Mauteinnahmen in die Stadtkasse spülte. Wer Güter über die Donau befördern wollte, musste hier passieren, hier zahlen, hier Rast machen.
Die Brücke erlebte Überschwemmungen, Kriege und Belagerungen. Im Dreißigjährigen Krieg war sie strategischer Engpass. Im Zweiten Weltkrieg blieb sie – anders als viele andere historische Brücken – nahezu unbeschadet. Nach einer aufwändigen Sanierung von 2010 bis 2018, die rund 20 Millionen Euro kostete, präsentiert sie sich heute in neuem Glanz: Die Kopfsteinpflaster-Oberfläche wurde durch gleichmäßige Steinplatten ersetzt, barrierefrei und kinderwagenfreundlich.
Wer die Geschichte der Region vertiefen möchte: Nur wenige Kilometer donauaufwärts thront die Walhalla bei Donaustauf, der bayerische Ruhmestempel über dem Donautal.
Bild: © Regensburg Tourismus GmbH, Krouglov
Architektur: Ein Meisterwerk des Mittelalters
315 Meter Länge, 15 sichtbare Bögen, 14 massive Steinpfeiler – die Zahlen der Steinernen Brücke klingen nüchtern, doch in der Realität verschlägt einem das Bauwerk schlicht den Atem. Jeder der Bögen überspannt eine Distanz von 10 bis 17 Metern, jeder Pfeiler ist 6 bis 8 Meter breit. Das Ganze wurde ohne Baukran, ohne Bagger, ohne Stahl errichtet – nur mit Handarbeit, Kalkstein aus der Oberpfalz und dem Knowhow mittelalterlicher Baumeister, deren Namen uns die Geschichte nicht überliefert hat.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Bauzeit | 1135 – 1146 (ca. 11 Jahre) |
| Gesamtlänge | ca. 315–330 Meter |
| Breite | 6,40 – 7,10 Meter |
| Anzahl Bögen | 15 sichtbar (ursprünglich 16) |
| Bogenlichten | 10 – 17 Meter |
| Pfeilerbreite | 6 – 8 Meter |
| Material | Kalkstein (Donaukalk) |
| Sanierung | 2010 – 2018 (ca. 20 Mio. Euro) |
| UNESCO-Welterbe | seit 2006 |
Besonders sehenswert ist der mittelalterliche Brückenturm auf der Stadtamhofer Seite – er erinnerte einst an ein Stadttor und markierte die Grenze zwischen Regensburg und dem damals eigenständigen Stadtamhof. An der Südseite ist ein Bogen durch den sogenannten Amberger Stadel überbaut, weshalb heute nur noch 15 der ursprünglich 16 Bögen sichtbar sind – ein Detail, das die meisten Besucher erst beim zweiten Hinsehen bemerken.
Was kann man an der Steinernen Brücke erleben?
Die Steinerne Brücke ist kein Museum – sie ist eine lebendige Straße über die Donau. Genau das macht sie besonders: Man spaziert hier nicht an einem Exponat vorbei, man ist Teil davon. Jedes Jahr schreiten Hunderttausende über die gleichen Steine, auf denen einst mittelalterliche Kaufleute, Kreuzritter und Bischöfe marschierten.
- Spazieren und Flanieren: Die Brücke ist seit 1997 für private Pkw gesperrt – zum Glück. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad lässt sie sich in aller Ruhe erkunden.
- Historische Wurstkuchl: Direkt am südlichen Brückenkopf liegt die Historische Wurstkuchl, eine der ältesten Bratwurstspeisereien der Welt (urkundlich erwähnt 1146). Hier gibt es Regensburger Bratwürste mit Sauerkraut und Meerrettich – draußen, an der Donau, bei jedem Wetter.
- Brückenturm: Der mittelalterliche Brückenturm auf der Stadtamhofer Seite lässt sich von außen besichtigen und bietet ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Befestigungsarchitektur.
- Fotografie: Der Blick von der Brücke auf den Dom St. Peter und die Altstadt gehört zu den ikonischsten Stadtpanoramen Deutschlands. Vor allem in der Abendstunde, wenn die Altstadt golden leuchtet, ist es atemberaubend.
- Donaupromenade: Vom Brückenfuß aus lässt sich wunderbar entlang des Donauufers schlendern – Richtung Regensburger Stadtpark oder hinüber nach Stadtamhof, dem kleinen Künstlerviertel auf der anderen Flussseite.
Besonders empfehlenswert: der Besuch zu unterschiedlichen Tageszeiten. Morgens um sechs, wenn die Sonne schräg übers Wasser schimmert und Regensburg noch schläft, gehört die Brücke ganz dir allein.
Bild: © Regensburg Tourismus GmbH, Krouglov
Sehenswürdigkeiten rund um die Steinerne Brücke
Wer an der Steinernen Brücke steht, befindet sich im Herzen eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbilder Europas. Die Regensburger Altstadt lädt zu einem ausgedehnten Bummel ein, bei dem Geschichte an jeder Ecke lauert.
- Dom St. Peter: Das gotische Wahrzeichen der Stadt, unmittelbar hinter der Altstadtkulisse. Die Regensburger Domspatzen – einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands – singen hier regelmäßig die Messen.
- Altes Rathaus und Reichssaal: Hier tagte der Immerwährende Reichstag von 1663 bis 1806 – eines der ältesten Parlamente der Welt. Tägliche Führungen sind buchbar.
- Porta Praetoria: Die römischen Steintore aus dem 2. Jahrhundert, direkt neben dem Dom. Regensburg war als "Castra Regina" einst ein bedeutendes Lager des Römischen Reichs.
- Schloss Thurn und Taxis: Residenz des Fürstenhauses Thurn und Taxis mit imposanten Prunkräumen und einem der schönsten Kreuzgänge Deutschlands.
- Stadtamhof: Das kleine Künstlerviertel direkt auf der anderen Seite der Steinernen Brücke – Cafés, Galerien und ein ganz eigener Charme abseits der großen Touristenströme.
Wer mehr von der Donau sehen möchte, dem sei ein Ausflug in den Donaudurchbruch bei Kelheim empfohlen – eine der wildesten Flusslandschaften Bayerns. Auch eine Donaukreuzfahrt lässt sich von Regensburg aus wunderbar beginnen.
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Geheimtipp: Die frühe Stunde gehört dir
Regensburg gehört zu den meistbesuchten Städten Bayerns – und die Steinerne Brücke ist in der Hochsaison entsprechend gut besucht. Wer trotzdem das Gefühl haben möchte, die Brücke für sich allein zu haben, sollte einfach früh aufstehen.
Zwischen sechs und acht Uhr morgens liegt die Brücke im Morgenlicht, die Donau glitzert silbrig, und es sind kaum Touristen unterwegs. Jogger, Radfahrer, ein paar Einheimische auf dem Weg zur Bäckerei – das ist der echte Regensburger Alltag. Das beste Fotomotiv des Jahres entsteht übrigens im Herbst, wenn Morgennebel über der Donau hängt und die Steinerne Brücke wie aus einer anderen Zeit wirkt.
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Häufige Fragen zur Steinernen Brücke
Ist die Steinerne Brücke kostenlos zugänglich?
Ja! Der Besuch der Steinernen Brücke ist vollkommen kostenlos – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Seit der Sanierung 2018 ist sie zudem barrierefrei und kinderwagenfreundlich.
Wie alt ist die Steinerne Brücke?
Erbaut von 1135 bis 1146 – die Steinerne Brücke ist über 880 Jahre alt und gilt als älteste erhaltene steinerne Brücke Deutschlands.
Kann man mit dem Auto über die Steinerne Brücke fahren?
Nein. Seit 1997 ist die Brücke für private Pkw gesperrt, seit 2008 auch für Busse und Taxis. Heute ist sie exklusiv Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.
Ist die Steinerne Brücke Teil des UNESCO-Welterbes?
Ja, seit 2006 gehört die Steinerne Brücke zum UNESCO-Welterbe "Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof" – einem der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtensembles Europas.
Wie komme ich zur Steinernen Brücke?
Die Steinerne Brücke liegt im Herzen der Regensburger Altstadt und ist vom Hauptbahnhof in ca. 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Mit Bus oder Straßenbahn halten mehrere Linien am Arnulfsplatz oder Domplatz.
Was gibt es an der Steinernen Brücke zu essen?
Direkt am südlichen Brückenkopf liegt die Historische Wurstkuchl – eine der ältesten Bratwurstspeisereien der Welt (erwähnt 1146). Regensburger Bratwürste mit Sauerkraut und Meerrettich sind hier das absolute Pflichtprogramm.
Steinerne Brücke Regensburg
Adresse: Steinerne Brücke, 93047 Regensburg
Eintritt: kostenlos
Öffnungszeiten: 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr zugänglich
PKW-Zufahrt: gesperrt seit 1997 (Fußgänger & Radfahrer frei)
Barrierefrei: ja (seit Sanierung 2018)
UNESCO-Welterbe: seit 2006
Anreise: ca. 15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Regensburg