Donauufer Regensburg

Donauufer Regensburg – Geschichte, Tipps & Highlights

Es gibt Orte, an denen die Geschichte regelrecht aus dem Boden wächst – und das Regensburger Donauufer ist einer davon. Hier, wo die Donau einen leichten Bogen um die Altstadt schlägt, begann vor fast 2.000 Jahren die Geschichte einer der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches. Kaiser Marcus Aurelius ließ an genau dieser Stelle das römische Legionslager Castra Regina errichten, und wer heute an der Steinernen Brücke steht und auf das glitzernde Wasser schaut, spürt noch immer etwas von dieser Jahrhunderte alten Energie.

Das Donauufer ist das Herzstück von Regensburg – kostenlos zugänglich, rund um die Uhr geöffnet und in jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Ob du Stadtgeschichte schnuppern, gemütlich flanieren, eine Donauschifffahrt unternehmen oder einfach mit einem Bratwürschtl von der Historischen Wurstkuchl auf der Brücke sitzen willst: Hier ist alles möglich, alles nah, alles echt.

Geschichte des Regensburger Donauufers

Die Geschichte des Regensburger Donauufers beginnt nicht im Mittelalter – sie beginnt bei den Römern. Um 179 n. Chr. errichteten sie hier die Festung Castra Regina, strategisch platziert an der nördlichsten schiffbaren Stelle der Donau. Regensburg war jahrhundertelang die nördlichste dauerhaft bewohnte römische Garnisonsstadt nördlich der Alpen.

Doch die wirklich prägende Epoche kam später: Im Hochmittelalter stieg Regensburg zur bedeutendsten Stadt des Reiches auf – nicht trotz, sondern wegen der Donau. Als die Steinerne Brücke zwischen 1135 und 1146 gebaut wurde, war sie der einzige feste Donauübergang zwischen Ulm und Wien. Wer Waren transportieren wollte, musste hier passieren – und Maut zahlen. Das machte Regensburg reich, mächtig und zu einem der bedeutendsten Handelszentren Europas.

Zwei Kreuzzüge brachen vom Regensburger Donauufer auf: Kaiser Friedrich Barbarossa versammelte hier seine Heere. Die Steinerne Brücke war Wahrzeichen und Symbol zugleich. Heute erinnert das UNESCO-Welterbe Steinerne Brücke an diese glanzvolle Vergangenheit.

EpocheEreignis am Donauufer
ca. 179 n. Chr.Gründung des römischen Lagers Castra Regina
739 n. Chr.Bischofssitz Regensburg – kirchliches Zentrum Bayerns
1135–1146Bau der Steinernen Brücke – einziger Donauübergang auf 500 km
12. Jh.Regensburg als bedeutendste Handelsstadt des Reiches
1663–1806Immerwährender Reichstag – erstes deutsches Dauerparlament
2006UNESCO-Welterbe: Altstadt Regensburg mit Stadtamhof

Bild: © Regensburg Tourismus GmbH / Peter Ferstl

Was erwartet dich am Regensburger Donauufer?

Das Donauufer Regensburg ist kein Museum, das man einmal abgehakt hat – es ist ein lebendiger Ort, der bei jedem Besuch anders wirkt. Morgens gehört er den Joggern und Frühaufstehern, mittags den Touristen, abends den Einheimischen. Und das ist genau das Schöne daran.

  • Steinerne Brücke überqueren: Fußgänger- und Radfahrerbrücke – kein Eintritt, 24 Stunden zugänglich. Der Blick auf Altstadt und Dom ist ein Muss.
  • Historische Wurstkuchl: Direkt am südlichen Brückenkopf. Bratwürste vom Holzkohlegrill mit Sauerkraut und Meerrettich – seit über 500 Jahren. Draußen auf Bierbänken direkt an der Donau.
  • Donaupromenade entlangschlendern: Der Uferweg führt von der Steinernen Brücke Richtung Stadtpark oder hinüber nach Stadtamhof – mit wechselnden Blicken auf die Altstadt.
  • Donauschifffahrt: Zwei Reedereien starten direkt am Brückenkopf. Kurzrundfahrten (45 Min.) oder große Tagesausflüge zur Walhalla oder zum Donaudurchbruch.
  • Stadtamhof erkunden: Auf der anderen Seite der Brücke: charmantes Künstlerviertel, weniger Touristen, echter Biergarten am St.-Katharinen-Platz.
  • Fotografie: Bestes Motiv: Blick vom Nordufer zurück auf Brücke, Altstadt und Dom – besonders im Morgen- oder Abendlicht atemberaubend.
  • Donauradweg: Einer der beliebtesten Radfernwege Europas führt direkt am Ufer entlang.
AktivitätKostenDauer
Steinerne Brückekostenlos20–40 Min.
Historische Wurstkuchlab ca. 5 €30–60 Min.
Donaupromenadekostenlos1–2 Stunden
Donau-Kurzrundfahrtca. 12–15 €45–50 Min.
Walhalla-Schifffahrtca. 18–22 €ca. 2–3 Stunden
Stadtamhof Bummelkostenlosnach Belieben

Donauschifffahrt & Ausflüge ab Regensburg

Direkt am Donauufer, Schulter an Schulter mit der Historischen Wurstkuchl, starten zwei Reedereien zu Donaufahrten. Der Abfahrtspunkt: Marc-Aurel-Ufer / Thundorferstraße 6 – benannt nach dem römischen Kaiser, der an diesem Fluss einst Geschichte schrieb.

Donauschifffahrt Wurm & Noé

  • Strudel-Rundfahrt (Bruckmadl): ca. 45 Minuten
  • Walhalla-Fahrt: ca. 2 Stunden donauabwärts
  • Saison: April bis Oktober, täglich
  • Besonderheit: Schiffe mit über 1 Million Swarovski-Kristallen besetzt

Personenschifffahrt Klinger

  • Strudel-Rundfahrt: ca. 50 Minuten
  • Walhalla mit Halt: ca. 3 Stunden
  • Weitere Ziele: Weltenburg, Bach, Kelheim
  • Saison: April bis Oktober

Besonders empfehlenswert: die Walhalla-Fahrt. Der von König Ludwig I. erbaute griechische Tempel thront auf einem Felsen über der Donau bei Donaustauf – per Schiff erlebt man die Annäherung mit wachsender Dramatik. Mehr zur Walhalla bei Regensburg findest du in unserem Reiseführer.

Für Naturliebhaber lohnt sich der Donaudurchbruch bei Kelheim, wo die Donau sich durch bis zu 80 Meter hohe Kalkfelsen zwängt – Bayerns ältestes Naturschutzgebiet und absolut beeindruckend.

Bild: © Regensburg Tourismus GmbH / Krouglov

Sehenswürdigkeiten rund um das Donauufer

Wer am Donauufer steht, befindet sich mitten in einem der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbilder Europas. Das UNESCO-Welterbe umfasst über 980 Denkmäler – kein Wunder, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll.

SehenswürdigkeitEntfernung vom UferEintritt
Steinerne Brückedirekt am Uferkostenlos
Historische Wurstkuchldirekt am Uferab ca. 5 € (Speisen)
Dom St. Peterca. 5 Gehminutenkostenlos
Porta Praetoria (röm. Tor, 2. Jh.)ca. 5 Gehminutenkostenlos
Altes Rathaus / Reichssaalca. 7 GehminutenFührungen ab ca. 5 €
Schloss Thurn und Taxisca. 10 Gehminutenab ca. 13 €
Stadtamhof (Künstlerviertel)über die Brückekostenlos

Dom St. Peter

Bayerns einzige gotische Kathedrale überragt die Altstadt mit 105 Meter hohen Türmen. Die Regensburger Domspatzen – gegründet 975 n. Chr., einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands – singen regelmäßig die Gottesdienste. Ein Besuch während einer Messe mit Chorgesang ist unvergesslich.

Porta Praetoria

Direkt neben dem Dom stehen römische Steintore aus dem 2. Jahrhundert – bestens erhalten, frei zugänglich. Die Porta Praetoria war das nördliche Haupttor des Legionslagers und zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Deutschlands.

Altes Rathaus und Reichssaal

Von 1663 bis 1806 tagte hier der Immerwährende Reichstag – das erste dauerhafte Parlament im deutschsprachigen Raum. Der Reichssaal ist original erhalten und täglich für Führungen geöffnet.

Regensburg ist ideal als Kurzurlaub oder verlängertes Wochenende – die Stadt ist kompakt, gut zu Fuß zu erkunden und dank der Nähe zu München (90 Minuten per ICE) leicht erreichbar. Wer zwei Nächte bleibt, kann Donauufer, Altstadt, eine Schifffahrt und die Umgebung in Ruhe erleben.

Donauufer Regensburg – praktische Infos
Adresse: Steinerne Brücke / Thundorferstraße, 93047 Regensburg
Eintritt Donauufer: kostenlos, 24 Stunden zugänglich
Schifffahrt (Saison): April bis Oktober täglich
Historische Wurstkuchl: täglich ca. 10–17 Uhr (saisonal)
Anreise: ca. 15 Min. Fußweg vom Hauptbahnhof Regensburg
Mit dem Auto: Park & Ride empfohlen (Altstadt weitgehend gesperrt)
Tourist-Info: Rathausplatz 4, Mo–Sa 9:30–18:00, So 9:30–16:00

Geheimtipp: Das Stadtamhof-Viertel

Wer die Steinerne Brücke überquert und auf der Nordseite der Donau weitergeht, landet in Stadtamhof – und viele Regensburg-Besucher wissen gar nicht, dass es dieses Viertel gibt. Das ist ihr Pech und dein Glück.

Stadtamhof liegt auf einer Insel zwischen zwei Donauarmen und war jahrhundertelang eine eigene Stadt (erst 1924 eingemeindet). Der Charakter ist geblieben: Hier gibt es keine Souvenirläden, kein überfülltes Pflaster, keine Warteschlange vor der Bratwurst-Bude. Stattdessen: Cafés mit Stammgästen, Galerien in alten Gemäuern, einen echten Biergarten am St.-Katharinen-Platz und die Ruhe, die die Altstadt-Touristen auf der anderen Seite lassen.

Der allerbeste Tipp: Komm um 7 Uhr morgens an die Brücke, wenn die Donau noch im Morgendunst liegt und die ganze Stadt zu schlafen scheint. Der Blick von der Steinernen Brücke auf Altstadt und Dom im ersten Morgenlicht – das ist Regensburg in seiner schönsten Form. Ohne Gedränge, ohne Lärm, nur du und 880 Jahre Baugeschichte.

Für alle, die auch andere historische Städte Deutschlands entdecken möchten: Unsere Städtereisen in Deutschland bieten passende Kurzurlaubspakete.

Häufige Fragen zum Donauufer Regensburg

Kostet der Besuch am Donauufer Regensburg etwas?

Nein! Das Donauufer und die Steinerne Brücke sind kostenlos und täglich rund um die Uhr zugänglich. Für Donauschifffahrten (ca. 12–22 €), Führungen und die Historische Wurstkuchl fallen Kosten an – aber der Spaziergang und der Blick kosten gar nichts.

Wie weit ist das Donauufer vom Bahnhof Regensburg entfernt?

Ca. 15 Gehminuten – über Maximilianstraße und Gesandtenstraße direkt zur Steinernen Brücke. Wer lieber Bus fährt: Linien Richtung Domplatz oder Arnulfsplatz.

Kann ich mit dem Auto direkt ans Donauufer fahren?

Direkt ans Ufer nicht – die Regensburger Altstadt ist weitgehend für PKW gesperrt. Besser: Park & Ride am Stadtrand nutzen und die letzten Kilometer zu Fuß oder per Stadtbus zurücklegen.

Wann fahren die Donauschiffe ab?

In der Hauptsaison (April–Oktober) täglich. Kassen öffnen meist gegen 9:30–10:00 Uhr. Abfahrt immer am Marc-Aurel-Ufer / Thundorferstraße 6, direkt neben der Historischen Wurstkuchl.

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