Regensburger Dom St. Peter

Regensburger Dom St. Peter – Gotisches Wahrzeichen der UNESCO-Altstadt

Bild: © Peter Ferstl / Regensburg Tourismus GmbH

Wer einmal vor dem Regensburger Dom St. Peter steht und den Blick die 105 Meter hohen Türme hinaufwandert, versteht sofort: Hier wurde für die Ewigkeit gebaut. Seit fast 800 Jahren überragt die gotische Kathedrale die Dächer der Altstadt von Regensburg, die 2006 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet wurde. Der Dom ist das spirituelle und architektonische Herzstück der ältesten mittelalterlichen Großstadt Deutschlands – und der Eintritt ist kostenlos.

Ob du ein Freund gotischer Architektur bist, die farbenprächtigen mittelalterlichen Glasfenster bewunderst oder einfach den Klang der weltberühmten Regensburger Domspatzen an einem Sonntagmorgen erleben möchtest: Der Dom St. Peter lässt niemanden unbeeindruckt. Hier liegt Geschichte spürbar in der Luft – und im Sandstein.

Regensburg gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Europas – und der Dom ist ihr steinernes Herzstück. Mehr als 800 Jahre Baugeschichte, unzählige Kunstschätze und ein Welterbetitel: Der Dom St. Peter ist mehr als eine Kirche. Lass dich von seiner Geschichte begeistern.

Geschichte des Regensburger Doms – fast 800 Jahre Gotik

Die Geschichte des Regensburger Doms beginnt nicht erst im Hochmittelalter. Bereits 788 n.Chr. ist an dieser Stelle eine ecclesia sancti Petri urkundlich belegt. Mehrfach brannten Vorgängerbauten nieder – zuletzt 1272/73, als ein verheerendes Feuer den alten romanischen Dom vernichtete. Aus dieser Katastrophe heraus entstand 1275 der kühne Beschluss: ein gotischer Neubau nach dem Vorbild der großen französischen Kathedralen.

600 Jahre Bauzeit – von der Gotik zur Neugotik

Was leicht gesagt ist, dauerte über sechs Jahrhunderte. Die Grundsteinlegung erfolgte 1275/76 unter Bischof Leo dem Tundorfer. Doch erst 1872 wurden die markanten Turmhelme vollendet – auf Betreiben von König Ludwig I., der den Dom nach neugotischen Vorstellungen vollenden ließ. Zwischen diesen Daten liegen Phasen des Baueifers und des Stillstands: Die Reformation, wirtschaftliche Krisen und der Dreißigjährige Krieg hinterließen ihre Spuren. Erstaunlicherweise überstand der Dom beide Weltkriege nahezu unbeschädigt.

Moderne Akzente im alten Gemäuer

Seit 1923 sorgt die Dombaumeisterwerkstatt für die fortlaufende Pflege des gotischen Meisterwerks. Ein besonderer Meilenstein: 2009 erhielt der Dom erstmals in seiner gesamten Baugeschichte eine große Orgel – die Rieger-Orgel, deren Klang die Weite des 31 Meter hohen Mittelschiffs vollständig ausfüllt. Wer eine Orgelmesse erlebt, versteht, warum Kathedralen als klingende Architektur bezeichnet werden.

Was macht den Regensburger Dom so besonders?

Die schiere Größe des Doms beeindruckt zunächst: 85,40 Meter Länge, 34,80 Meter Breite, 31,85 Meter Höhe im Mittelschiff und 105 Meter hohe Türme. Doch was den Dom wirklich unverwechselbar macht, sind seine einzigartigen Kunstschätze.

Die mittelalterlichen Glasfenster – 1.100 Kunstwerke aus Licht

Rund 1.100 mittelalterliche Glasfelder haben die Jahrhunderte überstanden – eine der umfangreichsten Sammlungen ihrer Art in ganz Europa. Die ältesten Fenster stammen aus der Zeit um 1220/30, die jüngsten mittelalterlichen entstanden um 1400. Sie erzählen in leuchtendem Rot, Blau und Gold von Heiligenlegenden, Genealogien Christi und biblischen Geschichten. Wer mit etwas Abstand durch das Langhaus blickt, versteht, warum gotische Kathedralen als Bibeln aus Licht bezeichnet werden.

Der Lachende Engel – Regensburgs heimlicher Stadtpatron

An den westlichen Vierungspfeilern findet sich eine der schönsten Skulpturengruppen des deutschen Mittelalters: die Verkündigungsgruppe von Meister Ludwig (um 1280). Der Lachende Engel gehört zu den bekanntesten mittelalterlichen Plastiken Deutschlands – sein offenes Lächeln ist so zeitlos wie rätselhaft. Kein Wunder, dass er zum inoffiziellen Maskottchen Regensburgs geworden ist. Er thront im Inneren des Doms an den westlichen Vierungspfeilern – nicht zu übersehen.

Die Westfassade – 250 Figuren in Stein

Die Westfassade mit ihren fast 250 figürlichen Darstellungen ist ein mittelalterliches Bilderbuch: Heilige, Drachen, Dämonen, Löwen und Affen bevölkern das Mauerwerk. Wer Zeit hat, die Figuren einzeln zu betrachten, wird stundenlang fasziniert sein. Tipp: Von unten nach oben schauen – in den oberen Bereichen verstecken sich Darstellungen, die durchaus ein Schmunzeln hervorrufen.

Der Domschatz – Goldschmiedekunst des Mittelalters

Neben Dom und Glasfenstern beherbergt Regensburg einen der bedeutendsten Domschätze Deutschlands: kostbare Goldschmiedearbeiten, illuminierte Handschriften und liturgische Gewänder aus vielen Jahrhunderten. Der Domschatz wird derzeit neu gestaltet und eröffnet 2027 als Teil des neuen Kunstquartiers am Dom an sechs Standorten in der Altstadt.

Bild: © Regensburg Tourismus GmbH

Kann man den Regensburger Dom kostenlos besichtigen?

Ja! Der Eintritt in den Dom St. Peter ist für alle Besucher kostenlos – Spenden sind natürlich willkommen. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit:

Zeitraum Öffnungszeiten
November – März 6:30 – 17:00 Uhr
April, Mai & Oktober 6:30 – 18:00 Uhr
Juni – September 6:30 – 19:00 Uhr

Geführte Touren werden täglich angeboten: Mo–Fr um 12:30 Uhr (ca. 60 Min.), Sa/So/Feiertage um 14:30 Uhr. Eine erweiterte Führung mit Kreuzgang ist von April bis Oktober täglich um 14:30 Uhr buchbar (ca. 75 Min.). Buchung: Infozentrum Domplatz 5, Tel. 0941/597-1662.

  • Adresse: Domplatz 1, 93047 Regensburg
  • Eintritt: Kostenlos (Spenden erwünscht)
  • Führungen: Mo–Fr 12:30 Uhr, Sa/So & Feiertage 14:30 Uhr
  • Anreise: Ab Regensburg Hauptbahnhof ca. 15 Min. Fußweg durch die Altstadt

Die Regensburger Domspatzen – Weltältester Knabenchor

Wer sonntags beim Hochamt im Regensburger Dom sitzt, hört Musik, die über tausend Jahre alt ist – zumindest was die Tradition betrifft. Die Regensburger Domspatzen gelten als der älteste Knabenchor der Welt. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 975, als Bischof Wolfgang an der Domschule eine Musikausbildung für Knaben einrichtete.

Heute singt der Chor regelmäßig bei Sonntagsmessen und Hochfesten im Dom – ein Klangerlebnis, das Besucher aus aller Welt in die Altstadt zieht. Das Repertoire reicht vom Gregorianischen Choral über Renaissance und Barock bis zur Romantik und modernen Werken. 2024 wurden die Regensburger Domspatzen zusammen mit drei weiteren bayerischen Knabenchören als UNESCO-Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Musikliebhaber kommen auch beim Bayerischen Jazzweekend in Regensburg auf ihre Kosten – einem der ältesten und größten Jazzfestivals Deutschlands, das jährlich im Juli die gesamte Altstadt in eine Open-Air-Bühne verwandelt.

Bild: © Regensburg Tourismus GmbH

Regensburg bietet weit mehr als den Dom allein. Die gesamte Altstadt ist ein einzigartiges Freiluftmuseum des Mittelalters – mit dem Dom als strahlender Mitte.

Regensburg und sein UNESCO-Welterbe

2006 wurde die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Begründung: Regensburg ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands. Rund 1.500 denkmalgeschützte Gebäude stehen hier auf engstem Raum – ein Ensemble, das in Europa seinesgleichen sucht.

Die Steinerne Brücke – Regensburgs zweites Wahrzeichen

Direkt in Sichtweite des Doms liegt ein weiteres Monument der Stadtgeschichte: die Steinerne Brücke. Zwischen 1135 und 1146 in nur elf Jahren errichtet, war sie jahrhundertelang die einzige feste Donauüberquerung zwischen Ulm und Wien. 315 Meter lang, 15 Bögen, fast 900 Jahre alt – und noch immer zugänglich. Der Blick von der Brücke zurück auf Dom und Altstadt gehört zu den schönsten Stadtpanoramen Deutschlands.

Häufige Fragen zum Regensburger Dom

Wie hoch sind die Türme des Regensburger Doms?
Die beiden Türme sind jeweils 105 Meter hoch und wurden 1859–1872 im neugotischen Stil vollendet.

Ist der Eintritt kostenlos?
Ja! Der Dom St. Peter ist für alle Besucher kostenlos zugänglich. Spenden sind herzlich willkommen.

Was ist der Lachende Engel?
Eine mittelalterliche Skulptur von Meister Ludwig (um 1280) an den westlichen Vierungspfeilern – das bekannteste Kunstwerk im Dom.

Kann man den Dom mit Führung besichtigen?
Ja, täglich: Mo–Fr 12:30 Uhr, Sa/So/Feiertage 14:30 Uhr. Buchung im Infozentrum Domplatz 5.

Wie lange hat die Bauzeit des Doms gedauert?
Über 600 Jahre – von der Grundsteinlegung 1275 bis zur Vollendung der Turmhelme 1872.

Geheimtipp: Komm früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang – dann taucht das Licht durch die mittelalterlichen Glasfenster und verwandelt das Innere des Doms in ein Kaleidoskop aus Rot, Blau und Gold. Im Hochsommer um 7 Uhr morgens gehört dir der Dom fast allein, und das Morgenlicht lässt die 1.100 Glasfelder leuchten wie flüssiges Feuer. Wer noch tiefer eintauchen möchte: Ab 2027 eröffnet das neue Kunstquartier am Dom an sechs Standorten in der Altstadt – darunter der vollständig neu gestaltete Domschatz mit mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten und illuminierten Handschriften.

Regensburger Dom St. Peter
Domplatz 1
93047 Regensburg

Öffnungszeiten
November – März: 6:30 – 17:00 Uhr
April, Mai & Oktober: 6:30 – 18:00 Uhr
Juni – September: 6:30 – 19:00 Uhr

Eintritt: Kostenlos (Spenden erwünscht)

Führungen: Mo–Fr 12:30 Uhr, Sa/So/Feiertage 14:30 Uhr
Buchung: Infozentrum Domplatz 5, Tel. 0941/597-1662

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