Residenz zu Salzburg
Residenz zu Salzburg
Wer durch den Residenzplatz in Salzburg schlendert und seinen Blick an der mächtigen barocken Fassade des Gebäudes hochzieht, ahnt es bereits: Hier war einstmals die Macht zu Hause. Die Residenz zu Salzburg gilt als eines der bedeutendsten Barockpalais nördlich der Alpen – ein Zeuge jener Zeit, als die Salzburger Fürsterzbischöfe über ein souveränes Kirchenfürstentum herrschten und ihre Hauptstadt in ein Abbild Roms verwandeln wollten. Mehr als 180 Räume, drei Innenhöfe und Jahrhunderte voller Geschichte warten hier auf Besucherinnen und Besucher.
Heute ist die Residenz Teil des DomQuartier Salzburg – einem der eindrucksvollsten Museumskomplexe Österreichs. Wer die Stadt besucht, kommt an diesem Ort schlicht nicht vorbei. Wir haben die wichtigsten Infos, die schönsten Highlights und einen echten Geheimtipp für euch – alles rund um die Residenz zu Salzburg.
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Geschichte der Residenz zu Salzburg
Die Geschichte der Residenz zu Salzburg reicht weit ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im Jahr 1124 verlegte Erzbischof Konrad I. seinen bischöflichen Sitz in ein neues Gebäude am heutigen Residenzplatz – ein erster, bescheidener Vorläufer jenes Prachtbaus, der heute Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anzieht. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Bischofssitz immer wieder erweitert und umgestaltet, blieb in seiner Erscheinung aber vergleichsweise schlicht.
Den entscheidenden Wandel brachte das 16. Jahrhundert. Als Salzburg unter seinen mächtigen Fürsterzbischöfen zu einem eigenständigen Kirchenstaat herangewachsen war, wuchs auch der Wunsch nach einer Residenz, die dieser Machtfülle Ausdruck verlieh. Die Bischöfe herrschten als weltliche und geistliche Fürsten zugleich – und ihre Residenz sollte das sichtbar machen.
Wolf Dietrich von Raitenau: Der Architekt des Traums
Die wichtigste Persönlichkeit in der Baugeschichte der Residenz ist ohne Zweifel Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (Amtszeit 1587–1612). In Rom aufgewachsen und tief von der Barockarchitektur Italiens geprägt, hegte er einen großen Traum: Er wollte Salzburg in ein nördliches Rom verwandeln. Im Jahr 1596 ließ er den alten Bischofssitz kurzerhand abreißen und begann mit dem Neubau im Stil der Spätrenaissance – nach Plänen des venezianischen Architekten Vincenzo Scamozzi. Um Platz für den repräsentativen Residenzplatz zu schaffen, ließ er einen Friedhof aufgeben und zahlreiche Privathäuser niederreißen. Ein Schritt, der damals für erheblichen Unmut sorgte – aber ein städtebauliches Erbe hinterließ, das bis heute begeistert.
Wolf Dietrichs Nachfolger führten das Werk fort. Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems vollendete den Haupttrakt am Residenzplatz, Paris Lodron schloss die Gesamtanlage ab und machte Salzburg zu einer der prächtigsten Städte des Heiligen Römischen Reiches. Letzte bedeutende Umbauten erfolgten unter Erzbischof Hieronymus von Colloredo zwischen 1788 und 1792 – jenem Kirchenfürsten, mit dem Wolfgang Amadeus Mozart sein famoses Zerwürfnis hatte.
Eine kleine historische Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Bauphasen:
| Zeitraum | Erzbischof | Baumaßnahme |
|---|---|---|
| ab 1124 | Konrad I. | Erster bischöflicher Sitz am Residenzplatz |
| 1596–1612 | Wolf Dietrich von Raitenau | Abriss und Neubau im Stil der Spätrenaissance |
| 1612–1619 | Markus Sittikus von Hohenems | Vollendung des Haupttrakts |
| 1619–1653 | Paris Lodron | Abschluss der Gesamtanlage |
| 1665–1667 | Guidobald von Thun | Aufstockung des residenzplatzseitigen Trakts |
| 1788–1792 | Hieronymus von Colloredo | Letzte größere Umbaumaßnahmen |
Was gibt es in der Residenz zu Salzburg zu sehen?
Die Residenz zu Salzburg ist heute als Teil des DomQuartier Salzburg öffentlich zugänglich. Im Rahmen eines großen Rundgangs können Besucherinnen und Besucher fünfzehn prachtvoll ausgestattete Prunkräume besichtigen – ein Ensemble aus Barock, Renaissance und Klassizismus, das in dieser Geschlossenheit selten zu erleben ist. Hier eine Übersicht der wichtigsten Highlights:
- Prunkräume (15 Säle): Stuckdecken, Gobelins, vergoldete Kassettendecken und Deckengemälde von Johann Michael Rottmayer
- Karabinierisaal: Größter Raum der Residenz, Schauplatz der ersten Opernaufführung nördlich der Alpen (1614)
- Rittersaal: Mit außergewöhnlicher Akustik – hier konzertierte Mozart bereits als Sechsjähriger
- Audienzsaal: Fünf Deckengemälde Rottmayers und kostbare Brüsseler Gobelins aus der Zeit Wolf Dietrichs
- Wallistrakt: Ältester Teil der Anlage, mit römischen Mosaiken aus dem 3. Jahrhundert n. Chr.
- Dachterrassen: Atemberaubender Panoramablick über die Salzburger Altstadt und die Festung Hohensalzburg
Karabinierisaal: Der prachtvollste Raum der Residenz
Der Karabinierisaal ist der größte und wohl imposanteste Raum der gesamten Residenz. Benannt nach der erzbischöflichen Leibgarde, war er ursprünglich ein großer Empfangssaal. Seine kunstvolle Stuckierung wurde 1689 von den Brüdern Francesco und Carlo Antonio Brenno geschaffen – ein Meisterwerk des Hochbarock, das in jedem Detail von Können und Selbstbewusstsein zeugt. Die Deckengemälde von Johann Michael Rottmayer stellen die vier Elemente dar und entfalten eine Wucht, die man persönlich erleben muss, um sie wirklich zu verstehen.
Doch der Saal hält noch ein kulturhistorisches Schmankerl bereit: Im Jahr 1614 fand hier die erste Opernaufführung nördlich der Alpen statt. Lange bevor die Wiener Hofoper gebaut wurde, erklang in diesem Saal erstmals eine Oper jenseits der Alpen – ein Meilenstein der europäischen Musikgeschichte, der heute kaum bekannt ist.
Rittersaal: Wo Mozart als Kind spielte
Der Rittersaal ist einer der repräsentativsten Räume der Residenz – und für Musikliebhaber ein besonders aufgeladener Ort. Sein berühmtes Deckengemälde zeigt die Zähmung des Pferdes Bucephalus durch Alexander den Großen, ein Symbol fürstlicher Kontrolle und Stärke. Was den Saal bis heute auszeichnet, ist seine außergewöhnliche Akustik: Kammerkonzerte in diesem Raum klingen wie kaum anderswo.
Und hier war ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart zugegen: Im angrenzenden Konferenzzimmer spielte der junge Mozart im Alter von sechs Jahren sein erstes Hofkonzert vor Erzbischof Sigismund von Schrattenbach. Später, im Jahr 1775, feierte sein Violinkonzert in A-Dur in diesem Flügel der Residenz seine Uraufführung. Die Residenz ist damit auch einer der ganz persönlichen Mozart-Orte in Salzburg – fernab des touristischen Gewusels rund ums Geburtshaus.
Residenzgalerie und Salzburg Museum
Zur Alten Residenz gehört traditionell die Residenzgalerie – eine bedeutende Gemäldesammlung europäischer Künstler des 16. bis 19. Jahrhunderts, mit Werken von Rembrandt, Rubens und weiteren Meistern. Wichtiger Hinweis für einen Besuch: Die Residenzgalerie ist derzeit wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten voraussichtlich bis Herbst 2027 geschlossen. Die Prunkräume der Alten Residenz sind davon nicht betroffen – sie können weiterhin besichtigt werden, und der Eintrittspreis wurde entsprechend angepasst.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Residenzplatzes steht die Neue Residenz – ein Palast, den ebenfalls Wolf Dietrich von Raitenau ab 1588 erbauen ließ, ursprünglich als Gästehaus für hochrangige Besucher. Heute beherbergt er das Salzburg Museum, eines der wichtigsten Landesmuseen Österreichs, mit Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte und wechselnden Sonderschauen. Den Turm der Neuen Residenz krönt das weltberühmte Salzburger Glockenspiel mit 35 Glocken aus dem Jahr 1696, das täglich um 7:00, 11:00 und 18:00 Uhr erklingt – seit über 320 Jahren ein verlässliches Klangzeichen der Stadt.
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Tickets des DomQuartier findest du direkt auf der Website des DomQuartier Salzburg.
Residenzplatz: Das Herz der Salzburger Altstadt
Der Residenzplatz gehört zu den schönsten Barockplätzen Europas. Als Wolf Dietrich von Raitenau ihn anlegen ließ, schuf er damit eine städtebauliche Bühne für fürstliche Macht – und einen Platz, der bis heute als lebendiges Herzstück der Salzburger Altstadt dient. Im Zentrum des Platzes steht der mächtige Residenzbrunnen, geschaffen zwischen 1656 und 1661: Vier Pferdegespanne und ein von Tritonen umgebener Ozeangott bilden eine der monumentalsten Brunnenanlagen nördlich der Alpen.
Wer die Residenz besucht, erkundet am besten gleich die ganze Umgebung – denn die Altstadt Salzburgs, die seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe ist, bietet in wenigen Gehminuten ein Highlight nach dem anderen:
- Dom zu Salzburg: Das prächtigste Barockbauwerk der Stadt, direkt neben der Residenz – hier wurde Mozart getauft
- Mozartplatz: Mit dem berühmten Mozart-Denkmal von 1842, nur einen Steinwurf vom Residenzplatz entfernt
- Getreidegasse: Salzburgs berühmteste Gasse mit mittelalterlichem Flair und kunstvollen Zunftzeichen
- Kapitelplatz: Einer der schönsten Blickwinkel auf die Festung Hohensalzburg
- Schloss Mirabell: Mit seinem prächtigen Barockgarten auf der anderen Seite der Salzach
Wer einen längeren Aufenthalt plant, findet im Salzburger Land eine beeindruckende Kulisse für Ausflüge: Zell am See, die Krimmler Wasserfälle und Saalbach-Hinterglemm sind alle bequem erreichbar.
DomQuartier Salzburg – Öffnungszeiten
Täglich außer Dienstag: 10:00 – 17:00 Uhr
Juli/August: 10:00 – 18:00 Uhr
Dezember bis 6. Januar: 10:00 – 17:00 Uhr
Geschlossen: 24. Dezember
Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung
Eintrittspreise (Stand 2026)
Erwachsene: 15,00 € / Ermäßigt: 12,00 €
Jugendliche (7–25 Jahre): 5,00 €
Kinder (0–6 Jahre): kostenlos
Familienticket: 32,00 €
Gruppen (ab 10 Personen): 12,00 € p. P.
Adresse
Residenzplatz 1, 5020 Salzburg, Österreich
Tel.: +43 662 80 42 21 09
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Lohnt sich ein Besuch der Residenz zu Salzburg?
Ja – und wie. Die Residenz zu Salzburg ist weit mehr als ein klassisches Museum. Die Kombination aus barocken Prunkräumen, Musikgeschichte, Stadtgeschichte und dem atemberaubenden Panoramablick von den Dachterrassen macht einen Besuch zu einem wirklich runden Erlebnis. Die empfohlene Besuchsdauer liegt bei mindestens 1,5 bis 2 Stunden; wer das DomQuartier vollständig erkunden möchte, sollte 3 Stunden einplanen.
Häufige Fragen zur Residenz zu Salzburg
Wie komme ich zur Residenz zu Salzburg?
Die Residenz liegt zentral am Residenzplatz in der Salzburger Altstadt – vom Hauptbahnhof in ca. 20 Minuten zu Fuß oder mit Bus (Linie 3/25 bis Rathaus) erreichbar.
Ist die Residenzgalerie aktuell geöffnet?
Nein. Die Residenzgalerie ist voraussichtlich bis Herbst 2027 wegen Renovierung geschlossen. Die Prunkräume und das DomQuartier sind weiterhin zugänglich.
Wann spielt das Salzburger Glockenspiel?
Das Glockenspiel der Neuen Residenz erklingt täglich um 7:00, 11:00 und 18:00 Uhr. Der Eintritt für eine geführte Turmbesichtigung kostet 5,00 € (ermäßigt 3,00 €).
Gibt es ermäßigte Tickets für Familien?
Ja. Das Familienticket kostet 32,00 € (Vollzugang) und umfasst 2 Erwachsene und Kinder bis 6 Jahre gratis. Kinder von 7 bis 25 Jahren zahlen 5,00 €.
Geheimtipp: Schlosskonzerte und die versteckten Dachterrassen
Die meisten Besucherinnen und Besucher sehen die Prunkräume – und verpassen dabei zwei der schönsten Dinge, die das DomQuartier zu bieten hat.
Geheimtipp Nummer eins: die Dachterrassen des DomQuartier-Rundgangs. Wer das Ticket löst und dem Rundgang folgt, gelangt über eine Treppe auf die Dächer des historischen Ensembles. Von hier öffnet sich ein spektakulärer Panoramablick über die Dächer der Salzburger Altstadt, hinüber zur Festung Hohensalzburg und in die umliegenden Bergketten. Die meisten Besucher ahnen nicht, dass es hier oben ein solches Panorama gibt. Frühmorgens, wenn die Altstadt noch ruhig ist, ist dieser Blick geradezu unwirklich schön.
Geheimtipp Nummer zwei: die Schlosskonzerte in den Prunkräumen. Während die Salzburger Festspiele im Sommer für Monate ausgebucht sind und Mondpreise aufrufen, lassen sich die abendlichen Kammerkonzerte in den Prunkräumen der Residenz erstaunlich oft kurzfristig buchen. Mozarts Musik in jenem goldenen Rittersaal zu hören, in dem er als Sechsjähriger zum ersten Mal vor dem Erzbischof spielte – das ist ein Erlebnis, das kein anderer Ort der Welt auf diese Weise bieten kann. Und während draußen auf dem Residenzplatz die Touristen vorbeiziehen, sitzt man drinnen in barockem Prunk und lauscht Musik, die in diesen Wänden buchstäblich Geschichte gemacht hat.
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