Willkomm-Höft

Willkomm-Höft: „Willkommen in Hamburch!“

Den Hamburgern sagt man nicht gerade große Schwatzhaftigkeit nach. Ein einziges „Moin“ muss zur Begrüßung reichen. Doch das ist nur Fassade, denn die Hansestadt ist weltbürgerlich und empfängt Neuankömmlinge mit offenen Armen. Besonders gut erleben kann man das im Willkomm-Höft: der weltweit ersten Schiffbegrüßungsanlage in Schulau an der Unterelbe.

Höft – so nennen die Hamburger eine Landzunge. Auf einer solchen steht das Schulauer Fährhaus, ein Restaurant und Café. Große Schiffe, die in den Hamburger Hafen einfahren, werden hier einzeln begrüßt. Und zwar standesgerecht mit der entsprechenden Nationalhymne und mit einem Gruß in der Landesprache. Bei einem „Willkommen in Hamburg, wir freuen uns, Sie in unserem Hafen begrüßen zu können" fühlen sich alle Gäste gleich herzlich aufgenommen. Für kleinere Boote darf nur die Flagge gedippt werden, denn auf dem Weg zum größten Seehafen Deutschlands ist viel Verkehr – durchschnittlich 50 der großen Schiffe kreuzen am Tag vor der Landzunge. Übrigens ist es egal, in welche Richtung das Schiff schippert: Wer Hamburg verlässt, wird natürlich genauso herzlich verabschiedet. Auf ein baldiges Wiedersehen!

Schiff-Spotting für Anfänger

Die Zuschauer im Fährhaus können nicht nur die Vorbeifahrt der Pötte beobachten, sondern bekommen über Lautsprecher auch Wissenswertes über das Schiff zu hören: Name, Nationalität und Baujahr des Schiffes, Reederei und Werft sowie Länge, Breite und Tiefgang. Dabei ein Stück Kuchen mit Kaffee oder ein kühles Getränk im Biergarten – schon ist das internationale Hamburg-Feeling perfekt. Noch näher dran ist man auf dem neugebautem Ponton auf der Elbe. Fünf Begrüßungskapitäne kümmern sich jeden Tag darum, dass die richtige Nationalhymne gespielt wird und die Informationen stimmen. Die sind handschriftlich auf Karteikarten vermerkt und werden stets auf dem neuesten Stand gehalten – und das für 17.000 Schiffe.

Gruß auf Knopfdruck

Begonnen hat die charmante Tradition der Willkomm-Höft am 12. Juli 1952 als als erstes Schiff der japanische Frachter Agaki Maru begrüßt wurde. Den Fahnenmast taufte Weltumsegler und Polarforscher Carl Kircheiß mit einer Flasche Rum. Anderswo wäre es Sekt gewesen, aber so sind sie halt die Hamburger: bodenständig und ohne Schickimicki. Damals musste der diensthabende Begrüßungskapitän die Herkunft der Schiffe noch mit dem Fernstecher feststellen. Auch kam die Musik auch noch nicht vom Band, Shanty-Chöre aus der Gegend sangen live. Bald stiegt man jedoch auf LPs um, danach auf Kassetten und heute sind 153 Nationalhymnen digital im Computer abgespeichert und die Hamburger Flagge kann per Knopfdruck gedippt werden. Die Begrüßung ist aber noch genauso freundlich wie vor 70 Jahren, trotz norddeutscher Einsilbigkeit.

Willkomm-Höft Adresse
Schulauer Fährhaus, Parnaßstraße 29, 22880 Wedel

Willkomm-Höft Öffnungszeiten
Schiffsbegrüßungen 11.30 bis Sonnenuntergang
Restaurant: Mo – Fr 11.30 - 18.00; Sa/So 9.30 - 22.00

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