Schloss Belvedere

Schloss im Doppelpack: Zwei sind besser als eins

In Schloss Belvedere versammeln sich die großen Meister der Wiener Moderne: Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Verpackt ist das Ganze in eine barocke Schlossanlage. Die Ausstellung ist täglich geöffnet und der Park frei zugänglich.

Keine optische Täuschung, es sind wahrhaftig zwei Schlösser: das Untere und das Obere Belvedere. Grenzt schon fast an Größenwahn, aber manchmal ist ein Schloss einfach nicht genug. Besser so. Sonst hätten heute die große Kunstsammlung und vielen Sonderausstellungen nicht genug Platz.

Prinz Eugen von Savoyen ließ Schloss Belvedere als seine Residenz errichten. Der "Edle Ritter" - Sohn europäischen Hochadels - war einer der bedeutendsten Feldherren und Berater der Habsburger Monarchie. Daher sein gewaltiger Reichtum. Das Untere Belvedere diente dem Kunstliebhaber als Wohnschloss, das Obere Belvedere war ein reiner Repräsentationsbau. Nach seinem Tod verschwendete und versteigerte seine Nichte das Erbe - Schloss Belvedere ging in die Hände Maria Theresias und der Habsburger.

Das Untere Belvedere wartet mit prächtigem Marmorsaal, glanzvollem Goldkabinett und dem Groteskensaal mit Wandmalereien aus dem 18. Jahrhundert auf. Luxuriöses Ambiente für wechselnde Sonderausstellungen. Gleich nebenan: der ehemalige Prunkstall. Einst standen hier die Leibpferde des Prinzen, heute hängen mittelalterliche Gemälde an den Wänden.

Noch prachtvoller und größer: das Obere Belvedere. Ursprünglich sollte hier nur eine kleine Gloriette - eine Art Säulengang - entstehen. Doch warum kleckern statt klotzen. Der Riesenbau bietet viel Platz für Kunst: Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Gustav Klimt - das berühmte Künstlertrio der Wiener Moderne - gehören zu den Highlights der Sammlung. Was die "Mona Lisa" dem Louvre, ist hier "Der Kuss" von Klimt - die Jugendstil-Ikone schlechthin.

Drumherum: barocke Gärtnerspracht. Symmetrische Blumenbeete, verwunschene Wasserbassins, gradlinige Hecken. Drei Terrassen führen hinauf zum Oberen Belvedere. Strahlend weiße Skulpturen säumen die Wege - passend zeigen sie den Aufstieg aus der Unterwelt in den Olymp. Ein Ort zum Lustwandeln, Flanieren und Erholen.

Noch nicht genug von barockem Flair und Wiener Kunst? Das 21er Haus zeigt Wiener Gemälde von 1945 bis heute. Ein weiterer Ausstellungsort ist Prinz Eugens barockes Winterpalais in der Innenstadt. Wie praktisch, dass ein Kombiticket alle vier Orte vereint und sogar 30 Tage gültig ist.

Geöffnet: Oberes und Unteres Belvedere, Winterpalais, Prunkstall 10.00 - 18.00 (freitags bis 21.00), Belvedere 21 Mi. - So. 11.00 - 18.00, Langer Mittwoch und Freitag bis 21.00;

Eintritt Erwachsene Oberes Belvedere 15,- Euro, Unteres Belvedere 13,- Euro, Winterpalais 9,- Euro, Belvedere 21 8,- Euro, diverse Kombitickets, z. B. 4er Ticket 29,- Euro; Führungen zusätzlich 4,- Euro.

Fotos: Wien Tourismus, Hertha Hurnaus, MAXUM, Popp & Hackner

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