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Bauhaus Dessau - Dessau
Bauhaus Dessau – Welterbe der Moderne
Wer nach Dessau reist, stößt unweigerlich auf eine Ikone der Architekturgeschichte: das Bauhaus. Was 1919 in Weimar als Hochschule für Gestaltung begann, fand in Dessau seinen Höhepunkt – und hinterließ Spuren, die bis heute die Art beeinflussen, wie wir Räume, Möbel und Alltagsgegenstände gestalten. Das Bauhaus-Gebäude selbst, die Meisterhäuser und die Laubenganghäuser sind keine verstaubten Museumsrelikte, sondern lebendige Zeugnisse einer Bewegung, die alles in Frage stellte: Wozu brauchen wir Ornamente? Wie kann Architektur das Leben der Menschen verbessern? Und was bedeutet Schönheit, wenn sie mit Funktion Hand in Hand geht?
Seit 1996 gehört das Dessauer Bauhaus-Ensemble zum UNESCO-Welterbe – und begeistert jährlich Zehntausende von Besuchern aus aller Welt. Ob du Architekturenthusiast, Designliebhaber oder einfach neugierig auf eine der spannendsten Epochen der Kulturgeschichte bist: Das Bauhaus Dessau hat für jeden etwas zu bieten. Diese Seite gibt dir einen umfassenden Überblick über Geschichte, Architektur, Besuchstipps und die schönsten Geheimnisse dieses außergewöhnlichen Ortes.
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Geschichte: Wie Dessau zur Heimat des Bauhauses wurde
Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet – in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg. Gropius träumte von einer neuen Einheit von Kunst, Handwerk und Technik. Meister und Studierende sollten gemeinsam lernen, gemeinsam schaffen und die Welt durch gutes Design zum Besseren verändern. Das Lehrprogramm war für die damalige Zeit revolutionär: Werkstätten statt Ateliers, Praxis statt reiner Theorie, Interdisziplinarität statt Schubladendenken.
Doch die politischen Verhältnisse in Weimar wurden zunehmend schwieriger. Konservative Kräfte setzten durch, dass die staatlichen Mittel für das Bauhaus drastisch gekürzt wurden. 1925 zog die Schule nach Dessau um – in eine Stadt, die damals wirtschaftlich aufblühte und unter Oberbürgermeister Fritz Hesse das Bauhaus mit offenen Armen empfing. Hier entstanden die berühmten Bauten, die das Bauhaus weltbekannt machten: das Hauptgebäude am Gropius-Platz, die Meisterhäuser im nahen Kiefernwald und die Laubenganghäuser für Studierende.
Die Meisterhäuser Dessau
Besonders die Meisterhäuser sind ein Juwel des Bauhausstils. Gropius entwarf 1925/26 insgesamt vier Doppelhäuser sowie ein Einzelhaus für sich selbst als Direktor. In diesen kubischen Bauten mit ihren charakteristischen Fensterbändern, Flachdächern und durchdachten Grundrissen wohnten und arbeiteten die Bauhausmeister – darunter Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger. Die Häuser sind teils original erhalten, teils nach Kriegsschäden originalgetreu rekonstruiert und heute als Museum zugänglich.
Nach dem Weggang von Gropius (1928) übernahm der Schweizer Architekt Hannes Meyer das Direktorat und richtete das Bauhaus stärker auf soziale Fragen und industrielle Massenproduktion aus. 1930 folgte ihm Ludwig Mies van der Rohe, der die Schule zu einer Art Technischer Hochschule für Architektur formte. Doch die politische Lage in Deutschland wurde unhaltbar: 1932 vertrieben die Nationalsozialisten das Bauhaus aus Dessau. 1933 löste es sich in Berlin selbst auf – aber sein Geist war längst in die Welt hinausgegangen.
Warum ist das Bauhaus Dessau ein UNESCO-Welterbe?
Seit 1996 zählen das Bauhaus-Gebäude und die Meisterhäuser in Dessau-Roßlau zum UNESCO-Weltkulturerbe – gemeinsam mit den Bauhausstätten in Weimar und Bernau. Die UNESCO würdigt damit ein Ensemble, das die Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderes geprägt hat.
Die Kriterien für die Aufnahme ins Welterbe sind streng: Ein Objekt muss entweder ein Meisterwerk des menschlichen Schöpfergeistes darstellen, einen wichtigen Kulturaustausch widerspiegeln oder ein herausragendes Beispiel für eine bedeutende Periode der Geschichte der Menschheit sein. Das Dessauer Bauhaus erfüllt gleich mehrere dieser Kriterien.
Das Bauhaus steht für eine Synthese von Kunst, Handwerk und Technologie, die in der Nachkriegszeit revolutionär war. Es prägte die moderne Architektur, das Industriedesign und die Typografie weltweit. Schulen, Büros und Wohngebäude auf der ganzen Welt tragen heute noch das Erbe dieser kleinen Schule in Dessau. Der schlichte, funktionale Stil – keine überflüssigen Ornamente, klare Linien, ehrliches Material – ist heute so aktuell wie 1926.
Das Bauhaus Gebäude: Ikone der Architekturgeschichte
Das Hauptgebäude des Bauhauses wurde 1925/26 nach Entwürfen von Walter Gropius errichtet und gilt bis heute als eines der wegweisendsten Gebäude der Moderne. Was es so besonders macht, ist nicht nur seine Ästhetik, sondern das Zusammenspiel aus Funktion, Transparenz und urbanem Anspruch.
Schon von außen beeindruckt das Gebäude durch seine Glasfassade im Werkstattflügel – ein damals fast dreister Eingriff in die Konvention, der Innen und Außen miteinander verschmelzen lässt. Die Stahlbeton-Konstruktion mit ihren auskragenden Geschossen, die großen Fensterflächen und die klare Trennung der verschiedenen Gebäudeteile machen das Bauhaus zu einem Lehrgebäude im wahrsten Sinne: Man sieht der Architektur ihre innere Logik an.
| Gebäudeteil | Funktion | Besonderheit |
|---|---|---|
| Werkstattflügel | Ateliers & Werkstätten | Vollverglaste Fassade, 3 Stockwerke |
| Bühne & Aula | Aufführungen, Veranstaltungen | Faltbare Trennwände, flexible Nutzung |
| Prellerhaus | Studentenwohnheim | Balkone als Gestaltungselement |
| Brückengebäude | Verwaltung & Direktion | Verbindet Werkstatt- und Schulflügel |
| Schulflügel | Unterricht & Seminarräume | Klassischer Flurbau, Gegenüberstellung zum Werkstattflügel |
Heute kann das Bauhaus-Gebäude besichtigt werden – und wer genau hinschaut, entdeckt in jedem Winkel das Prinzip „form follows function": Heizkörper als Designobjekte, Türgriffe als Skulpturen, Treppenhäuser als Raumkunstwerke.
Besuch & Tipps: Was dich im Bauhaus Dessau erwartet
Ein Besuch im Bauhaus Dessau lässt sich hervorragend mit einem Rundgang durch die wichtigsten Orte des Ensembles verbinden. Hier sind die Highlights, die du nicht verpassen solltest:
- Das Bauhaus-Hauptgebäude: Besichtige die Werkstätten, den Ausstellungsbereich und die ikonischen Innenräume. Führungen finden samstags und sonntags statt.
- Die Meisterhäuser: Die rekonstruierten Wohnhäuser der Bauhausmeister liegen nur wenige Minuten zu Fuß vom Hauptgebäude entfernt im Kiefernwald. Das Haus Kandinsky/Klee ist vollständig restauriert und zeigt originale Einrichtungsgegenstände.
- Das Bauhaus Museum: Die Dauerausstellung präsentiert rund 1.000 Objekte aus der Bauhaussammlung – von Möbeln über Textilien bis hin zu Fotografien und Grafiken.
- Die Laubenganghäuser: Diese Wohnbauten für Studierende, ebenfalls von Gropius entworfen, stehen noch heute im Wohngebiet Törten und sind von außen besichtigbar.
- Das Kornhaus: Das von Carl Fieger entworfene Restaurantgebäude am Elbufer (1929/30) ist ein weiteres Beispiel für Bauhausarchitektur in Dessau – mit Blick auf die Elbe und tollem Flair.
Praktische Besuchsinfos auf einen Blick:
| Info | Detail |
|---|---|
| Öffnungszeiten | täglich 10:00 – 17:00 Uhr |
| Eintritt | Erwachsene 9 €, ermäßigt 4,50 € |
| Kinder | unter 12 Jahren kostenlos |
| Führungen | Sa & So 11:00 und 14:00 Uhr |
| Anfahrt | Bahn: Dessau Hbf, dann Bus 10 Min. |
| Parkplätze | vorhanden am Hauptgebäude |
Adresse Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau
Öffnungszeiten
täglich 10:00 – 17:00 Uhr (außer 24. Dezember)
Eintritt
Erwachsene: 9 € | Ermäßigt: 4,50 €
Kinder (unter 12 Jahren): kostenlos
Führungen
Samstag & Sonntag 11:00 und 14:00 Uhr (Dauer ca. 60 Min.)
Unsere Hotels in Dessau
Dessau ist mehr als das Bauhaus – auch wenn das Welterbe natürlich das Herzstück eines Besuchs ist. Die Stadt liegt eingebettet in das Gartenreich Dessau-Wörlitz, eines der schönsten englischen Landschaftsgärten Europas und ebenfalls UNESCO-Welterbe. Wer einen Tag länger bleibt, sollte unbedingt einen Ausflug in den Wörlitzer Park unternehmen: Gondeln auf den Kanälen, klassizistische Tempel und pittoreske Brücken schaffen eine fast unwirklich schöne Atmosphäre.
Auch die Elbe mit ihren Auen lädt zu Radtouren und Spaziergängen ein. Der Elberadweg führt direkt durch Dessau und bietet herrliche Ausblicke auf Fluss und Natur. In der Stadt selbst lohnt sich ein Besuch des Anhalter Theaters – eines der schönsten Opernhäuser Mitteldeutschlands – sowie ein Streifzug durch das Georgium, einen weiteren Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs mit seinem kleinen Kunstmuseum.
Geheimtipp: Das Kornhaus am Elbufer
Wenige Touristen wissen, dass es in Dessau ein weiteres Bauhausgebäude gibt, das weit weniger bekannt ist als das Hauptgebäude: das Kornhaus am Elbufer. Der Pavillon mit seiner geschwungenen Fassade und dem runden Tanzsaal wurde 1929/30 vom Bauhausarchitekten Carl Fieger entworfen – und ist bis heute als Restaurant und Veranstaltungsort in Betrieb. Bei gutem Wetter kann man auf der Terrasse direkt am Wasser sitzen und dabei Architekturgeschichte atmen. Ein echter Insidertipp, den du dir nicht entgehen lassen solltest.
Häufige Fragen zum Bauhaus Dessau (FAQ)
Wie viel kostet der Eintritt ins Bauhaus Dessau?
Erwachsene zahlen 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Öffnungszeiten: täglich 10:00–17:00 Uhr.
Wie komme ich zum Bauhaus Dessau?
Das Bauhaus liegt in der Gropiusallee 38 in Dessau-Roßlau. Vom Hauptbahnhof Dessau bringen Buslinien das Gebäude in etwa 10 Minuten. Parkplätze stehen am Gebäude zur Verfügung.
Kann man das Bauhaus Dessau mit Kindern besuchen?
Ja – Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Es gibt familienfreundliche Führungen und Workshops sowie ausreichend Freiflächen rund ums Gebäude.
Wie lange sollte man einplanen?
Mindestens 2–3 Stunden für Hauptgebäude und Museum. Mit Meisterhäusern und Kornhaus wird es schnell ein halber oder ganzer Tag.
Sind Meisterhäuser und Hauptgebäude mit einem Ticket?
Nein, es gibt separate Tickets. Ein Kombinationsticket ist jedoch erhältlich und empfehlenswert.