Stadtpark Rotehorn - Magdeburg
Der Stadtpark Rotehorn – auch Rotehornpark genannt – liegt auf der Elbinsel Werder mitten in Magdeburg. Mit rund 200 Hektar gehört er zu den größten innerstädtischen Parklandschaften Deutschlands und ist ein grünes Herzstück der Elbestadt. Entstanden ab 1871 auf Beschluss der Stadt, bietet er heute Sehenswürdigkeiten, Natur und Erholung für Einheimische wie Besucher gleichermaßen.
Geschichte und Legende des Stadtparks Rotehorn
Die Anfänge des Rotehornparks reichen bis ins Jahr 1871 zurück, als die Stadt Magdeburg beschloss, die damals weitgehend unerschlossene Elbinsel Werder als Erholungspark zu gestalten. In den folgenden Jahrzehnten entstand ein weitläufiges Gelände mit geschwungenen Wegen, Grünflächen und historischen Bauwerken. Zur Bundesgartenschau 1999 wurde das angrenzende Areal als Elbauenpark ausgebaut – heute bilden beide Parks eine harmonische Einheit am Elbufer.
Die Sage um Elwine und das rote Horn
Dem Namen des Parks liegt eine alte Sage zugrunde: Elwine, Beherrscherin der Elbe, besaß ein korallenes rotes Horn, das sie stets bei sich trug. Sie verliebte sich in den Ritter Willfried, Herrscher über die nahe Burg Bruckau, und nahm ihm das Versprechen ab, ihr niemals zu folgen und niemals zu fragen, was sie sei.
Doch Willfried brach sein Wort. Er folgte der Geliebten heimlich zu einem Treffen mit ihren Schwestern. Als Elwine ihn entdeckte, schrie sie auf – ein Blitz schlug ein, und die Frauen verschwanden spurlos. Nur das rote Horn blieb zurück. Willfried ließ am Lieblingsplatz der Verschwundenen ein kleines Haus mit dem roten Horn als Symbol errichten und wartete dort bis zu seinem Tod, ohne Elwine je wiederzusehen.
Nach seinem Tod verschwanden auch das Häuschen und sein Grab. Einzig eine salzige Quelle, die noch heute im Park entspringt, erinnert an die Legende – und der Name Rotehorn, der bis heute geblieben ist.
Sehenswürdigkeiten im Rotehornpark
Unsere Reiseangebote in Magdeburg
Der Rotehornpark ist weit mehr als eine grüne Lunge der Stadt. Auf seinen 200 Hektar verbergen sich zahlreiche Orte, die eine Entdeckungstour lohnend machen.
- Aussichtsturm Rotehornpark: Von der Plattform bietet sich ein weiter Blick über die Elblandschaft und die Magdeburger Innenstadt – besonders bei gutem Wetter ein Highlight.
- Sternbrücke: Das markante Brückenbauwerk überspannt Teile des Parks und ist ein beliebtes Fotomotiv.
- Pferdetor: Das historische Tor gehört zu den ältesten Bauwerken im Park und erinnert an frühere Nutzungen des Geländes.
- Marieninsel mit Marientempel: Die kleine Insel liegt idyllisch im Park. Der Marientempel ist ein romantischer Rückzugsort, der vor allem bei Fotografen beliebt ist.
- Salzquelle: Ein geologisches Kuriosum mitten in der Stadt – leicht salzhaltiges Wasser tritt hier aus dem Boden, direkt mit der Elwine-Sage verknüpft.
- Rosengarten: Besonders im Sommer zeigt der Rosengarten seine volle Pracht und lädt zum Verweilen ein.
Elbauenpark und Jahrtausendturm
Unmittelbar am Rand des Rotehornparks liegt der Elbauenpark – das Gelände der Bundesgartenschau 1999. Sein Wahrzeichen, der Jahrtausendturm, ist heute eines der markantesten Bauwerke Magdeburgs. Die Dauerausstellung im Inneren zeigt spannend aufbereitete Geschichte der Menschheit über mehrere Etagen. Ein kombinierter Besuch beider Parks bietet locker einen ganzen Ausflugstag.
Was kann man im Stadtpark Rotehorn erleben?
Die Frage, was man im Stadtpark Rotehorn unternehmen kann, ist leichter beantwortet, wenn man fragt, was man nicht kann. Das Gelände ist vielfältig genug, um für jede Altersgruppe und jede Jahreszeit das passende Angebot bereitzuhalten.
Freizeit und Sport im Überblick
- Radfahren: Gut ausgebaute Radwege führen durch den gesamten Park. Der überregionale Elberadweg verläuft direkt am Rand des Geländes und lässt sich ideal für längere Touren entlang der Elbe nutzen.
- Joggen und Walken: Asphaltierte und geschotterte Wege eignen sich für Läufer und Nordic Walker. Besonders morgens ist der Park ruhig und fast leer.
- Bootfahren: Am Bootsverleih am Schiffsgraben lassen sich Ruder- und Tretboote ausleihen – ein Pflichtprogramm bei schönem Wetter.
- Angeln: An mehreren Stellen am Wasser ist Angeln erlaubt. Die Elbinsel bietet ruhige Plätze auch fernab der Hauptwege.
- Picknicken: Zahlreiche Grünflächen und Sitzgruppen laden zum gemeinsamen Verweilen ein.
- Spielplätze: Mehrere Spielbereiche im Park machen ihn zu einem beliebten Ziel für Familien mit Kindern.
Veranstaltungen im Stadtpark
Im Sommer verwandelt sich das Gelände regelmäßig zur Eventbühne: Konzerte, Open-Air-Kinos und lokale Feste sorgen für eine lebhafte Atmosphäre. Das Stadtfest Magdeburg, eines der größten Stadtfeste Sachsen-Anhalts, findet traditionell in und um den Park statt und zieht jährlich Zehntausende Besucher an.
Praktische Informationen & Anreise
Der Stadtpark Rotehorn ist ganzjährig zugänglich und kostenlos – kein Eintritt, keine Reservierung. Hier alle wichtigen Infos auf einen Blick:
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Am Stadtpark Rotehorn, 39114 Magdeburg |
| Eintritt | Kostenlos, ganzjährig geöffnet |
| ÖPNV | Straßenbahn Linie 5 & 6, Haltestelle „Stadtpark" |
| Parkplätze | Am Schiffsgraben und beim Elbauenpark |
| Radweg | Elberadweg verläuft direkt am Park |
| Hunde erlaubt | Ja, an der Leine |
| Barrierefreiheit | Hauptwege asphaltiert und barrierefrei |
Anreise nach Magdeburg
Magdeburg liegt an den Autobahnen A2 (Berlin–Hannover/Dortmund) und A14 (Richtung Halle/Saale). Wer aus Berlin anreist, nimmt die A2 und die Ausfahrt Magdeburg-Zentrum, dann weiter entlang der Elbuferstraße zum Park. Mit der Bahn ist Magdeburg über den Hauptbahnhof sehr gut erreichbar – ab dort bringt die Straßenbahn Besucher in etwa 15 Minuten direkt zum Park.
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Häufig gestellte Fragen zum Stadtpark Rotehorn
Geheimtipp: Die Salzquelle im Stadtpark
Die meisten Besucher steuern direkt die bekannten Sehenswürdigkeiten an – dabei liegt eines der faszinierendsten Naturphänomene des Parks fast unbemerkt am Rand der Wege: die Salzquelle auf der Elbinsel. An dieser unscheinbaren Stelle tritt leicht salzhaltiges Wasser aus dem Boden – ein geologisches Kuriosum mitten in der Stadt, das direkt mit der Elwine-Sage verknüpft ist. Wer Lust hat, kombiniert den Besuch mit einem Spaziergang bis zur Marieninsel. Zwei stille Orte, die vielen Magdeburg-Besuchern bis heute unbekannt sind. Am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang wirkt die Atmosphäre dort besonders stimmungsvoll.