Augustinermuseum Freiburg

Augustinermuseum – Kunst und Geschichte im ehemaligen Kloster

Wer nach Freiburg im Breisgau reist, denkt zuerst ans Münster, an die Bächle und den Schlossberg. Das Augustinermuseum aber liegt buchstäblich einen Steinwurf vom Münsterplatz entfernt – und ist trotzdem oft die zweite Wahl. Zu Unrecht. In den Hallen des ehemaligen Augustinerklosters warten Original-Steinfiguren vom Freiburger Münster, gotische Altarbilder, mittelalterliche Goldschmiedearbeiten und sieben Jahrhunderte regionaler Kunstgeschichte. Wer Freiburg wirklich verstehen möchte, geht ins Augustinermuseum.

Das Museum gehört zu den Städtischen Museen Freiburg und ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen in Baden-Württemberg – mit einer Sammlung, die von der Romanik bis weit ins 19. Jahrhundert reicht.

Geschichte des Augustinermuseums

Die Geschichte des Augustinermuseums ist eng mit dem Stadtbild Freiburgs verknüpft. Das Klostergebäude am Augustinerplatz wurde im 13. Jahrhundert von den Augustinereremiten gegründet – einem Bettelorden, der damals in ganz Europa auf Expansionskurs war. Im späten Mittelalter war das Kloster ein wichtiges religiöses Zentrum im Breisgau.

Von der Klostergründung zum Weltklasse-Museum

Mit der Säkularisierung Ende des 18. Jahrhunderts verlor das Kloster seine religiöse Funktion. Das Gebäude wurde danach verschiedenen Zwecken zugeführt, bevor es 1923 schließlich als Museum eröffnet wurde. Eine umfassende Generalsanierung zwischen 2002 und 2010 brachte das Haus auf modernstem Stand – und sorgte dabei für eine theatralische Inszenierung der mittelalterlichen Sammlung, die ihresgleichen sucht.

Eckdaten im Überblick

InformationDetails
Gründung des Klosters13. Jahrhundert (um 1278)
Museumseröffnung1923
Generalsanierung2002–2010
SammlungsschwerpunktMittelalterliche Kunst der Oberrheinregion
BesonderheitOriginale Münsterplastiken im Erdgeschoss
MuseumsverbundStädtische Museen Freiburg

Im Zuge der Renovierung wurden die originalen Steinfiguren und Wasserspeier vom Freiburger Münster ins Museum gebracht und durch Kopien auf dem Dom ersetzt. So können Besucherinnen und Besucher heute Kunstwerke aus dem 13. Jahrhundert aus nächster Nähe bewundern – inklusive Details, die man 30 Meter über dem Boden schlicht nicht erkennt.

Bild: © Städtische Museen Freiburg

Was gibt es im Augustinermuseum zu sehen?

Das Augustinermuseum überrascht mit einer Tiefe und Breite, die man einem Stadtmuseum nicht unbedingt zutraut. Im Zentrum steht die mittelalterliche Sammlung des Oberrheins – und die hat es in sich.

Die Skulpturenhalle: Mittelalter zum Anfassen

Im Erdgeschoss empfängt einen die sogenannte Skulpturenhalle: Hier stehen die originalen Portalfiguren und Wasserspeier des Freiburger Münsters, aufgestellt in raumfüllenden Gruppen. Man kann regelrecht auf Augenhöhe mit Figuren kommunizieren, die einst 30 Meter über dem Boden thronten – ein ganz anderes Erlebnis als der Blick vom Münsterplatz nach oben.

Highlights der Sammlung

  • Münsterplastiken (Original): Gotische Figuren und Wasserspeier aus dem 13.–16. Jahrhundert, direkt vom Freiburger Münster
  • Mittelalterliche Malerei: Oberrheinische Altarbilder und Tafelmalerei vom 14. bis 16. Jahrhundert
  • Goldschmiedekunst: Kelche, Reliquiäre und liturgische Gerätschaften von meisterlicher Qualität
  • Glasmalerei: Mittelalterliche Fensterscheiben, teils direkt aus dem Münster
  • Spätmittelalterliche Holzskulptur: Madonnen, Heiligenfiguren und Kreuzigungsgruppen
  • Kunst des 19. Jahrhunderts: Landschaftsmalerei und Historismus aus dem Breisgau
  • Sakrale Elfenbeinarbeiten: Seltene Kleinkunstwerke aus dem kirchlichen Umfeld

Die Sammlung umfasst außerdem eine bedeutende Abteilung mit Kunsthandwerk und dekorativer Kunst – von Möbeln über Keramik bis hin zu textilen Kunstwerken. Wer glaubt, Museen seien eine ernste Angelegenheit, liegt hier richtig. Wer glaubt, sie seien trocken – der wird angenehm überrascht.

Praktische Infos: Öffnungszeiten, Eintritt und Anfahrt

Bevor du ins Augustinermuseum aufbrichst, hier die wichtigsten Informationen im kompakten Überblick – damit du keine böse Überraschung vor verschlossener Tür erlebst.

InformationDetails
AdresseAugustinerplatz 2, 79098 Freiburg im Breisgau
ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr
RuhetagMontag geschlossen
Eintritt8 € (ermäßigt 6 €)
KinderKostenlos bis 18 Jahre
StraßenbahnLinie 1 oder 3, Haltestelle Schwabentor oder Augustinerplatz
ParkenParkhaus Unterlinden (ca. 600 m) oder Parkhaus Colombi
FührungenÖffentliche Führungen jeden Sonntag um 11:30 Uhr
AudioguideVorhanden, in Deutsch und Englisch
BarrierefreiJa, Fahrstuhl und barrierefreie Zugänge vorhanden

Tipp: Das Freiburg Museums-Kombiticket lohnt sich, wenn du mehrere städtische Museen an einem Tag besuchen möchtest – es gilt für alle Häuser der Städtischen Museen Freiburg.

Rund ums Augustinermuseum: Freiburg entdecken

Das Augustinermuseum liegt mitten im Herzen der Freiburger Altstadt – wer hier rausgeht, steht sofort zwischen den Gassen des Münsterviertels. Das ist Programm für sich.

Was liegt in der Nähe des Augustinermuseums?

  • Freiburger Münster (3 Minuten zu Fuß): Das gotische Wahrzeichen der Stadt, dessen Originalskulpturen du gerade im Museum bewundert hast. Jetzt siehst du die Kopien – und merkst den feinen Unterschied.
  • Münstermarkt: Jeden Mittwoch und Samstag ein lebhafter Wochenmarkt mit Breisgäuer Produkten, Wein vom Kaiserstuhl und Schwarzwälder Spezialitäten.
  • Freiburger Bächle: Die kleinen Wasserkanäle ziehen sich durch die gesamte Altstadt. Wer hineinsteigt, muss laut Volksglauben eine Freiburgerin oder einen Freiburger heiraten – also Vorsicht beim Spaziergang.
  • Schwabentor (5 Minuten): Das mittelalterliche Stadttor liegt quasi vor der Haustür des Museums und lohnt einen kurzen Zwischenstopp.
  • Schlossberg: Wer nach dem Museum Luft schnappen möchte, spaziert Richtung Schlossberg – zu Fuß oder per Schlossberg-Lift. Oben wartet einer der schönsten Aussichtspunkte über Freiburg.

Freiburg ist eine Stadt, in der man wunderbar zu Fuß unterwegs ist. Der gesamte historische Kern ist in einer Stunde zu umrunden – mit genug Abstecher-Potenzial für einen ganzen Tag.

Bild: © FWTM Schoenen

Geheimtipp: Der Kreuzgang des Augustinerklosters

Du stehst nach dem Museumsbesuch auf dem Augustinerplatz und fragst dich, was noch? Dann schau dir den ehemaligen Klosterkreuzgang an – der Innenhof des Augustinermuseums ist im Sommer manchmal zugänglich und wirkt wie eine Zeitreise ins Mittelalter, ohne Touristenstrom und ohne Audioguide.

Noch ein echter Insidertipp: Das Café im Museum ist klein, aber fein – perfekt für eine kurze Pause zwischen Skulpturenhalle und Obergeschoss. Und der Museumsshop hat Kunstdrucke und Replikate mittelalterlicher Werke, die qualitativ deutlich über dem üblichen Souvenirladen-Standard liegen.

Wer abends noch in Freiburg ist: Das Münsterviertel lebt auf, wenn die Tagestouristen abgereist sind. Die kleinen Weinbars und Restaurants rund um den Augustinerplatz sind dann deutlich entspannter – und die Atmosphäre mit beleuchtetem Münster im Hintergrund ist schlicht unschlagbar.

FAQ zum Augustinermuseum Freiburg

Wie lange braucht man für das Augustinermuseum Freiburg?

Für einen entspannten Besuch solltest du 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Kunstliebhaber und Mittelalter-Fans können locker 3 Stunden verbringen, ohne alles gesehen zu haben.

Was kostet der Eintritt?

Der reguläre Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Mit dem Freiburg Museums-Kombiticket lassen sich mehrere städtische Museen an einem Tag besuchen.

Was ist das besondere Highlight?

Die originalen Skulpturen vom Freiburger Münster im Erdgeschoss – die Kopien hängen heute am Dom, die Originale kann man hier aus nächster Nähe bewundern. Ein unvergessliches Erlebnis.

Ist das Museum barrierefrei zugänglich?

Ja, das Augustinermuseum ist barrierefrei zugänglich – mit Aufzug und entsprechenden Eingängen für Rollstuhlfahrer.

Wann ist das Augustinermuseum geschlossen?

Montags bleibt das Museum geschlossen. Dienstags bis sonntags ist es von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

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