Thailändische Salas Bad Homburg – Tempel im Kurpark
Zwei Salas im Kurpark – wo Thailand mitten in Hessen lebt
Bad Homburg vor der Höhe ist als elegante Kurstadt bekannt – mit seinem prachtvollen Kurpark, dem Kaiser-Wilhelms-Bad und den berühmten Mineralquellen. Wer durch den Park spaziert, entdeckt inmitten von Lindenalleen und Rosenbüschen ein faszinierendes Stück fernöstlicher Kultur: zwei vergoldete Salas, die an niemand Geringeres als einen siamesischen König erinnern. Die Geschichte dieser Pavillons ist so ungewöhnlich wie berührend – und macht Bad Homburg zu einem einzigartigen Ort für alle, die Thailand und Deutschland in einer Sehenswürdigkeit erleben möchten.
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Die Königliche Geschichte der Salas in Bad Homburg
Alles begann im Jahr 1907, als König Chulalongkorn – auch Rama V. genannt – zur Kur nach Bad Homburg reiste. Der thailändische Monarch blieb einen ganzen Monat und war von der Heilwirkung der Quellen so begeistert, dass er während seines Aufenthalts sogar die Entdeckung einer neuen Mineralquelle persönlich einweihte. Zum Dank für seine Genesung schenkte er der Stadt einen prächtigen Sala – einen traditionellen Pavillon im Thai-Stil.
Die aus Bangkok gelieferten Einzelteile kamen Ende 1910 in Kisten per Schiff an, teils beschädigt. Erst 1914 wurde der Tempel im Beisein von Prinz Mahidol feierlich eingeweiht. Sein Vater König Chulalongkorn, der 1910 verstorben war, erlebte den Moment nicht mehr. Zudem ließ Kaiser Wilhelm II. – selbst ein treuer Bad Homburg-Gast – den goldenen Sala an einer anderen Stelle im Kurpark errichten, als der König es gewünscht hatte.
König Chulalongkorn – Der große Reformer auf Kurreise
Chulalongkorn regierte Thailand 42 Jahre lang (1868–1910) und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Landes. Er schaffte die Sklaverei ab, modernisierte das Bildungs- und Gesundheitswesen, ließ ein landesweites Eisenbahnnetz bauen und sicherte Thailands Unabhängigkeit im Zeitalter des Kolonialismus. In Thailand wird er bis heute als Held verehrt und der Gedenktag am 23. Oktober ist ein nationaler Feiertag.
In Bad Homburg erinnert nicht nur der Sala an ihn: Im Kurpark steht auch eine bronzene Reiterstatue, die König Chulalongkorn zu Pferd zeigt – ein Geschenk des thailändischen Volkes, das die Verehrung für seinen König auch in der Ferne sichtbar machen wollte. Wenn man vor dem Denkmal steht und auf den goldenen Pavillon blickt, spürt man die ungewöhnliche Tiefe dieser Freundschaft zwischen zwei so verschiedenen Kulturen.
Warum hat Bad Homburg gleich zwei Thailändische Salas?
Der erste Sala wurde nicht dort aufgestellt, wo König Chulalongkorn es gewünscht hatte – nämlich direkt neben der nach ihm benannten Chulalongkorn-Quelle. Kaiser Wilhelm II. ließ den goldenen Pavillon an anderer Stelle im Kurpark errichten. Diesen kaiserlichen Fauxpas korrigierten erst König Bhumibol (Rama IX.) und Königin Sirikit: Zum 100. Jubiläum des Kuraufenthalts schenkten sie Bad Homburg im Jahr 2007 einen zweiten Sala, der nun wunschgemäß direkt neben der Chulalongkorn-Quelle steht.
Der zweite Sala – Geschenk von König Bhumibol
Der zweite Sala aus dem Jahr 2007 ähnelt dem ersten optisch, wurde jedoch in Thailand nach traditionellen Handwerkstechniken neu gefertigt. Der Schenkungsakt war ein symbolisches Zeichen: Das Königshaus der Chakri-Dynastie und die Kurstadt Bad Homburg verbindet bis heute eine gelebte Freundschaft über mehr als 115 Jahre.
Beide Pavillons bilden ein einzigartiges Ensemble im Kurpark – so etwas gibt es kein zweites Mal in Deutschland. Wer beide Salas nebeneinander sieht, versteht sofort, warum Bad Homburg sich mit dem Titel Koenigliche Stadt schmueckt: Die Verbindung zum thailaendischen Koenigshaus ist hier in Gold gegossen.
Das Amazing Thailand Festival in Bad Homburg
Jedes Jahr im Sommer verwandelt sich der Kurpark Bad Homburg in eine Bühne für siamesische Kultur. Das Festival Amazing Thailand zieht jährlich zigtausende Besucher an und ist eines der größten Thailand-Feste in Deutschland. Auf mehreren Bühnen zeigen thailändische Künstlerinnen und Künstler traditionelle Tänze, Musikdarbietungen und Kampfkünste. Zwischen den Salas duftet es nach Pad Thai, Mango-Sticky-Rice und Jasmin – Bangkok auf Zeit, mitten in Hessen.
Das Festival findet rund um die beiden Salas statt und nutzt den wunderschönen Kurpark als natürliche Kulisse. Die Veranstaltung ist ein echtes Miteinander: Thailändische und deutsche Vereine, das Königliche Konsulat und die Stadt Bad Homburg gestalten das Programm gemeinsam – ein lebendiges Zeichen der über 115-jährigen Freundschaft.
Programm und Highlights beim Thaifest
Das Programm beim Amazing Thailand Festival ist bunt und abwechslungsreich. Was Besucher erwartet:
- Klassischer Thaitanz: Kostümierte Ensembles führen traditionelle Hofttänze auf, die aus dem Ramakien (dem siamesischen Ramayana-Epos) schöpfen
- Muay Thai Vorführungen: Einblicke in die traditionelle Kampfkunst Thailands – beeindruckend und respektvoll präsentiert
- Thai-Streetfood: Authentische Gerichte wie Pad Thai, Tom Kha Gai, Mango-Sticky-Rice und frisch aufgeschnittene Früchte
- Handwerk und Kunsthandwerk: Seidenweberei, Schnitzkunst und traditionelle Tempeldekorationen zum Zuschauen und Kaufen
- Kulturprogramm für Kinder: Workshops zum Falten von Lotusblüten und Einblicke in die Thai-Kalligraphie
- Ausstellungen: Geschichte der Beziehung zwischen Thailand und Bad Homburg anhand von Fotos und Dokumenten
Das Festival ist in der Regel kostenlos und findet meist über ein verlängertes Wochenende im Sommer statt. Aktuelle Termine gibt es auf der Website der Stadt Bad Homburg.
Besuch der Salas – Lage, Öffnung und Anreise
Die beiden Salas befinden sich im Kurpark Bad Homburg – einer der schönsten und ältesten Parkanlagen Deutschlands. Der Kurpark ist ganzjährig zugänglich und das grüne Herz der Stadt. Ein Besuch lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang durch die weitläufige Anlage verbinden.
| Information | Details |
|---|---|
| Adresse | Kurpark Bad Homburg, Kaiser-Friedrich-Promenade, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe |
| Öffnungszeiten Kurpark | Täglich, ganztägig geöffnet – kein Einlass notwendig |
| Eintritt Salas | Kostenlos |
| Anreise mit ÖPNV | U2 oder U9 ab Frankfurt (Hauptwache) bis Bad Homburg, ca. 25–30 Minuten |
| Anreise mit PKW | A661 Richtung Bad Homburg, Ausfahrt Bad Homburg-Zentrum, dann ausgeschildert |
| Parkplätze | Tiefgarage Kurpark oder Parkplätze am Louisenplatz |
| Beste Reisezeit | Mai bis September, Festival im Sommer |
Was gibt es noch in Bad Homburg und Umgebung?
Wer die Salas besucht hat, sollte auch die Umgebung erkunden. Bad Homburg und der Taunus haben noch viel mehr zu bieten:
- Schloss Bad Homburg: Das Residenzschloss der Landgrafen von Hessen-Homburg mit dem markanten Weißen Turm – direkt neben dem Kurpark
- Römerkastell Saalburg: Eines der besterhaltenen und am besten rekonstruierten Kastelle am Obergermanisch-Raetischen Limes, nur wenige Kilometer vom Kurpark entfernt
- Taunus Therme: Großes Thermalbad direkt in Bad Homburg – ideal nach einem Spaziertag im Park
- Großer Feldberg: Mit 879 Metern der höchste Berg des Taunus – Wandern mit Panoramablick über Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet
- Hessenpark Neu-Anspach: Freilichtmuseum mit über 100 historischen Gebäuden aus dem 17. bis 20. Jahrhundert
Von Frankfurt aus ist Bad Homburg mit der U-Bahn (Linie U2 oder U9) in rund 30 Minuten erreichbar – damit eignet es sich hervorragend als Tagesausflugsziel für Städtereisende.
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FAQ – Häufige Fragen zu Thailand in Bad Homburg
Häufige Fragen auf einen Blick
Was sind die Salas? Zwei goldene Thai-Pavillons im Kurpark, Geschenke des siamesischen Königshauses.
Eintritt: Kostenlos, der Kurpark ist täglich geöffnet.
Festival: Das Amazing Thailand Festival findet jährlich im Sommer statt – einer der Höhepunkte des Bad Homburger Veranstaltungskalenders.
Anreise: Mit der U-Bahn ab Frankfurt in 25–30 Minuten, mit dem Auto über die A661.
Geheimtipp: Der goldene Morgen an den Salas
Während die meisten Besucher nachmittags oder beim Festival in den Kurpark kommen, lohnt sich ein Besuch kurz nach Sonnenaufgang ganz besonders: Die goldenen Dächer der Salas leuchten dann im frühen Morgenlicht in einem warmen Orange-Gold, und der Kurpark liegt noch fast vollständig in der Stille. In dieser Ruhe – fernab von Touristen und Festival-Trubel – kann man die Fremdartigkeit und Schönheit der Pavillons mitten im hessischen Park wirklich auf sich wirken lassen.
Ein weiterer Tipp: Suche die Chulalongkorn-Quelle direkt neben dem zweiten Sala – der kleine Brunnen mit der Inschrift ist für viele Besucher eine Überraschung und ein echter Fotomoment. Wer möchte, kann auch die Reiterstatue des Königs im Park aufsuchen: Sie steht etwas abseits der üblichen Touristenwege und erinnert mit großer Würde an den Mann, dessen Kurbesuch vor über einem Jahrhundert zwei Kulturen dauerhaft miteinander verband.