Südtiroler Unterland

Bild: © Südtirol Marketing / Clemens Zahn

Das Südtiroler Unterland – auch bekannt als Überetsch-Unterland – liegt im südlichsten Zipfel der autonomen Provinz Südtirol und überrascht mit einem Klima, das weit mediterraner ist, als man es von einer Alpenregion erwarten würde. Palmen und Zypressen säumen die Straßen, Weinreben klimmen die sanft geschwungenen Hügel empor, und die Etsch mäandert durch ein breites, fruchtbares Tal. Wer einmal hier Urlaub gemacht hat, versteht sofort, warum das Unterland zu den bezauberndsten Weinlandschaften Italiens zählt.

Was macht das Südtiroler Unterland so besonders?

Die Antwort liegt in einer einzigartigen Kombination aus Geographie, Kultur und Klima. Das Unterland ist das Tor zwischen den Alpen und dem Mittelmeer. Die antike Via Claudia Augusta – eine der ältesten Römerstraßen Europas – verlief einst durch dieses Tal, und noch heute spürt man die jahrhundertealten Handels- und Kulturströme zwischen Nord und Süd. Deutsche Gotik trifft auf südländische Renaissance, Schüttelbrot und Speck begegnen Polenta und Lagrein-Wein.

MerkmalInformation
LageSüdlichster Teil Südtirols, Provinz Bozen-Südtirol
HauptflussEtsch (Adige)
KlimaSubmediterran, Jahresdurchschnitt ca. 13–14 °C
HauptorteAuer, Neumarkt, Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kurtinig, Salurn
WeinstraßeSüdtiroler Weinstraße (Terlan bis Salurn)
BesonderheitKalterer See – wärmster natürlicher Badesee der Alpen

Sehenswürdigkeiten im Südtiroler Unterland

Ob Burgruinen, Naturdenkmäler oder vinophile Erlebnisse – das Südtiroler Unterland hat kulturell und landschaftlich mehr zu bieten, als viele Reisende erwarten.

Bletterbachschlucht – UNESCO-Weltnaturerbe

Wenige Kilometer östlich von Neumarkt liegt die Bletterbachschlucht, seit 2009 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten. Der Schluchtweg führt durch 260 Millionen Jahre Erdgeschichte – freiliegende Gesteinsschichten in Rot, Grau und Ocker erzählen von Reptilien der Triaszeit. Der gut ausgebaute Besucherweg ist rund 3 km lang und für Familien bestens geeignet.

Burg Hocheppan und Schloss Enn

Auf einem Felsvorsprung oberhalb von Missian thront Burg Hocheppan – eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Südtirols. Die romanischen Fresken in der Burgkapelle aus dem 12. Jahrhundert zeigen Szenen aus dem Alltagsleben der Stauferzeit. Nicht weit entfernt erhebt sich Schloss Enn über Montan mit herrlichem Panoramablick über das gesamte Unterland.

Südtiroler Weinstraße

Die Südtiroler Weinstraße führt von Terlan im Norden bis Salurn an der Trentiner Grenze und berührt die bekanntesten Weinbaugemeinden des Landes. Besucher können Kellereien besichtigen, an Weinproben teilnehmen und direkt beim Erzeuger kaufen. Die Straße folgt auf weiten Strecken der antiken Via Claudia Augusta.

Naturpark Trudner Horn (Monte Corno)

Der älteste Naturpark Südtirols südöstlich von Neumarkt begeistert mit ausgedehnten Schwarzkiefernwäldern, Hochmooren und seltenen Orchideenwiesen. Das Gebiet eignet sich besonders für Familien mit gut markierten, leicht begehbaren Wanderwegen. Im Frühling blühen hier Wildtulpen und heimische Orchideen.

Bild: © Verkehrsamt der Stadt Bozen

Ortschaften im Südtiroler Unterland

Kurtatsch an der Weinstraße

Kurtatsch thront wie auf einem Sonnenbalkon über dem Etschtal. Von der jahrhundertealten Weinbautradition zeugen prächtige Edelansitze und alte Bauernhöfe im historischen Ortskern. Die Gemeinde ist Heimat der Kellerei Kurtatsch, einer der renommiertesten Genossenschaften Südtirols. Mehrere Wanderwege führen von hier in das beschauliche Mittelgebirge hinauf: zur Hochfläche von Fennberg, den Terrassen von Penon und Graun sowie zum Mendelpass. Atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und die hügelige Talsohle sind garantiert.

Margreid an der Weinstraße

Margreid gilt als eines der schönsten Weindörfer Südtirols. Der historische Ortskern ist in seiner baulichen Struktur nahezu unverändert erhalten geblieben: Unzählige Adelshäuser im Stil der deutschen Gotik – gemischt mit südländischer Renaissance und heiterem Barock – verleihen dem Dorf seinen unverwechselbaren Charakter. Steingerahmte Portale, gekuppelte Rundbogenfenster, Freitreppen, zierliche Loggias und kunstvoll gestaltete Fenstergitter machen jeden Bummel durch den Ort zu einem kleinen Ausflug in die Vergangenheit. Rund um Margreid gedeihen Kalterersee-Weine und Pinot Noir von außergewöhnlicher Qualität.

Kurtinig an der Weinstraße

Kurtinig ist die kleinste Gemeinde im Süden Südtirols und liegt inmitten der Etschtalsohle, direkt an der Südtiroler Weinstraße und umgeben von zahlreichen Biotopen. Dank des milden, sonnenverwöhnten Klimas ist es ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, Spaziergänge und Radtouren. Besonders im Frühling und Herbst bieten die Obstgärten und die hügelige Rebenlandschaft zauberhafte Naturschauspiele. Das Bergland im höher gelegenen Mittelgebirge ist sanft und durch gut markierte Wege leicht zugänglich. Bei ausgedehnten Touren sorgen Jausenstationen und Landgasthäuser für eine gemütliche Rast mit Südtiroler Speck und Schüttelbrot.

Bild: © Tourismusverein Südtiroler Unterland

Kalterer See und Freizeitmöglichkeiten

Der Kalterer See (Lago di Caldaro) ist das touristische Juwel des Unterlandes: Mit Wassertemperaturen von bis zu 28 °C im Sommer gilt er als wärmster natürlicher Badesee der Alpen. Eingebettet in sanfte Weinberge und nur wenige Minuten von den Weinbaudörfern der Weinstraße entfernt, bietet er Schwimmen, Sonnenbaden, Segeln, Surfen, Tretbootfahren, Fischen und Rudern in malerischer Kulisse.

Das Freizeitangebot des Unterlands reicht weit über den See hinaus:

  • Radfahren: Der Etschtal-Radweg verbindet auf nahezu flacher Strecke Meran mit Verona – mit einer Abzweigung zum Gardasee
  • Wandern: Touren auf Schwarzhorn, Weißhorn und Roen sowie über den Mendelpass bieten atemberaubende Ausblicke
  • Skifahren: In den Skigebieten Jochgrimm, Obereggen und Pampeago ist Skibetrieb oft bis weit in den April möglich
  • Weintouren: Kellereien und Weingüter entlang der Weinstraße laden zu Proben und Besichtigungen ein
  • Städteausflüge: Bozen liegt nur wenige Kilometer nördlich und bietet Wochenmärkte, Museen und den berühmten Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum

Das Südtiroler Unterland ist das ganze Jahr über eine Reise wert: Im Frühling leuchten die Obstbaumblüten über dem Etschtal, im Sommer lockt der Kalterer See mit traumhaften Badetemperaturen, im Herbst verwandeln sich die Weinberge in ein Farbenmeer aus Gold und Rot, und im Winter laden die nahen Skigebiete und gemütliche Buschenschanken zu Erholung und Geselligkeit ein. Egal zu welcher Jahreszeit – wer einmal das Unterland besucht, kommt wieder.

Bild: © Verkehrsamt der Stadt Bozen

Geheimtipp: Die stille Hochfläche von Fennberg

Die meisten Besucher kennen Kurtatsch – aber kaum einer kennt die stille Hochfläche von Fennberg, die sich über dem Dorf auf rund 1.100 Metern Höhe erstreckt. Jahrhundertelang als Sommerfrische von der Bozner Oberschicht gerühmt, ist Fennberg heute ein echter Insidertipp für alle, die der sommerlichen Hitze des Tals entfliehen wollen. Der Aussichtspunkt auf der Fennberger Alm bietet ein unverstelltes Panorama über das gesamte Etschtal – und das bei nahezu vollständiger Abwesenheit von Touristenströmen.

Oben angekommen, empfiehlt sich ein Halt beim lokalen Bauernhof für selbst gemachten Apfelmost und Käse direkt vom Erzeuger. Der Weg hinauf führt über schmale Waldwege und dauert zu Fuß etwa zwei Stunden – oder bequem per Auto über die Kurtatschner Bergstraße in rund 20 Minuten. Fennberg ist das Südtirol, wie es vor Jahrzehnten noch überall war: unaufgeregt, authentisch und gastlich.

FAQ – Häufige Fragen zum Südtiroler Unterland

Was ist das Südtiroler Unterland?
Das Südtiroler Unterland ist der südlichste Teil Südtirols entlang der Etsch, bekannt für Weinbau, den Kalterer See und ein submediterranes Klima. Es umfasst Gemeinden wie Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Margreid und Kurtinig.
Welche Orte liegen im Südtiroler Unterland?
Zu den bekanntesten Orten zählen Kaltern, Tramin, Auer, Neumarkt, Kurtatsch, Margreid und Kurtinig – alle entlang der Südtiroler Weinstraße.
Wann ist die beste Reisezeit?
Das Unterland lässt sich ganzjährig besuchen: Frühling für die Obstblüte, Sommer für den Kalterer See, Herbst für die Weinlese und Winter für die Skigebiete Jochgrimm und Obereggen.
Warum gilt der Kalterer See als besonders?
Mit Wassertemperaturen bis zu 28 °C gilt er als wärmster natürlicher Badesee der Alpen – ein echtes Highlight des Unterlands.
Ist das Unterland für Weinliebhaber interessant?
Absolut. Hier entstehen weltbekannte Weine wie Gewürztraminer, Lagrein und Kalterersee. Entlang der Weinstraße bieten zahlreiche Kellereien Proben und Führungen an.

Bild: © Verkehrsamt der Stadt Bozen

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