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Sandsteinhöhlen Blankenburg
Sandsteinhöhlen Blankenburg – Geheimtipp im Heers mit Wanderweg, Dedingstein und „Sandhutsche“
Die Sandsteinhöhlen bei Blankenburg gehören zu den Orten im Harz, die man nicht zufällig „nebenbei“ findet – und genau das macht ihren Reiz aus. Versteckt im Waldgebiet Heers liegt eine helle, sandige Lichtung, ungefähr so groß wie ein Fußballfeld. Aus dem feinen Sand ragen mächtige Sandsteinfelsen, in denen sich Höhlen und Überhänge gebildet haben. Vor Ort wirkt das fast wie eine kleine Strandlandschaft mitten im Kiefernwald: weich unter den Füßen, lichtdurchflutet, mit Felsformationen, die Kinder wie Erwachsene sofort erkunden wollen.
Was viele nicht wissen: Die Höhlen sind nicht einfach „Naturhöhlen“, sondern wurden über lange Zeit von Menschenhand geformt. Gleichzeitig zeigt der Ort sehr deutlich, wie empfindlich Sandstein ist – Wind und Wetter tragen ihn stetig ab. Genau deshalb ist es wichtig, respektvoll zu besuchen: nicht im Stein kratzen, nichts abbrechen, auf den Wegen bleiben und den Platz so hinterlassen, dass er auch in den nächsten Jahren noch so beeindruckend wirkt.
Wo liegen die Sandsteinhöhlen?
Die Sandsteinhöhlen liegen unterhalb der Burg und Festung Regenstein, im Waldgebiet „Heers“ nördlich von Blankenburg (Harz). Wenn man vom Regenstein in Richtung Halberstadt blickt, ist in der Landschaft ein heller Fleck im Kiefernwald zu erkennen – genau dort befindet sich die sandige Lichtung mit den Felsen und Höhlen.
Der Platz ist im Volksmund auch als „Sandhutsche“ bekannt. Mitten im Areal steht der Dedingstein – ein einzelner, markanter Stein, der dem Ort zusätzliche Atmosphäre gibt.
Warum der Ort so besonders ist
1) Ein „Strand“ im Wald
Der Sandboden entsteht unter anderem durch die schnelle Verwitterung des Sandsteins. Wo früher Sand als Scheuer- und Stubensand genutzt wurde, entsteht heute ein weicher Untergrund, der dem Kiefernwald ein ungewöhnliches, fast küstiges „Strand-Feeling“ gibt.
2) Geologie zum Anfassen – 83 Millionen Jahre
Der Sandstein ist rund 83 Millionen Jahre alt und wird auch als Heidelberg-Sandstein bezeichnet. Er entstand in der Oberkreide in einem flachen Meer. Dass man hier in einem ehemaligen Meeresablagerungsraum steht, spürt man nicht als Theorie, sondern als Material: körnig, hell, weich, leicht zu bearbeiten – und deshalb historisch auch genutzt.
3) Geschichte und Mythos rund um den Dedingstein
Es wird vermutet, dass Germanen in vorchristlicher Zeit an diesem Platz zu rituellen Versammlungen zusammenkamen. „Thing“ oder „Ding“ bezeichnete Gerichts- oder Volksversammlungen – was als Erklärung für den Namen Dedingstein herangezogen wird. Ob Legende oder Wahrheit: Der Ort hat eine starke, archaische Stimmung, die man im Harz nicht überall findet.
Schutzgebiet: Natur genießen, aber richtig
Die Felsen und der angrenzende Kiefernwald sind als geschütztes Biotop ausgewiesen und unterliegen dem europäischen Schutzstatus Natura 2000. Daraus folgt ein Wegegebot: Bitte bleiben Sie auf den vorgesehenen Wegen und respektieren Sie Absperrungen oder Hinweisschilder.
Gleichzeitig gilt: Jede zusätzliche Bearbeitung im Stein beschleunigt die Zerstörung. Der Sandstein erodiert ohnehin schnell; wer kratzt, bricht oder „nachhilft“, nimmt dem Ort Stück für Stück das, was ihn ausmacht.
- Bleiben Sie auf den Wegen und betreten Sie empfindliche Bereiche nicht.
- Keine „Andenken“ aus dem Sandstein lösen oder mitnehmen.
- Nichts in die Felsen ritzen oder Höhlenwände bearbeiten.
- Rücksicht auf andere: der Platz ist beliebt bei Familien und Fotografen.
- Müll wieder mitnehmen – auch Kleinigkeiten fallen im hellen Sand sofort auf.
Wandern zu den Sandsteinhöhlen: Der große Rundweg
Wenn Sie den Ort nicht nur „kurz anschauen“, sondern richtig erleben möchten, ist der große Rundweg eine sehr gute Option. Er führt durch das Waldgebiet Heers, das eher an brandenburgische Kiefernwälder oder an die Ostseeküste erinnert als an den klassischen Harz. Die Tour ist als Rundwanderung angelegt, mit moderatem Anspruch und gutem Landschaftserlebnis.
| Tour | Strecke | Dauer | Auf-/Abstieg | Höchster/Tiefster Punkt | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Großer Rundweg Sandsteinhöhlen Blankenburg (Harz) | 9,5 km | ca. 2:30 h | 81 hm / 81 hm | 243 m / 170 m | mittel (T1) |
Praktisch: Die Wegearten sind abwechslungsreich. Ein großer Teil verläuft auf Schotter- und Naturwegen, dazu kommen Pfadabschnitte. Damit ist die Tour gut machbar, aber nicht „asphaltiert durchgehend“ – festes Schuhwerk lohnt sich, besonders wenn es vorher geregnet hat.
Für Familien: natürlicher Abenteuerspielplatz
Die Sandsteinhöhlen werden oft als natürlicher Spielplatz beschrieben – und das trifft es sehr gut. Kleine Kinder haben einen riesigen „Sandkasten“, in dem sie buddeln können. Größere Kinder und Erwachsene können Felsen und Höhlen erkunden, sich in den Strukturen verlieren und immer neue Perspektiven entdecken. Der Ort ist damit ein perfektes Ziel, wenn Sie im Harz etwas suchen, das nicht nur „anschauen“, sondern auch „machen“ lässt.
Wichtig ist nur, den Schutzstatus ernst zu nehmen: Erkunden ja, zerstören nein. Wenn Sie das als Regel vorab erklären, klappt der Besuch erstaunlich entspannt.
Harzer Wandernadel: Stempelstelle mit Kultstatus
Für Fans der Harzer Wandernadel ist der Platz ein echtes Highlight: Die Sandsteinhöhlen wurden 2009 zur „schönsten Stempelstelle“ gewählt. Wer Stempel sammelt, bekommt hier also nicht nur einen Punkt auf der Liste, sondern eine der atmosphärischsten Stempelstellen überhaupt.
Kombi-Tipp: Burg und Festung Regenstein
Unweit der Sandsteinhöhlen liegt Burg und Festung Regenstein – ein Freilichtmuseum mit in den Fels gehauenen Räumen. Der Autorentipp zur Wanderung empfiehlt den Besuch ausdrücklich. Das passt auch logisch: erst Natur und Höhlen, dann Kulturgeschichte und Festungsanlage – zwei sehr unterschiedliche Harz-Erlebnisse, die räumlich nahe beieinanderliegen.
Anreise, Parken und Orientierung vor Ort
Die Sandsteinhöhlen liegen zwar „versteckt“, sind aber als Ausflugsziel gut erreichbar, weil der Bereich rund um Blankenburg und den Regenstein touristisch erschlossen ist. Am einfachsten ist es, die Anfahrt über Blankenburg zu planen und sich anschließend in Richtung Regenstein zu orientieren. Vor Ort helfen ausgeschilderte Wege und die gängigen Wanderkarten-Apps, um die Lichtung im Heers sicher zu finden.
Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte eher eine kurze, klare Runde wählen (z. B. Hin- und Rückweg oder eine Teilstrecke), statt den großen Rundweg „auf Biegen und Brechen“ durchzuziehen. So bleibt genug Zeit zum Erkunden, ohne dass der Rückweg zur Geduldsprobe wird.
Fototipp: Besser als die Frontansicht
Die bekanntesten Fotos entstehen oft direkt von der Lichtung aus – aber noch spannender wirken Aufnahmen von den Randwegen. Dort bekommt man die typischen Kontraste ins Bild: helle Sandfläche, dunkler Kiefernwald und die Felsen als „Insel“. Besonders stimmungsvoll sind Motive, wenn einzelne Baumstämme als Rahmen dienen oder wenn Sonnenstrahlen seitlich durch die Kiefern fallen.
Mit Hund unterwegs
Die Tour wird als hundefreundlich beschrieben. Trotzdem gilt: Wegen des Schutzgebietes sollte der Hund auf den Wegen bleiben und in stärker frequentierten Bereichen eher angeleint werden – schon allein, damit Kinder ungestört spielen können und Wildtiere im Wald nicht gestört werden.
Beste Zeit für Ihren Besuch
Die Sandsteinhöhlen funktionieren grundsätzlich ganzjährig, aber die Wirkung hängt stark vom Licht ab. Besonders schön ist es: morgens oder am späten Nachmittag, im Frühjahr und Herbst, oder nach längeren Trockenphasen, wenn die Lichtung besonders hell wirkt. Nach Regen wird der Sand schwerer und man trägt mehr ins Auto – für Familien mit kleinen Kindern ist trockenes Wetter oft die entspanntere Wahl.
Geheimtipp: Drehort von Woodwalkers
Die Sandsteinhöhlen Blankenburg dienen zudem als Drehort für die Verfilmung der beliebten Buchreihe „Woodwalkers“. Gerade Fans der Geschichte erkennen die besondere Atmosphäre der hellen Felsen und des Kiefernwaldes sofort wieder. Das macht den Besuch für Kinder und Jugendliche noch spannender, weil der Ort nicht nur Naturerlebnis, sondern auch Filmkulisse ist.
Passend dazu gibt es eine begleitende App, mit der sich Drehorte entdecken und zusätzliche Hintergrundinformationen abrufen lassen. Wer also einen thematischen Familienausflug plant, kann die Sandsteinhöhlen als Film-Spot bewusst einbauen und mit der App interaktiv erleben.
Kurzfazit
Die Sandsteinhöhlen Blankenburg sind ein Harz-Geheimtipp mit echter Eigenart: ein „Strand“ im Kiefernwald, geologisch spannend (83 Millionen Jahre alter Sandstein), geschichtsträchtig rund um den Dedingstein und gleichzeitig familienfreundlich, weil man den Ort aktiv erleben kann. Wer die Regeln respektiert und idealerweise eine Runde durch den Heers daraus macht, bekommt ein Ausflugsziel, das sich deutlich von den klassischen Harz-Highlights unterscheidet – und genau deshalb so in Erinnerung bleibt.