Prinzipalmarkt Münster

Prinzipalmarkt Münster – Geschichte, Tipps & Infos

Wer Münster besucht, kommt am Prinzipalmarkt nicht vorbei – und das ist auch gut so. Die rund 400 Meter lange Prachtstraße mit ihren gotischen und Renaissance-Giebelhäusern ist seit Jahrhunderten das Herzstück der westfälischen Stadt: Hier pulsierte der Handel, wurden Schicksale verhandelt und wurde Geschichte geschrieben. Kein Wunder, dass die Münsteraner diesen Ort liebevoll ihre „gute Stube" nennen. Wer sich für Städtereisen nach Münster interessiert, wird schnell verstehen, warum diese Stadt mit ihren Studenten, Radfahrern und historischen Plätzen ein ganz eigenes Flair entwickelt hat.

Der Prinzipalmarkt ist frei zugänglich, kostenlos und rund um die Uhr begehbar. Was ihn besonders macht: Er ist kein Freilichtmuseum, sondern ein lebendiger Ort – mit Cafés unter den Arkaden, dem zweimal wöchentlichen Wochenmarkt und dem berühmten Weihnachtsmarkt am Historischen Rathaus.

Bild: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller

Münster ist eine Stadt mit Tiefgang – und der Prinzipalmarkt bündelt diesen Tiefgang auf wenigen hundert Metern. Entstanden im 12. und 13. Jahrhundert als zentraler Handelsort, entwickelte er sich zur repräsentativsten Adresse der Stadt. Wohlhabende Kaufleute und Gilden ließen hier ihre Häuser errichten, jedes ein Statement aus Stein. Trotz der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg – am 10. Oktober 1944 wurde Münster schwer bombardiert – wurde die gesamte Straße zwischen 1947 und 1958 originalgetreu wiederaufgebaut: auf denselben alten Grundparzellen, mit demselben regionalen Baumberger Sandstein, in denselben historischen Formen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Der Prinzipalmarkt sieht aus wie schon immer, lebt aber voll im 21. Jahrhundert.

Historisches Rathaus und Friedenssaal – Wo Europas Frieden besiegelt wurde

Mitten im Prinzipalmarkt erhebt sich das Historische Rathaus – ein gotisches Meisterwerk aus dem 14. Jahrhundert und eines der bedeutendsten weltlichen Bauwerke in ganz Deutschland. Seine markante Fassade mit dem vierbogigen Sentenzbogen (fertiggestellt 1395) und den spitzen Giebeln gehört zu den meistfotografierten Motiven Münsters.

Der Friedenssaal – wo Europa Frieden schloss

Im Inneren des Rathauses wartet das eigentliche Highlight: der Friedenssaal. In diesem holzgetäfelten Raum fanden zwischen 1643 und 1648 die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden statt. Am 15. Mai 1648 wurde hier der spanisch-niederländische Teilfrieden unterzeichnet – Monate später folgte der Gesamtfrieden, der den Dreißigjährigen Krieg beendete und die europäische Staatenwelt neu ordnete. An den Wänden hängen Porträts der damaligen Friedensunterhändler; die Inschrift über dem Eingang mahnt: „Pax optima rerum" – Frieden ist das Höchste Gut.

Der Eintritt kostet rund 2 Euro (ermäßigt für Studenten). Über 120.000 Besucher kommen jährlich – ein Pflichtprogramm für alle, die Münster wirklich verstehen wollen.

Die Bürgerhalle im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss des Rathauses zeigt die Bürgerhalle mittelalterliche Waffen und Rüstungen aus dem 16. Jahrhundert. Der Eintritt ist frei – und ein kurzer Blick absolut lohnenswert.

Bild: Presseamt Münster, Bernhard Fischer

Lohnt sich der Besuch auch bei schlechtem Wetter?

Kurze Antwort: absolut. Denn das Clevere am Prinzipalmarkt ist sein bauliches Prinzip: Durchgehende Arkaden – überdachte Laubengänge – ziehen sich entlang beider Häuserzeilen über die gesamte Länge der Straße. Bei Regen flaniert man hier trocken, schaut in Schaufenster, setzt sich ins Café und genießt den Blick auf die gegenüberliegenden Giebel. Das System der Lauben ist seit dem Mittelalter das Markenzeichen der Straße – damals Schutz für den Warenhandel, heute für Flaneure und Cafébesucher.

Was die Architektur darüber hinaus so besonders macht: Kein Giebel gleicht dem anderen. Gotische Spitzgiebel aus dem 13. und 14. Jahrhundert stehen neben Renaissance-Fassaden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, einige zeigen barocke Elemente. Alle sind aus dem regionalen Baumberger Sandstein gebaut, der den Häusern ihre warme, cremefarbene Tönung gibt. Das Ensemble ist in dieser Form einmalig in Deutschland.

  • Gotische Spitzgiebel (13./14. Jh.) und Renaissance-Ornamente (15./16. Jh.)
  • Baumberger Sandstein als verbindendes architektonisches Element
  • Jedes Haus individuell gestaltet – mit Wappen, Figuren und Jahreszahlen
  • Wiederaufbau 1947–1958 auf historischen Grundparzellen, originalgetreu
  • Durchgehende Arkaden auf beiden Seiten der Straße

Bild: Presseamt Münster, Tilman Roßmöller

Sehenswürdigkeiten rund um den Prinzipalmarkt

Der Prinzipalmarkt liegt mitten in der Altstadt – von hier aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Münsters zu Fuß erreichbar. Die Stadt ist kompakt, und mit dem Fahrrad – Münster gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands – kommt man noch schneller voran. Das Leihrad-Netz ist hervorragend ausgebaut.

SehenswürdigkeitEntfernungBesonderheit
St.-Paulus-Domca. 3 MinutenRomanisch-gotische Kathedrale mit astronomischer Uhr
Lambertikirchedirekt am NordendeGotische Hallenkirche mit den drei berühmten Käfigen am Turm
Erbdrostenhofca. 5 MinutenBarockpalais von J. C. Schlaun (1753–57), Teil der „Barockinsel"
Kiepenkerl-Denkmalca. 5 MinutenBronzefigur des wandernden Händlers, Symbol Westfalens
LWL-Museum für Kunst und Kulturca. 5 MinutenKunst- und Kulturgeschichte Westfalens
Pablo Picasso Museumca. 5 MinutenEinziges Picasso-Museum in NRW
Fürstbischöfliches Schlossca. 12 MinutenHeute Hauptgebäude der Uni; dahinter Botanischer Garten
Aaseeca. 15 MinutenFreizeitsee mit Allwetterzoo und Freilichtmuseum Mühlenhof

Wer eine Städtereise in Nordrhein-Westfalen plant, findet in Münster eine der kulturell reichsten Innenstädte Westfalens auf wenigen Quadratkilometern.

Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt am Prinzipalmarkt

Zweimal pro Woche verwandelt sich die Innenstadt rund um den Prinzipalmarkt in einen der größten Wochenmärkte Nordrhein-Westfalens.

Wochenmarkt: Mittwoch und Samstag

Jeden Mittwoch und Samstag von 7:00 bis 14:30 Uhr erstrecken sich rund 150 Marktstände über Domplatz, Prinzipalmarkt und Ludgeriplatz. Blumen, Backwaren, regionales Gemüse, Westfälischer Pumpernickel, frischer Fisch aus der Nordsee, Käse, Honig – der Markt ist ein echtes Einkaufserlebnis, bei dem vor allem die Münsteraner selbst einkaufen. Keine Touristenfalle, sondern gelebter Alltag.

Weihnachtsmarkt am Historischen Rathaus

Der älteste und bekannteste der sechs Münsteraner Weihnachtsmärkte findet direkt am Rathaus am Prinzipalmarkt statt. Rund 90 Stände – davon etwa 70 Prozent Kunsthandwerk – reihen sich von Ende November bis kurz vor Heiligabend um das Rathaus. Das Besondere: An jedem Adventssamstag spielen Blechbläserensembles vom Sentenzbogen des Rathauses – ein Klangerlebnis mitten im winterlichen Treiben, das sich einprägt. Rund eine Million Besucher kommen jährlich. Wer Münster in der Vorweihnachtszeit erleben möchte, findet unter Silvester- und Winterangebote in Münster passende Pakete für die Adventszeit.

Münster bietet für jeden Reisestil die passende Unterkunft – vom modernen Stadthotel in Kongressnähe bis zum designorientierten Haus mit Blick auf die Altstadt. Die Anreise lohnt sich zu jeder Jahreszeit: im Frühling zum Fahrradfahren entlang der Promenade, im Sommer für Wochenmarkt und Außengastronomie in den Arkaden, im Herbst für stille Altstadtgassen und im Winter für den atmosphärischen Weihnachtsmarkt am Rathaus.

Häufige Fragen zum Prinzipalmarkt Münster

Ist der Besuch des Prinzipalmarkts kostenlos?
Ja. Der Platz ist kostenlos zugänglich. Nur der Friedenssaal im Historischen Rathaus kostet rund 2 Euro Eintritt (ermäßigt für Studenten).
Was sind die eisernen Käfige an der Lambertikirche?
Die drei Käfige erinnern an die Täuferherrschaft von 1535/36. Nach der Hinrichtung der Anführer wurden die Leichen zur Abschreckung in die Käfige am Kirchturm gehängt – eines der ungewöhnlichsten Wahrzeichen der Stadt.
Wann findet der Wochenmarkt statt?
Jeden Mittwoch und Samstag, 7:00–14:30 Uhr, über Domplatz, Prinzipalmarkt und Ludgeriplatz mit rund 150 Ständen.
Was hat der Westfälische Frieden mit dem Rathaus zu tun?
Im Friedenssaal des Rathauses wurden 1643–1648 Teile des Westfälischen Friedens verhandelt. Am 15. Mai 1648 wurde hier der spanisch-niederländische Frieden unterzeichnet.
Wie kommt man vom Hauptbahnhof zum Prinzipalmarkt?
Zu Fuß ca. 15–20 Minuten. Empfehlenswert: das Leihrad-System – Münster ist eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands.

Bild: Münsterland e.V., Philipp Fölting

Geheimtipp: Münsters versteckte Barockinsel

Nur wenige Schritte vom Prinzipalmarkt entfernt – und doch von den meisten Besuchern übersehen – liegt eines der schönsten Barockensembles Deutschlands: die sogenannte Barockinsel Münsters. Der Erbdrostenhof in der Salzstraße, 1753 bis 1757 vom westfälischen Stararchitekten Johann Conrad Schlaun entworfen, gilt als einer der bedeutendsten Barockpaläste Nordrhein-Westfalens. Zusammen mit der benachbarten Clemenskirche und der Dominikanerkirche bildet er ein in deutschen Innenstädten einzigartiges städtebauliches Ensemble – drei Barockbauten, die aufeinander abgestimmt sind wie kaum anderswo.

Der Erbdrostenhof ist von außen frei zugänglich und jederzeit zu besichtigen. Wer mag, kombiniert den Abstecher mit einem Spaziergang durch die Altstadtgassen abseits der Hauptachsen – dort findet sich das eigentliche, unverstellte Münster zwischen Studierenden-WGs, alten Kneipen und kleinen Hofläden.

Münster lohnt sich zu jeder Jahreszeit – als Tagesausflug, Wochenendtrip oder als entspannte Städtereise mit mehreren Übernachtungen. Mehr Inspiration für Städtereisen in Deutschland sowie konkrete Münster-Angebote mit Hotel direkt in der Innenstadt findest du auf spar-mit.com.

Reisepakete werden geladen