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Park Schönbusch Aschaffenburg
Park Schönbusch – englische Gartenkunst vor den Toren Aschaffenburgs
Wer in Aschaffenburg an einem frühen Sommermorgen durch die Kleine Schönbuschallee spaziert, könnte meinen, die Zeit stehe still. Weiche Wiesenflächen, geschwungene Wege, ein stiller See – und mittendrin ein kleines, elegantes Schlösschen, das aussieht, als hätte es aus einem Landschaftsgemälde des 18. Jahrhunderts herausgefunden. Park Schönbusch ist einer der frühesten und bedeutendsten Landschaftsgärten Süddeutschlands – ein Ort, der zeigt, wie man Natur so gestalten kann, dass sie natürlicher wirkt als die Natur selbst.
Das Parkgelände südwestlich der Aschaffenburger Innenstadt ist ganzjährig kostenlos zugänglich. Mit über 200 Hektar Fläche und einem Wegenetz von mehr als 20 Kilometern bietet Schönbusch genug Raum, um stundenlang zu spazieren, ohne dieselbe Aussicht zweimal zu sehen – und das mitten in Bayern.
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Die Geschichte des Park Schönbusch
Der Park Schönbusch entstand ab 1775 auf Initiative des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Friedrich Carl von Erthal – zu einem Zeitpunkt, als die Begeisterung für den englischen Landschaftsgarten gerade erst über den Ärmelkanal nach Deutschland übergeschwappt war. Was auf einem ehemaligen kurfürstlichen Wildgehege südwestlich von Aschaffenburg entstand, war für die damalige Zeit echte Avantgarde: keine barocke Achsensymmetrie, keine geometrischen Formschnitte, sondern fließende Landschaft, künstliche Hügel, geschwungene Wege und ein See, der so wirkt, als hätte die Natur ihn schon immer dort platziert.
Den Anstoß zur Gestaltung gab Staatsminister Graf Wilhelm von Sickingen, ausgeführt wurde sie zunächst durch Architekt Emanuel Joseph von Herigoyen. Dieser schuf auch das klassizistische Gartenschloss, das zwischen 1778 und 1782 entstand – kein repräsentativer Prunkbau, sondern ein überschaubares Lustschloss für Sommeraufenthalte. Die entscheidende Prägung erhielt der Park jedoch durch Friedrich Ludwig von Sckell – jenen Gartenkünstler, der später den Englischen Garten in München anlegen sollte. Schönbusch war für Sckell der erste Park, den er vollständig im englischen Stil gestalten durfte. Man könnte also sagen: Hier hat er geübt – und dabei schon Meisterschaft bewiesen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| Ab 1775 | Anlage des Parks auf Initiative von Erzbischof Friedrich Carl von Erthal |
| 1778–1782 | Bau des klassizistischen Gartenschlosses (Architekt Herigoyen) |
| Ab 1783 | Friedrich Ludwig von Sckell übernimmt und prägt die Parkgestaltung |
| Um 1789 | Fertigstellung aller wesentlichen Staffagen und Parkgebäude |
| Heute | Bayerische Schlösserverwaltung; Park ganzjährig kostenlos zugänglich |
Was gibt es im Park Schönbusch zu sehen?
Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Stadtpark aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als durchkomponiertes Kunstwerk: Der Park Schönbusch ist durchzogen von sogenannten Staffagen – Architekturen, die das Landschaftsbild beleben und dem Besucher immer wieder überraschende Ausblicke und Stimmungen bieten. Zwischen aufgeschütteten Hügeln, angelegten Seen und altem Baumbestand verstecken sich Bauwerke, die man beim Spaziergang nach und nach entdeckt – jedes einzelne hat seine Geschichte.
| Sehenswürdigkeit | Beschreibung |
|---|---|
| Schloss Schönbusch | Klassizistisches Lustschloss (1778–1782), 10 Schauräume im Stil Louis XVI. Besichtigung April–Oktober, nur mit Führung. |
| Philosophenhaus | Romantischer Staffagebau für stille Besinnung am Wasser |
| Freundschaftstempel | Kleiner Tempel als Symbol aufklärerischer Freundschaftsideen |
| Das Dörfchen | Ländlich-pittoreske Staffage; rund ums Dörfchen grasen bis heute Rinder |
| Aussichtsturm | Auf einem der künstlichen Hügel, mit Panoramablick über den gesamten Park |
| Rote Brücke | Markantes Brückenbauwerk über ein Gewässer im Park |
| Teufelsbrücke | Charakteristisches Brückenbauwerk – eines von mehreren romantischen Details |
| Speisesaal | Eigenständiges Gebäude für festliche Mahlzeiten der Kurfürsten |
| Unterer See | Künstlich angelegtes Gewässer – Herzstück der Parkanlage |
| Besucherzentrum | Ausstellung „Alles scheint Natur" im ehemaligen Küchenbau (Sa/So/Feiertage, April–Okt.) |
Das Besucherzentrum „Alles scheint Natur" ist ein idealer erster Anlaufpunkt: Die Ausstellung erklärt das Paradox, das den Park ausmacht – dass hier alles nach freier Natur aussieht, aber jeder Hügel, jeder Baum und jeder Weg von Menschenhand geplant wurde. Wer das einmal weiß, schaut mit ganz anderen Augen durch den Park.
Bild: © T. Benzin, Aschaffenburg Tourismus
Ist der Eintritt in den Park Schönbusch kostenlos?
Ja – und das ist eine der angenehmsten Überraschungen für Besucher: Das gesamte Außengelände mit seinen Staffagen, Seen, Brücken und Wegen ist ganzjährig und kostenlos zugänglich. Auch wenn das Schloss gerade geschlossen hat, lohnt sich ein Besuch – einen vollständigen Rundgang durch alle Parkbauwerke kann man jederzeit und ohne Eintritt unternehmen.
Für die Innenbesichtigung des Schlosses Schönbusch wird ein Eintrittsgeld erhoben. Die Besichtigung findet ausschließlich im Rahmen von Führungen statt, die stündlich angeboten werden und etwa 20 Minuten dauern.
| Kategorie | Eintritt |
|---|---|
| Erwachsene | 4,00 € |
| Ermäßigt (z. B. Senioren ab 65) | 3,00 € |
| Kinder & Jugendliche unter 18 Jahren | kostenlos |
Das Schloss ist von April bis 3. Oktober geöffnet, täglich außer Montag (9:00–18:00 Uhr). Barzahlung an der Kasse. Telefon: 06021 625478. In den Wintermonaten (November bis März) ist das Schloss geschlossen.
Bild: © T. Benzin, Aschaffenburg Tourismus
Anreise, Öffnungszeiten und Parken
Der Park liegt im Aschaffenburger Stadtteil Nilkheim, Kleine Schönbuschallee 1, 63741 Aschaffenburg, etwa 4 km südwestlich des Stadtzentrums. Mit dem Auto aus Frankfurt dauert die Anreise über die A3 rund 40 Minuten, aus Würzburg etwas über 50 Minuten.
| Verkehrsmittel | Details |
|---|---|
| Auto | A3 Ausfahrt Aschaffenburg-West oder Aschaffenburg-Ost; Parkplatz direkt am Parkeingang |
| Bus | Ab Aschaffenburg Hbf Bus 677 → Haltestelle „Park Schönbusch" (ca. 15 Min.) |
| Bahn | Aschaffenburg Hbf (aus Frankfurt ca. 40 Min., aus Würzburg ca. 50 Min.) |
| Fahrrad | Direkt am MainRadweg – ideal für eine Radtour entlang des Mains |
| Saison | Park-Öffnungszeiten | Schloss (außer Montag) |
|---|---|---|
| April–September | 6:00–21:30 Uhr | 9:00–18:00 Uhr |
| Feb. / März / Oktober | 7:00–19:00 Uhr | Eingeschränkt / auf Anfrage |
| Januar / November / Dezember | 7:30–17:30 Uhr | Geschlossen |
Der Park ist barrierefrei weitgehend zugänglich. Zwei Behindertenparkplätze befinden sich östlich der Schönbuschallee. Der Weg vom Parkplatz zum Schloss beträgt ca. 850 Meter auf befestigten Wegen. Ein Biergarten im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Parks sorgt nach dem Spaziergang für die verdiente Pause.
Der Park Schönbusch lässt sich hervorragend mit einem Stadtrundgang durch Aschaffenburg verbinden. Von der Innenstadt aus erreicht man fußläufig einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Region:
- Schloss Johannisburg – Das mächtige Renaissanceschloss aus rotem Sandstein thront direkt am Main und ist durch eine historische Blickachse mit dem Park Schönbusch verbunden. Schlossmuseum und Staatsgalerie sind im Inneren zugänglich.
- Pompejanum – Eine vollständige Rekonstruktion eines pompejanischen Hauses, mitten in Bayern am Mainufer. Klingt auf dem Papier leicht absurd – ist es auch ein bisschen, aber auf die beste Art möglich.
- Stiftsbasilika St. Peter und Alexander – Die über tausend Jahre alte Basilika im Herzen der Altstadt beherbergt Werke von Matthias Grünewald und einen romanischen Kreuzgang mit 64 einzigartigen Kapitellen.
- Schloss Mespelbrunn – Etwa 30 km entfernt liegt das romantische Wasserschloss im Spessart, Wahrzeichen der Region und Filmkulisse für den Klassiker „Das Wirtshaus im Spessart". Ein idealer Tagesausflug.
- Wandern im Spessart – Eines der größten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Deutschlands liegt direkt vor der Haustür. Wer nach dem Parkbesuch noch Lust auf Natur hat: Der Spessart bietet Wanderwege und Aussichtspunkte für jeden Anspruch.
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Geheimtipp: Schönbusch bei Sonnenaufgang
Komm im Sommer um kurz nach 6 Uhr morgens. Der Park öffnet früh, und zu dieser Zeit hast du ihn fast für dich. Über den Wiesen liegt noch der Morgennebel, auf dem Unteren See liegt das erste Licht des Tages, und die einzigen anderen Besucher sind die Rinder rund ums Dörfchen – die schauen dich kurz an und wenden sich dann wieder dem Gras zu. Es ist genau dieser frühe Moment, in dem der Park sein eigentliches Versprechen einlöst: Natur, die keine ist, aber sich genau so anfühlt.
Wer nicht ganz so frühmorgens aufstehen mag: Auch ein Abendspaziergang kurz vor Parkschluss lohnt sich. Das goldene Licht der letzten Stunde liegt dann auf den Hügeln und dem Wasser – und wer bis zum Aussichtsturm geht, hat Schönbusch zu einer Stunde für sich, zu der kaum noch jemand da ist.
Häufige Fragen zum Park Schönbusch
Der Park Schönbusch ist mehr als eine Grünfläche am Rande der Stadt – er ist ein historisches Kunstwerk, das zufällig wie Natur aussieht, und einer der wichtigsten Landschaftsgärten Süddeutschlands. Ob Kurzbesuch oder ausgedehnter Spaziergang mit Schlossführung: Schönbusch gehört fest in jeden Aschaffenburg-Besuch. Wer noch mehr von der Region sehen möchte, findet in Franken und im benachbarten Spessart noch viele weitere Entdeckungen.