Schloss Johannisburg Aschaffenburg

Schloss Johannisburg – das Wahrzeichen Aschaffenburgs

Wer zum ersten Mal um die Ecke biegt und plötzlich diesen gewaltigen Renaissancebau mit seinen vier Ecktürmen über dem Main aufragen sieht, der hält kurz den Atem an. Aschaffenburg wird oft unterschätzt – dabei trägt die Stadt an der Grenze von Bayern und Hessen eine Sehenswürdigkeit in sich, die es locker mit so manchem Münchner Prachtbau aufnehmen kann.

Schloss Johannisburg thront seit über 400 Jahren am Mainufer und war einst die prächtige Sommerresidenz der Mainzer Kurfürsten und Erzbischöfe. Heute beherbergt das Schloss bedeutende Kunstsammlungen, die berühmteste Korkmodellsammlung der Welt und einen der schönsten Schlossgärten Frankens. Alles, was du für deinen Besuch wissen musst – von Öffnungszeiten und Eintrittspreisen bis hin zu den versteckten Highlights – erfährst du hier.

Geschichte und Architektur von Schloss Johannisburg

Der Vorgängerbau auf diesem Felsen über dem Main – die mittelalterliche Burg Johannisburg – fiel 1552 einem Brand zum Opfer, als die Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach durch die Stadt zogen. Die Ruinen standen jahrzehntelang still. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts wagte man einen Neuanfang.

Zwischen 1605 und 1614 ließ Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg das Schloss nach Plänen des Baumeisters Georg Ridinger im Stil der Spätrenaissance neu errichten. Das Ergebnis war einer der bedeutendsten Profanbauten der deutschen Renaissance nördlich der Alpen: ein nahezu quadratischer Vierflügelbau mit vier markanten Ecktürmen, deren rote Sandsteinfassaden aus dem heimischen Spessart-Stein bis heute für den unverwechselbaren Charakter des Baus sorgen.

Den Namen „Johannisburg" trägt das Schloss zu Ehren des Schutzpatrons Johannes des Täufers. Die Architektur folgt einem strengen Symmetrieprinzip: Alle vier Flügel sind gleich lang, alle vier Türme gleich hoch – eine Seltenheit in der Renaissance-Architektur des deutschsprachigen Raums.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss durch Bombenangriffe schwer beschädigt; der aufwendige Wiederaufbau erstreckte sich bis in die 1970er-Jahre. Heute ist es im Besitz des Freistaats Bayern und wird von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreut und für Besucher geöffnet.

Was gibt es im Schloss Johannisburg zu sehen?

Im Inneren des Schlosses verbergen sich gleich mehrere Attraktionen, die für sich alleine schon eine Reise rechtfertigen würden. Hier ein Überblick der wichtigsten Highlights:

BereichWas dich erwartet
Bayerische StaatsgemäldesammlungenBedeutende Werke von Cranach d. Ä., Rubens und anderen Meistern des 16.–19. Jahrhunderts
KorkmodellsammlungÜber 200 maßstabsgetreue Miniaturmodelle antiker Bauwerke – die bedeutendste Sammlung ihrer Art weltweit
SchlosskapellePrachtvoller Innenraum mit kunsthistorisch bedeutendem Renaissance-Hochaltar aus dem frühen 17. Jahrhundert
Fürstenbau / PrunkräumeHistorische Repräsentationsräume der Mainzer Kurfürsten mit originaler Ausstattung
Schlossplatz & AussichtsterrassePanoramablick auf den Main, die Aschaffenburger Altstadt und den Schlossgarten

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die Korkmodellsammlung: Der Hofschreiner Carl May baute im 18. Jahrhundert über 200 Modelle antiker Bauwerke aus Kork nach – darunter das Kolosseum, das Pantheon und den Vestatempel, alles im Maßstab 1:75. Die filigranen Arbeiten sind im zweiten Stockwerk des Schlosses dauerhaft ausgestellt und schlicht atemberaubend.

Die Gemäldegalerie zeigt flämische Meister, Cranach-Werke und bedeutende Gemälde der deutschen Renaissance. Wer Kunstliebhaber ist, wird im Schloss Johannisburg ganze Stunden verbringen – das ist keine Übertreibung.

Sehenswürdigkeiten rund um Schloss Johannisburg

Pompejanum – Die römische Villa am Main

Nur wenige Schritte vom Schloss entfernt steht das Pompejanum – und der Name ist Programm: König Ludwig I. von Bayern ließ zwischen 1840 und 1848 eine originalgetreue Nachbildung des „Hauses der Kastor und Pollux" aus Pompeji ans Mainufer setzen. Das Ergebnis ist so skurril wie faszinierend: Mitten in der bayerisch-fränkischen Provinz spaziert man plötzlich durch antike Atrien, bewundert pompejanische Wandmalereien und riecht beinahe den Vesuv.

Das Pompejanum ist ein Außenmuseum der Bayerischen Schlösserverwaltung und in der Sommersaison (April–Oktober) für Besucher geöffnet. Die Kombination mit Schloss Johannisburg – beide liegen keine 300 Meter voneinander entfernt – macht einen halben Tag in Aschaffenburg zu einem echten Kulturtrip der Extraklasse.

Stiftsbasilika St. Peter und Alexander

Mitten in der Altstadt erhebt sich die imposante Stiftsbasilika St. Peter und Alexander, eine der bedeutendsten spätromanischen Kirchen Frankens. Ihr Inneres birgt kunsthistorische Schätze ersten Ranges: Neben der „Beweinung Christi" von Matthias Grünewald (um 1525) – einem der wichtigsten Werke der deutschen Spätgotik – sind Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten versammelt, die den langen Zeitraum der Stiftsnutzung widerspiegeln.

Der angegliederte romanische Kreuzgang lädt zur stillen Einkehr ein. Das benachbarte Stiftsmuseum am Stiftsplatz zeigt weitere bedeutende Kunstwerke, darunter eine der ältesten erhaltenen romanischen Skulpturen Deutschlands. Für Kunstinteressierte ist dieser Rundgang durch die Aschaffenburger Innenstadt ein absolutes Muss.

Schlossgarten und Schöntal-Park

Direkt neben dem Schloss erstreckt sich der gepflegte Schlossgarten, ein englischer Landschaftspark mit altem Baumbestand und traumhaftem Blick auf den Main. Im Frühjahr blühen hier Hunderte von Tulpen und Narzissen – ein Bild wie gemalt. Der Park ist frei zugänglich und ein beliebter Treffpunkt der Aschaffenburger für den Feierabendspaziergang.

Wer etwas mehr Zeit hat, dem sei der Schöntal-Park empfohlen: Das idyllische Tal des Schönbaches liegt nur wenige Gehminuten vom Schloss entfernt und bietet eine grüne Oase mit Teichen, altem Baumbestand und lauschigen Bänken. Besonders im Frühling, wenn Forsythien und Magnolien blühen, gehört der Schöntal zu den schönsten Parks Frankens – und kaum ein Tourist weiß davon.

Aschaffenburg bietet damit ein kompaktes Städtereise-Programm, das Geschichte, Kunst und Natur auf engem Raum vereint – ein seltenes Kunststück in Bayern.

Bild: © Kongress und Tourismus Aschaffenburg, Holger Leue

Öffnungszeiten und Eintrittspreise von Schloss Johannisburg

Hier alle wichtigen Besucherinformationen auf einen Blick – gut ausgedruckt oder aufs Handy gespeichert, damit vor Ort nichts schief geht:

InformationDetails
AdresseSchlossplatz 4, 63739 Aschaffenburg
Öffnungszeiten (Sommer)1. April – 3. Oktober: Di–So und Feiertage 9–18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr), montags geschlossen
Öffnungszeiten (Winter)4. Oktober – 31. März: Di–So und Feiertage 10–16 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr), montags geschlossen
Eintrittspreis SchlossErwachsene 7,00 €, ermäßigt 6,00 €, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Kombiticket Schloss + Pompejanum10,00 € (ermäßigt 8,00 €) – lohnt sich definitiv!
BezahlungNur Barzahlung an der Kasse; keine Kartenzahlung möglich
FührungenÖffentliche Führungen regelmäßig, Gruppenführungen nach Anmeldung
ParkenParkhaus am Schlossplatz (kostenpflichtig) direkt am Ziel
BarrierefreiheitErdgeschoss und Innenhof teilweise zugänglich, Aufzüge in Teilen vorhanden

Hinweis: Öffnungszeiten und Preise können sich ändern. Bitte vor dem Besuch die aktuelle Information auf der offiziellen Seite der Bayerischen Schlösserverwaltung prüfen.

Aschaffenburg überzeugt mit einer kompakten Altstadt und einem guten Hotelangebot – von modernen Stadthotels bis hin zu gemütlicheren Unterkünften im Grünen. Die Stadt ist bestens angebunden und eignet sich ideal als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Spessart oder ins idyllische Maintal.

Anreise nach Aschaffenburg

Aschaffenburg liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A3 (Frankfurt–Würzburg) und ist mit dem Zug sehr gut erreichbar. Der Hauptbahnhof liegt nur etwa 15–20 Gehminuten vom Schloss entfernt – wer nicht zu Fuß gehen möchte, nimmt einfach den Bus.

AnreisewegDetails
Mit dem AutoA3 Ausfahrt Aschaffenburg-Ost oder Aschaffenburg-West; Parkhaus Schlossplatz direkt am Ziel
Mit dem ZugRegionalexpress ab Frankfurt Hbf: ca. 30–40 Minuten | ab München: ca. 2,5 Stunden (ICE/IC)
Mit dem BusStadtbuslinie 4 und 8 Richtung Schloss/Pompejanum; Haltestelle „Schloss/Pompejanum"
Mit dem FahrradDer Mainradweg führt direkt am Schloss vorbei – eine herrliche Route von Miltenberg kommend

Tipp für Autofahrer: Das Parkhaus am Schlossplatz ist kostenpflichtig, aber bequem. Wer mit dem Zug anreist, kombiniert die Schlossbesichtigung wunderbar mit einem Bummel durch die Altstadt und einem Kaffee am Stiftsplatz. Für Radreisende ist der Mainradweg ohnehin eine Traumroute durch das Maintal – Aschaffenburg ist eine seiner schönsten Etappen.

FAQ – Häufige Fragen zu Schloss Johannisburg Aschaffenburg

Wann ist Schloss Johannisburg geöffnet?
Di–So, 1. April–3. Oktober: 9–18 Uhr | 4. Oktober–31. März: 10–16 Uhr. Montags geschlossen.
Was kostet der Eintritt?
Erwachsene 7,00 €, ermäßigt 6,00 €, Kinder unter 18 Jahre frei. Kombiticket mit Pompejanum 10,00 €. Nur Barzahlung!
Was ist die Korkmodellsammlung?
Maßstabsgetreue Miniaturmodelle antiker Bauwerke aus Kork, gefertigt von Hofkonditor Carl May und Sohn Georg (18./19. Jh.). Weltweites Unikat – unbedingt ansehen!
Wie komme ich nach Aschaffenburg?
Mit dem Auto über A3 (Ausfahrt Aschaffenburg-Ost), mit dem Regionalexpress von Frankfurt (ca. 30–40 Min.).
Lohnt sich ein Tagesausflug?
Ja! Mit Schloss, Pompejanum, Stiftsbasilika und Park Schöntal hat man ein volles Programm für 4–5 Stunden.

Geheimtipp: Der Blick von der Schlossbrücke bei Sonnenuntergang

Fast alle Besucher schauen sich das Schloss von vorne an – vom Schlossplatz aus. Aber den wirklich magischen Blick bekommt, wer am späten Nachmittag über die kleine Brücke am Schlossgarten geht und sich dann umdreht: Die vier roten Sandsteintürme spiegeln sich im Main, die Abendsonne taucht alles in warmes Gold, und die Altstadt dahinter scheint wie eingefroren. Diesen Moment teilt man allenfalls mit Joggern und Enten.

Noch ein Tipp für Feinschmecker: Das Café im Schlossgarten öffnet in den Sommermonaten seine Terrassentische – Kaffee und selbst gebackener Kuchen mit Mainblick für wenig Geld. Das ist das geheime Aschaffenburg, das selbst viele Franken noch nicht kennen.

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