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Nationalpark Böhmische Schweiz
Nationalpark Böhmische Schweiz | Prebischtor & Wandern
Wer das Elbsandsteingebirge kennt, ahnt schon, was ihn auf der tschechischen Seite erwartet – aber der Nationalpark Böhmische Schweiz überrascht trotzdem. Hier türmen sich Sandsteinfelsen zu bizarren Türmen und Tafeln auf, tauchen grüne Schluchten ins Dunkle und spannt sich das größte natürliche Sandsteintor Europas in den Himmel. Kein Kulissenzauber, sondern echte, unberührte Natur im Herzen Mitteleuropas. Wer einen Kurzurlaub oder eine ganze Woche Abstand vom Alltag sucht, findet auf der deutschen Seite – in der Sächsischen Schweiz – den perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge in den tschechischen Nachbarpark.
Der Nationalpark wurde im Jahr 2000 gegründet und umfasst rund 79 Quadratkilometer atemberaubender Sandsteinlandschaft direkt an der tschechisch-deutschen Grenze. Was hier wartet: spektakuläre Felsformationen, mystische Schluchten, artenreiche Wälder – und überraschend wenig Trubel, sobald man sich von den Hauptpfaden entfernt.
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Geschichte und Entstehung
Vor rund 90 Millionen Jahren bedeckte ein flaches Kreidemeer das heutige Böhmen. Als es sich zurückzog, hinterließ es mächtige Sandsteinschichten. Wind, Wasser und Zeit formten daraus die spektakuläre Kulisse von heute: bis zu 400 Meter hohe Sandsteintürme, tiefe Schluchten, natürliche Felstore und bizarre Felsformationen, die aussehen, als hätte sie ein übermütiger Riese gestapelt und dann vergessen abzuräumen.
Der Nationalpark Böhmische Schweiz (tschechisch: Národní park České Švýcarsko) wurde im Jahr 2000 gegründet und umfasst rund 79 Quadratkilometer im Nordwesten Tschechiens, direkt an der Grenze zur deutschen Sächsischen Schweiz. Er ist Lebensraum für über 700 Pflanzenarten sowie seltene Tierarten wie Wanderfalke, Schwarzstorch, Uhu, Fischotter und gelegentlich den Luchs.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
| Sehenswürdigkeit | Besonderheit | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|
| Pravčická brána (Prebischtor) | Größtes natürliches Sandsteintor Europas (26,5 m Breite) | Nicht begehbar; Restaurant mit Terrasse direkt daneben |
| Edmundsklamm (Tiché soutěsky) | Malerische Kahnfahrt durch enge Felsschlucht | April bis Oktober; Bootsfahrt buchbar |
| Wilde Schlucht (Divoká soutěska) | Setzt die Edmundsklamm fort – wilder und einsamer | Nur zu Fuß; festes Schuhwerk empfohlen |
| Mezní Louka | Zentraler Wanderausgangspunkt | Parkplatz und Unterkunft vorhanden |
| Hřensko (Herrnskretschen) | Malerisches Dorf am Elbufer | Eingangsort aus Deutschland; Fähre ab Bad Schandau |
Die Pravčická brána – Symbol eines Nationalparks
Das Prebischtor ist das unbestrittene Wahrzeichen des Parks – und kein Foto tut ihm wirklich gerecht. Mit 26,5 Metern Breite und 16 Metern Höhe ist es das größte freitragende Sandsteintor Europas und seit 1956 als Naturdenkmal geschützt. Betreten darf man es leider nicht mehr (seit 1982 verboten, um das fragile Gestein zu schützen). Dafür hat die Terrasse des benachbarten Restaurants Falkenhorst einen traumhaften Ausblick – inklusive Kaffee und böhmischem Knödel auf Wunsch.
Kamenice-Schluchten: Per Kahn durch die Felsen
Ein absolutes Muss ist die Bootsfahrt durch die Edmundsklamm (Tiché soutěsky) auf dem Fluss Kamenice. In schmalen Holzkähnen gleitet man durch enge, von bis zu 30 Meter hohen Felswänden gesäumte Schluchten – eine Erfahrung, die sich in Worte kaum fassen lässt. Die Fahrt endet an der Wilden Schlucht (Divoká soutěska), die man zu Fuß weiter erkunden kann. Für Familien mit Kindern ist das einer der aufregendsten Ausflüge überhaupt – und für Erwachsene auch.
Woher kommt der Name Böhmische Schweiz?
Die Antwort steckt in einem charmanten Stück Kunstgeschichte: Im 18. Jahrhundert bereisten die beiden Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff das Elbsandsteingebirge. Die verwitterten Felsen, tiefen Schluchten und die romantische Waldlandschaft erinnerten sie so stark an ihre Schweizer Heimat, dass sie das Gebiet kurzerhand Sächsische Schweiz tauften. Was auf der deutschen Seite blieb, wurde auf tschechischer Seite zur Böhmischen Schweiz. Gebirge im klassischen Sinne sind weder die eine noch die andere – aber malerisch? Auf jeden Fall.
Der Name hat Schule gemacht: Heute zieht die Region jährlich Hunderttausende Besucher an, die genau das suchen, was die beiden Maler einst faszinierte – dramatische Natur, Stille und das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Wer mehr über die Region erfahren möchte, findet auf der Böhmen-Reiseseite einen guten Überblick über alle Möglichkeiten.
Bild: © Pixabay
Wandern und Natur erleben im Nationalpark Böhmische Schweiz
Der Nationalpark Böhmische Schweiz ist ein Wanderparadies mit über 150 Kilometern markierten Pfaden – von gemütlichen Familienwegen bis zu anspruchsvollen Touren entlang spektakulärer Felsenkanten. Die beliebtesten Routen:
- Rundweg Prebischtor: Ca. 8 km, gut beschildert und auch für Familien mit Kindern geeignet
- Edmundsklamm-Runde: Kombination aus Wandern und Kahnfahrt – unvergesslich
- Grenzüberschreitende Touren: Direkt vom Nationalpark hinüber in die Sächsische Schweiz – zwei Parks, ein Erlebnis
- Belvedere-Aussichtspunkt: Grandioser Panoramablick über das gesamte Elbtal nach Deutschland
- Gabrielental (Kyjovské údolí): Ruhige Alternative abseits der Touristenwege
Praktische Reiseinformationen auf einen Blick
| Information | Details |
|---|---|
| Anreise aus Deutschland | Über Bad Schandau → Fähre nach Hřensko (tschechischer Eingangsort) |
| Beste Reisezeit | Mai bis Oktober (Frühling und Herbst besonders empfehlenswert) |
| Parken | Ca. 100–200 CZK/Tag an den Parkplätzen im Park |
| Kamenice-Kahnfahrt | April–Oktober; ca. 120–150 CZK pro Person |
| Sprache vor Ort | Tschechisch; in touristischen Bereichen oft Deutsch und Englisch |
| Währung | Tschechische Krone (CZK); 1 EUR ≈ 25 CZK |
Wochentags ist der Park deutlich ruhiger als am Wochenende. Wer Stille sucht, meidet die Sommerferien und kommt lieber im Mai oder September.
Unsere Hotels in Böhmen
Wer den Nationalpark Böhmische Schweiz besucht, übernachtet am besten auf der deutschen Seite – in der Sächsischen Schweiz. Von Bad Schandau aus ist der Park mit der Fähre in wenigen Minuten erreichbar, und abends kehrt man entspannt ins Hotel zurück. Die Region auf deutschem Boden ist dabei selbst ein lohnendes Ausflugsziel: die berühmte Basteibrücke über dem Elbtal, die Festung Königstein und – für müde Wanderbeine – die Toskana Therme in Bad Schandau, wo man in warmem Thermalwasser den Blick auf Sandsteinfelsen genießt. Manchmal ist das das schönste Ende eines Wandertages.
Bild: © Sylvio Dittrich
FAQ – Häufige Fragen zum Nationalpark Böhmische Schweiz
Wann ist die beste Reisezeit?
Von Mai bis Oktober. Der Frühling (Mai/Juni) bringt frisches Grün und blühende Wälder, der Herbst (September/Oktober) spektakuläre Farben. Wer es noch ruhiger möchte: Wochentage sind weniger überlaufen als Wochenenden.
Wie groß ist der Nationalpark?
Rund 79 Quadratkilometer – das klingt überschaubar, fühlt sich aber riesig an. Zusammen mit dem deutschen Nationalpark Sächsische Schweiz (93 km²) entsteht ein grenzübergreifendes Schutzgebiet von über 170 km².
Darf ich das Prebischtor betreten?
Nein – seit 1982 verboten, um das fragile Sandsteingestein zu schützen. Die Terrasse des Restaurants direkt daneben bietet aber einen ebenso beeindruckenden Ausblick.
Kann man im Park zelten?
Wildes Zelten ist nicht gestattet. Campingplätze existieren in Randbereichen des Parks; Unterkünfte gibt es in Hřensko (Herrnskretschen) und Mezní Louka.
Wie komme ich dorthin?
Am einfachsten über Bad Schandau – von dort nimmt man die Fähre nach Hřensko, dem tschechischen Eingangsort. Per Auto über den Grenzübergang Bad Schandau/Hřensko oder mit der Bahn bis Bad Schandau.
Geheimtipp: Das sollten Sie nicht verpassen
Während die meisten Besucher direkt zum Prebischtor pilgern – völlig verständlich –, hat der Nationalpark Böhmische Schweiz noch ein ruhigeres Ass im Ärmel: das Kyjovské údolí, auf Deutsch das Gabrielental. Dieses Seitental liegt abseits der ausgetretenen Pfade, führt durch urwaldartige Wälder mit moosbewachsenen Felsen und verwitterten Sandsteinformationen – und bleibt auch in der Hochsaison angenehm leer. Wanderschuhe an, Proviant einpacken, Handy auf lautlos: Hier begegnet man eher einem Schwarzstorch als einer Reisegruppe.
Der Einstieg liegt bei Kyjov, einem kleinen Dorf südlich von Krásná Lípa. Wer das Gabrielental mit einem Aufenthalt in Nordböhmen kombiniert, erlebt das Beste beider Welten: unberührte Natur tagsüber und böhmische Gemütlichkeit am Abend. Ein Tipp, den man so nicht in jedem Reiseführer findet – deshalb steht er hier.