Karlsbads Geschichte

Bei einer Jagd fand der Kaiser die heißen Quellen

Die Stadt Karlovy Vary (Karlsbad) wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet, an dem Ort, wo Karl IV. der Legende nach bei der Jagd warme Quellen entdeckte (Gemälde oben). Heute ist die Stadt eine der berühmtesten Kurorte der Tschechischen Republik. Mehr als 6 Millionen Besucher aus aller Welt haben seit Existenz von Karlsbad in den 12 Heilmineralquellen nach Heilung gesucht. Die Temperatur der einzelnen Quellen bewegt sich zwischen 39 und 73 Grad Celsius. Man benutzt sie zu Trinkkuren, Bädern und weiteren speziellen Kurbehandlungen.

Aber nicht immer waren die heilsamen Kuren in Karlsbad so angenehm und erholsam wie heute. Die älteste Phase in der Geschichte des Badewesens in Karlsbad fällt ungefähr in die Jahre 1350-1522. Den grossen Ruhm der Karlsbader Mineralquellen weist die bekannte Ode auf den Sprudel von Bohuslav Hasištejnský von Lobkowitz (um das Jahr 1500). Seit der Gründung der Stadt bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts bestand die Karlsbader Kur fast ausschließlich aus einer einzigen Behandlungsmethode, nämlich aus vielen Bädern, für die sich der passende Name "Hautfresser" einbürgerte. In einigen Fällen badeten die Patienten für mehrere Stunden jeden Tag. Lange Bäder führten dazu, dass die Oberhaut schmerzhaft aufsprang. Damit erreichte man das Ziel der damaligen humoralen Therapie. Man glaubte nämlich, dass das Wasser schädliche Keime aus dem Körper ausschwemmt.

Neben den Bädern empfahl der Arzt Wenzel Payer 1522 die Trink-Kur. Die Kur in der Sprudelstadt dauerte damals ungefähr 4-5 Wochen. Die Beliebtheit der Trink-Kur führte zu gesundheitlich problematischen Extremen, denn um das Jahr 1750 trank man täglich 50 bis 70 Becher Mineralwasser. Die Kurgäste tranken diese Menge nur einige Tage, ungefähr in der Mitte des Aufenthaltes. Diese Heilmethode, die ungefähr 150 Jahre benutzt wurde, nannte man "die pyramidale Kur".

Der Dreißigjährige Krieg störte die Prosperität Karlsbads wesentlich. Die unruhigen Zeiten machten sich vor allem im Rückgang an Besuchern bemerkbar. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kamen in die Stadt 70-100 Bäderparteien jährlich (als eine Bäderpartei bezeichnete man den Gast und seine Begleitung, die oft aus vielen Leuten bestand). Die Besucherzahl begann erst im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts durch den Zustrom der reichen Besucher wieder zu steigen. Sie kamen vor allem vom sächsischen, später auch vom polnischen und russischen Hof. Die Besucherzahl in Karlsbad am Ende des 17. Jahrhunderts schätzt man auf 10.000. Die zwei Kuraufenthalte des russischen Zaren Peter des Großen in den Jahren 1711 und 1712 brachten der Stadt viel Publizität. Auf Anlass der Kurärzte begann man neben dem Mineralwasser aus dem Sprudel auch das Wasser aus der Mühlbrunnquelle und der Neuen Quelle zu trinken.

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