Museum Ostwall - Dortmund

Museum Ostwall: Kunst & Kultur im Dortmunder U

Mitten im Herzen Dortmunds, hoch oben im markanten Dortmunder U, wartet das Museum Ostwall auf all jene, die Kunst nicht als stille Pflicht, sondern als echtes Erlebnis verstehen. Gegründet 1947, zählt es zu den ältesten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst im Ruhrgebiet – und zu den spannendsten.

Was das Museum Ostwall besonders macht? Es vereint unter einem Dach Werke von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst: von frühen Expressionisten über die Nachkriegsavantgarde bis hin zu Medieninstallationen aus dem 21. Jahrhundert. Das Haus selbst, der ehemalige Sudhaus-Turm der Unionbrauerei, ist dabei nicht nur Ausstellungsort, sondern Teil des Kunsterlebnisses. Wer Dortmund besucht, sollte hier definitiv einige Stunden einplanen.

Auf dieser Seite findest du alles, was du für deinen Besuch im Museum Ostwall wissen musst: Geschichte, Sammlung, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Tipps zur Umgebung – und natürlich einen kleinen Geheimtipp, den Touristenführer gerne verschweigen.

Geschichte des Museum Ostwall

Das Museum Ostwall wurde 1947 gegründet – in einer Zeit, in der Deutschland gerade dabei war, sich kulturell neu zu erfinden. Die Stadt Dortmund entschied sich früh, auf moderne Kunst zu setzen, und sammelte zunächst Werke des deutschen Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der abstrakten Avantgarde. Es war eine bewusste Entscheidung: Mitten im Wiederaufbau wollte man zeigen, dass Dortmund nicht nur Stahl und Kohle ist.

Seinen Namen verdankt das Museum der Straße, an der es ursprünglich beheimatet war: dem Ostwall, einer der zentralen Adressen Dortmunds. Jahrzehnte lang prägte es dort das kulturelle Leben der Stadt. Doch mit wachsender Sammlung und einem klaren Bekenntnis zur zeitgenössischen Kunst wurde klar: Ein neues Zuhause musste her – eines, das der Bedeutung der Sammlung gerecht wird.

2012 war es soweit: Das Museum Ostwall zog in den Dortmunder U ein – jenen charakteristischen Backsteinturm mit dem goldenen „U"-Symbol, der das Stadtbild Dortmunds seit 1926 prägt. Einst das Sudhaus der Unionbrauerei, wurde das Gebäude ab 2008 aufwendig zum Kreativzentrum umgebaut. Heute beherbergt es neben dem Museum Ostwall weitere kulturelle Institutionen, Künstlerstudios, Gastronomiebetriebe und einen der besten Aussichtspunkte des Ruhrgebiets.

Der Umzug war eine Zäsur – und ein Glücksgriff. Die großzügigen Etagen des Dortmunder U ermöglichten es, die Sammlung komplett neu zu denken und zu präsentieren. Größere Sonderausstellungen, neue Formate, frische Kooperationen mit Künstlern aus aller Welt: Das neue Zuhause hat dem Museum Ostwall gut getan. Alle Infos zum Haus findest du auf der offiziellen Website des Dortmunder U.

Die Sammlung: Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Das Herz des Museum Ostwall ist die MO_Sammlung – eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Nordrhein-Westfalen. Sie umfasst Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert und bietet einen faszinierenden Querschnitt durch rund hundert Jahre Kunstgeschichte. Mal provokant, mal poetisch, mal schlicht verblüffend – die Bandbreite ist enorm.

Zu den bekanntesten Werken in der Sammlung zählt ein Gemälde von Paula Modersohn-Becker aus dem Jahr 1906 – ein Frühwerk, das zeigt, wie das Museum schon früh wichtige Positionen der klassischen Moderne erworben hat. Daneben finden sich Arbeiten des Konzeptkünstlers Timm Ulrichs, dessen vieldiskutierter "Wolf im Schafspelz – Schaf im Wolfspelz" (2005/2010) eines der am häufigsten diskutierten Werke der Sammlung ist. Und dann ist da noch das Intermedia Archiv Hans Breder – ein Forschungsarchiv für interdisziplinäre Medienkunst, das Dokumente zur Entwicklung der Videokunst und Performance-Kunst ab den 1960er Jahren bewahrt und für Kunsthistoriker aus aller Welt von unschätzbarem Wert ist.

BereichZeitraumHighlights
Klassische Moderne1900–1945Expressionismus, Neue Sachlichkeit, frühe Avantgarde
Nachkriegsavantgarde1945–1970Informel, ZERO-Gruppe, Fluxus
Konzept- & Medienkunst1960–1990Intermedia Archiv Hans Breder, Videokunst
Zeitgenössische Kunstab 1990Installationen, digitale Kunst, internationale Positionen

Die Sammlung wird regelmäßig durch Neuankäufe erweitert und durch hochkarätige Leihgaben ergänzt. Sonderausstellungen – teils international kuratiert und immer wieder überraschend – wechseln mehrmals im Jahr und machen jeden Besuch zu einem neuen Erlebnis. Wer einmal da war, kommt wieder.

Was erwartet dich rund ums Museum Ostwall?

Das Museum Ostwall ist weit mehr als ein isolierter Kunsttempel. Es liegt mitten in einem lebendigen Stadtviertel, das sich rund um den Dortmunder U entwickelt hat. Direkt nebenan befinden sich Cafés, Bars und der Nordmarkt – einer der multikulturellen Wochenmärkte Dortmunds, wo sich die Stadt von ihrer unverstelltesten Seite zeigt. Hier trifft Kunst auf Alltag, und das ist kein Nachteil.

Wer den Besuch im Museum mit einem Ausflug in die Umgebung verbinden möchte, sollte diese Orte auf dem Zettel haben:

  • Dachterrasse des Dortmunder U – 70 Meter über der Stadt, in der Regel kostenlos zugänglich, mit spektakulärem Panoramablick über das Ruhrgebiet
  • Zeche Zollern – eines der schönsten Industriedenkmäler Deutschlands, ca. 20 Minuten entfernt, mit originalerhaltenen Maschinen und einem legendären Jugendstil-Portal
  • Phoenixsee – ein künstlicher See auf dem Gelände einer ehemaligen Stahlhütte, ideal für Spaziergänge und einen Kaffee mit Seeblick
  • Westfalenpark – die grüne Oase Dortmunds mit dem legendären Florianturm und wechselnden Rosenausstellungen
  • Deutsches Fußballmuseum – direkt am Hauptbahnhof, Pflichtbesuch für alle, die mit Fußball auch nur das Geringste anfangen können

Das alles macht Dortmund zu einem unterschätzten Städtereiseziel. Mehr Ideen und Reiseangebote für die gesamte Region findest du auf unserer NRW-Übersichtsseite.

Besucherinfos: Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Ein Besuch im Museum Ostwall lässt sich prima planen – alle wichtigen Infos auf einen Blick:

Öffnungszeiten Museum Ostwall / Dortmunder U

TagÖffnungszeiten
MontagGeschlossen
Dienstag – Mittwoch11:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag – Freitag11:00 – 20:00 Uhr
Samstag – Sonntag11:00 – 18:00 Uhr
Feiertage11:00 – 18:00 Uhr

Geschlossen am 1. Januar, 24., 25. und 31. Dezember.

Eintrittspreise

KategoriePreis
DauerausstellungFreier Eintritt
Kinder bis 6 JahreKostenlos
Unter 18 JahreErmäßigt
SonderausstellungenGesonderte Preise (siehe Website)
Familien-Sonntag2 Erw. + bis zu 3 Kinder: 15 €

Tipp: Donnerstags und freitags gibt es in den letzten 90 Minuten vor Schließung vergünstigte Abendpreise für Sonderausstellungen. Perfekt für einen Feierabend-Kulturbesuch! Wenn du eine Städtereise nach Dortmund planst, schau dir auch unser Dortmund-Kurztrip-Angebot an.

Häufige Fragen zum Museum Ostwall

Wo befindet sich das Museum Ostwall?
Im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund – gut erreichbar per ÖPNV (U45, U47, U49 bis Stadtgarten).

Was kostet der Eintritt?
Die Dauerausstellung ist kostenlos. Sonderausstellungen können separate Eintrittspreise haben. Familiensonntags-Ticket: 2 Erw. + bis zu 3 Kinder für 15 €.

Wie lange sollte man einplanen?
Für die Dauerausstellung empfehlen sich 1,5 bis 2 Stunden. Bei Sonderausstellungen oder einem Besuch der Dachterrasse lieber einen halben Tag kalkulieren.

Ist das Museum Ostwall für Kinder geeignet?
Ja – es gibt spezielle Vermittlungsprogramme für Familien und Schulklassen. Die Räumlichkeiten im Dortmunder U sind barrierefrei zugänglich.

Mehr Ideen für Kulturreisen in Deutschland und Europa findest du in unserer Übersicht für Kulturreisen.

Geheimtipp: Dachterrasse des Dortmunder U

Kaum einer weiß es, aber: Die Dachterrasse des Dortmunder U ist an den meisten Tagen kostenlos zugänglich – und bietet einen der schönsten Panoramablicke über das Ruhrgebiet, die man ohne Fallschirm erreichen kann. Von hier oben siehst du an klaren Tagen bis zur Zeche Zollverein in Essen, und die Skyline des Ruhrgebiets mit ihren alten Fördertürmen zeigt sich von ihrer dramatischsten Seite.

Am besten besuchst du die Terrasse kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht über den Industriedenkmälern golden wird. Bring eine Jacke mit – der Wind auf 70 Metern Höhe ist nicht zu unterschätzen. Und dann: einfach stehen, schauen und sich fragen, warum man eigentlich nicht schon früher hergekommen ist.

Ein kleiner Bonus-Tipp: Donnerstags und freitags hat das Haus bis 20 Uhr geöffnet – perfekt für einen entspannten Feierabend-Kulturbesuch, bevor es zum Abendessen in ein Restaurant am Nordmarkt oder an der Rheinischen Straße geht. Das Ruhrgebiet hat sich seine Esskultur nämlich hart erarbeitet, und die Dortmunder Gastroszene macht das inzwischen mehr als wett.

Museum Ostwall im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

Telefon: +49 (0) 231 50-2 47 23
E-Mail: info@dortmunder-u.de

Öffnungszeiten:
Di–Mi: 11–18 Uhr | Do–Fr: 11–20 Uhr | Sa–So & Feiertage: 11–18 Uhr | Mo: geschlossen

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