Mehlsack Ravensburg
Der Mehlsack – Ravensburgs Wahrzeichen
Wer zum ersten Mal nach Ravensburg kommt, dreht automatisch den Kopf – genauer gesagt: nach oben. Denn über der historischen Altstadt thront ein auffallend weißer, runder Turm, der aussieht, als hätte jemand einen riesigen Mehlsack auf einen mittelalterlichen Hügel gestellt. Was auf den ersten Blick witzig klingt, ist in Wahrheit das Wahrzeichen einer der faszinierendsten Altstädte Südwestdeutschlands. Wer Ravensburg kennenlernen möchte, fängt am besten ganz oben an – bei 51 Metern Höhe und einem Blick, der bis zu den Alpen reicht.
Der Mehlsack ist mehr als ein Turm: Er ist eine Zeitreise in die Reichsstadtzeit, ein Aussichtspunkt über Oberschwaben und ein stiller Zeuge von mehr als 600 Jahren Stadtgeschichte. Diese Seite verrät alles, was du über den Mehlsack und die Sieben-Türme-Stadt wissen solltest.
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Ravensburg bietet mehr als mittelalterliche Türme und Stadtgeschichte – es ist auch die ideale Basis für Ausflüge an den Bodensee und ins Allgäu. Bevor wir in die Geschichte des Mehlsacks eintauchen, lohnt sich ein Blick auf das Panorama, das sich von dort oben bietet.
Bild: Pixabay
Geschichte des Mehlsacks
Der Mehlsack wurde um das Jahr 1425 errichtet – zu einer Zeit, als Ravensburg noch eine mächtige freie Reichsstadt war und nicht viel von seinen politischen Gegenspielern hielt. Die Landvögte saßen auf der benachbarten Veitsburg, und die Bürger der Stadt wollten wissen, was die da oben trieben. Kluger Schachzug: Ein Turm mit freiem Blick auf die Veitsburg.
Der ursprüngliche Name lautete nüchtern „Weißer Turm bei Sankt Michael" – benannt nach einer benachbarten Kapelle. Doch die Ravensburger haben Humor: Wegen seiner runden Form und dem strahlend weißen Kalkputz taufte man den Turm im 16. Jahrhundert liebevoll um. Ein Mehlsack eben. 1824 schlug ein Blitz ein und zerstörte die darunter liegende Klosterkapelle St. Michael – sie wurde nie wieder aufgebaut. 1995 wurde der Turm grundlegend saniert und erstrahlt seitdem in neuem Weiß.
| Fakten auf einen Blick | |
|---|---|
| Baujahr | 1425 |
| Höhe | 51 Meter |
| Stufen | 253 |
| Lage | Südlich der Altstadt, am St.-Christina-Hang |
| Renovierung | 1995 |
| Eintritt | 1,50 € / Jugendliche 1,00 € / Kinder frei |
| Öffnungszeiten | April–November, Sa + So 10–15 Uhr |
Wie hoch ist der Mehlsack – und was sieht man von oben?
51 Meter hoch, 253 Stufen steil – und jede davon lohnt sich. Wer den Atem oben noch nicht verloren hat, wird mit einem der schönsten Panoramen der Region belohnt: Über das Schussental, über die Dächer der Ravensburger Altstadt, und an klaren Tagen bis zu den Alpen. Der Aufstieg ist sportlich, aber machbar – Kinder nehmen die Stufen erfahrungsgemäß deutlich schneller als ihre Eltern.
Der Mehlsack öffnet in der Saison von April bis November an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 15 Uhr. Gleichzeitig dürfen maximal 6 Personen den Turm besteigen – das macht den Besuch angenehm ruhig und fast schon exklusiv. Für Gruppen gibt es die Möglichkeit, Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu buchen.
Praktische Infos für deinen Besuch
- Öffnungszeiten: April bis November, Samstag und Sonntag 10–15 Uhr
- Eintritt: 1,50 € (Erwachsene), 1,00 € (Jugendliche), kostenlos (Kinder)
- Max. Personenzahl: 6 Personen gleichzeitig
- Gruppenführungen: Buchbar unter 0751-82800
- Adresse: St.-Christina-Hang, 88212 Ravensburg
Bild: © Stadt Ravensburg
Ravensburg erkunden: Sieben Türme und mehr
Der Mehlsack ist der bekannteste, aber längst nicht der einzige Turm Ravensburgs. Die Stadt trägt nicht umsonst den Beinamen „Sieben-Türme-Stadt" – historisch gab es sogar noch mehr. Wer durch die Altstadt schlendert, begegnet auf Schritt und Tritt mittelalterlicher Bausubstanz, die erstaunlich gut erhalten ist.
Sehenswürdigkeiten in der Ravensburger Altstadt
- Blaserturm: Gotisches Stadttor aus dem 14. Jahrhundert mit begehbarer Plattform – schöner Ausblick und weniger bekannt als der Mehlsack
- Grüner Turm: Mittelalterliches Stadttor mit markanter Fassade – heute eines der schönsten Fotomotive der Stadt
- Waaghaus: Historisches Kaufhaus am Marienplatz, einst Herzstück des Ravensburger Handels im Mittelalter
- Veitsburg: Die ehemalige Landvogtei, heute Restaurant mit wohl schönster Terrassen-Aussicht auf die Stadt
- Museum Humpis-Quartier: Eines der besten mittelalterlichen Stadtmuseen Deutschlands – in einem originalen Kaufmannsensemble untergebracht
- Marienplatz: Das pulsierende Zentrum der Altstadt, samstags mit buntem Wochenmarkt
Wer mehr als einen Tag in Ravensburg verbringt, merkt schnell: Die Stadt hat einen eigenen Rhythmus. Abseits des Touristenstroms gibt es enge Gassen, kleine Cafés und Buchhandlungen, die zum Verweilen einladen. Der Rutenfest, das größte historische Volksfest Schwabens, findet jedes Jahr im Juli statt – dann ist die ganze Stadt auf den Beinen.
Bild: © Stadt Ravensburg
Bodensee, Allgäu und Oberschwaben: Die Region entdecken
Ravensburg liegt geografisch in einer Lage, die Urlauber beneiden: rund 20 Kilometer bis zum Bodensee, wenige Kilometer bis ins Allgäu. Wer hier Urlaub macht, kann tagelang pendeln: Heute Altstadt und Türme, morgen Schifffahrt auf dem See, übermorgen Wandern in den Allgäuer Voralpen.
Oberschwaben, die Region um Ravensburg, hat kulinarisch einiges zu bieten. Schwäbische Maultaschen, Kässpätzle aus dem Allgäu, und am Bodensee frischer Felchen – der Fisch direkt aus dem See. Friedrichshafen mit dem Zeppelinmuseum, Lindau mit seiner Inselaltstadt oder Konstanz mit mittelalterlichem Charme sind allesamt in weniger als einer Stunde erreichbar.
Für Familien ist das Ravensburger Spieleland, rund 20 Kilometer entfernt direkt am Bodensee gelegen, ein echter Geheimtipp für entspannte Tage zwischen Karussells, Wasserbahnen und Kreativstationen. Und wer es etwas ruhiger mag: Die oberschwäbische Barockstraße führt an prachtvollen Klöstern und Kirchen vorbei – ein herrlicher Kontrast zum mittelalterlichen Stadtbild Ravensburgs.
Bild: © Stadt Ravensburg
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Ravensburg und der Mehlsack lohnen sich für ein Kurztrip-Wochenende – am besten kombiniert mit einem Ausflug an den Bodensee oder ins Allgäu. Die Stadt ist gut mit der Bahn erreichbar und auch für spontane Besuche geeignet.
Geheimtipp: Der Mehlsack im Abendlicht
Wer den Mehlsack einmal wirklich unvergesslich erleben möchte, kommt am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang. Dann wirft die Sonne ein warmes Licht auf den weißen Turm und die Dächer der Altstadt, und die engen Gassen sind noch weitgehend menschenleer. Die beste Außenperspektive auf den Mehlsack bietet sich übrigens vom Veitsburgparkplatz – ein Blick, den nicht viele Besucher kennen und der sich besonders bei Gegenlicht lohnt. Kleiner Bonus: Von dort sieht man auch, warum der Name „Mehlsack" so gut passt.
Häufige Fragen zum Mehlsack Ravensburg
Kann man den Mehlsack in Ravensburg besteigen?
Ja, der Mehlsack ist in der Saison von April bis November an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 1,50 Euro für Erwachsene. Gleichzeitig dürfen maximal 6 Personen den Turm besteigen.
Warum heißt der Turm in Ravensburg Mehlsack?
Der Turm erhielt seinen Spitznamen wegen seiner runden Form und dem strahlend weißen Kalkputz, der an einen Mehlsack erinnert. Der ursprüngliche Name war „Weißer Turm bei Sankt Michael". Die Bezeichnung Mehlsack ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Wie hoch ist der Mehlsack in Ravensburg?
Der Mehlsack ist 51 Meter hoch. Um die Turmspitze zu erreichen, müssen 253 Stufen erklommen werden. Von oben bietet sich ein Panoramablick über das Schussental und bei klarem Wetter bis zu den Alpen.
Wann wurde der Mehlsack gebaut?
Der Mehlsack wurde um 1425 erbaut, als Ravensburg noch eine freie Reichsstadt war. Er diente ursprünglich dazu, die nahegelegene Veitsburg – Sitz der Landvögte – im Blick zu behalten. 1995 wurde der Turm umfassend renoviert.