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Kloster Michaelsberg Bamberg
Kloster Michaelsberg
Das Kloster Michaelsberg thront auf einem der sieben Hügel Bambergs und bietet einen Blick, der sich in das kollektive Gedächtnis aller einbrennt, die ihn einmal gesehen haben: Sandstein, Türme, Franken. Wer Bamberg besucht, kommt an diesem Ensemble aus Klosterkirche, barockem Terrassengarten und jahrtausendealter Geschichte schlicht nicht vorbei – und sollte das auch gar nicht erst versuchen.
Gegründet im Jahr 1015 – noch vor dem Bamberger Dom –, ist Kloster Michaelsberg eines der ältesten Benediktinerklöster Bayerns. Nach über 15 Jahren aufwendiger Generalsanierung öffnete die Klosterkirche im Mai 2026 wieder ihre Türen. Es war ein langer Weg, aber wer einmal den Himmelsgarten an der Kirchendecke gesehen hat, versteht sofort: Es hat sich gelohnt.
Das Kloster Michaelsberg liegt im Herzen der UNESCO-Welterbestadt Bamberg, auf einem der sieben Hügel, die der Stadt ihr charakteristisches Silhouettenbild verleihen. Von hier oben hat man den besten freien Blick über die Altstadt – und einen der schönsten überhaupt in ganz Franken. Ein Ausflug zum Michaelsberg lässt sich wunderbar mit einem Rundgang durch Bambergs mittelalterliches Zentrum verbinden.
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Geschichte des Klosters Michaelsberg
Die Geschichte des Klosters beginnt im Jahr 1015 – also tatsächlich noch vor dem Bamberger Dom. Bischof Eberhard, der erste Bischof Bambergs, gründete die Benediktinerabtei und legte damit den Grundstein für eines der einflussreichsten Klöster des Mittelalters. Zu Spitzenzeiten verwaltete die Abtei Grundbesitz in über 440 Ortschaften des Bistums. Das war im Mittelalter eine wirtschaftliche Macht, die selbst weltliche Fürsten respektierten.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1015 | Gründung des Benediktinerklosters durch Bischof Eberhard |
| 1121 | Einweihung der romanischen Klosterkirche St. Michael |
| 1189 | Heiligsprechung von Bischof Otto von Bamberg, im Kloster begraben |
| 1525 | Beschädigungen im Bauernkrieg |
| 1610 | Brand zerstört Teile der Klosterkirche |
| 1617 | Vollendung des barocken Langhaus-Deckenfreskos – der „Himmelsgarten“ |
| 1802/03 | Säkularisierung – bayerische Truppen übernehmen das Kloster, die Mönche müssen gehen |
| 2011–2026 | Umfassende Generalsanierung der Klosterkirche |
| Mai 2026 | Wiedereröffnung der Kirche für Besucher |
Im 12. Jahrhundert erlebte das Kloster unter Bischof Otto von Bamberg seine erste große Blütezeit. Die Heiligsprechung Ottos im Jahr 1189 brachte Pilger und Ansehen. Das 17. und 18. Jahrhundert brachten die barocke Umgestaltung durch die Gebrüder Dientzenhofer – zwei der bedeutendsten Barockarchitekten ihrer Zeit, die auch den Bamberger Dom und die Residenz prägten.
Architektur & Kunstschätze der Klosterkirche
Wer die Klosterkirche St. Michael betritt, trifft auf ein romanisches Grundgerüst aus dem 12. Jahrhundert, das über die Jahrhunderte mit meisterhaften barocken Schichten überzogen wurde. Das absolute Highlight ist der sogenannte Himmelsgarten: Die Langhausdecke zeigt 578 naturkundlich genaue Pflanzenillustrationen aus dem frühen 17. Jahrhundert, gemalt um 1617 von einem bis heute unbekannten Künstler. Botaniker schwärmen davon, Touristen fotografieren es in Endlosschleifen – und beide haben recht.
- Der Himmelsgarten – 578 detailgenaue Pflanzenillustrationen an der Langhausdecke (um 1617)
- Grab des Heiligen Otto von Bamberg – Stadtpatron und „Apostel der Pommern", heiliggesprochen 1189
- Romanische Krypta aus dem 12. Jahrhundert – der älteste Teil der Kirche
- Barockfassade & Türme nach dem Umbau durch die Gebrüder Dientzenhofer im 17./18. Jahrhundert
- Gotische Tafelbilder und Epitaphien aus verschiedenen Jahrhunderten
- Sandsteinfassade mit Doppelturmanlage – das bekannteste Bamberg-Panoramamotiv
Die Klosteranlage wird heute von der Bamberger Bürgerspitalstiftung verwaltet. Teile des Komplexes dienen als Seniorenwohnstift – was dem historischen Flair keinen Abbruch tut, wohl aber bedeutet: Nicht alle Bereiche sind öffentlich zugänglich.
Terrassengarten, Weinberg & Panoramablick
Der sechsstufige Barockterrassengarten hinter der Klosterkirche ist ein stiller Held unter Bambergs Sehenswürdigkeiten. Keine Eintrittsgebühr, keine Warteschlange – dafür alte Obstbäume, Kornelkirschen, ein barocker Delphinbrunnen und drei kleine Gartenhäuschen, die wirken, als hätten sie die Säkularisierung von 1803 einfach verpennt. Der Garten ist frei zugänglich und bietet einen der schönsten Panoramablicke über die Bamberger Altstadt.
- Sechsstufige Barockterrassen mit historischem Gehölzbestand
- Alter Obstgarten mit seltenen Apfel-, Birnen- und Quittensorten
- Cameraden-Weinberg – der einzige Weinberg Bambergs, bepflanzt mit Silvaner wie schon seit dem 13. Jahrhundert
- Delphinbrunnen als barocker Blickfang im Gartenensemble
- Drei historische Gartenhäuschen (Pavillons) aus der Barockzeit
- Panoramablick über die Bamberger Altstadt, den Dom und die Regnitz
Der Cameraden-Weinberg ist kein touristisches Gimmick: Hier wächst echter Silvaner, der von der Bürgerspitalstiftung zu einem eigenen Bamberger Klosterwein gekeltert wird. Wer Franken bereist, weiß: Wein und Geschichte gehen hier seit Jahrhunderten Hand in Hand. Der Wein ist bei der Bürgerspitalstiftung erhältlich – ein schönes Souvenir aus einer der ältesten Weinlagen Frankens.
Wann ist das Kloster Michaelsberg geöffnet?
Der Barockterrassengarten des Klosters ist tagsüber kostenlos und frei zugänglich. Die Klosterkirche St. Michael wurde nach einer 15-jährigen Generalsanierung im Mai 2026 wiedereröffnet – ebenfalls ohne Eintrittsgebühr.
| Bereich | Zugang | Hinweis |
|---|---|---|
| Barockterrassengarten | Kostenlos, tagsüber frei | Panoramaaussicht inklusive |
| Klosterkirche St. Michael | Kostenlos (seit Mai 2026) | Nach 15-jähriger Sanierung wiedereröffnet |
| Informationszentrum am Michaelsberg | Kostenpflichtig | Ausstellung zur Klostergeschichte |
| Klostergebäude (Seniorenstift) | Nicht öffentlich | Privatbereich der Bürgerspitalstiftung |
Anfahrt: Das Kloster liegt auf dem Michaelsberg in der Bamberger Bergstadt, ca. 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof Bamberg. Zu Fuß führt der Weg durch die Altstadt und dann die Treppen des Jakobsbergs hinauf. Mit dem Auto: Parkmöglichkeiten in der Nähe des Bamberger Doms vorhanden (Domberg-Parkhaus). Öffentlicher Nahverkehr: Buslinie 910 bis Haltestelle „Obere Brücke", dann ca. 15 Minuten Fußweg.
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Rund ums Kloster: Bambergs Altstadt entdecken
Wer einmal den Aufstieg zum Michaelsberg auf sich genommen hat, sollte den Rest der Bamberger Altstadt gleich mitnehmen. Das gesamte historische Zentrum Bambergs gehört seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe – und die Stadt ist wie gemacht dafür, zu Fuß erkundet zu werden.
- Bamberger Dom – vier Türme, der berühmte Bamberger Reiter und das Grab von Papst Clemens II. (der einzige Papst, der nördlich der Alpen begraben liegt)
- Klein Venedig – die malerischen Fischerhäuser an der Regnitz, eines der meistfotografierten Motive Deutschlands
- Altes Rathaus – steht buchstäblich auf einer Insel in der Regnitz, zwischen beiden Stadtteilen
- Neue Residenz und Rosengarten – Fürstbischöflicher Prunk mit freiem Eintritt zum Rosengarten und herrlichem Stadtpanorama
- Bamberger Brauereiviertel – neun eigenständige Brauereien, nirgends schmeckt das Rauchbier echter als in der Schlenkerla-Brauereitaverne am Dominikanerplatz
Wer mehr Natur und Abenteuer sucht: Die Fränkische Schweiz liegt nur 30 Kilometer von Bamberg entfernt und bietet Felsklettern, begehbare Tropfsteinhöhlen und malerische Fachwerkdörfer – die perfekte Ergänzung zu einem Bamberg-Wochenende.
Geheimtipp: Der Spezikeller über den Dächern Bambergs
Natürlich kennt jeder den Blick vom Klosterhügel. Aber wann haben Sie zuletzt von dort oben ein Glas lokalen Silvaner getrunken, während die Abendsonne über den Sandsteindächern der Altstadt versank? Der Spezikeller auf dem Stephansberg – nur wenige Gehminuten vom Kloster Michaelsberg entfernt – ist genau dafür gemacht: Bamberg aus der Vogelperspektive, mit einem kühlen Bier oder einem Glas Frankenwein in der Hand, und keinem einzigen Reisebus in Sichtweite.
Der Spezikeller ist einer der typischen fränkischen Bierkeller, die im 19. Jahrhundert in die Hänge der Bamberger Hügel gegraben wurden – zur Lagerung von Bier, bevor es Kühlhäuser gab. Heute sitzen hier Einheimische und kluge Reisende nebeneinander auf der Holzbank, genießen den Feierabend und schauen auf eine der schönsten Stadtsilhouetten Deutschlands. Die Bamberger wissen davon. Und jetzt Sie auch.