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Welterbe-Besuchszentrum Bamberg
Welterbe-Besuchszentrum Bamberg
Bamberg gehört zu den wenigen deutschen Städten, die wirklich alles haben: mittelalterliche Silhouetten, lebendige Biergärten, einen Dom mit Königsgräbern und Gässchen, in denen die Zeit irgendwo im 17. Jahrhundert stecken geblieben zu sein scheint. Wer hier zum ersten Mal ankommt, steht schnell vor einem Problem: Diese Stadt hat zu viele Schichten, um sie ohne Vorbereitung zu entziffern. Genau da kommt das Welterbe-Besuchszentrum in Bamberg ins Spiel – als kostenloser Einstieg in eine der besterhaltenen Altstädte Europas.
Bild: © BAMBERG Tourismus & Kongress Service, stadtkalender-bamberg.de
Was zeigt das Welterbe-Besuchszentrum Bamberg?
Das Besuchszentrum an der Unteren Mühlbrücke 5 wurde bewusst als Lesehilfe konzipiert – so nennen es die Macher selbst. Die Idee ist einfach und brillant: Das eigentliche Museum ist die Stadt selbst. Das Besuchszentrum erklärt, wie man sie liest.
Seit dem 11. Dezember 1993 gehört die Bamberger Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe (Listennummer #624). Mit 142 Hektar Kernzone und über 2.400 denkmalgeschützten Gebäuden zählt sie zu den dichtesten Denkmalslandschaften Deutschlands. Die Dauerausstellung auf rund 220 Quadratmetern gliedert dieses Erbe in vier Erzählstränge:
- Werden und Wachsen – Wie Bamberg von der Bischofsgründung 1007 unter Kaiser Heinrich II. bis heute gewachsen ist
- Macht und Macher – Wer die Stadt geprägt hat: Kaiser, Fürstbischöfe, Bürger, Gärtner und Denker wie Hegel und E.T.A. Hoffmann
- Alte Stadt in neuem Kleid – Wie historische Bausubstanz erhalten, umgenutzt und weiterentwickelt wird
- Pläne und Visionen – Welche Konzepte für die Zukunft des lebendigen Welterbes erarbeitet werden
Das Herzstück ist ein interaktives Stadtmodell, an dem sich die Entwicklung Bambergs durch verschiedene Epochen navigieren lässt. Wer möchte, lässt sich vom Bamberg-O-Mat einen personalisierten Stadtrundgang zusammenstellen – je nach Interesse an Architektur, Geschichte, Bierkultur oder dem historischen Gärtnerquartier.
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Die Highlights der Ausstellung im Überblick
Was das Besuchszentrum von einem klassischen Stadtmuseum unterscheidet, ist sein konsequent interaktiver Ansatz. Hier wird nicht nur Wissen präsentiert – es wird erfahrbar gemacht.
| Feature | Was es zeigt |
|---|---|
| Interaktives Stadtmodell | Bambergs Entwicklung per Touchscreen durch Epochen navigierbar |
| Bamberg-O-Mat | Personalisierter Stadtrundplan basierend auf deinen Interessen |
| Pfanz-O-Mat | Die jahrhundertealte Gärtnerkultur spielerisch erklärt |
| Das Samenrad | Installation zur Pflanzenwelt der historischen Gärtnerstadt |
| Hydroturbine (15 Tonnen) | Echte Anlage im Gebäude – das historische Mühlenhaus erzeugt heute Ökostrom |
| Geführte Touren | Buchbar ab 60 € (Schulgruppen 50 €, English tours 70 €) |
Das Gebäude selbst ist dabei schon ein Exponat: Das ehemalige Mühlengebäude an der Unteren Mühlbrücke wurde energetisch saniert und mit einer 15-Tonnen-Hydroturbine ausgestattet – grüner Strom im UNESCO-Welterbe. „Alte Stadt in neuem Kleid" lässt sich hier also buchstäblich erleben, ohne auch nur einen Fuß nach draußen zu setzen.
Vollständig barrierefrei konzipiert: rollstuhlgerechter Zugang, taktile Elemente für sehbehinderte Besucher, audiovisuelle Unterstützung für Hörbeeinträchtigte. Geplant nach dem Prinzip „Design für Alle" – eine Seltenheit bei Gebäuden in historischer Lage.
Bild: © Bamberg Tourismus & Kongress Service, Steffen Schützwohl
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise
Das Beste zuerst: Der Eintritt ist vollständig kostenlos – für alle Besucher, ohne Ausnahme. Kein Ticket, keine Warteschlange, kein Mindestalter. Eine echte Seltenheit bei einer UNESCO-Welterbe-Einrichtung dieser Qualität.
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| 1. April – 31. Oktober | Täglich 10:00 – 18:00 Uhr |
| 1. November – 31. März | Täglich 10:00 – 17:00 Uhr |
| Geschlossen | 1. Januar, Karfreitag, Ostersonntag, 24.–26. Dezember, 30.–31. Dezember |
Adresse und Anreise
- Adresse: Untere Mühlbrücke 5, 96047 Bamberg
- Bus: Haltestelle Schranne (Linien 901, 910, 912, 918, 989) – 3–5 Minuten zu Fuß
- Bahn: Bamberg Hauptbahnhof, ca. 15–20 Minuten zu Fuß oder mit Bus
- Auto: Tiefgarage Residenzschloss empfohlen; Park & Ride am Stadtrand praktischer – Altstadt hat sehr begrenzte Parkmöglichkeiten
- Kontakt: besuchszentrum@welterbe.bamberg.de | +49 (0)951 87-1811
Einplanen sollte man 45 bis 90 Minuten für die Ausstellung – mehr, wenn man alle interaktiven Stationen wirklich ausprobiert. Wer danach eine Pause verdient hat: Das HENRII im Erdgeschoss des Besuchszentrums ist eine Bar und Weinhandlung mit Terrasse, die einen der schönsten Blicke auf das Alte Rathaus bietet. Besser kann man sich kaum auf einen Altstadtbummel einstimmen.
Bild: © BAMBERG Tourismus Service, Sonja Krebs
Sehenswürdigkeiten rund um das Besuchszentrum
Das Welterbe-Besuchszentrum liegt strategisch ideal: Von der Unteren Mühlbrücke aus sind sämtliche Highlights der Bamberger Altstadt in wenigen Gehminuten erreichbar. Ein sinnvoller Rundweg nach dem Besuch könnte so aussehen:
- Altes Rathaus (ca. 2 Minuten): Das vermutlich bemerkenswerteste Rathaus Deutschlands steht buchstäblich auf einer künstlichen Insel in der Regnitz – mit Barockfassade und kunstvollen Trompe-l'œil-Fresken.
- Klein Venedig (ca. 3–5 Minuten): Die Reihe historischer Fischerhäuser am Regnitz-Ufer ist das meistfotografierte Motiv Bambergs. Beste Perspektive von der Langen Straße aus.
- Bamberger Dom (ca. 10–12 Minuten bergauf): Der Kaiserdom mit vier Türmen beherbergt die Grabstätte Kaiser Heinrichs II. und die berühmteste mittelalterliche Reiterstatue Deutschlands – den Bamberger Reiter.
- Neue Residenz (ca. 12 Minuten): Die fürstbischöfliche Residenz am Domplatz zeigt prächtige Barockräume und beherbergt einen der schönsten Rosengärten Frankens.
- Kloster St. Michael (ca. 15 Minuten bergauf): Benediktinerkloster mit Panoramablick und einer Kirchendecke, die mit 578 Heilpflanzen bemalt ist – ein botanischer Bilderbogen für die Decke.
Wer alle sieben Hügel Bambergs erkundet – jeden mit einer Kirche gekrönt –, begreift, warum die Stadt einst als Fränkisches Rom bekannt wurde. Lokal erzählt man es lieber andersherum: Rom sei das italienische Bamberg.
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Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Das Besuchszentrum selbst ist ganzjährig geöffnet. Die Frage nach der besten Zeit bezieht sich also mehr auf Bamberg als Gesamterlebnis.
Frühling (April bis Juni)
Die historische Gärtnerstadt blüht buchstäblich auf: Die Marktgärten, die selbst Teil des UNESCO-Welterbes sind, stehen in voller Pracht. Bamberg hat elf Brauereien auf rund 80.000 Einwohner – im Frühling öffnen die legendären Bierkeller auf dem Stephansberg wieder, und die Temperaturen erlauben angenehme Stadtspaziergänge ohne Sommerhochbetrieb.
Spätsommer und Herbst
Die Sandkerwa (Volksfest, meist Ende August) verwandelt das Regnitz-Ufer in einen Festplatz mit Kahnstechen – eine urtypische Bamberger Tradition. Der frühe Herbst bringt Ernteduft in die Gärten und erheblich weniger Tagestouristen als der Hochsommer.
Winter
Bambergs Weihnachtsmarkt auf dem Maximiliansplatz gehört zu den stimmungsvollsten in ganz Franken. Die verkürzten Öffnungszeiten des Besuchszentrums (bis 17 Uhr) sind zu beachten. Vorteil: Die engen Altstadtgassen sind im Winter nahezu menschenleer, und der Dom im Winterlicht ist ein Erlebnis für sich.
Tipp für alle Jahreszeiten: Wochentags ist die Altstadt deutlich ruhiger als an Wochenenden. Wer flexibel ist, kommt unter der Woche – und zwar möglichst vor 10:30 Uhr, bevor die ersten Reisegruppen eintreffen.
Bild: © FrankenTourismus, Hub
FAQ zum Welterbe-Besuchszentrum Bamberg
Ist der Eintritt wirklich kostenlos?
Ja – vollständig, ohne Altersgrenze oder Mitgliedschaft. Lediglich Führungen (ab 60 €) sind kostenpflichtig und müssen vorab gebucht werden.
Wie lange sollte man einplanen?
Mindestens 45 Minuten, besser 90. Wer den Bamberg-O-Mat nutzt, das Stadtmodell wirklich erkundet und durch den HENRII-Weinladen schaut, kann auch 2 Stunden gut verbringen.
Ist das Besuchszentrum barrierefrei?
Komplett. Rollstuhlgerechter Zugang, taktile Elemente für sehbehinderte Besucher, audiovisuelle Unterstützung für Hörbeeinträchtigte – nach dem Prinzip „Design für Alle".
Kann ich eine Führung buchen?
Ja, über besuchszentrum@welterbe.bamberg.de. Reguläre Führungen ab 60 €, Schulgruppen 50 €, Touren auf Englisch 70 €. Auf Wunsch kombinierbar mit einem geführten Altstadtrundgang.
Wann ist das Besuchszentrum geschlossen?
An folgenden Tagen bleibt das Haus zu: 1. Januar, Karfreitag, Ostersonntag sowie 24.–26. Dezember und 30.–31. Dezember.
Unser Geheimtipp: Die Terrasse des HENRII
Die meisten Besucher stürmen nach der Ausstellung direkt in die Altstadt. Wer aber kurz innehalten möchte: Im Erdgeschoss des Besuchszentrums befindet sich das HENRII – Bar, Café und fränkische Weinhandlung in einem. Die Terrasse bietet einen der besten Blicke auf das Alte Rathaus, ohne dass man sich durch Touristengruppen kämpfen müsste. Ein Glas Frankenwein mit Blick auf die Regnitz – das ist das echte Bamberg-Feeling. Wer danach noch mehr von der Welterbestadt sehen möchte, findet im Rosengarten der Neuen Residenz einen weiteren Geheimtipp, der nur die wenigsten kennen.