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Gärtner- und Häckermuseum Bamberg
Gärtner- und Häckermuseum Bamberg
Wer durch Bambergs verwinkeltes Gärtnerviertel schlendert, tritt unweigerlich in eine Welt ein, die sich dem Tempo des 21. Jahrhunderts erfolgreich entzieht. Mitten in diesem lebendigen Quartier, das seit 1993 zum UNESCO-Welterbe Bamberg gehört, liegt ein kleines Museum mit einer großen Geschichte: das Gärtner- und Häckermuseum.
Das Museum in der Mittelstraße 34 ist kein klassisches Museumserlebnis mit weißen Wänden und Acrylglas-Vitrinen. Hier duftet es nach Erde und Geschichte, hier erzählen verwitterte Werkzeuge und handgewebte Arbeitskleidung von einem Alltag, der Generationen von Bamberger Familien geprägt hat. Und ja: Das gute alte Bamberger Hörnla – die legendäre Frühkartoffelsorte – hat hier seinen großen Auftritt.
Bild: © Bamberg Tourismus, Sonja Krebs
Bamberg zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands, und das Gärtnerviertel ist dabei ein ganz besonderer Teil des Stadtgefüges. Während Touristen meist direkt zum Dom oder zum Alten Rathaus streben, biegt die neugierige Reisende ins Gärtnerviertel ab – und findet dort ein Stück gelebte Geschichte, das nirgendwo sonst so zu erleben ist. Das Gärtner- und Häckermuseum ist der perfekte Einstieg in diese faszinierende Welt.
Geschichte und Bedeutung des Museums
Der Geschichte des Museums liegt eine Geschichte zugrunde, die mehr als 600 Jahre umspannt: die der Bamberger Erwerbsgärtner und Häcker – ein altes Wort für Weinbauern. Schon im Mittelalter war Bamberg für seinen intensiven Gemüseanbau mitten in der Stadt bekannt, auf langen, schmalen Parzellen, die direkt hinter den Wohnhäusern begannen und teilweise noch heute bewirtschaftet werden.
1975 gründete sich der Museumsverein, 1979 öffnete das Museum in einem authentischen Gärtnerhaus von 1767 erstmals seine Türen. Nach einer Generalsanierung wurde es 2012 komplett neu konzipiert und erhielt 2013 eine Nominierung für den Bayerischen Museumspreis. 2016 wurde der Innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt – eine Auszeichnung, die unterstreicht: Diese Tradition ist nicht nur historisch, sondern lebendig.
Das Gärtner- und Häckermuseum ist damit das einzige Museum in Süddeutschland, das sich ausschließlich dem gewerblichen innerstädtischen Gartenbau widmet – seiner Kultur, seiner Geschichte und seinen Protagonisten. Über Generationen hinweg prägten Gärtnerfamilien das Gesicht Bambergs, handelten europaweit mit Gemüse, Saatgut und dem typisch fränkischen Süßholz und schufen ein Stadtviertel, das heute zum UNESCO-Welterbe gehört.
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Was Sie im Gärtner- und Häckermuseum erleben
Das Museum steckt voller Überraschungen – und das in einem Rahmen, der allein schon den Besuch rechtfertigt.
Dauerausstellung: Gärtnerdasein um 1900
Im Kern zeigt die Dauerausstellung das Leben einer wohlhabenden Gärtnerfamilie an der Wende zum 20. Jahrhundert. Objekte und Filme vermitteln, wie die Bamberger Gärtner ihren Alltag gestalteten: von der mühsamen Handarbeit auf dem Feld über den europaweiten Handel mit Gemüse und Saatgut bis hin zu Zunftbräuchen und religiösen Traditionen.
Kabinettausstellungen und Sonderschauen
Regelmäßig wechselnde Kabinettausstellungen ergänzen das Programm. Die monatlich wechselnde Gemüse-des-Monats-Präsentation macht deutlich: Hier ist nichts eingestaubt. Das Museum atmet und entwickelt sich weiter.
Der Museumsgarten – ein lebendiges Freilichtmuseum
Ein besonderes Highlight ist der Museumsgarten mit einem angrenzenden 400 m² großen Sortengarten. Hier wachsen historische Lokalsorten, darunter das weltberühmte Bamberger Hörnla – jene knubbelige Frühkartoffelsorte, die Bamberger in der Welt bekannt gemacht hat.
Das Süßholz-Monopol: Bambergs süßes Geheimnis
Wer wusste, dass Bamberg einst das europäische Zentrum des Süßholzanbaus war? Seit etwa 1500 hielten die Bamberger Gärtner ein Quasi-Monopol auf diese Pflanze, aus der Lakritze hergestellt wird. Das Museum erzählt, wie dieses süße Gold die Region über Jahrhunderte prägte.
| Ausstellungsbereich | Inhalt |
|---|---|
| Dauerausstellung | Gärtnerdasein um 1900, Objekte, Filme, Alltagskultur |
| Kabinettausstellung | Wechselnde Themen, z. B. Alltagskleidung der Gärtner |
| Museumsgarten | Historischer Hausgarten mit aktiven Anbauflächen |
| Sortengarten | 400 m², historische Lokalsorten inkl. Bamberger Hörnla |
| Süßholz-Sammlung | Geschichte des Bamberger Süßholz-Monopols seit ca. 1500 |
Bild: © BAMBERG Tourismus Service, Sonja Krebs
Was kostet der Eintritt und wann ist das Gärtner- und Häckermuseum geöffnet?
Das Museum öffnet jährlich von Mitte April bis Anfang November – wer die Winterpause verpasst, geht leer aus. Die Saison 2026 läuft vom 17. April bis 8. November 2026.
Öffnungszeiten
| Zeitraum | Öffnungstage | Uhrzeiten |
|---|---|---|
| 17. April – 8. November 2026 | Dienstag – Sonntag | 11:00 – 17:00 Uhr |
| Pfingstmontag (22. Mai 2026) | Montag | 11:00 – 17:00 Uhr |
| Montag in Herbstferien | Montag | 11:00 – 17:00 Uhr |
| November – April | Winterpause | geschlossen |
Eintrittspreise
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 5,00 € |
| Schüler (6–16 Jahre) | 1,00 € |
| Ermäßigt (65+, Studenten, Gruppen ab 10) | 4,00 € |
| Kinder vor Schuleintritt | kostenlos |
| Bamberg-Card-Inhaber | kostenlos |
Führungen werden nach Vereinbarung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten angeboten. Adresse: Mittelstraße 34, 96052 Bamberg | Tel.: 0951 201618
Bild: © FrankenTourismus, Hub
Das Bamberger Gärtnerviertel: Ein Stadtteil wie aus einer anderen Zeit
Das Gärtnerviertel ist kein museales Freilichtprojekt, sondern ein lebendiger Stadtteil. Rund 80 Gärtnerfamilien betreiben hier noch heute aktiv Erwerbsgartenbau – auf denselben schmalen Parzellen, die ihre Vorfahren im Mittelalter angelegt haben. Ein Spaziergang zwischen Langer Straße und Mittelstraße offenbart ein Stück authentisches Stadtleben, das sich kaum von touristischen Inszenierungen unterscheidet: Hier wird tatsächlich noch gearbeitet.
- Historische Gärtnerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert
- Aktiv bewirtschaftete Gartenstreifen direkt hinter den Wohnhäusern
- Das Gärtnerviertel als Teil des UNESCO-Welterbes Bamberg
- Kleine Hofläden mit frischem Gemüse direkt vom Gärtner
- Historische Siedlungsstruktur mit typischen langen, schmalen Grundstücken
Von hier sind es nur wenige Schritte zu weiteren Highlights: Klein Venedig mit seinen malerischen Fischerhäusern am Regnitzufer, der vierturmige Bamberger Dom und das Kloster St. Michael mit spektakulärem Panoramablick über die Stadt. Franken hat eben immer noch ein Ass im Ärmel – und Bamberg gleich mehrere davon.
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Anreise und praktische Besuchstipps
Das Gärtner- und Häckermuseum ist gut erreichbar – und eine Städtereise nach Bamberg lässt sich wunderbar mit einem Museumsbesuch verbinden.
Mit dem Zug
Bamberg hat einen ICE-Bahnhof mit direkten Verbindungen aus München (ca. 1,5 Std.), Nürnberg (ca. 35 Min.) und Berlin (ca. 3 Std.). Vom Bahnhof sind es etwa 15 Minuten Fußweg durch die Altstadt bis zur Mittelstraße 34.
Mit dem Auto
Bamberg liegt an der A73 (Ausfahrt Bamberg-Mitte oder Bamberg-Ost). Parkmöglichkeiten gibt es im Parkhaus am ZOB oder am Parkplatz Luitpoldstraße. Das Gärtnerviertel selbst ist Fußgängerzone.
Tipps für Ihren Besuch
- Dienstagnachmittage sind besonders ruhig – ideal für Individualbesucher
- Kombination mit Spaziergang durchs Gärtnerviertel empfehlenswert
- Bamberger Wochenmarkt: dienstags und samstags – regional, frisch, authentisch
- Saison beachten: nur Mitte April bis Anfang November geöffnet
- Kostenlose Führungen nach Vereinbarung anfragen (Tel.: 0951 201618)
Wer Bamberg einmal besucht hat, kommt meist mehrfach wieder. Die Stadt gibt ihre besten Seiten nicht auf den ersten Blick preis – das gilt für das Gärtnerviertel ebenso wie für die Bierkeller der Bergstadt oder die stille Schönheit der historischen Altstadt. Um wirklich nichts zu verpassen, lohnt sich ein Aufenthalt über Nacht. Und wer gut schläft, erkundet besser.
Geheimtipp: Was Bamberg-Kenner wissen
Der eigentliche Geheimtipp liegt direkt neben dem Museum: der Hinterhof und Nutzgarten des historischen Anwesens in der Mittelstraße. Wer nach dem Museumsbesuch einfach die Hintertür aufmacht – das Personal erlaubt es gerne –, steht inmitten eines aktiven Hausgartens aus dem 18. Jahrhundert. Hier wachsen noch heute die Sorten, die drinnen in der Ausstellung beschrieben werden: Bamberger Hörnla, historische Kohlsorten, alte Kräuterpflanzen. Ein Moment der Stille inmitten lebendiger Geschichte.
Ein zweiter Tipp: Frage beim Gärtnereiverein nach, ob gerade ein Gärtner bei der Arbeit ist und bereit, seinen Garten zu zeigen. Diese informellen Begegnungen sind kein offizielles Programm – aber Bamberger Gärtner reden gerne über ihre Arbeit. Garantiert authentischer als jede geführte Stadtbesichtigung.
Und wer jetzt Lust auf noch mehr Bamberg bekommen hat: Die Stadt bietet noch viel mehr – von Raucherbierspezialitäten im Schlenkerla bis zum Panoramablick vom Kloster St. Michael über ganz Bamberg.
Häufig gestellte Fragen zum Gärtner- und Häckermuseum Bamberg
- Wann ist das Museum geöffnet?
- Mitte April bis Anfang November, Di–So 11:00–17:00 Uhr. Winterpause: November–April.
- Was kostet der Eintritt?
- Erwachsene: 5,00 € | Schüler 6–16 J.: 1,00 € | Ermäßigt: 4,00 € | Kinder vor Schuleintritt: frei | Bamberg-Card: frei
- Was ist das Besondere?
- Das einzige Museum in Süddeutschland zum innerstädtischen Erwerbsgartenbau – in einem Gärtnerhaus von 1767 im UNESCO-Welterbe.
- Wie komme ich hin?
- Mittelstraße 34, Bamberg. Zu Fuß vom Bahnhof (15 Min.), mit dem Auto Parkhaus ZOB.
- Was ist das Bamberger Hörnla?
- Eine historische Frühkartoffelsorte aus Bamberg, weltbekannt und im Sortengarten des Museums zu besichtigen.