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Bamberger Dom – Kaiserdom
Bamberger Dom
Wer Bamberg besucht, steht irgendwann unweigerlich auf dem Domplatz und schaut hinauf. Vier mächtige Türme ragen in den fränkischen Himmel – das ist der Bamberger Dom, offiziell der Kaiserdom St. Peter und St. Georg. Seit über 800 Jahren prägt er die Silhouette einer Stadt, die 1993 als Ganzes zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde – als erste deutsche Stadt überhaupt.
Im Inneren wartet einiges, das selbst hartgesottene Kirchgänger ins Staunen versetzt: der Bamberger Reiter, die älteste erhaltene Reiterstatue des Mittelalters, Tilman Riemenschneiders Kaisergrab und – einzigartig in Deutschland – das Grab eines Papstes. Draußen lockt eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas mit verwinkelten Fachwerkgassen, fränkischen Bierkellern und dem verrückten Alten Rathaus, das einfach mitten in der Regnitz steht.
Dieser Guide nimmt Sie mit in alle Winkel des Kaiserdoms, erklärt die wichtigsten Kunstschätze, verrät praktische Besuchsinfos und zeigt, was Bamberg rund um den Dom noch zu bieten hat. Wer gleich eine Reise planen möchte: Hier geht es zu unseren Bamberg-Reiseangeboten.
Was macht den Bamberger Dom so einzigartig?
Kurz gesagt: alles auf einmal. Der Bamberger Dom ist Grabeskirche eines Kaisers und eines Papstes, Heimstatt der ältesten mittelalterlichen Reiterstatue der Welt und architektonisches Meisterwerk der Spätromanik – in einer einzigen Kirche. Das gibt es in Deutschland kein zweites Mal.
Vier Türme mit markanten Kupferhelmen, eine Länge von 94 Metern, romanische Rundbögen und gotische Spitzbögen – der Dom vereint zwei Baustile wie selbstverständlich. Das liegt an seiner bewegten Geschichte: Der heutige Bau ist bereits der dritte Kaiserdom an dieser Stelle, geweiht im Jahr 1237, nachdem zwei Vorgängerbauten durch Feuer zerstört worden waren. Jeder Wiederaufbau war ehrgeiziger als der vorherige.
Und dann ist da noch die Lage: Der Dom thront auf dem Bamberger Domberg, einem der sieben Hügel der Stadt – einem ganzen Ensemble aus Kirche, Museen und historischen Palais, das heute ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
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Kunstschätze und Highlights im Bamberger Dom
Der Bamberger Dom ist ein offenes Museum der mittelalterlichen Kunst. Diese Schätze sollten Sie auf keinen Fall verpassen:
| Kunstwerk | Entstehung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bamberger Reiter | um 1230 | Älteste erhaltene Reiterstatue des Mittelalters in Originalgröße; Identität des Dargestellten bis heute wissenschaftlich ungeklärt |
| Kaisergrab Heinrich II. & Kunigunde | 1499–1513 | Meisterwerk Tilman Riemenschneiders; zeigt Wunderszenen aus dem Leben des heiliggesprochenen Kaiserpaares |
| Papstgrab Clemens II. | um 1237 | Einziges Papstgrab nördlich der Alpen; aus Solnhofener Kalkstein gefertigt |
| Marienaltar von Veit Stoß | 1520–1523 | Spätwerk des Nürnberger Meisters; ursprünglich für die Nürnberger Karmeliterkirche geschaffen |
| Adamspforte | um 1240 | Figürliches Hauptportal mit Adam und Eva – eines der bedeutendsten Skulpturenensembles der deutschen Romanik |
Ein praktischer Tipp: Nehmen Sie sich mindestens 1,5 Stunden Zeit für das Kircheninnere. Die Führungen täglich um 14 Uhr dauern 90 Minuten und sind ihr Geld absolut wert – allein die Erklärungen rund um den Bamberger Reiter könnten eine eigene Stunde füllen.
Die Geschichte des Kaiserdoms
Dreimal gebaut – und beim dritten Versuch für die Ewigkeit
Kaiser Heinrich II. ließ den ersten Dom 1012 weihen – als demonstratives Zeichen, dass Bamberg zum geistlichen und politischen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches aufsteigen sollte. Leider brannte dieser erste Prachtbau noch im gleichen Jahr nieder. Ein zweiter Nachfolger entstand, auch er fiel 1081 den Flammen zum Opfer. Beim dritten Anlauf ließ man sich nicht mehr lumpen: Der Neubau wurde am 6. Mai 1237 feierlich geweiht und steht – mit Restaurierungen – noch heute.
Das heilige Kaiserpaar: Heinrich II. und Kunigunde
Der Kaiserdom ist untrennbar mit dem Staufer-Paar verbunden. Kaiser Heinrich II. und seine Frau Kunigunde wurden beide heiliggesprochen – und beide im Dom begraben. Ihr Hochgrab, geschaffen von Tilman Riemenschneider zwischen 1499 und 1513, gilt als Höhepunkt der deutschen Spätgotik. Besonders sehenswert sind die Reliefszenen, die Wunder aus dem Leben des Kaiserpaares zeigen – darunter die legendäre Feuerprobe der Kunigunde, mit der sie ihre eheliche Treue bewies.
Romanik trifft Gotik: ein Dom im Wandel der Zeit
Wer den Dom genau betrachtet, entdeckt zwei Seelen in einem Bauwerk. Die Grundstruktur mit den massiven Wänden, Rundbögen und relativ kleinen Fenstern ist typisch romanisch. Die Turmspitzen hingegen verraten gotischen Einfluss – ein Zeichen dafür, dass der Bau die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert überspannt. Das macht ihn zu einem lebendigen Lehrstück europäischer Architekturgeschichte.
Bamberg rund um den Dom – was Sie nicht verpassen sollten
Das Domberg-Ensemble: mehr als nur ein Dom
Der Bamberger Dom steht nicht allein. Der gesamte Domberg ist ein UNESCO-geschütztes Ensemble aus Kirche, Palais und Museen. Direkt daneben befinden sich die Alte Hofhaltung – der mittelalterliche Kaiserhof mit romantischem Innenhof – sowie die Neue Residenz mit prunkvollen Staatsräumen und dem berühmten Rosengarten. Der Ausblick von dort über die Altstadt ist mit Abstand der schönste der Stadt. Kostenlos, versteht sich.
Klein Venedig, Altes Rathaus und fränkische Biergärten
Wer vom Dom die Hügel hinunterläuft, landet in einer der schönsten Altstädte Deutschlands. Klein Venedig – die Reihe historischer Fischerhäuser direkt am Regnitzufer – ist das meistfotografierte Motiv der Stadt und zu jeder Jahreszeit ein Hingucker. Das Alte Rathaus thront auf einer kleinen Insel mitten im Fluss, verbunden mit dem Ufer durch zwei Brücken. Und wer nach all der Kunst und Architektur legitimen Durst bekommt: Bamberg hat noch neun eigene Brauereien und das legendäre Rauchbier, das man nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Dichte und Qualität findet.
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Besuchsinfos – Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise
Öffnungszeiten des Bamberger Doms
| Jahreszeit | Mo – Mi | Do – Fr | Samstag | So & Feiertage |
|---|---|---|---|---|
| Mai – Oktober | 9:00 – 18:00 Uhr | 9:30 – 18:00 Uhr | 9:00 – 16:30 Uhr | 13:00 – 18:00 Uhr |
| November – April | 9:00 – 17:00 Uhr | 9:30 – 17:00 Uhr | 9:00 – 16:30 Uhr | 13:00 – 17:00 Uhr |
Achtung: Während Gottesdiensten ist die Besichtigung nicht möglich. Bitte prüfen Sie vorab den aktuellen Gottesdienstplan auf bamberger-dom.de.
Eintritt und Führungen
- Einzelbesuch: kostenlos (außerhalb von Gottesdiensten)
- Öffentliche Führung tägl. 14:00 Uhr (90 Min.): 12 € / ermäßigt 9 €
- Mit BambergCard oder DombergTicket: 5 €
- Kinder unter 18 Jahren: immer kostenlos
Anreise nach Bamberg
- Adresse: Domplatz 5, 96049 Bamberg
- Mit der Bahn: Ab Bamberg Hauptbahnhof ca. 20 Minuten zu Fuß oder mit Bus 901/902/906 bis Haltestelle Markusplatz oder Domplatz
- Mit dem Auto: A70 Ausfahrt Bamberg-Ost oder A73 Ausfahrt Bamberg-Süd – Parkhaus Geyerswörth oder Tiefgarage Maximiliansplatz empfohlen
- Mit dem Fahrrad: Bamberg ist fahrradfreundlich; der Dom ist gut über den Regnitzradweg erreichbar
Geheimtipp und häufige Fragen zum Bamberger Dom
Geheimtipp: Der Domkreuzgang und die Abendführungen
Die meisten Besucher kennen das Kircheninnere – aber kaum jemand betritt den Domkreuzgang auf der Nordseite des Doms. Dieser mittelalterliche Kreuzgang ist ein stilles, fast vergessenes Juwel, direkt neben dem touristischen Hauptstrom. Noch besser: Im Sommer bietet die Domverwaltung gelegentlich Abend- und Nachtführungen an, bei denen der Dom im Kerzenlicht eine völlig andere, fast mystische Atmosphäre annimmt. Die Termine sind schnell ausgebucht – also rechtzeitig anmelden! Kontakt: domus@erzbistum-bamberg.de
Häufig gestellte Fragen
- Wann wurde der Bamberger Dom gebaut?
- Der heutige Kaiserdom wurde am 6. Mai 1237 geweiht – als dritter Dom an gleicher Stelle, nach zwei Vorgängern, die Bränden zum Opfer fielen. Vier Türme, Spätromanik mit gotischen Elementen, 94 Meter Länge.
- Ist der Eintritt kostenlos?
- Ja! Einzelbesucher zahlen außerhalb von Gottesdiensten nichts. Führungen kosten 12 € (ermäßigt 9 €), mit BambergCard nur 5 €. Kinder unter 18 Jahren immer kostenlos.
- Was ist der Bamberger Reiter?
- Die älteste erhaltene Reiterstatue des Mittelalters (um 1230). Wer dargestellt ist – König, Idealherrscher, religiöses Symbol? – ist bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion.
- Gehört der Dom zum UNESCO-Welterbe?
- Ja, seit 1993. Die gesamte Bamberger Altstadt – 2.400 denkmalgeschützte Gebäude, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Europas – ist als Ensemble ausgezeichnet.