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Guebwiller
Guebwiller – Perle des Florival-Tals im Elsass
Im südlichen Elsass, eingebettet zwischen goldenen Weinbergen und den bewaldeten Hügeln der Vogesen, liegt Guebwiller – eine der charmantesten Städte der Region, die ihren Besuchern Geschichte, Natur und Genuss in einzigartiger Kombination bietet. Das Florival-Tal, auf Lateinisch Florigeravallis – das Blumenthal – verdankt seinen Namen der außergewöhnlichen Blumenvielfalt, die Guebwiller seit 1993 das begehrte Label „Ville Fleurie" mit 4 Blumen eingebracht hat. Eine Auszeichnung, die die Stadt in eine Reihe mit den bekanntesten Touristenzielen des Elsass stellt.
Guebwiller ist die frühere Hauptstadt der Besitzungen der mächtigen Abtei Murbach und liegt am Jakobsweg sowie an der Lauch. Die Stadt am Eingang des Florival-Tals vereint mittelalterliche Architektur, romanische Kirchenbaukunst und eine lebendige Weinkultur. Wer das Elsass jenseits von Straßburg entdecken möchte, findet in Guebwiller einen authentischen Ort der Ruhe und Schönheit.
Was macht Guebwiller zu einem besonderen Reiseziel?
Guebwiller ist kein gewöhnliches Touristenziel – die Stadt bietet eine seltene Verdichtung von Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum. Drei Kirchen aus drei verschiedenen Epochen prägen das Stadtbild. Prächtige Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert zeugen von einstigem Wohlstand. Blumengeschmückte Parks laden zum Verweilen ein, und von den umliegenden Weinbergen aus hat man weite Ausblicke ins Tal und auf die Vogesen.
Dazu kommt eine Lage, die Guebwiller zum idealen Ausgangspunkt für Wanderungen macht – in die Vogesen, auf die Kammstraße (Route des Crêtes) und zu den Dörfern der elsässischen Weinstraße. Der eigentliche Charme liegt im entspannten Rhythmus der Stadt: In Guebwiller geht es ruhiger zu als in den großen Zentren des Elsass. Hier kann man Wein verkosten, durch die Altstadt schlendern und abends beim Zwiebelkuchen und einem Glas Gewürztraminer den Tag ausklingen lassen – ohne Massentourismus.
Geschichte und Kultur in Guebwiller
Die Geschichte von Guebwiller ist eng mit der mächtigen Abtei Murbach verknüpft, die im 8. Jahrhundert gegründet wurde und über Jahrhunderte das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region war. Als Verwaltungssitz der Abteibesitzungen erhielt Guebwiller im Mittelalter Stadtrechte und entwickelte sich zu einer wohlhabenden Bürgerstadt.
Im 18. Jahrhundert erlebte Guebwiller eine architektonische Blütezeit: Prächtige Bürgerhäuser entstanden, und die Kirche Notre-Dame wurde im neoklassizistischen Stil mit barocken Skulpturen erbaut – ein Zeugnis der Gegenreformation. Das gut erhaltene Stadtquartier aus jener Epoche steht heute unter Denkmalschutz und prägt das Erscheinungsbild der Stadt bis heute.
Die drei Kirchen von Guebwiller
Kaum eine Stadt dieser Größe in Frankreich kann drei so unterschiedliche und bedeutende Kirchen vorweisen – jede aus einer anderen Epoche, jede mit ihrer eigenen Geschichte:
| Kirche | Baustil / Epoche | Besonderheit |
|---|---|---|
| Notre-Dame | Neoklassizismus mit Barock (18. Jh.) | Imposante Fassade, barocke Skulpturen, Zeugnis der Gegenreformation |
| Saint-Pierre et Paul | Gotik (14.–15. Jh.) | Einzigartige Wandgemälde aus 3 Jahrhunderten, gotischer Kreuzgang, europaweit bekannte Akustik |
| Saint-Léger | Romanik (12. Jh.) | Rosafarbener Sandstein, eine der schönsten romanischen Fassaden im Elsass |
Die Dominikanerkirche Saint-Pierre et Paul sticht dabei besonders heraus: Dank einer in Europa einmaligen Akustik werden hier hochkarätige Konzerte veranstaltet. Weltberühmte Musiker wie Rostropowitsch und Alfred Brendel haben hier bereits gespielt. Der angrenzende gotische Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert gilt als Kleinod religiöser Architektur des Mittelalters.
Natur und Wandern im Florival
Guebwiller liegt am Fuß der Vogesen und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für Naturliebhaber. Das Florival-Tal bietet gut ausgebaute Wanderwege durch Weinberge, Mischwälder und entlang der Lauch. Der Jakobsweg, einer der bedeutendsten Pilgerwege Europas, führt direkt durch die Stadt.
- Route des Crêtes (Kammstraße): Die Panoramastraße entlang der Vogesenkämme bietet Ausblicke auf das Rheintal und bei klarem Wetter auf die Alpen – von Guebwiller aus schnell erreichbar.
- Grand Ballon (1.424 m): Der höchste Gipfel der Vogesen – von Guebwiller aus in etwa drei Stunden Fußmarsch zu erreichen, mit weitem Panorama.
- Florival-Tal: Gemütliche Spaziergänge entlang der Lauch durch Weinberge und Obstwiesen mit wechselnden Ausblicken.
- Radfahren auf der Weinstraße: Die elsässische Weinstraße lässt sich mit dem Fahrrad hervorragend erkunden, Fahrradverleih ist in Guebwiller verfügbar.
Die Region bietet für jeden Geschmack die richtige Tour: von einfachen Familienwanderungen bis zu anspruchsvollen Mehrtagestouren entlang der Vogesenkämme.
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Guebwiller und der Elsässer Wein
Guebwiller liegt mitten in einem der bedeutendsten Weinbaugebiete Frankreichs. Die Weinberge des Florival-Tals produzieren Weltklasse-Weine – gleich vier Grands Crus des Elsass liegen unmittelbar vor den Stadttoren:
- Kessler: Bekannt für mineralischen Riesling mit großer Tiefe und Langlebigkeit
- Kitterlé: Außergewöhnliches Vulkangestein-Terroir, komplexe und elegante Weine
- Saering: Lehmige Böden, elegante Rieslinge und feine Muscat
- Spiegel: Sonnenverwöhnte Südlage, reiche Gewürztraminers und Pinot Gris
Weinproben sind in der Region ein fester Bestandteil jedes Besuchs. Zahlreiche Weingüter bieten Führungen und Kostproben an – von kleinen Familienweingütern bis zu namhaften Produzenten. Die Weinlese von August bis Oktober ist die stimmungsvollste Zeit, um die Weinberge rund um Guebwiller zu erkunden.
Ausflüge rund um Guebwiller
Guebwiller liegt strategisch günstig im Herzen des südlichen Elsass und bietet eine hervorragende Basis für Tagesausflüge in die Umgebung:
- Murbach (5 km): Die romanische Klosterkirche zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken des Elsass – zu Fuß gut erreichbar über das Florival-Tal.
- Rouffach (10 km): Gut erhaltenes mittelalterliches Städtchen mit romanischer Stiftskirche und altem Rathaus.
- Eguisheim (15 km): Als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet – konzentrische Gassen voller Fachwerkhäuser und Rosen.
- Thann (15 km): Sehenswerte Stiftskirche Saint-Thiébaut mit einem der schönsten gotischen Türme des Elsass.
- Colmar (25 km): Das kleine Venedig des Elsass mit dem weltberühmten Isenheimer Altar im Unterlinden-Museum.
- Ensisheim (20 km): Historisches Städtchen mit dem berühmten Meteoriten von 1492 im Musée de la Régence.
All diese Ziele sind mit dem Auto oder Fahrrad bequem erreichbar und lassen sich gut zu einer mehrtägigen Entdeckungsreise durch das südliche Elsass kombinieren.
Praktische Reiseinfos für Guebwiller
| Information | Details |
|---|---|
| Lage | Département Haut-Rhin, Region Grand Est, Frankreich; ca. 25 km südlich von Colmar |
| Anreise per Auto | A35 von Straßburg/Colmar; ca. 1:45 h vom Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg |
| Anreise per Zug | Bahnhof Guebwiller, Regionalzug TER über Colmar |
| Beste Reisezeit | Mai bis Oktober; Weinlese ab August/September besonders reizvoll |
| Kirche Saint-Léger | Täglich geöffnet, Eintritt frei |
| Dominikanerkirche | Geöffnet bei Konzerten und Sonderveranstaltungen; Informationen beim Tourismusbüro |
| Tourismusbüro | Office de Tourisme Pays de Guebwiller, Place Saint-Léger, Guebwiller |
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Häufige Fragen zu Guebwiller
Die häufigsten Fragen zu Guebwiller
Was ist Guebwiller bekannt für?
Guebwiller ist bekannt für drei historische Kirchen, vier Grands-Crus-Weine und das Label Ville Fleurie. Die Stadt liegt am Jakobsweg und ist Tor zu den Vogesen.
Wie kommt man nach Guebwiller?
Per Auto über die A35 (ca. 30 km vom Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg), per Zug über Colmar (TER-Verbindung) oder mit dem eigenen Fahrzeug.
Welche Weine kommen aus Guebwiller?
Vier Grands Crus: Kessler, Kitterlé, Saering und Spiegel – bekannt für Riesling, Gewürztraminer und Muscat.
Was ist die Dominikanerkirche?
Eine gotische Kirche mit einzigartiger Wandgemälde-Sammlung und legendärer Akustik – renommierter Konzertsaal für Weltklasse-Musiker.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai bis Oktober, besonders zur Weinlese ab August/September und für Sommerkonzerte in der Dominikanerkirche.
Geheimtipp: Die romanische Abtei Murbach
Wer Guebwiller besucht, dem sei ein Abstecher ins nahe Murbach empfohlen – gerade einmal fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Das Dorf mit seiner romanischen Klosterkirche ist eines der stimmungsvollsten Flecken im gesamten Elsass. Die Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert liegt malerisch im Talgrund zwischen bewaldeten Hügeln, weit abseits des Massentourismus. Wanderer erreichen sie zu Fuß über gut markierte Pfade ab Guebwiller – entlang der Lauch durch blühende Wiesen und unter alten Kastanienbäumen.
Frühmorgens, wenn der Nebel noch in den Vogesen-Tälern hängt, hat dieser Ort eine fast mystische Atmosphäre. Der Eintritt ist frei, und die meisten Tagesbesucher kennen Murbach gar nicht – ideal für alle, die Entschleunigung abseits der bekannten Pfade suchen.





