Écomusée d'Alsace - Freilichtmuseum Elsass
Elsässisches Freilichtmuseum – das größte Freilichtmuseum Frankreichs
Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein Elsass von vor hundert Jahren – und alle Menschen dort sind noch wach, bei der Arbeit, vollständig eingerichtet. Genau das erwartet Sie im Écomusée d’Alsace in Ungersheim, dem größten Freilichtmuseum Frankreichs. Über 80 originalgetreu aufgebaute Fachwerkhäuser, echte Handwerker bei der Arbeit, Störche auf den Dächern und vosgische Rinder auf den Weiden – hier kommt ein ganzes Jahrhundert wieder zum Leben.
Das Museum liegt auf einem ehemaligen Kalibergwerk-Gelände zwischen Colmar und Mulhouse, knapp 70 Kilometer von Freiburg im Breisgau entfernt – also ideal für einen Tagesausflug aus dem Schwarzwald oder für alle, die auf dem Weg in den Süden einfach mal auf die Bremse treten wollen. Mindestens einen vollen Tag sollten Sie einplanen – und wahrscheinlich werden Sie am Ende wünschen, Sie hätten mehr Zeit mitgebracht.
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Was macht das Écomusée d’Alsace so besonders?
Die Idee hinter dem Écomusée ist so simpel wie genial: Als in den 1960er und 1970er Jahren immer mehr historische Fachwerkhäuser im Elsass dem Verfall preisgegeben wurden oder dem Abriss zum Opfer fallen sollten, zog eine Gruppe junger Elsässer 1971 die Reißleine. Sie begannen, die bedrohten Gebäude Stein für Stein und Balken für Balken abzubauen und auf einem 97 Hektar großen Areal in Ungersheim wieder originalgetreu aufzubauen. 1984 öffnete das Museum erstmals seine Tore – heute zählt es über 80 Gebäude und gilt als größtes Freilichtmuseum Frankreichs mit dem staatlichen Titel „Musee de France“.
Was dieses Museum von anderen unterscheidet, ist die konsequente Lebendigmachung der Geschichte. Es ist kein Schaufenster von Relikten, sondern ein funktionierendes Dorf. Die Schmiede schmiedet wirklich, der Bäcker bäckt wirklich, der Küfer fertigt Weinfässer – und wenn Ihnen die Handwerker zeigen, wie ein Wagenrad cercliert wird, können Sie dabei zuschauen, riechen und wenn Sie Glück haben, sogar mit anfassen. Rund 20 Animationen finden täglich statt, das Programm wechselt je nach Jahreszeit.
Das Gelände des Museums liegt auf einem rekultivierten Kalibergwerk – der Kaliabbau endete 1976 nach über sechzig Jahren. Was die Natur und die Museumsleute daraus gemacht haben, ist beeindruckend: Heute beherbergt das Areal einen See, Flusslauf, Feuchtgebiete, Obstgärten und Lebensraum für über 3.500 Tier- und Pflanzenarten. Etwa 40 Störche brüten auf den historischen Dächern – der Storch ist das Wahrzeichen des Elsass, und hier hat er sein Zuhause gefunden. Dazu kommen vosgische Rinder, eine fast ausgestorbene Rinderrasse, zu deren Rettung das Museum entscheidend beigetragen hat.
Was Sie im Écomusée d’Alsace erleben können
| Bereich | Was Sie erleben |
|---|---|
| Handwerk | Schmiede, Töpferei, Küferei (Fassmacherei), Sattlerei, Zimmerei – täglich vorgeführt, teils zum Mitmachen |
| Landwirtschaft | Vosgische Rinder, Ziegen, Schweine, Hühner, historische Landmaschinen und Gerätschaften |
| Tiere & Natur | Ca. 40 Storchpaare auf den Dächern, See, Flusslauf, über 3.500 Tier- und Pflanzenarten |
| Erlebnisse | Bootstouren (ca. 1 €/Person), Pferdekutschenfahrten, Traktortouren durch das Gelände |
| Gastronomie | Restaurant mit elsässischer Küche, Bäckerei (frisches Brot aus dem Holzofen), Picknickbereiche |
| Für Familien | Mitmach-Aktivitäten bei Handwerkern, Tierbegegnungen, Schatzsuchen für Kinder |
| Unterkunft | 2-Sterne-Hotel direkt auf dem Gelände, Stellplätze für Wohnmobile |
- Ostern (April): Osterfeier mit Lamala-Kuchen, grüner Fastensuppe und handbemalten Eiern
- Frühjahr (Mai): Bauernfest und Transhumanz – der Almaufzug der vosgischen Rinder ist ein unvergessliches Naturschauspiel
- Sommer (Juli/August): Jeden Freitagabend „Fête au Village“ – echtes Dorffest-Feeling mit Musik, traditionellen Spielen und Jahrmarkt-Atmosphäre
- Herbst (Oktober): Holzkunst-Festival und Kriminacht – ein elsässisches Krimi-Halloween-Erlebnis im historischen Befestigungsturm
- Winter (Dezember/Januar): Stimmungsvolle Weihnachtszeit mit Nikolaustag, Weihnachtsshow und Heilige-Drei-Könige-Prozession
Bild: © Alsace Tourisme / Foto: Meyer
Ist das Écomusée d’Alsace für Familien mit Kindern geeignet?
Eindeutig ja – und das nicht nur auf dem Papier. Das Écomusée d’Alsace ist eines der familienfreundlichsten Museen im Elsass. Während Erwachsene in der Schmiede zusehen, wie Hufeisen geschlagen werden, können Kinder beim Bäcker frisches Brot probieren, Ziegen streicheln, beim Töpfer mitmachen und am Nachmittag noch eine Runde mit der Pferdekutsche drehen. Hier gibt es echte Dinge zu entdecken – keinen Touchscreen-Zoo.
Wer mehr von der Region sehen möchte, findet in der direkten Umgebung weitere lohnenswerte Ziele: Das malerische Colmar mit seinem Unterlinden-Museum und der Petite Venise liegt nur 26 Kilometer nördlich. Wer etwas mehr Zeit einplant, fährt entlang der Elsässischen Weinstraße durch Winzerdörfer wie das pittoreske Kaysersberg oder das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs gehandelte Riquewihr – ein Hochgenuss für Augen und Gaumen.
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Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintritt
Adresse und Anreise
Écomusée d’Alsace
Chemin du Grosswald
F-68190 Ungersheim, Frankreich
Tel: +33 3 89 74 44 74
Mit dem Auto ist das Écomusée d’Alsace aus Deutschland hervorragend erreichbar: Von Freiburg im Breisgau sind es nur rund 70 Kilometer (ca. 55 Minuten) – über die A5 Richtung Basel, dann über die A36 zur Ausfahrt Ensisheim/Ungersheim. Aus Karlsruhe oder Stuttgart fahren Sie ebenfalls über die A5 Richtung Basel, die Gesamtfahrzeit beträgt rund 1,5 bzw. 2 Stunden. Das Museum ist mit eigenem Parkplatz ausgestattet.
Öffnungszeiten (Saison 2026)
Das Écomusée ist saisonal geöffnet. In der Hauptsaison (Juli/August) öffnet es dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Im Frühjahr und Herbst freitags bis sonntags. Im Winter gibt es außerdem einen besonderen Weihnachts-Zeitraum (Dezember bis Anfang Januar). Aktuelle Öffnungszeiten immer auf der offiziellen Website ecomusee.alsace/de prüfen – das Museum veröffentlicht dort auch einen detaillierten Jahreskalender als PDF.
Eintrittspreise
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Erwachsene (ab 18 Jahre) | 16,50 € |
| Ermäßigt | 14,00 € |
| Kinder (4–17 Jahre) | 11,00 € |
| Kinder unter 4 Jahren | kostenlos |
| Familie (2 Erw. + 2 Kinder) | 50,00 € |
Tipp: Inhaber des Museums-Pass-Museen (grenzüberschreitend D/F/CH) erhalten ermäßigten oder freien Eintritt – ideal für alle, die regelmäßig Museen in der Dreiländerregion besuchen. Online-Tickets auf der Museumswebsite sind in der Hochsaison empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen zum Écomusée d’Alsace
- Wie lange sollte man für das Écomusée d’Alsace einplanen?
- Mindestens einen vollen Tag – das Gelände umfasst 97 Hektar mit über 80 Gebäuden. Wer alles in Ruhe erleben und mehrere Handwerkervorführungen verfolgen möchte, kann auch zwei Tage verbringen. Auf dem Gelände gibt es ein Hotel und Stellplätze für Wohnmobile.
- Wann hat das Écomusée d’Alsace geöffnet?
- Das Museum ist saisonal geöffnet: In der Hauptsaison (Juli/August) dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, im Frühjahr und Herbst freitags bis sonntags. Im Winter gibt es einen Weihnachts-Zeitraum (Dezember bis Anfang Januar). Aktuelle Zeiten finden Sie auf ecomusee.alsace/de.
- Was kostet der Eintritt?
- Erwachsene zahlen 16,50 €, Kinder von 4–17 Jahren 11 €, Kinder unter 4 Jahren sind gratis. Ein Familienticket (2 Erw. + 2 Kinder) kostet 50 €. Museums-Pass-Museen-Inhaber (D/F/CH) erhalten ermäßigten oder freien Eintritt.
- Wie kommt man vom Schwarzwald zum Écomusée d’Alsace?
- Von Freiburg im Breisgau sind es rund 70 Kilometer (ca. 55 Minuten) über die A5 Richtung Basel und die A36 Ausfahrt Ensisheim/Ungersheim – ideal als Tagesausflug aus Südbaden.
- Ist das Écomusée d’Alsace für Kinder geeignet?
- Ja, sehr. Kinder können bei Handwerkern mitmachen, Tiere berühren und das Gelände frei erkunden. Pferdekutschenfahrten, Bootstouren und Kinderaktivitäten machen es zu einem der besten Familienausflugszielen im Elsass.
Geheimtipp: Früh kommen lohnt sich
Wer früh kommt, hat gewonnen. Das Écomusée öffnet um 10 Uhr, und in den ersten zwei Stunden des Tages ist das Gelände noch angenehm leer. Genau dann ist die Atmosphäre am schönsten: weiches Morgenlicht zwischen den Fachwerkhäusern, Rinder und Störche noch in Bewegung – und keine Touristenmassen, die den Weg versperren. Besonders empfehlenswert: das Museum im April oder Mai besuchen, wenn die Störche ihren Nachwuchs im Nest haben und die vosgischen Rinder beim Almaufzug (Transhumanz, Ende Mai) auf die Sommerweide ziehen. Ein echtes Naturschauspiel – im Museumseintritt inbegriffen, und kaum ein Besucher weiß davon.