Burg Kronberg im Taunus – Geschichte & Besuchertipps

Burg Kronberg

Wer auf dem Burgberg von Kronberg steht und über die roten Dächer der Altstadt hinweg in das tiefe Grün des Taunus schaut, versteht sofort, warum hier schon vor 800 Jahren jemand eine Burg bauen wollte. Die Burg Kronberg ist kein steriles Freilichtmuseum und kein aufgehübschtes Touristenspektakel – sie ist eine lebendige mittelalterliche Anlage, die man tatsächlich erkunden, begreifen und spüren kann. Drei Burgenteile, ein 40 Meter hoher Bergfried, gotische Küchen, geheimnisvolle Türme und eine Geschichte, die von mittelalterlichen Rittergeschlechtern über Kaiserin Friedrich bis in die Gegenwart reicht.

Nur 20 Kilometer nordwestlich von Frankfurt am Main gelegen, ist die Burg Kronberg einer jener Orte, die man leicht übersieht – und die man, einmal besucht, so schnell nicht vergisst. Wer einen Kurzurlaub im Taunus plant oder einfach einen außergewöhnlichen Tagesausflug aus der Rhein-Main-Region sucht, liegt hier goldrichtig.

Geschichte der Burg Kronberg

Von der Raubritterburg zum Kaisergeschenk

Die Geschichte der Burg Kronberg beginnt im frühen 13. Jahrhundert. Um 1230 errichteten die Herren von Eschborn auf dem markanten Bergsporn über der heutigen Altstadt eine erste Burganlage – urkundlich erstmals 1230 als „Cronenburg" erwähnt. Die Burgherren nannten sich fortan Herren von Kronberg und entwickelten die Anlage zu einem mächtigen Dreiburgen-Komplex aus Oberburg, Mittelburg und Unterburg. Dabei entstand der heute noch erhaltene freistehende Bergfried – ein quadratischer Turm mit 8,5 mal 8,5 Metern Grundfläche und über 40 Metern Höhe, der bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist.

Im Laufe des Spätmittelalters gerieten die Herren von Kronberg zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Nach dem Ende der Kronberger Linie im Jahr 1704 fiel die Anlage an das Erzbistum Mainz und wechselte danach mehrfach die Besitzer. Der entscheidende Wendepunkt kam erst im Jahr 1892, als Kaiser Wilhelm II. die Burg seiner Mutter schenkte: Kaiserin Friedrich, Tochter der britischen Königin Victoria, die unweit der Burg ihr Schloss Friedrichshof errichtete. Unter ihrer Ägide wurde die verfallende Burg erstmals umfassend restauriert. Nach ihrem Tod 1901 wurde die Anlage 1912 als öffentliches Museum zugänglich gemacht – und ist es seitdem geblieben.

Der Prinzenturm, errichtet 1911 im Auftrag der Kaiserin-Familie, steht als jüngstes Bauteil der Anlage und bietet einen spektakulären Blick bis zur Burgruine Falkenstein. Im Jahr 2001/2002 wurde die Oberburg grundlegend saniert, 2008 folgte die vollständige Erneuerung der Museumsausstellung – mit einem neuen Konzept, das die Geschichte der Burg für alle Altersgruppen erlebbar macht.

Bild: © Burg Kronberg

Was gibt es in der Burg Kronberg zu erleben?

Wer die Burg Kronberg betritt, betritt drei Epochen auf einmal. Die Anlage gliedert sich in Ober-, Mittel- und Unterburg und lässt sich auf eigene Faust oder im Rahmen von geführten Touren erkunden. Was konkret erwartet:

  • Bergfried besteigen: Der rund 40 Meter hohe freistehende Turm kann erklommen werden – der Ausblick über Kronberg, den Taunus und an klaren Tagen bis nach Frankfurt ist den Aufstieg mehrfach wert.
  • Gotische Burgküche: Eine der besterhaltenen mittelalterlichen Küchen der Region mit offenem Kamin – authentisch restauriert und mit originalem Kochgeschirr aus dem 14. Jahrhundert.
  • Historische Rüstung: Ein vollständig rekonstruierter Ritterharnisch des Hartmuth VI. von Kronberg aus dem 14. Jahrhundert – man ahnt, wie unbequem mittelalterliches Kriegerdasein war.
  • Schlüsselsammlung: Schlüssel aller Epochen der Burgengeschichte, vom schweren gotischen Türschlüssel bis zum eleganten Barockschloss – kurios und faszinierend.
  • Pentagon-Turm mit Kunstinstallation: Der Fünfeckturm birgt die Holzstelen-Installation „Die Aufrechten" aus dem Jahr 2018 – ein moderner Kontrast zur mittelalterlichen Umgebung.
  • Wechselausstellungen: Regelmäßige Sonderausstellungen wie aktuell (2026) „Gottesfurcht und Hexenwahn" (bis November) und „Weibsbilder. Zart. Poetisch. Stark."
  • Burghof und Gärten: Im Burghof wächst der älteste urkundlich belegte Weißdorn Hessens – mehr dazu im Geheimtipp-Abschnitt unten.

Geführte Museumstouren durch die Innenräume finden von Mittwoch bis Samstag um 14 und 15 Uhr statt, an Sonn- und Feiertagen stündlich von 12 bis 15 Uhr. Dauer: etwa 60 Minuten. Die Führungen sind im Eintrittspreis inbegriffen – eine klare Empfehlung, denn ohne Führung bleiben viele Details und Geschichten verborgen.

Für Familien gilt: Kinder unter 6 Jahren dürfen aus Sicherheitsgründen nicht an den Innenführungen teilnehmen. Der weitläufige Außenbereich mit Burghof und Gärten ist jedoch frei zugänglich – und bietet für Kinder (und neugierige Erwachsene) genug zu entdecken, um sich die Zeit zu vertreiben, bis die Führung beginnt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Anreise

Alle wichtigen Fakten für Ihren Besuch in der Burg Kronberg im Überblick:

InformationDetails
AdresseSchlossstraße 10–12, 61476 Kronberg im Taunus
ÖffnungszeitenMi–Fr: 13–17 Uhr | Sa: 13–18 Uhr | So & Feiertage: 11–18 Uhr
RuhetageMontag und Dienstag geschlossen
Geführte TourenMi–Sa: 14 & 15 Uhr | So/Feiertage: stündlich 12–15 Uhr (ca. 60 Min.)
Eintritt Erwachsene (mit Führung)9 €
Eintritt Kinder (mit Führung)5 €
Familienkarte18 € (2 Erw. + bis zu 3 Kinder)
Außenbereich ohne Führung6 € Erw. | 3 € Kinder | 12 € Familie
Kinder unter 6 Jahrenkostenlos (nur Außenbereich)
ParkenKostenfrei in der Altstadt Kronberg
ÖPNVS-Bahn S4: Frankfurt Hbf → Kronberg (ca. 30 Min.) + 15 Min. Fußweg
BarrierefreiheitAufzug im Dienstturm; Fahrzeugzugang zum Mitteltor auf Anfrage
HundeNur im Außenbereich erlaubt

Tipp: Wer früh anreist, nutzt den Vormittag für einen Bummel durch die malerische Kronberger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und kleinen Cafés – die Burg öffnet Mi–Sa erst um 13 Uhr, sodass man sich den Morgen getrost für das Städtchen lassen kann.

Kronberg im Taunus – Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Kronberg im Taunus ist mehr als seine Burg – obwohl die Burg natürlich der unbestrittene Mittelpunkt des Städtchens ist. Das historische Kronberg gehört zu den wohlhabendsten Kommunen Deutschlands und versprüht dabei eine angenehm entspannte Atmosphäre: Galeriencafés, gepflegte Fachwerkhäuser, Boutiquen und ruhige Gässchen, die zur Flaniererei einladen. Der Spaziergang von der S-Bahn-Station durch die Altstadt hinauf zur Burg ist selbst schon ein kleines Erlebnis.

Wer einen vollen Tag einplant, wird in der Umgebung reichhaltig belohnt:

  • Opel-Zoo Kronberg: Nur wenige Kilometer entfernt, auf 27 Hektar mit über 1.700 Tieren – darunter die einzigen Elefanten Hessens. Ein Ausflugsziel für die ganze Familie.
  • Schloss Friedrichshof: Das neogotische Anwesen der Kaiserin Friedrich liegt fußläufig vom Stadtzentrum. Heute ein Luxushotel – der Schlosspark ist öffentlich zugänglich.
  • Römerkastell Saalburg: Das besterhaltene rekonstruierte Römerkastell Deutschlands, nur eine kurze Fahrt entfernt. Für Geschichtsinteressierte ein Pflichtprogramm.
  • Großer Feldberg (878 m): Höchster Gipfel des Taunus mit Aussichtsturm und zahlreichen Wanderwegen – an klaren Tagen mit Panorama bis zur Skyline Frankfurts.
  • Burgruine Königstein: Nur wenige Kilometer entfernt, eine der größten Burgruinen im Taunus – mit Freilichtbühne und Veranstaltungen im Sommer.
  • Bad Homburg vor der Höhe: Bekannte Kurstadt mit Kurpark, Kaiser-Wilhelm-Bad und Schloss – ideal als Ergänzung für einen Kurzurlaub.

Die gesamte Region lässt sich wunderbar mit einem Kurzurlaub in Hessen verbinden: Das Angebot an Wanderwegen, Thermenlandschaften und Kultursehenswürdigkeiten zwischen Taunus, Rhein-Main und Westerwald ist schlicht außergewöhnlich – und dabei überraschend unbekannt.

Bild: © Taunus Touristik Service e.V.

Geheimtipp: Der älteste Weißdorn Hessens wächst mitten auf der Burg

Im Burghof der Oberburg steht, unscheinbar zwischen Stein und Geschichte, ein ganz besonderer Zeitzeuge: der älteste urkundlich belegte Weißdorn Hessens. Kein Schild drängt die Aufmerksamkeit auf ihn, kein Audioguide erwähnt ihn gesondert – dabei ist dieser alte Baum älter als manches Geschichtsbuch, das über die Burg geschrieben wurde. Wer die Führung aufmerksam verfolgt oder beim Schlendern durch den Burghof genau hinschaut, entdeckt ihn: knorrig, kompakt, unbeeindruckt von Jahrhunderten und Touristen.

Im Frühling trägt er weiße Blüten, im Herbst leuchtend rote Früchte. Er ist das stille Gegenstück zum monumentalen Bergfried – und ein schöner Beweis dafür, dass auf der Burg Kronberg immer noch etwas zu entdecken ist, wenn man nur aufmerksam genug hinschaut. Wer ihn gefunden hat, darf sich zu den wirklichen Kennern der Burg zählen.

FAQ – Häufige Fragen zur Burg Kronberg

Wie kommt man zur Burg Kronberg?

Am einfachsten per S-Bahn: Die S4 verbindet Frankfurt Hauptbahnhof in rund 30 Minuten mit Kronberg im Taunus. Vom Bahnhof sind es dann etwa 15 Minuten Fußweg bergauf durch die historische Altstadt bis zur Burg. Wer mit dem Auto anreist, findet kostenlose Parkmöglichkeiten in der Kronberger Altstadt.

Was kostet der Eintritt in die Burg Kronberg?

Der Eintritt inklusive Führung kostet 9 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder und 18 Euro für eine Familienkarte (2 Erw. + bis zu 3 Kinder). Wer nur den Außenbereich erkunden möchte, zahlt 6 Euro.

Wann hat die Burg Kronberg geöffnet?

Mi–Fr: 13–17 Uhr | Sa: 13–18 Uhr | So & Feiertage: 11–18 Uhr. Montag und Dienstag ist die Burg geschlossen.

Ist die Burg Kronberg für Kinder geeignet?

Ja – der Außenbereich mit Burghof und Gärten ist für alle zugänglich. Geführte Innentouren sind aus Sicherheitsgründen erst ab 6 Jahren geeignet. Der Außenbereich bietet auch für Kleinere genug Entdeckungspotenzial.

Was gibt es rund um die Burg zu sehen?

In unmittelbarer Nähe: Opel-Zoo Kronberg, Schloss Friedrichshof, Burgruine Königstein, das Römerkastell Saalburg und der Große Feldberg (878 m). Die Region Taunus bietet ein nahezu unerschöpfliches Angebot an Wanderwegen, Thermen und weiteren Sehenswürdigkeiten.

Die Burg Kronberg ist ein Ausflugsziel, das hält, was sein mittelalterliches Äußeres verspricht – und dann noch ein wenig mehr. Der 40 Meter hohe Bergfried mit seinem Panoramablick, die gotische Küche, die faszinierende Kaisergeschichte und der uralte Weißdorn im Burghof machen jeden Besuch zu einem echten Erlebnis, das weit über den typischen Museumsrundgang hinausgeht. Wer die Region weiter erkunden möchte, dem sei ein Blick auf alle Reiseziele im Taunus empfohlen – die Gegend rund um Kronberg, Bad Homburg und den Feldberg gehört zu den schönsten und abwechslungsreichsten Kurzurlaubsregionen Deutschlands.

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