Belfort (Frankreich)
Historische Festungsstadt mit französischem Flair – Belfort entdecken
Was macht Belfort so einzigartig?
Belfort liegt an einem der faszinierendsten Knotenpunkte Europas: Genau dort, wo die Vogesen, der Schweizer Jura und der Schwarzwald aufeinandertreffen, öffnet sich die sogenannte Burgundische Pforte – und an dieser strategischen Engstelle steht seit Jahrhunderten Belfort. Die Hauptstadt des Territoires de Belfort ist kein Massentouristenziel, sondern ein Ort, der sich seinen Besuchern behutsam enthüllt: mit einer majestätischen Festungsanlage, einem steinernen Löwen, der ganze Schulklassen in Staunen versetzt, und einem Stadtleben, das authentisch geblieben ist.
Was Belfort so besonders macht, ist diese unwahrscheinliche Dichte an Geschichte, Natur und Kultur auf kleinstem Raum. Du kannst morgens durch die Altstadt spazieren, mittags die Festung erkunden und nachmittags schon in den Weinbergen des Elsass stehen. Die Stadt ist kompakt, aber niemals langweilig – und dank ihrer zentralen Lage auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen ideal.
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Die Zitadelle von Belfort: Vaubans Meisterwerk
Wer Belfort besucht, kommt an der Zitadelle nicht vorbei – und das ist auch gut so. Sebastien Le Prestre de Vauban, Militäringenieur unter Ludwig XIV. und wohl berühmtester Festungsbaumeister der Geschichte, verwandelte Belfort im späten 17. Jahrhundert in eine nahezu uneinnehmbare Wehranlage. Noch heute ist das Ergebnis beeindruckend: Mächtige Bastionen, Kasematten und verschachtelte Verteidigungslinien überziehen den Felsen über der Stadt, und der Blick von oben auf Belfort und die Ebene der Burgundischen Pforte lässt einen innehalten.
Die Zitadelle beherbergt heute das Musée d'Histoire, das die wechselvolle Geschichte Belforts von der frühmittelalterlichen Befestigung bis zum deutsch-französischen Krieg von 1870/71 erzählt. Drei Belagerungen hat die Festung überstanden – die letzte davon, bei der Oberst Denfert-Rochereau die Stadt 103 Tage lang gegen eine deutlich überlegene preußische Armee verteidigte, wurde zur nationalen Legende und inspirierte die Erschaffung des berühmten Löwen.
Der Aufstieg zur Zitadelle ist zu Fuß oder mit dem Auto möglich. Im Sommer öffnet die Festungsanlage täglich ihre Tore, und die nächtliche Beleuchtung der Mauern taucht den Löwen in ein geradezu dramatisches Licht. Wer Glück hat, erlebt auch eine der regelmäßigen Kostümführungen – dann erwacht Vaubans Erbe buchstäblich zum Leben.
Bild: Belfort – Löwe und Zitadelle © CRT Franche Comté
Der Löwe von Belfort: Symbol des Widerstands
Wer kennt Frédéric Auguste Bartholdi? Die meisten würden sofort sagen: der Schöpfer der Freiheitsstatue in New York. Was viele nicht wissen: Sein vielleicht emotionaleres Werk steht direkt unterhalb der Belforter Zitadelle. Der Löwe von Belfort, geschaffen zwischen 1875 und 1880 aus dem roten Sandstein der Vogesen, ist ein Monument, das buchstäblich atmet. Stolze 22 Meter lang und 11 Meter hoch liegt das Tier halb ruhend, halb lauert es – und wer davor steht, versteht sofort, warum er das Symbol Belforts wurde.
Bartholdi schuf den Löwen als Hommage an die Verteidiger der Stadt im Krieg von 1870/71. Als Preußen nach der Niederlage Frankreichs das Elsass annektierten, blieb Belfort als einzige Stadt der Region bei Frankreich – eben wegen des legendären Widerstands. Heute ist der Löwe nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Thema: Im Stadtbild taucht er überall auf, von Logos bis zu Bierflaschen.
Besonders sehenswert ist der Löwe in den Abendstunden, wenn die Beleuchtung ihn in warmes Licht taucht und er über der Stadt zu wachen scheint. Wer mag, findet direkt daneben auch eine kleine Miniaturversion – ein Geschenk Bartholdis an die Stadt, die zum Vergleich einlädt.
Bild: Belfort – Löwe mit Besuchern © CRT Franche-Comté, Laurent CHEVIET
Sehenswürdigkeiten in Belfort auf einen Blick
Belfort steckt voller Entdeckungen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
| Sehenswürdigkeit | Highlights | Tipp |
|---|---|---|
| Zitadelle & Fort Vauban | Festungsanlage aus dem 17. Jh., spektakuläre Aussicht | Frühmorgens besuchen für ruhige Atmosphäre |
| Löwe von Belfort | 22 m × 11 m Sandstein-Skulptur von Bartholdi | Abends bei Beleuchtung fotografieren |
| Musée d'Histoire | Geschichte Belforts von der Antike bis heute | Gute Einführung vor dem Festungsbesuch |
| Musée des Beaux-Arts | Werke von Rodin, Courbet, Dürer | Für Kunstliebhaber ein Muss |
| Altstadt (Vieille Ville) | Bunte Gassen, Brunnen, Kirche Saint-Christophe | Place de la Grande Fontaine für Café-Pause |
| Grand Étang de Malsaucy | Stausee südwestlich der Stadt, Natur & Baden | Im Sommer Veranstaltungsgelände der Eurockéennes |
- Die meisten Museen haben montags geschlossen – Besuch am Dienstag bis Sonntag einplanen
- Eine Kombikarte für Zitadelle und Museen ist an der Kasse erhältlich
- Mit dem Citéliner-Bus kommt man günstig durch die Stadt
Belfort erleben: Feste, Natur und Kulinarik
Im Sommer wird Belfort zur Bühne: Die Eurockéennes de Belfort, eines der ältesten und renommiertesten Rockmusikfestivals Frankreichs, verwandeln jedes Jahr im Juli das Gelände des Grand Étang de Malsaucy in ein pulsierendes Freiluftkonzert. Internationale Headliner stehen neben aufstrebenden Bands – wer einen Platz bekommt, erlebt ein Wochenende, das man so schnell nicht vergisst.
Jenseits des Festivals bietet die Natur rund um Belfort reichlich Programm. Wanderer können auf dem GR5 und dem GR59 direkt ab Stadtrand in die Vogesen starten. Radsportbegeisterte finden hier hervorragende Routen entlang der Burgundischen Pforte und hinauf in die Höhen des Elsass. Der nahe gelegene Elsässer Belchen (Grand Ballon) mit seinen 1.424 Metern bietet atemberaubende Panoramen bis zu den Alpen.
Kulinarisch profitiert Belfort von seiner einzigartigen Dreiländer-Lage: Auf den Märkten und in den Bistros treffen Elsässer Flammkuchen und Riesling auf lothringische Quiche und Munster-Käse sowie die herzhaften Spezialitäten der Franche-Comté. Comté-Käse, Morteau-Wurst und die fruchtigen Vins du Jura ergänzen die Speisekarten. Dazu: das lokale Löwenbräu, ein helles Lagerbier, das in Belfort schon fast zur Pflichtverkostung gehört.
Im Winter lohnt sich Belfort als Tagesausflug nach Mulhouse (30 Minuten), Basel (40 Minuten) oder zu den Weihnachtsmärkten im Elsass – Colmar ist für seinen märchenhaften Marché de Noël weltberühmt und keine Stunde entfernt.
Bild: Belfort – Stadtplatz © CRT Franche-Comté, Maxime COQUARD & Elisa DETREZ @Bestjobers
FAQ: Häufige Fragen zu Belfort
Wie kommt man am besten nach Belfort?
Belfort liegt an der Autobahn A36 (Lyon–Mulhouse) und ist mit dem TGV ab Paris in ca. 2,5 Stunden erreichbar. Vom Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg sind es rund 40 Minuten mit dem Auto. Wer mit dem Zug anreist, profitiert vom TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard.
Wann ist die beste Reisezeit für Belfort?
Belfort lässt sich das ganze Jahr besuchen. Besonders attraktiv ist die Stadt im Frühling (April/Mai) mit blühenden Landschaften und milden Temperaturen sowie im Sommer (Juli) während der Eurockéennes. Herbst und Winter punkten mit weniger Touristen und dem nahen Elsässer Weihnachtsmarkterlebnis in Colmar oder Straßburg.
Wie lange sollte man für Belfort einplanen?
Für die Stadt selbst reichen 1–2 Tage gut aus: ein Tag für Zitadelle, Löwe und Altstadt, ein zweiter für die Museen und die nähere Umgebung. Wer Belfort als Basis für Ausflüge ins Elsass, in die Franche-Comté oder in die Nordwestschweiz nutzt, plant am besten 3–5 Tage ein.
Was hat Bartholdi mit Belfort zu tun?
Frédéric Auguste Bartholdi, Bildhauer aus Colmar, schuf neben der New Yorker Freiheitsstatue auch den berühmten Löwen von Belfort. Das Sandsteinmonument direkt unterhalb der Zitadelle entstand zwischen 1875 und 1880 als Hommage an die Verteidiger Belforts im Krieg von 1870/71. In Colmar, nur eine Stunde entfernt, ist sein Geburtshaus heute ein Museum.
Was kann man von Belfort aus unternehmen?
Belfort ist ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge: Colmar (45 min), Mulhouse (30 min), Basel (40 min), Straßburg (1 h), der Grand Ballon (Elsässer Belchen, 1,5 h) und Besançon in der Franche-Comté (1 h) sind alle gut erreichbar. Auch Wanderungen und Radtouren in die nahen Vogesen starten direkt ab Stadtrand.
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Geheimtipp: Das Süppelé-Tal
Die meisten Belfort-Besucher kennen das Süppelé-Tal nicht – und das ist vielleicht sein größter Vorzug. Dieses kleine Tal südöstlich der Stadt, wo sich der Fluss Savoureuse durch bewaldete Hügel schlängelt, ist ein echtes Refugium für alle, die nach dem Museumsbesuch Stille suchen. Mehrere Wanderwege führen durch die Natur, vorbei an kleinen Weihern und alten Mühlen. Im Frühling blühen hier Wildorchideen, im Herbst leuchtet das Blattwerk in warmen Rot- und Goldtönen. Für Ortskundige ist das Tal schon lange ein Lieblingsort – für Reisende eine seltene Gelegenheit, ein echtes Stück unberührter Natur direkt vor den Toren einer Festungsstadt zu erleben.