Bad Kleinkirchheim
Bad Kleinkirchheim ist eine Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten, eingebettet in die sanften Erhebungen der Gurktaler Alpen. Der Ort verbindet auf einzigartige Weise alpine Ursprünglichkeit mit modernem Thermentourismus – und das in einer Landschaft, die zu jeder Jahreszeit begeistert. Im Winter locken weitläufige Skipisten und märchenhafte Schneelandschaften, im Sommer verwandelt sich die Region in ein Paradies für Wanderer, Biker und Naturliebhaber. Wer sich dabei eine Auszeit gönnen möchte, findet in den beiden Thermen des Ortes beste Erholung.
Die Geschichte von Bad Kleinkirchheim
Die Geschichte Bad Kleinkirchheims reicht weit zurück. Der Sage nach soll der erste Kurgast bereits im 11. Jahrhundert die heilenden Wasser entdeckt haben. Urkundlich belegt ist die erste Nutzung der Heilwässer aus dem 17. Jahrhundert, als die ersten Badegäste den beschwerlichen Weg in das Gebirgstal auf sich nahmen.
Jahrhundertelang blieb Bad Kleinkirchheim ein kleines Bauerndorf, geprägt von Landwirtschaft und Viehzucht. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte ein tiefgreifender Wandel ein: Die Gemeinde erkannte ihr touristisches Potenzial und baute konsequent die Infrastruktur aus. Heute zählt Bad Kleinkirchheim zu den zwanzig meistbesuchten Fremdenverkehrsorten Österreichs – eine bemerkenswerte Entwicklung für einen Ort, der noch vor wenigen Generationen hauptsächlich Bauernhöfe und Kirchengebäude kannte.
Zeugnis dieser langen Geschichte sind die sakralen Bauwerke des Ortes: Die Pfarrkirche St. Ulrich, vermutlich um die Jahrtausendwende erbaut und 1166 erstmals urkundlich erwähnt, ist das älteste Sakralgebäude Bad Kleinkirchheims. Nach einem Blitzeinschlag 1710 wurde sie im barocken Stil wiederaufgebaut. Die spätgotische Wallfahrtskirche St. Kathrein wurde um 1492 über der namensgebenden Heilquelle erbaut – eine Verbindung von Glaube und heilenden Wässern, die tief im Ort verwurzelt ist. Als dritte Kirche ist St. Oswald zu nennen, um 1510 erbaut und mit erhaltenen Fresken aus dem Jahr 1514.
Was macht Bad Kleinkirchheim als Wellness-Destination so besonders?
Die Antwort liegt in einer Kombination, die es so kaum ein zweites Mal gibt: natürliche Thermalquellen, deren Heilwasser direkt aus dem Gebirge sprudelt, gepaart mit einer intakten Berglandschaft auf über 1.000 Metern Höhe. Das Thermal- und Mineralwasser Bad Kleinkirchheims ist schwefelfrei und reich an wertvollen Mineralien – ideal für Entspannung, Rehabilitation und Prävention. Dazu kommt die frische Bergluft, die den Aufenthalt zu einem ganzheitlichen Erlebnis macht. Nicht umsonst trägt der Ort das Prädikat eines anerkannten Heilbads und Luftkurorts.
Therme und Wellness in Bad Kleinkirchheim
St. Kathrein Therme – Wärme direkt an der Heilquelle
Die St. Kathrein Therme liegt direkt neben der gleichnamigen spätgotischen Wallfahrtskirche – einem Ort, an dem Geschichte und Gegenwart sich berühren. Das Thermalwasser fließt hier mit einer natürlichen Temperatur von rund 29 Grad aus der Quelle und wird für die Becken auf Wohlfühltemperaturen aufgeheizt. Die Therme bietet Innen- und Außenbecken, eine Saunalandschaft sowie verschiedene Anwendungen und Massagen. Besonders schön ist das Außenbecken mit Blick auf die umliegenden Berge.
Römer Bad – historisches Erbe und moderne Erholung
Das Römer Bad ist die ältere der beiden Thermen und liegt im Ortszentrum Bad Kleinkirchheims. Der Name verweist auf die Überlieferung, dass bereits die Römer die heilenden Quellen dieser Region kannten. Die Therme verfügt über ein großes Außenbecken mit Panoramablick auf die Kärntner Bergwelt sowie vielfältige Wellness- und Entspannungsangebote. Besonders im Winter, wenn Schnee auf den Gipfeln liegt und das warme Thermalwasser dampft, entsteht hier eine einzigartige Atmosphäre.
- Wassertemperatur: Außenbecken ca. 34–36 °C, Innenbereich je nach Becken
- Angebote: Thermal-Schwimmen, Saunalandschaft, Massagen, Kosmetik-Treatments
- Tipp: Kombinationstickets für beide Thermen sind erhältlich
Skigebiet Bad Kleinkirchheim: Pisten für jeden Geschmack
Im Winter verwandelt sich Bad Kleinkirchheim in ein lebendiges Skigebiet, das mit anspruchsvollen Abfahrten und einem soliden Angebot für alle Könnerstufen punktet. Das Skigebiet liegt auf einer Höhe zwischen 1.070 und 2.055 Metern und bietet damit eine gute Schneesicherheit bis weit in den Frühling hinein. Internationale Bekanntheit erlangte das Gebiet durch den Ski-Weltcup, der regelmäßig hier ausgetragen wurde.
Fakten zum Skigebiet Bad Kleinkirchheim
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Höhenlage | 1.070 – 2.055 m |
| Pistenkilometer | ca. 103 km |
| Blaue Pisten | 24 |
| Rote Pisten | 13 |
| Schwarze Pisten | 5 |
| Lifte und Bahnen | 25 Anlagen |
| Snowpark | 1 (NockSky Park) |
Neben dem klassischen Alpinskifahren bietet Bad Kleinkirchheim ein umfangreiches Netz an Langlaufloipen sowie Winterwanderwege, die auch Nicht-Skifahrer in die Bergwelt einladen. Für Familien gibt es spezielle Kinderbereiche und Skikurse direkt im Skigebiet.
Wandern und Outdoor in den Nockbergen
Im Sommer gehört Bad Kleinkirchheim zu den beliebtesten Ausgangspunkten für Wanderungen im Biosphärenpark Nockberge – einem der wenigen UNESCO-Biosphärenparks in Österreich. Die sanften, rundlichen Bergformen der Nockberge bieten ideale Bedingungen für Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade.
- Nockalmweg: Ein 35 km langer Weitwanderweg, der die Nockberge in ganzer Breite erschließt – mehrtägig wanderbar mit Hüttenübernachtungen
- NockBike: Rund 600 km ausgeschilderte Mountainbike-Routen durch die Nockberge, für alle Leistungsstufen geeignet
- Thermen-Wanderweg: Ein familienfreundlicher Weg, der die beiden Thermen des Ortes miteinander verbindet
- Klettersteige: Mehrere gesicherte Klettersteige in der näheren Umgebung für Abenteuerlüstige
Wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, findet im NockBike-Netz ein ausgedehntes Streckennetz vor. Die Bergbahnen des Skigebiets werden im Sommer als Bike-Transporte eingesetzt, was Touren mit langen Abfahrten möglich macht – und den Aufstieg erspart.
Sehenswürdigkeiten und Ausflüge rund um Bad Kleinkirchheim
Neben Therme und Skipisten hat Bad Kleinkirchheim einiges zu entdecken – vor allem für alle, die an Geschichte und Kultur interessiert sind.
Kirchengebäude und historische Bauwerke
- Pfarrkirche St. Ulrich: Das älteste Sakralgebäude des Ortes, erstmals 1166 erwähnt, nach einem Blitzschlag 1710 im Barockstil neu erbaut
- Wallfahrtskirche St. Kathrein: Spätgotische Kirche über der Heilquelle, erbaut um 1492 – eine der stimmungsvollsten Wallfahrtskirchen Kärntens
- Kirche St. Oswald: Um 1510 im spätgotischen Stil erbaut, mit erhaltenen Fresken aus dem Jahr 1514
- Egarter Hof in St. Oswald: Sehenswerte Bauernhofarchitektur mit traditionellem Getreidekasten (kärntnerisch „Troadkåstn")
Natur und Umgebung
Wer einen Tagesausflug unternehmen möchte, findet rund um Bad Kleinkirchheim vielfältige Ziele: Der Millstätter See liegt nur rund 20 Kilometer entfernt und lädt im Sommer zum Baden ein. Die Nockalmstraße, eine der schönsten Panoramastraßen Österreichs, führt durch den Biosphärenpark Nockberge und bietet atemberaubende Ausblicke auf die weite Almlandschaft.
Häufig gestellte Fragen zu Bad Kleinkirchheim
Wann ist die beste Reisezeit? Das ganze Jahr – im Winter für Skifahrer (Dezember bis März), im Sommer für Wanderer und Wellnessgäste (Juni bis September).
Welche Thermen gibt es? Das Römer Bad im Ortszentrum und die St. Kathrein Therme bei der Wallfahrtskirche. Beide mit eigenem Thermalwasser.
Wie komme ich nach Bad Kleinkirchheim? Mit dem Auto über die A10 bis Spittal/Drau, dann die B88. Mit dem Zug bis Spittal-Millstätter See, dann weiter mit dem Bus.
Ist Bad Kleinkirchheim für Familien geeignet? Sehr. Kinderpisten, Skikurse, Thermenspäße und familienfreundliche Wanderwege machen den Ort ideal für Reisen mit Kindern.
Geheimtipp: Der Nockalmweg
Wer das echte Bad Kleinkirchheim abseits der gut besuchten Wege erleben möchte, sollte den Nockalmweg als Mehrtageswanderung einplanen. Dieser 35 km lange Weitwanderweg führt durch den Kern des Biosphärenparks Nockberge und verbindet mehrere Almen, die noch aktiv bewirtschaftet werden. Auf dem Weg begegnet man kaum anderen Touristen – dafür umso mehr dem ursprünglichen Kärntner Almenleben. Mit frischer Buttermilch direkt von der Sennerin und Ausblicken, die sich hinter keinem bekannteren Alpenpfad verstecken müssen.