Anne Frank Haus Amsterdam
Anne Frank Haus Amsterdam - Geschichte hautnah erleben
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Es gibt Orte, die man nicht einfach abhakt und weiterzieht. Das Anne Frank Haus am Prinsengracht 263 in Amsterdam ist einer dieser Orte. Hier – in einem unscheinbaren Hinterhaus mitten im Jordaan-Viertel – versteckte sich die Familie Frank gemeinsam mit vier weiteren Menschen 25 Monate lang vor den nationalsozialistischen Verfolgern. Heute zählt das Gedenkhaus zu den erschütterndsten und wichtigsten historischen Stätten Europas. Wer Amsterdam besucht, kommt an diesem Ort nicht vorbei – und sollte es auch nicht.
Plane deinen Besuch am besten mit einem kleinen Amsterdam-Aufenthalt: Unsere Reiseangebote nach Amsterdam bieten dir die ideale Basis für einen unvergesslichen Aufenthalt in der niederländischen Hauptstadt.
Geschichte und Bedeutung des Anne Frank Hauses
Das Gebäude am Prinsengracht war ursprünglich ein Gewerbebetrieb. Otto Frank, der Vater von Anne, betrieb dort eine Firma – Opekta, die Pektine für die Marmeladeherstellung verkaufte. Als die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung unter dem nationalsozialistischen Regime immer bedrohlicher wurde, ließ er das Hinterhaus heimlich herrichten. Am 6. Juli 1942 tauchten die Franks dort unter. Anne war gerade 13 Jahre alt.
Zwei Jahre lang lebten acht Menschen auf engstem Raum. Tagsüber herrschte absolute Stille, damit die Angestellten im vorderen Teil des Hauses nichts merkten. Anne Frank schrieb in dieser Zeit ihr Tagebuch – zunächst für sich, später in der Hoffnung, es nach dem Krieg veröffentlichen zu können. Sie sollte es nie selbst tun. Am 4. August 1944 wurden die Untergetauchten entdeckt und deportiert. Anne starb im Februar oder März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, nur wenige Wochen vor der Befreiung.
Ihr Vater Otto Frank überlebte als Einziger der acht Untergetauchten und sorgte dafür, dass Annes Tagebuch veröffentlicht wurde. Heute ist es in über 70 Sprachen übersetzt und gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt – ein mahnendes Zeugnis einer Zeit, die nicht vergessen werden darf.
| Fakt | Information |
|---|---|
| Adresse | Prinsengracht 263, 1016 GV Amsterdam |
| Versteckzeitraum | 6. Juli 1942 – 4. August 1944 |
| Untergetauchte Personen | 8 Personen (Familie Frank + 4 weitere) |
| Alter von Anne bei Untertauchen | 13 Jahre |
| Eröffnung als Gedenkstätte | 1960 |
| Besucher pro Jahr | ca. 1,2 Millionen |
| Übersetzungen des Tagebuchs | über 70 Sprachen |
Bild: © NBTC – Netherlands Board of Tourism & Conventions
Was erwartet dich im Anne Frank Haus?
Der Besuch des Anne Frank Hauses ist kein normaler Museumsbesuch. Er ist ein Gang durch die Geschichte – still, bewegend und auf eine Art, die einen nicht so schnell loslässt. Das Haus ist authentisch erhalten: Die Drehbücherregale, hinter denen sich der Eingang zum Hinterhaus verbirgt, die engen Treppen, die kleinen Zimmer, in denen acht Menschen zwei Jahre lang lebten. An den Wänden von Annes Zimmer hängen noch immer die Bilder, die sie dort selbst aufgehängt hatte – Filmstars, Postkarten, Bilder der niederländischen Königsfamilie.
Die Ausstellung führt chronologisch durch die Geschichte der Familie Frank, des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Originaldokumente, persönliche Gegenstände und Filmsequenzen ergänzen das Erlebnis und geben den historischen Fakten ein menschliches Gesicht. Das Originaltagebuch von Anne Frank ist ebenfalls Teil der Ausstellung – ein Anblick, der viele Besucher zu Tränen rührt.
- Das Drehbücherregal: Das berühmte Versteck des Eingangs zum Hinterhaus – täuschend echt und gleichzeitig beklemmend
- Annes Zimmer: Mit den eigenhändig aufgeklebten Bildern an der Wand – ein intimer Moment aus dem Leben eines Mädchens
- Das Originaltagebuch: In einer Vitrine ausgestellt – eine stille, wuchtige Begegnung mit der Geschichte
- Wechselausstellungen: Zu aktuellen Themen wie Diskriminierung, Populismus und Menschenrechten
- Interaktive Stationen: Für ein vertieftes Verständnis der historischen Zusammenhänge und persönlichen Schicksale
Plane mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein – nicht wegen der Größe des Hauses, sondern weil du die Zeit brauchst, um wirklich anzukommen und alles auf dich wirken zu lassen. Das Anne Frank Haus ist kein Ort, an dem man durchhetzt. Viele Besucher sitzen danach einfach einen Moment draußen an der Gracht.
Tickets, Öffnungszeiten und Anreise
Der wichtigste Tipp vorab: Tickets ausschließlich online buchen! Das Anne Frank Haus ist eines der meistbesuchten Museen der Niederlande. Spontantickets an der Kasse gibt es in der Regel nicht mehr – wer ohne Reservierung anreist, riskiert, vor verschlossener Tür zu stehen. In der Hochsaison empfiehlt sich eine Buchung mehrere Wochen im Voraus.
- Tickets: Nur über annefrank.org erhältlich – Vorabkauf dringend empfohlen
- Öffnungszeiten: Täglich geöffnet (außer Jom Kippur und einigen wenigen Feiertagen); aktuelle Zeiten bitte auf der offiziellen Website prüfen
- Eintrittspreise: Erwachsene ca. 16 Euro, Kinder unter 10 Jahren kostenfrei, Jugendliche (10–17 Jahre) ermäßigt
- Mit der Tram: Linie 13 oder 17 bis Haltestelle Westermarkt, dann ca. 3 Minuten Fußweg
- Mit dem Fahrrad: Amsterdam ist Fahrradstadt – Abstellmöglichkeiten direkt vor dem Museum vorhanden
- Barrierefreiheit: Das Museum ist weitgehend zugänglich; das historische Hinterhaus kann aufgrund enger Originaltreppen eingeschränkt begehbar sein
Ein kleiner Hinweis für Familien: Das Museum empfiehlt den Besuch ab etwa 10 Jahren. Die Geschichte ist schwere Kost – und das ist gut so. Für Schulklassen gibt es gesonderte pädagogische Programme, die man vorab anfragen kann.
Bild: © NBTC – Netherlands Board of Tourism & Conventions
Das Jordaan – Schlendern, staunen, entdecken
Das Anne Frank Haus liegt im Jordaan, einem der charaktervollsten und schönsten Viertel Amsterdams. Was einst ein bescheidenes Arbeiterviertel war, ist heute ein Labyrinth aus verwinkelten Gässchen, malerischen Grachten, kleinen Cafés und unabhängigen Boutiquen. Hier kann man stundenlang schlendern, ohne ein bestimmtes Ziel zu brauchen – und genau das sollte man auch tun.
Die Westerkerk direkt neben dem Anne Frank Haus ist kaum zu übersehen. Ihr Turm, der Westertoren, ist mit 85 Metern der höchste Kirchturm Amsterdams. An klaren Tagen lohnt sich der Aufstieg unbedingt: Der Ausblick über die Grachten und die Ziegeldächer der Stadt ist schlicht atemberaubend. Übrigens: Rembrandt van Rijn wurde irgendwo in der Westerkerk begraben – der genaue Ort ist bis heute unbekannt. Das passt irgendwie zu Amsterdam.
Wer nach dem Museumsbesuch noch Energie hat, sollte durch die Negen Straatjes (die "Neun Gässchen") bummeln – ein feines Boutiquenviertel mit Vintage-Shops, Käseläden, Kaffeebars und Delikatessenläden zwischen den Hauptgrachten. Für Kunstliebhaber sind das Rijksmuseum und das Van-Gogh-Museum gut zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Mehr Inspiration zu Reisezielen in den Niederlanden findest du bei uns.
Bild: © NBTC – Netherlands Board of Tourism & Conventions
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Häufige Fragen zum Anne Frank Haus
Muss ich Tickets vorab buchen?
Ja – und zwar so früh wie möglich. Tickets sind ausschließlich online über die offizielle Website des Museums erhältlich. In der Hochsaison (Sommer, Schulferien, Feiertage) sind Eintrittskarten teilweise Wochen im Voraus ausgebucht. Wer spontan vor dem Haus steht, kommt meistens nicht rein.
Wie lange dauert ein Besuch?
Plane 1,5 bis 2 Stunden ein – und lass dir so viel Zeit, wie du brauchst. Das Haus ist nicht groß, aber der Besuch ist intensiv. Viele Menschen sitzen danach einfach kurz draußen an der Gracht und lassen den Moment sacken. Das gehört dazu.
Ab welchem Alter ist das Museum geeignet?
Das Museum empfiehlt den Besuch ab 10 Jahren. Die Geschichte ist schwere Kost – und das ist gut so. Für Schulgruppen gibt es gesonderte Bildungsprogramme. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt.
Wie komme ich am besten hin?
Mit der Tram Linie 13 oder 17 bis zur Haltestelle Westermarkt, dann ca. 3 Minuten zu Fuß. Per Fahrrad geht es natürlich auch – Amsterdam ist Fahrradstadt, und direkt vor dem Museum gibt es Abstellmöglichkeiten. Mit dem Auto: lieber lassen.
Geheimtipp: Der frühe Vogel fängt die Stille
Wer das Anne Frank Haus in einem ruhigen Moment erleben möchte, bucht die ersten Einlasszeiten direkt bei Öffnung. Früh morgens ist die Stimmung im Haus noch eine andere – konzentrierter, stiller, eindringlicher. Und danach kann man in aller Ruhe durch das noch schlafende Jordaan spazieren, sich an einem der kleinen Cafés einen Kaffee holen und die Grachten im Morgenlicht auf sich wirken lassen. Amsterdam auf diese Art – das vergisst man so schnell nicht.
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Bild: © NBTC – Netherlands Board of Tourism & Conventions