Bloemenmarkt Amsterdam
Bloemenmarkt Amsterdam - Der schwimmende Blumenmarkt
Stell dir vor, du biegst um eine Ecke in Amsterdam – und plötzlich liegt er vor dir: der Bloemenmarkt. Ein Meer aus Tulpen, Hyazinthen und bunten Blumenzwiebeln, auf schwimmenden Plattformen entlang des Singel-Kanals. Das ist kein Filmset, das ist echter Amsterdamer Alltag. Der Bloemenmarkt ist der einzige permanente schwimmende Blumenmarkt der Welt und seit 1862 eine feste Institution in der niederländischen Hauptstadt. Wer Amsterdam besucht, kommt an ihm kaum vorbei – und das ist auch gut so.
Doch was steckt hinter dem farbenfrohen Treiben am Singel? Was lohnt sich zu kaufen, was ist überteuerte Touristenfalle? Und wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch? Hier findest du alles, was du wissen musst.
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Bloemenmarkt auf einen Blick
| Standort | Singel (zwischen Koningsplein und Muntplein), Amsterdam |
| Gegründet | 1862 |
| Öffnungszeiten Mo–Sa | 9:00 – 17:30 Uhr |
| Öffnungszeiten So | 11:30 – 17:30 Uhr |
| Eintritt | Kostenlos |
| Anzahl Pavillons | Ca. 15 |
| Besonderheit | Einziger permanenter schwimmender Blumenmarkt der Welt |
| Anreise ÖPNV | Straßenbahn 1, 2 oder 5 bis „Koningsplein" |
| Beste Reisezeit | März bis Mai (Tulpenblüte) |
Geschichte des Bloemenmarkts
Die Geschichte des Bloemenmarkts ist so verschlungen wie die Amsterdamer Grachten selbst. Alles begann im Jahr 1862, als Blumenzüchter aus dem Umland begannen, ihre Waren täglich per Boot in die Stadt zu bringen und direkt vom Wasser aus an Amsterdamer Bürgerinnen und Bürger zu verkaufen. Praktisch, platzsparend – und irgendwie auch sehr niederländisch.
Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Kähne durch dauerhaft vertäute Pontons ersetzt, auf denen feste Verkaufspavillons entstanden. Heute schaukeln etwa 15 solcher Pavillons sanft auf dem Singel-Kanal. Was sich verändert hat: die Kundschaft. Während früher vor allem Amsterdamer Haushalte hier ihre Frühlingsbepflanzung kauften, ist der Markt heute deutlich touristisch geprägt – was ihn nicht weniger sehenswert macht.
Historisch ist der Bloemenmarkt Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Grachtengürtel von Amsterdam, einem der am besten erhaltenen historischen Stadtlandschaften Europas. Der Singel-Kanal, an dem er liegt, war einst die mittelalterliche Stadtgrenze Amsterdams.
Wer tiefer in die Blumengeschichte der Niederlande eintauchen will, kommt um die berühmte Tulpenmanie nicht herum: Zwischen 1634 und 1637 stiegen die Preise für seltene Tulpenzwiebeln ins Irrsinnige – einzelne Exemplare kosteten so viel wie ein Haus. Im Februar 1637 platzte die Blase abrupt, als in Haarlem keine Käufer mehr auftauchten. Eine der ersten dokumentierten Spekulationskrisen der Geschichte. Die Niederlande zogen daraus ihre Lehren und wurden stattdessen zur führenden Blumennation der Welt: Heute stammen rund 48 Prozent aller weltweit gehandelten Schnittblumen aus niederländischer Produktion.
Die Tulpe selbst ist übrigens kein niederländisches Gewächs – ihre Wurzeln liegen in Zentralasien und der Türkei. Im 16. Jahrhundert gelangte sie über Konstantinopel nach Europa. Der flämische Botaniker Carolus Clusius kultivierte sie ab 1593 systematisch in Leiden – und legte damit den Grundstein für einen Wirtschaftszweig, der bis heute Milliarden umsetzt.
Bild: © NBTC (Netherlands Board of Tourism & Conventions)
Was gibt es am Bloemenmarkt zu kaufen?
Der Bloemenmarkt ist mehr als ein Blumenstand auf dem Wasser. Auf rund 200 Metern Länge reihen sich etwa 15 Pavillons verschiedener Händler – mit einem erstaunlich breiten Sortiment:
- Tulpenzwiebeln (verpackt): Das meistgekaufte Mitbringsel. Für EU-Bürger problemlos mit nach Deutschland zu nehmen. Tipp: Nur feste, nicht schrumpelige Zwiebeln kaufen – die Qualität variiert deutlich zwischen den Ständen.
- Schnittblumen & Topfpflanzen: Rosen, Orchideen, Lilien, Amaryllis – besonders reichhaltig im Frühling.
- Holztulpen: Als haltbares Souvenir machen sie sich erstaunlich gut – und welken nie.
- Delfter Blaukeramik: Das klassische niederländische Porzellan. Qualitätsunterschiede sind groß – wer echte Handarbeit sucht, achtet auf das „Handpainted in Delft"-Siegel.
- Blumensamen & Saatgutmischungen: Für Hobbygärtner eine nette Ergänzung.
- Souvenirs: Miniaturwindmühlen, Magnete, Postkarten – das volle niederländische Programm.
Unser Tipp: Preise kurz vergleichen, bevor ihr kauft – die Stände variieren teils erheblich. Wer gezielte Gartenkäufe plant, ist im Keukenhof bei Lisse oder in einem lokalen Gartencenter besser aufgehoben.
| Kategorie | Typischer Preisrahmen | Qualitätsempfehlung |
|---|---|---|
| Tulpenzwiebeln (10 Stück) | 3 – 8 € | Auf feste, unbeschädigte Ware achten |
| Schnittblumen (Strauß) | 5 – 15 € | Gut, frisch und direkt verfügbar |
| Holztulpen | 5 – 20 € | Schöne Qualitätsvarianten vorhanden |
| Delfter Keramik | ab 8 € | Auf „Handpainted in Delft"-Siegel achten |
Öffnungszeiten, Anreise & praktische Tipps
Öffnungszeiten & Adresse
| Montag – Samstag | 9:00 – 17:30 Uhr |
| Sonntag | 11:30 – 17:30 Uhr |
| Eintritt | Kostenlos |
| Adresse | Singel, 1012 WP Amsterdam (zwischen Koningsplein und Muntplein) |
Anreise nach Amsterdam aus Deutschland
| Verkehrsmittel | Von | Reisezeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Zug (ICE/IC) | Köln | ca. 2,5 Std. | Direktverbindung, sehr komfortabel |
| Zug | Frankfurt | ca. 4 Std. | Direktverbindung ICE |
| Zug | Hamburg / Berlin | ca. 5–6 Std. | Direktverbindungen mehrmals täglich |
| Flugzeug | Alle großen deutschen Airports | ca. 1–1,5 Std. | Schiphol → Centraal per Zug in 15 Min. |
| Fernbus | Viele deutsche Städte | 6–12 Std. | Günstigste Option, aber zeitintensiv |
Vom Hauptbahnhof zum Bloemenmarkt
Straßenbahn 1, 2 oder 5 ab Amsterdam Centraal bis „Koningsplein" – ca. 10 Minuten Fahrtzeit. Alternativ zu Fuß in ca. 20 Minuten durch die malerische Grachtenaltstadt. Auch per Leihfahrrad möglich – Amsterdam ist eine der fahrradfreundlichsten Städte Europas.
Beste Reisezeit & Besuchstipps
- Frühling (März–Mai): Die beste Jahreszeit. Tulpen und andere Frühlingsblüher stehen in voller Pracht.
- Sommer: Viele Touristen, dennoch schön. Rosen und Sommerblumen dominieren das Angebot.
- Herbst/Winter: Ruhiger, mit Zwiebeln für die Herbstpflanzung und ab November Weihnachtsdekorationen.
- Beste Tageszeit: Früh morgens (kurz nach 9 Uhr) – am wenigsten Andrang, ruhigste Atmosphäre.
- Zahlung: EC-Karte und Kreditkarte werden meist akzeptiert; etwas Bargeld schadet nicht.
Bild: © NBTC (Netherlands Board of Tourism & Conventions)
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Bloemenmarkts
Der Bloemenmarkt liegt in einer der attraktivsten Lagen Amsterdams und eignet sich hervorragend als Startpunkt für weitere Erkundungen der Stadt.
Unmittelbar benachbart
- Munttoren (Münzturm): Nur wenige Schritte vom Marktende entfernt. Der historische Turm aus dem 17. Jahrhundert gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Amsterdams – das Glockenspiel erklingt stündlich.
- Muntplein & Rembrandtplein: Belebte Plätze mit Cafés, Restaurants und dem berühmten Rembrandt-Denkmal. Ca. 5 Gehminuten.
In kurzer Gehweite (unter 20 Minuten)
- Rijksmuseum: Niederlands bedeutendstes Kunstmuseum mit Werken von Rembrandt und Vermeer. Ca. 1,5 km entfernt.
- Van-Gogh-Museum: Direkt neben dem Rijksmuseum, weltgrößte Van-Gogh-Sammlung.
- Vondelpark: Amsterdams beliebtester Stadtpark für eine entspannte Pause nach dem Marktbummel.
- Anne-Frank-Haus: Das ehemalige Versteck der Familie Frank am Prinsengracht – eines der bewegendsten Museen Europas.
Tagesausflüge aus Amsterdam
- Keukenhof (Lisse): Von Ende März bis Mitte Mai blühen hier über 7 Millionen Zwiebelpflanzen. Ca. 40 km südwestlich von Amsterdam – der Blumenpilger-Pflichttermin schlechthin.
- Delft: Charmante Universitätsstadt, berühmt für das gleichnamige Blaukeramik-Handwerk. Ca. 1 Stunde per Bahn.
Wer mehr Niederlande entdecken möchte: Das Land hat weit mehr zu bieten als Tulpen und Windmühlen – von der malerischen Grachtenwelt bis zu weiten Nordseeküsten.
Unsere Hotels in Amsterdam
Amsterdam ist eine Stadt, die man am besten langsam erkundet – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Grachtenboot. Der Bloemenmarkt ist dabei weniger Pflichtprogramm als vielmehr ein angenehmer Zufall: Man bummelt die Singel entlang, und plötzlich strahlt einen dieses bunte Treiben auf dem Wasser an. Und wer einmal innegehalten hat, um den Duft frischer Tulpen einzuatmen und die historischen Giebelhäuser auf der anderen Kanalseite zu bewundern, versteht, warum Amsterdam seit Jahrhunderten Reisende aus aller Welt anzieht.
Bild: © NBTC (Netherlands Board of Tourism & Conventions)
Lohnt sich ein Besuch des Bloemenmarkts wirklich?
Kurze Antwort: Ja – aber mit den richtigen Erwartungen.
Als reinen Einkaufsort für Qualitäts-Tulpenzwiebeln ist der Bloemenmarkt nicht unbedingt die erste Wahl. Das Angebot ist stark touristisch, die Qualität der Zwiebeln schwankt, und wer ernsthafte Garteninvestments plant, ist im Keukenhof oder einem lokalen Gartencenter besser aufgehoben.
Als Erlebnis und Sehenswürdigkeit hingegen ist der Bloemenmarkt absolut empfehlenswert. Die schwimmenden Pavillons, die Farbenpracht der Blumen und die Kulisse der Grachtenhäuser im Hintergrund machen ihn zu einem der stimmungsvollsten Flecken Amsterdams. Der Eintritt ist kostenlos, der Besuch dauert nur 45–60 Minuten, und er liegt zentral auf dem Weg zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten.
Am Ende ist er weniger Markt als Bühne: eine Bühne für die Blumenkultur eines Landes, das der Welt die Tulpe schenkte – und damit sogar die Wirtschaftsgeschichte veränderte. Nicht schlecht für einen Spaziergang am Kanal.
FAQ: Häufige Fragen zum Bloemenmarkt Amsterdam
Ist der Eintritt zum Bloemenmarkt kostenlos?
Ja, vollständig kostenlos. Bezahlt wird nur für Einkäufe.
Kann ich Tulpenzwiebeln nach Deutschland mitnehmen?
Kein Problem innerhalb der EU – kein Pflanzenpass nötig. Für Weitereisen in Nicht-EU-Länder (USA, Australien, UK) unbedingt die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes prüfen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch?
Frühling (März–Mai) für die schönste Blütenpracht. Wochentags kurz nach 9 Uhr morgens für den geringsten Andrang – zu Mittag und an Wochenenden kann es sehr voll werden.
Wie komme ich vom Hauptbahnhof zum Bloemenmarkt?
Straßenbahn 1, 2 oder 5 bis „Koningsplein" – ca. 10 Minuten. Oder entspannt zu Fuß in ca. 20 Minuten durch die Grachtenaltstadt.
Lohnt es sich, Tulpenzwiebeln am Markt zu kaufen?
Nur mit kritischem Blick: Auf feste, nicht schrumpelige Zwiebeln achten. Für gezielte Gartenkäufe ist der Keukenhof bei Lisse die bessere Wahl.
Ist der Bloemenmarkt ganzjährig geöffnet?
Ja – Mo–Sa 9:00–17:30 Uhr, So 11:30–17:30 Uhr. An Feiertagen kann es Abweichungen geben.
Geheimtipp: Nationaler Tulpentag im Januar
Kaum bekannt, aber absolut bezaubernd: Jedes Jahr am dritten Samstag im Januar findet auf dem Dam-Platz in Amsterdam der Nationale Tulpentag (Nationale Tulpendag) statt. Dabei wird ein riesiges, farbenprächtiges Blumenbeet aufgebaut – und Besucher dürfen kostenlos bis zu 20 Tulpen pflücken und mit nach Hause nehmen. Tausende Menschen strömen an diesem Morgen zum Dam-Platz, um die Tulpensaison offiziell einzuläuten.
Das Besondere: Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, an denen man die Tulpenvielfalt der Niederlande hautnah erleben kann, noch bevor die Frühlingssaison überhaupt beginnt. Der genaue Termin variiert leicht von Jahr zu Jahr – ein kurzer Check lohnt sich bei der Reiseplanung. Wer Amsterdam im Januar besucht, sollte dieses kostenlose Erlebnis unbedingt einplanen.