Zillertalbahn (Österreich)

Es zischt und pfeift im Bahnhof von Zell am Ziller. Hier sind die Dampfloks der Zillertalbahn zuhause. Mit viel Lärm und einer großen weißen Wolke lässt die Lok 3, die "Tirol" Dampf ab, als die Gäste einsteigen. Mit dem typischen Schnaufen setzt sie sich gemächlich in Bewegung. Es pfeift, der Nostalgie-Zug verlässt den Bahnhof.

Gerade mal 76 Zentimeter weit auseinander liegen die Schienen der Zillertalbahn. Kurvenreich schlängelt sich die Bahn 32 Kilometer durch das Zillertal. Wenn die "Tirol" dann so richtig in Fahrt kommt, wird sie 36 Stundenkilometer schnell. Man könnte, aber das Blumenpflücken ist während der Fahrt strengstens verboten. Die eingleisige Strecke führt den Zug über 35 Brücken vorbei an Dörfern, Heuschobern und Milchkannen.

Die Eisenbahn im Zillertal wird aber nicht nur als touristische Attraktion genutzt, sondern auch als Personennahverkehrsmittel. Neben Dampfloks, die alle gut 100 Jahre auf dem Buckel haben, fahren auf der Strecke auch modernere Dieselloks.

Das Tal wollte vor mehr als 100 Jahren am aufkommenden Fortschritt teilhaben. Die Eisenbahngeschichte im Zillertal haben dann am 25. 11. 1892 die Gemeindevorsteher und "angesehene Persönlichkeiten" des Tales geschrieben: sie gründeten ein "Bahnkomitee". Nach drei Jahren harter geistiger Arbeit übergab am 2. 12. 1895 der k k Eisenbahnminister Heinrich von Wittek die "Concessions-Urkunde".

Fast sieben Jahre vergingen dann noch, bis der erste Zug dann am 31. Juli 1902 von Zell am Ziller bis Mayrhofen fuhr. Zwischen den Orten verkehrten damals die Züge "Raimund" und "Zillertal" mit 10 Personenwagen und 22 Güter- und Postwagen. Die Eisenbahn entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor. Bis 1965 die Geschichte fast zu Ende war - zugunsten der Straße. Immer mehr Menschen fuhren mit dem Auto, die Laster lösten die Bahntransporte ab. Das die Bahn doch nicht zu gemacht wurde, liegt an 325.000 Tonnen Zement für ein Staudammprojekt, die pünktlich und zuverlässig ans Ziel kamen. Die Zillertalbahn bewies, dass sie konkurrenzfähig ist.

Der Dampfzug rumpelt durch die Landschaft. Das Tempo gemütlich, die Bänke hart. Abwechslung gibt es im Kristallwagen: 62.000 geschliffene Kristalle von Swarovski funkeln im Gesellschaftswagon der Zillertalbahn und sind zum kristallinen Prunkstück des Dampfzuges geworden. Einfallende Sonnenstrahlen zaubern am Tag ein faszinierendes Spiel der Spektralfarben ins Innere des Wagons, aber erst in Verbindung mit Licht entfacht Kristall sein einzigartiges Feuer und erinnert an "Tausend und eine Nacht".

Lage, Anfahrt

Der Dampfzug der Zillertalbahn verkehrt zwischen Jenbach und Mayrhofen. Weitere Haltestellen: Rotholz, Straß im Zillertal, Schlitters, Gagering, Fügen-Hart, Kapfing, Uderns, Ried, Kaltenbach-Stumm, Angererbach-Ahrnbach, Aschau, Erlach, Zell am Ziller, Ramsau im Zillertal-Hippach, Bichl

Fahrzeiten

täglich, bis 14. 12. 2019, ab Jenbach 10.42 Uhr, Ankunft in Mayrhofen um 12.14 Uhr

täglich ab Mayrhofen 14.33 Uhr, Ankunft in Jenbach um 16.00 Uhr

Eine Übersicht des Fahrplans können Sie hier als PDF herunterladen.

Foto: Wikipedia/Friedrich Böhringer

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